Warum der Ski oft nach dem ersten Service nicht mehr der selbe ist

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NeusserGletscher
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Warum der Ski oft nach dem ersten Service nicht mehr der selbe ist

Beitrag von NeusserGletscher »

Prolog:
  • dieser Thread richtet sich an jene, die an technischen Verbesserungen und einem sachlichen Erfahrungsaustausch über Skiservice interessiert sind. User, denen der normale Service reicht oder die ein gut zubereitetes Rinderfilet nicht von einem Hacksteak aus dem Schnellimbis unterscheiden können, dürfen sich hier nicht angesprochen fühlen. ;)
  • mein Anspruch an das Skifahren sind keine Höchstleistungen oder Skirennen. Die Ski sollen einfach auch auf hartem Untergrund greifen und meine über 100 Kg Körpergewicht samt Ausrüstung sicher um die Kurve bringen, damit ich weder mich noch andere gefährde
  • der Ski soll nach einem Service wieder die gleichen Eigenschaften haben wie unmittelbar nach dem Kauf
  • eine Verbesserung der Performance ist wünschenswert, aber nicht meine hauptsächliche Intention

Viele Skifahrer wundern sich, wieso ihre neuen Ski nach dem ersten Service nicht mehr so gut auf hartem Untergrund greifen und sich nicht mehr so gut carven lassen wie direkt nach dem Kauf

Mit etwas Überlegung und Hartnäckigkeit findet man irgendwann die Ursache.

Experten aus Service und Rennsport sind sich weitgehend einig, dass der Winkel, mit dem die Kante belagseitig geschliffen wird, den mit Abstand größten Einfluss auf das Fahrverhalten eines Ski hat. Dies kann ich nach zahlreichen Selbstversuchen nur bestätigen. Der effektive Kantenwinkel hat neben dem Aufbau des Ski, Torsionssteifigkeit und Rocker auch einen spürbaren Einfluss, aber letztendlich spielt an der Basis die Musik. Genau genommen bilden Basiswinkel und der Aufbau des Ski eine Einheit. Daher ist es wichtig, bei jedem Service den Basiswinkel wieder in den Auslieferzustand zu versetzen und nur bei Bedarf zu verändern. Alleine dieses Argument spricht gegen ein "wir schleifen alles mit einer Einstellung". Dazu später mehr.

So kann der Belag eines fabrikneuen Ski aussehen:
StrukturMitAnmerkung.png
Was den Belag betrifft, so ist dies das Ergebnis von zwei Arbeitsgängen.

Im ersten Arbeitsgang wird der Belag mit feinem Korn plan geschliffen. Dieser Arbeitsschritt ist die notwendige Voraussetzung für alle weiteren Arbeiten. Nur, wenn der Ski plan ist, lässt er sich richtig bearbeiten und später ordentlich fahren.

In einem zweiten Arbeitsgang wird dann die Struktur eingraviert. Dabei wird beispielsweise beim Steinschliff mit einem Diamanten ein Muster in einen Schleifstein graviert, was dann in Abhängigkeit von dessen Drehzahl und dem Vorschub auf dem Ski eine Struktur erzeugt. Eine Struktur ist nötig, um den Wasserfilm, der beim Skifahren entsteht, abzuleiten. Damit der Ski besser läuft und sich nicht am Schnee festsaugt. Deswegen werden je nach Jahreszeit und Temperatur oft auch unterschiedlich tiefe Strukturen geschliffen. Wer seine Ski nicht so oft schleifen möchte, der wählt halt als Kompromiss eine mittlere Struktur, mit der er zu jeder Jahreszeit unterwegs sein kann. Wer dagegen Rennen fahren möchte, der wird sicherlich hier anders vorgehen.

Wenn der Belag so präpariert wurde, dann hat man bei dem Basiswinkel alle Optionen. In diesem Fall hat der Hersteller ab Werk bereits beide Seiten der Kanten so geschliffen, dass der Ski harmonisch abgestimmt ist. Es wäre nun selbstverständlich, dass der Ski nach dem ersten Service wieder genau so ausschaut. Leider ist dies oft nicht der Fall.

