Ab dem heutigen Karsamstag kann ich mir bis Donnerstag einige Tage zum Skifahren frei nehmen. Es soll wieder dahin gehen, wo ich bislang noch nicht war.
Der Anfang macht das Skigebiet 4 Vallees. Laut eigenem Marketing das größte Skigebiet der Schweiz. Ob das stimmt, sei mal dahin gestellt, aber für einen Tag hat das Gebiet eine ganz gute Größe.
Für meine weiteren Planungen war ein Start in Le Chable sinnvoll. Hier parkt man an den Talstationen, die gleichzeitig auch ein Bahnhof sind, erstaunlicherweise kostenlos. Generell ist dieses Terminal zwar schon älter, aber dennoch eine gelungene Verknüpfung der Verkehrsarten. Leider gibt es solche Sachen, die es in dieser Form in der Schweiz ja recht häufig gibt, anderswo, beispielhaft in AT, einfach viel zu selten.
Ich arbeitete mich heute "von rechts nach links" durchs komplette Gebiet, wobei ich das Teilgebiet Bruson ausließ. Das Teilgebiet wäre sich wohl noch zeitlich ausgegangen, war mir aber zu heikel.
Um ca. 08:15 Uhr nahm ich die 4EUB von Le Chable nach Verbier und dann einen Ortsbus zur uralten Savoleyres-4EUB, die ja wohl geschliffen wird. Dort stieg ich pünktlich um 08:45 Uhr ein, wobei es zu Betriebsbeginn ein paar Minuten Wartezeit gab. Die 4EUB ist sehr kapazitätsschwach.
Der Andrang hielt sich aber, dafür dass wir heute Karsamstag schreiben, nach meinem Dafürhalten sehr in Grenzen. Wartezeiten hatte ich nur an den neuralgischen und veralteten Verbindungsliften. Anderswo war normalerweise "Durchgehen" angesagt. Die Pisten waren i.d.R. nicht überfüllt, wenn man die Kreuzungsstellen der Verbindungen außer Acht lässt.
Generell war mir im Gebiet aber gleich der doch sehr unterschiedliche Stand der Liftanlagen auffällig. Teilweise waren die Lifte sehr modern, oftmals aber auch hoffnungslos überaltert. Bei einem Tageskartenpreis von 89CHF ist dies eigentlich nicht zu rechtfertigen. Ich störe mich grundsätzlich nicht an alten Liftanlagen, aber ins Bild passten sie nicht (überall).
Auch, dass insbesondere die Bergstationen zumeist ungeschickt platziert sind, sodass man i.d.R. nach Ankunft erst einmal weiter selbst aufsteigen muss, wirkt, auch bei den modernen Anlagen, seltsam.
Auch, dass die Hauptverbindungen oftmals wirklich alt sind (Stichwort: Geppon Blanc, Tsa, Drus, usw.) und dass wichtige Verbindungs"pisten" nur Routen sind (Stichwort Chassoure) wirkt etwas dubios. Gerade Chassoure wäre ja wirklich kein Ding, hier eine Piste zu machen. Es wäre dann ja immer noch genügend Platz für die elendige Buckelpiste.
Die Pistenpräparation war aber grundsätzlich sehr gut. Ich war in der Früh regelrecht überrascht, wie gut die Präparation war, denn die Verhältnisse sind gerade ja alles andere als einfach - und das sage ich jetzt nicht, weil die Ansprüche nach meinem Frankreich-Trip von vor 2 Wochen (siehe viewtopic.php?t=3654) nicht sonderlich hoch sind.
Lediglich die Planards-Abfahrt war in der Früh schlecht und im Laufe des Tages dann aber auch im Inbegriff der Auflösung.
Das Wetter war ganz in der Früh noch bewölkt. Es riss dann aber sehr schnell auf. Die Temperaturen waren sehr hoch. Der Schnee war oft bremsig. Auf Südhängen gab es böse Buckelbildung. Nordseitige und höhergelegene Pisten blieben aber gut.
Gefallen:
Nicht gefallen:
Daher:
Bilder:
Blick auf den grandiosen Pistenteppich der Combe du Nord am Morgen, kurz nach Betriebsbeginn
Die Pistenpflege war wirklich astrein. Keine Selbstverständlichkeit bei den aktuellen Temperaturen
Blick von Savoleyres in Richtung Verbier. Die Wolkenspiele am Morgen waren schon auch cool
Die Planards-Piste war als einzige Piste des Tages wirklich schlecht. Es kam in der Früh schon einiges an Dreck durch. Am Nachmittag sah man von der gegenüberliegenden Hangseite ganz gut, dass die Piste sich über den Tag ziemlich aufgelöst hat
Nun im Hauptgebiet von Verbier. Hier der Blick aus der Kombibahn Chaux-Express
Über die Chaux-Piste ging es dann nach La Chaux
Auf den Mont Fort ging es nicht. Die schwarze Piste dort wird ja im oberen Teil nicht gemacht und auf das Rumgeochse auf harten Buckeln hatte ich wenig Lust
Kurze Abfahrt am Gentianes-Tellerlift. Die weitergehende Abfahrt nach Tortin ist leider auch nur eine Route und somit bei den aktuellen Bedingungen recht unbrauchbar.
