Um Mal wieder auf den Kern der Diskussion zurückzukommen:
Sulz ist nicht gleich Sulz und steht prinzipiell einer guten Präparierung nicht im Wege.
Hierzu ist es jedoch notwendig, dass unter dem Sulz noch ein kompakter und fester Pistenkörper vorhanden ist, auf welchem die Maschine steigen kann. Als Skifahrer dies zu erkennen, ist nur teilweise möglich, weil hier auch gut 30cm Sulz darüber liegen können. Dann kann auch getrost diskutiert werden, wie viel Arbeit man in ein gutes Ergebnis steckt. Die Südtiroler können dies bekanntlich mit dieser Art von Sulz relativ gut.
In dem Fall reichen auch Strahlungsnächte aus, um eine kompakte Piste zu erzeugen
Wenn der Sulz jedoch so tief (>50cm) ist, dass die Maschine bis zum Rahmen einsinkt, ist in der Regel (außer auf hellblauen Pisten) mit keinem perfekten Ergebnis mehr zu rechnen.
Solcher Sulz entsteht übrigens, wenn im Frühjahr ganztags die Sonne raufballert, es mehrere Nächte nicht mehr ordentlich reinfriert oder mal ordentlich reinregnet. Wenn's dann mal soweit ist, helfen auch keine Strahlungsnächte mehr, um es bis nach unten wieder kompakt zu bekommen (es friert nur noch oberflächlich). Da braucht es dann mal wieder 2-3 Nächte ordentlich Frost.
Die Bilder über welche neuerlich rege diskutiert wurde, betreffen übrigens ausnahmslos solchen tiefen Sulz. Kann man ganz gut erkennen:
in der Regel wird von außen nach Innen präpariert. um den Schnee wieder in die Mitte zu bekommen. Nun ist es aber so, dass in der Mitte dann je nach Ausgefahrenheit der Piste 50-100cm loser Sulz eingeschoben werden.
Man kann erkennen, dass der Kollege auf der mittleren Spur auf 5 Anläufen versucht hat ein besseres Ergebnis zu erzielen. Fehlenden Einsatz kann man hier zumindest nicht unterstellen. Wird in dem Fall halt einfach nix mehr
Dies zeigt sich hier ganz gut. Der Untergrund ist einfach so weich, dass es den Sulz links und rechts von der Fräse rausdrückt.
Man kann dann noch mit dem Anpressdruck experimentieren, das führt dann aber dazu, dass die Kettenspuren evtl nicht mehr verdeckt werden.
Das führt zu diesem Bild:
Der Schnee ist so bindungslos, dass er nur noch "geschmiert" werden kann. Im Steilen ist es dann meist so, dass sich Nassschneelawinen lösen:
Ohne Winde hat man dann keine Chance mehr. Das führt dann zum Teil soweit, dass die Solo-Maschine selbst auf roten Pisten keine Chance mehr hat und sich einwühlt.
Somit müssen die Windenmaschinen zusätzliche Pistenabschnitte präparieren. Die Zeit ist jedoch endlich und dann kann man schon garnicht auf den für die Maschine geplanten Abschnitten noch mehr Zeit investieren.
Die Kunst dabei ist also eigentlich, den kompakten Pistenkörper so lang als nur möglich zu erhalten. Jede zusätzliche Fahrspur macht den Untergrund nur noch weicher.
Wir vertreten deshalb die Meinung, dass bei solchen Bedingungen Weniger oft Mehr ist. Das entsprechende Ergebnis muss man dann einfach hinnehmen.
So sieht es übrigens aus, wenn am Morgen die harte Piste befahren wird: Knollenbildung.
Ist mir in Ischgl schon öfter aufgefallen aber vermutlich ist es an manchen Punkten im Gebiet nicht möglich, das Personal anders an die Einsatzorte zu bringen.
Wie gesagt ist das sehr vielschichtig und wäre bei weitem noch nicht zu Ende erzählt. Am besten mal die Bergbahnen anschreiben und bei solchem Schnee um eine Mitfahrt bitten.