Lässt man dagegen beim ersten Service den Belag so wie auf dem Bild schleifen, dann kann man das ursprüngliche Setup der Kanten leicht wieder herstellen. Entweder überlässt man dies gleich der Maschine, lässt die Winkel per Hand schleifen oder macht es selber. Wenn man zuvor mit dem Grip auf hartem Grund nicht zufrieden war, kann man die Kante etwas aggressiver schleifen. War einem der Ski aber ab Werk zu aggressiv, dann lässt sich auch das anders abstimmen.

Wird die Struktur dagegen nicht korrekt aufgebracht, dann ist man bei der Bearbeitung der Kanten bereits erheblich in seinen Optionen eingeschränkt. Der Ski verhält sich dann oft nicht mehr so, wie man ihn vorher gekauft hat.
  • ---------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------
Wie oft habt Ihr im Laden gehört, sie würden belagseitig 0.5° schleifen? Ich habe dies sehr oft gehört. In den meisten Fällen stimmt dies nur leider nicht. Denn um so einen kleinen Winkel belagseitig zu schleifen, muss zwingend eine bestimmte Vorgehensweise befolgt werden.

Denn wenn es so einfach wäre, dann sähe es so aus:
Belag05.png
  • ---------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------
Der Haken an der Sache ist nun der, dass vor der Bearbeitung der Kanten der Ski erst plan geschliffen und dann eine Struktur aufgebracht wird. Deren Tiefe liegt typischerweise zwischen 20 und 80 µm. Bei einer zwei Millimeter breiten Kante und 0.5° liegt die Spitze aber nur 17 µm hinter dem Belag zurück. Dann sieht das Ergebnis so aus:
Belag05Struktur.png
In der Kante sind nun Riefen von der Struktur, die man dort nicht haben möchte. Erstens, weil die Kante bei dieser Arbeitsweise unpoliert aus dem Automaten purzelt, zweitens, weil eine solche Kante leichter Rost ansetzt.
  • ---------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------
Egal, wie man es dreht, die Struktur bekommt man aus der Kante nur heraus poliert, in dem man deutlich stärker als mit 0.5° abhängt:
Belag1.png
Jetzt hat man zwar eine wunderschön polierte Kante. Die leider aber deutlich stärker als 0.5° abhängt. Und damit auf Eis und hartem Schnee deutlich schlechter greift. Da hilft es auch nicht, die Kante mit einem kleineren Winkel zu hinterschleifen, um den effektiven Kantenwinkel kleiner zu bekommen. Die Kante liegt halt mehr über dem Schnee als drin. Gut zum driften, schlecht zu carven. In der Praxis habe ich schon Ski gesehen, bei denen belagseitig bis zur doppelten Kantenbreite in den Belag geschliffen wurde. Hängt man die Kante dagegen per Hand mit einem Winkel ab, reichen wenige Bewegungen mit der Feile bei geringen Druck, um die Kante abzuhängen.
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Und wie sieht die Lösung aus? So:
Belag05StrukturZurückgesetzt.png
Wenn die Struktur vor der Kante endet, dann ist der Service kein Problem. Die Spuren vom Planschleifen bekommt man mit 0.5° locker weg. Die Struktur selbst wird nur in einem Streifen aufgebracht, der schmaler ist als der Belag an seiner schmalsten Stelle unter der Bindung. In diesem Schulungsvideo von Toko sieht man sehr gut, wie so eine Struktur ausschaut.
  • ---------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------
So wird es im Worldcup gemacht, so liefern auch einige Hersteller ihre Ski ab Werk aus. So arbeiten auch einige Profis unter den Serviceleuten.

Das Gros der Serviceleute aber fräst die Struktur auf der gesamte Breite des Ski inclusive der Kante und hängt diese dann soweit ab, bis die Spuren wieder weg sind.

Sie machen dies, um Zeit und Geld zu sparen. Weil jedes mal, wenn sie eine auf den Ski angepasste Struktur in den Stein gravieren, verlieren sie Masse beim Stein und nutzen den Diamanten ab. Dabei nehmen sie billigend in Kauf, dass die Ski nach dem Service nie mehr die Performance erreichen, welche sie nach dem Kauf hatten.