Oberer Teil der Abfahrt unter der Jumbo-Pendelbahn
Weiter unten - im Mittelteil - kommt dann ein schöner Hang
Ganz unten ist es dann aber leider nur noch ein flacher Weg. Hier kommen etwas PBG-Gefühle aus Ischgl auf.
Im zentralen Gebietsteil von Verbier wuselte es stellenweise auf den Pisten etwas mehr. Es war aber nicht kritisch
Abfahrt in Richtung Lac des Vaux
Die schwarze Abfahrt Plan du Fou - Prarion war leider hitzebedingt furchtbar knollig
Toller Tiefblick von Tracouet auf Sion
Die Talabfahrt nach Nendaz verlängerte ich noch über die Nationale-Abfahrt
Aber auch die direkte blaue Abfahrt ist gut zu fahren gewesen
Blick auf Nendaz. Hübsch ist es ja nicht gerade. Man merkt den französischen Einfluss sehr
Beim Ausblick in die andere Richtung stört die Bebauung aber nicht
Plan du Fou - Siviez
An den Greppon Blanc-Tellerliften, die man hier im Bild sieht, staute es sich ca. 5min. Es wirkt auch hier etwas undurchdacht. Natürlich wäre es am Schönsten, wenn hier eine zeitgemäße Liftanlage stünde, aber die aktuelle Situation, dass je nach Fahrtrichtung nur einer der Lifte benutzt werden kann und sich zudem die Skifahrerströme an der Talstation gefährlich kreuzen müssen, ist einfach sehr blöd
Hier im "hinteren" Teil des Skigebiets scheint die Welt stehen geblieben. In diesem Sommer soll hier ja investiert werden. Das ist längst überfällig.
Die Talabfahrt nach Veysonnaz war im oberen Teil noch sehr gut
Im mittleren Teil führt sie dann schön durch Ferienhäuser und im untersten Teil war sie dann natürlich sehr sulzig
Die Piste de l'Ours war im oberen Teil ebenfalls sehr gut, hatte aber einige sehr arge Wellen aufgrund des Bodens unter der Piste. Kein Vergleich zu planierten Pisten in den Dolomiten
Schade, dass die Mittelstation nicht in Betrieb ist, denn so könnte man sich das unschönere Stück ins Tal sparen
Die Piste an der Matze-Kombibahn war sehr bremsig
In diesem Gebietsteil war offenbar auch eine Wassersliding-Veranstaltung
Da viele Menschen nur bei dieser Veranstaltung waren, blieben die Pisten hier recht leer
Start der schwarzen Etherolla-Abfahrt
Weiter unten auf der gleichen Abfahrt
Gute Muraz-Piste
Wie so oft, so auch hier. Die Verbindungen zwischen den Gebietsteilen sind in diesem Gebiet einfach schlecht gelöst...
...auch wenn der Ausblick ja schön ist
Ausblick über die Bergstation des Cheminee-Tellerlifts
Die dortige Abfahrt war auch um kurz nach 14:00 Uhr immer noch recht pulvrig
Schwarze Abfahrt Greppon Blanc 3. Die Abfahrt ist gut, aber die DSB ist ja ein Graus. Gut, wird sie diesen Sommer ersetzt. Viel zu kurze und nach vorne geneigte Sitzflächen. Man hat dauerhaft das Gefühl rauszufallen, zumal man die Skier nicht auf den Fußrasten abstellen kann, da diese für Gnome konstruiert sind.
Schwarze Piste Greppon Blanc 1&2
Die Abfahrt nach Siviez ging um kurz vor 15:00 Uhr noch erstaunlich gut
Blick auf Siviez, welches ebenfalls französisch angehaucht ist
Ausblick von der Chassoure-Bergstation
Beim Blick in Richtung Attelas kreuzt auch gerade die Kabine der kuriosen einspurigen Pendelbahn auf den Mont Gele (nur Routen)
Da noch viel Zeit ist, nehme ich auch noch die schwarze Lacs mit
Das Funitel mit Blick auf Verbier
Die FIS-Abfahrt hatte es im obersten Teil (hier nicht im Bild) durchaus in sich. Unten heraus wird sie dann sehr schön zu fahren
Weiter unten auf der FIS
Gegen 16:15 Uhr fuhr ich dann noch einmal in Richtung La Chaux
Wider Erwarten war die Attelas-Abfahrt selbst nach 16:30 Uhr noch gut zu fahren
Weiter unten, so wie hier auf der Piste des Profs, wurde es natürlich zäher
Und der Schlusshang auf Medran war natürlich sehr hinüber.
Fazit:
Im Skigebiet 4 Vallees kann man sich gut einen Tag ganz entspannt durchs Gebiet treiben lassen und findet immer wieder etwas Neues. Schön war, neben dem tollen Wetter natürlich, dass es für einen Karsamstag bei Prachtwetter gar nicht so voll war. Auch die Pistenpräparation sei als überdurchschnittlich gut zu erwähnen.
Dennoch bleibt ein etwas durchwachsenes Bild. Das Skigebiet wirkt etwas durcheinander und konzeptlos und etwas mit Mühe zusammengestückelt. Die Verbindungen sind zumeist schon sehr mühsam; man könnte auch sagen, dass es schon etwas verkorkst ist.