Das ist so, wie wenn sie Dir im Laden einen Sportwagen verkaufen. Aber beim ersten Besuch in der Werkstatt die billigsten Schluppen aufziehen, so dass sich dieser sportliche Wagen nur noch wie ein normales Auto fahren lässt.
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Man kann diese Arbeitsweise leicht daran identifizieren, weil an Tip und Tail die Struktur jeweils bis an die Kante reicht. In diesem Fall war sie auch in der Kante, bevor diese hängend geschliffen wurde. Und dann hat man effektiv irgend einen Winkel von 1.5° hängend. Denn am Ende entscheidet nicht die Gradzahl über das Fahrverhalten des Ski, sondern der Abstand der Spitze der Kante zum Planum. Also bei fachlich korrekt ausgeführten 0.5° wären dies die in den Skizzen eingezeichneten 17 µm. Den Abstand für andere Winkel kann man sich über Winkelfunktionen ausrechnen.
Belag05.png
Wichtig: Man kann auch mit 0.5° so weit in den Belag rein schleifen, dass der Abstand ein vielfaches der gewünschten 17 µm beträgt. Also beispielsweise 51 µm @ 6 mm. Was wiederum ungefähr 1.5° @ 2 mm entspricht.

Wenn ich es einmal wirklich auf die Spitze treiben möchte, dann messe ich diesen Abstand auch schon mal mit einem Haarlineal und einer Fühlerlehre. Solche Fühlerlehren gibt es bereits ab einer Blattstärke von 10 µm. Es gibt aber auf dem Markt auch "hochpräsize" Winkelmesser oder Winkellehren. Die Schwierigkeit, damit den richtigen Winkel zu ermitteln, besteht darin, den kaum sichtbaren Übergang zwischen Belag und hängendem Schliff zu erkennen. Oft muss man da ein wenig mit dem Lichteinfall spielen. Und wie ich bereits ausgeführt habe, sagt der Winkel alleine noch nichts darüber aus, wie weit die Kante tatsächlich hinter dem Planum zurück liegt und wie Drehfreudig oder Griffig die Kante damit ist.
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Eine Lösung wäre, entweder alle Ski grundsätzlich mit einer schmalen Struktur zu schleifen. Bei breiteren Ski würde dann aber die Gleiteigenschaften leiden. Oder man müsste halt die Ski nach Mittenbreite vorsortieren und dann in Chargen schleifen. Denn nach einer Anzahl von x Ski muss der Stein sowieso abgezogen und eine neue Struktur graviert werden. Sonst werden die Ski nicht mehr plan und die Struktur immer unsauberer.

Möchte man seine Ski wieder in den Werkszustand versetzten, lässt es sich leider in vielen Fällen nicht vermeiden, selber Hand anzulegen. Eine Ausnahme bildet hier Stöckli, welche ausgesuchten Vertriebspartnern ihre Daten für den Service zur Verfügung stellen. Leider musste ich auch hier schon feststellen, dass noch lange nicht jeder Laden, der einem diese hochpreisigen Ski verkauft, auch den dazu passenden Service anbietet.
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Schlussbemerkung:

Die 0.5° sind nun aber nicht in Stein gemeißelt. Der ideale Winkel hängt von vielen Rahmenbedingungen ab, die sich zum einem vom Skityp, seiner Konstruktion, dessen Einsatzgebiet und dem Fahrer ableiten. Bei einem Freerider darf man sogar ruhig in die Kante schleifen, weil hier der Schwerpunkt auf Gleitfähigkeit liegt und eine zu aggressive Kante gar nicht gewünscht ist, um die Gefahr von Verschneidern zu minimieren. Meinen Allmountain fahre ich derzeit mit 1° in der Mitte und 1.25° an Tip und Tail. Und eigentlich ist mir das noch ein wenig zu aggressiv. Ausgeliefert wurde der übrigens mit 1.5°. Der Ski ist halt sehr torsionssteif.

Die Frage ist halt, was man will. Und wie man dies reproduzierbar hin bekommt, ohne jedes Mal wieder bei Null zu beginnen.

Die Schwierigkeit besteht darin, einen Service mit einer guten Maschine zu finden, der bereit ist, sich auf die Wünsche des Kunden einzulassen. Der seine Maschine auch kennt und in der Lage ist, selber Strukturen auf den Ski anzupassen. Ein Teil der Serviceleute ist leider schon damit überfordert, die Bearbeitung der Kanten aus dem Schleifvorgang heraus zu nehmen.
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Fazit:

Es geht nicht um Raketentechnik oder Overengineering. Sondern schlicht darum, den Ski wieder in den Zustand zu versetzen, für den man einst viel Geld an der Ladentheke auf den Tisch gelegt hat. Und es geht um eine saubere handwerkliche Leistung anstelle eines "one size fits all".

Hat man dies alles erst einmal verstanden, realisiert man auch, wieso es fachlich nicht korrekt ist, sämtliche Ski mit einer einzigen Einstellung durch den Automaten zu jagen. Die Anforderungen sind selbst bei dem selben Fahrer je nach Skityp so unterschiedlich, dass aus fachlicher Sicht eine individuelle Bearbeitung der Ski angesagt ist.

Aber echter Service kostet halt Zeit und Geld. Und erfordert ein solides Grundwissen, handwerkliches Können sowie die Bereitschaft, beides auch anzuwenden.
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Changelog:

2026-01-23: Bild mit Belag im Auslieferzustand sowie Anmerkungen zu den Arbeitsgängen beim Planschleifen und Strukturschliff ergänzt
Zuletzt geändert von NeusserGletscher am 23.01.2026, 07:29, insgesamt 1-mal geändert.
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Re: Warum der Ski oft nach dem ersten Service nicht mehr der selbe ist

Beitrag von valdebagnes »

Sehr aufschlussreich.
Ich denke es ist auch oft ein Zeitproblem in der Hochsaison wenn viele an typischen Anreisetagen ihre Ski noch zum Service geben.
Und ich denke viele Kunden schauen nur auf den Belag und würden auch reklamieren wenn die äußeren Bereiche eben nicht glatt geschliffen sind wenn man mit der Breite der Skimitte schleift.

Gut das ich mich damit nicht befassen muss denn meine Ski waren noch nie beim Service ausser Haus. Nur inner Haus.

Kanten schleife ich nur von der Seite, Der Belag wird nur bei tiefen Kratzern mit Reparatursticks gefüllt, leichte Kratzer nur glatt geschabt und gewachst. Und ich konnte bislang bei leichten Kratzern noch nie irgendwelche Veränderung der Gleiteigenschaften feststellen. Ich fahre zwar zügig aber nicht um hundertstel.
Bei stumpfen Kanten hingehen merkt auch der Gelegeheitsfahrer den Unterschied.
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Re: Warum der Ski oft nach dem ersten Service nicht mehr der selbe ist

Beitrag von valdebagnes »

Ach ja ich bevorzuge Entrecôte. 😉
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Re: Warum der Ski oft nach dem ersten Service nicht mehr der selbe ist

Beitrag von extremecarver »

Das Problem ist, wird der Ski älter und du bist viel kunstschnee gefahren (ist viel abrasiver), dann bekommst du den Ski einfach nicht mehr scharf nur via seitenkante.. selbst wenn du belagsseitig schleifst bringt es kaum was, da der höhere Belag den Druck von der Kante nimmt.

Gut man könnte jetzt belagsseitig hinterschleifen. Wird im Slalom teils im Bildungsbereich gemacht. Werkzeug dafür etwa tooltonic icecatcher. Aber so ein Ski ist dann brutal aggressiv und wehe du machst einen Fahrfehler. Kreuzbandriss ist da dann ganz schnell.

Ich hatte Mal ein snowboard das war mittig im Belag 5mm konkav vs Kanten weil Kern verzogen. Unfahrbar geradeaus aber kanten griff war bombig..

Und ja kanten Schliff ist das wichtigste überhaupt. Eis hat kaum was mit Fahrtechnik sondern vor allem mit guter Kante zu tun. Eine zu scharfe Kante macht aber etwas langsamer, und man braucht eher mehr Kraft.

Wenn man seitenkante nur selber schleift halt auch so eine FIS Ski Kante mit halber Dicke länger wie der Kern. Wobei das merkt man erst wenn man auf neuen Ski umsteigt. 200 mal mit Feile schleifen hält jeder Ski locker durch wenn man immer denselben Winkel nimmt... Der Kern wird aber relativ träge und dann fährt ein neuer Ski schon deutlich besser...
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Re: Warum der Ski oft nach dem ersten Service nicht mehr der selbe ist

Beitrag von NeusserGletscher »

Spätestens, wenn der Belag durch Abnutzung oder Alterung nicht mehr plan ist, wird halt ein Fullservice fällig. Bis dahin schleife und poliere ich halt auch nur die Seitenkante, so lange wie es möglich ist.
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Re: Warum der Ski oft nach dem ersten Service nicht mehr der selbe ist

Beitrag von Ramon23 »

valdebagnes hat geschrieben: 22.01.2026, 16:04
Und ich denke viele Kunden schauen nur auf den Belag und würden auch reklamieren wenn die äußeren Bereiche eben nicht glatt geschliffen sind wenn man mit der Breite der Skimitte schleift.
Hier hast du sicher ein Missverständnis. Der Belag wird schon über die gesamte Breite "glatt" (plan) geschliffen.
Aber dann kommt's, und das meint unser Neusser Gletscher: die Struktur sollte im Anschluss nicht bis in die Kante aufgebracht werden. Und da trennt sich schon die Spreu vom Weizen...
PS. Ich habe NG vor ein paar Jahren mal in Ischgl getroffen. Ich verstehe (meist) was er will/meint, teile seine Ansichten sicher nicht in jedem Fall.
Aber das ist ein durchaus interessantes Thema, das auch Mal ohne die üblichen "Störgeräusche" auskommen sollte.

Gruß Nils
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Re: Warum der Ski oft nach dem ersten Service nicht mehr der selbe ist

Beitrag von NeusserGletscher »

Je nach Struktur muss man schon genau hinschauen, um überhaupt einen Unterschied zwischen der Struktur und dem plangeschliffenem Bereich zu erkennen. Hier mal ein Foto eines Ski im Auslieferzustand.
Werksschliff.png
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Re: Warum der Ski oft nach dem ersten Service nicht mehr der selbe ist

Beitrag von NeusserGletscher »

valdebagnes hat geschrieben: 22.01.2026, 16:04 Und ich denke viele Kunden schauen nur auf den Belag und würden auch reklamieren wenn die äußeren Bereiche eben nicht glatt geschliffen sind wenn man mit der Breite der Skimitte schleift.
Der Ski wird selbstverständlich im ersten Arbeitsgang in voller Breite plan geschliffen. Die kleinen Riefen, die dabei in die Kante geschliffen werden, lassen sich aber später bei fachgerechtem Arbeiten im Gegensatz zu der Struktur wieder heraus polieren. Die je nach Schneeverhältnissen mehr oder weniger tiefe Struktur wird deswegen in einem zweiten Arbeitsgang nur in einem schmalen Streifen zwischen den Kanten aufgebracht.
StrukturMitAnmerkung.png
Das ist wie gesagt kein Ski, der nach meinen Vorstellungen so bearbeitet wurde. So liefern einige Hersteller ihre Ski ab Werk aus.

Das ist halt auch das Ziel, dass der Ski nach einem Service wieder genau so aussieht.

Habe diese wichtige Info im ersten Beitrag ergänzt. Da ich mich schon etwas länger mit dem Thema beschäftige, ist es immer eine Gratwanderung, einerseits so ein Thema nicht mit Informationen zu überfrachten aber andererseits halt doch so detailliert zu schreiben, dass keine Missverständnisse aufkommen.
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Re: Warum der Ski oft nach dem ersten Service nicht mehr der selbe ist

Beitrag von valdebagnes »

Ah, ok, verstanden. Über diese Strukturen hab ich mir bislang wenig Gedanken gemacht.
Ziel wäre es also ob und wie man vorm Service feststellen kann ob:

1. der Mitarbeiter an der Annahme überhaupt versteht was gemeint ist und
2. diese Information auch beim Service umgesetzt wird.
Und wie das auch rechtssicher in der Beauftragung schriftlich festgehalten wird

Wie relevant das ist spielt auch keine Role. Wenn ich als Kunde eine Leistung exakt beauftrage und sie mir so angeboten und akzeptiert wird muss sie auch so ausgeführt werden.

Aber in der Praxis sehe ich da erhebliche Probleme in der Umsetzung und anschließender Reklamation sowie Schadenersatz.
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Re: Warum der Ski oft nach dem ersten Service nicht mehr der selbe ist

Beitrag von mafikS »

valdebagnes hat geschrieben: 23.01.2026, 13:07 ....
1. der Mitarbeiter an der Annahme überhaupt versteht was gemeint ist und
2. diese Information auch beim Service umgesetzt wird.
Und wie das auch rechtssicher in der Beauftragung schriftlich festgehalten wird
...
Böse Zungen würden behaupten:
Du beschreibst die Quadratur des Kreises.

Hier mal ein Beispiel allerdings kein RS sondern ein besonderer Ski mit deutlicher Taillierung + etwas gerockert, schon eine Herausforderung für den Servicechef,
toll gemacht, super Ergebnis beim Schneiden der Schwünge auf harte Unterlage,
trotz der Architektur des Skis.
20251028_103356.jpg
20251028_130815.jpg

20251028_130818.jpg
20251028_103435.jpg
Zuletzt geändert von mafikS am 23.01.2026, 13:42, insgesamt 4-mal geändert.
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Re: Warum der Ski oft nach dem ersten Service nicht mehr der selbe ist

Beitrag von NeusserGletscher »

valdebagnes hat geschrieben: 23.01.2026, 13:07 Ziel wäre es also ob und wie man vorm Service feststellen kann ob:

1. der Mitarbeiter an der Annahme überhaupt versteht was gemeint ist und
2. diese Information auch beim Service umgesetzt wird.
Dort, wo Du nicht direkt Deine Ski beim Service abgeben kannst dir statt dessen ein unbedarfter Verkäufer im Laden einen vom Pferd erzählt, kannst Du gleich auf dem Absatz kehrt machen.

Ich gebe meine Ski nur dort zum Service, wo ich direkt mit dem Servicemann die Arbeiten besprechen kann und dort meine Ski auch zu treuen Händen gleich da lassen kann. Damit sind einige mögliche Fehlerquellen im Ansatz ausgeschlossen. Im Gespräch mit dem Servicemann merkst Du auch recht schnell, ob der sein Handwerk versteht oder ob er Dir nur seine Arbeitsweise aufquatschen möchte.
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Re: Warum der Ski oft nach dem ersten Service nicht mehr der selbe ist

Beitrag von extremecarver »

Ups, sorry etwas vertan. hab da noch eine alte Struktur gesehen darunter - Die neue ist mittig und dann im Schaufel Bereich nochmal neu angesetzt breiter. Also zwei fixe Breiten damit im Schaufel Bereich der unstrukturierte Bereich kleiner bleibt. Generell ist es gut das bei den meisten FIS Ski inzwischen zwei verschiedene Beläge genutzt werden - ein harter im Kantenbereich und ein weicher in der Mitte - damit die Abnutzung nicht ganz so ungleichmäßig passiert. Aber anch 15-20 Tagen Tagen ist trotzdem vorbei bei Kunstschnee - vor dem Service jetzt war bei mir überhaupt nichts mehr zu machen und der Ski zwar giftig aber nicht mehr griffig.

Hoffe mal auf bessere Jahre wo man dank mehr Naturschnee nicht dauernd den Belag abschleifen muss.
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