Greift also ggf. einen Pistenplan
Wie kam's?
Ich muss zur Zeit hauptsächlich denken - und wo und wann denke ich am besten? Natürlich beim Skifahren, es gibt keinen schöneren Flowmoment, der den Kopf so frei macht
Somit nutze ich ein paar Tage und die Notwendigkeit, von Deutschland nach Frankreich zu kommen für einen kleinen Bahnroadtrip.
Nach dem Vorgeplänkel in den Waadtländer Alpen (viewtopic.php?t=2799) bin ich Sonntagabend im charmanten Champéry angekommen.
Das Hotel erweist sich als Glücksgriff, mein Zimmer unter dem Dach ist schön und das Spa hat zwar Badehosenpflicht aber immerhin eine 100° Sauna. Am Morgen verspricht der Blick aus dem Fenster einiges - also auf zum Frühstück und um 8:45 stehe ich in der Gondel nach Planachaux. Oben angekommen: was für eine Schneeschüssel - der Neuschnee vom Wochenende wirkte Wunder und die Bedingungen sind gut.
Ich fahre einmal Crosets und den herrlichen Carvinghang, dann Grand Conche und die sehr Rasse 15 zum Mosettes. Dann lasse ich mich Richtung Avoriaz treiben, brauche zum Weiterkommen nach einer schönen roten entlang des Cases Sessels den Brochaux und sehe zum ersten Mal den Ort. Ich mag das - konzentriert, fuß- respektive skiläufig und kompakt ohne Flächenfraß. War es bis hierher leer, wird es allerdings voller und das Niveau sinkt mit den gefühlt flacher werdenden Pisten... Es geht zum Grandes Combes, weiter zum Fornet, zurück nach Avoriaz und mit dem Lac-Intrets wieder hoch.
Von hier nehme ich die sehr schöne rote zum Prodains Express. Wieder in Avoriaz mit dem Tour hoch und da es zuzieht ziehe ich weiter Richtung Chatel.
Über Chaux Fleurie, Pré-au-Joux und Cornebois lande ich Plaine Dranse für eine kurze Kaffeepause bevor es mit dem Chaux de Roses hochgeht und mit dem Combes Richtung Tete de Linga. Ich fahre einmal hinab zum Linga und da mich die Neugierde und Abenteuerlust treibt, beschließe ich noch Torgon zu besuchen.
Dafür muss ich einmal über Gabelou und den Telespiele du Portes du Soleil ins Hauptgebiet drüben.
War bis dato der Schnee super zu fahren und meist pulvrig, wird's weicher und zu allem Überfluss recht flach. Über die Lifte Conches und Morclan lande ich in einer andere Welt.
Um nach Torgon zu kommen, benötige ich jetzt mehrere eher kurze Schlepper und Zwischenabfahrten (Onnaz, Chaux Longue, Contrebandiers). Nett und sehr verlassen hier!
Die Abfahrt nach Torgon ist leider etwas weich, aber mit Potenzial. Unten lande ich an einer klapprigen VonRoll 4KSB, nehme den Tour de Don und begebe mich auf eine Reise quasi auf die Seiser Alm
Unten kommt glücklicherweise gleich der Bus zur Gondel und dann sehe ich wieder die Dents du Midi direkt vor mir. Hier herrscht dann endgültig Frühling was die Schneebedingungen betrifft... Ich nehme den Bochasses und dann zwei lahme fixgeklemmte Sessel (Aiguille des Champeys und Pointe de l'Au) bis ich wieder das bereits vertraute Crosets erreicht. Noch eine Runde am Crosets, schnell hinab zum Marcheuson, und über den Grande Conche zum Ripaille Schlepper. Ich habe mir vorgenommen, zum Abschluss die 11 Grand Paradis zu fahren. Diese entpuppt sich als am Anfang schöne, aber leider mit schwerem Schnee gesegnete Abfahrt und dann geht's gefühlt kilometerweit ohne großes Gefälle aus dem Talgrund raus. Um 16:ß5 sitze ich im Shuttle nach Champéry zurück - es nieselt ganz leicht und ich bin durch da ich keine weitere Pause gemacht habe.
Fazit: echt schönes, weitläufiges und sehr abwechslungsreiches Skigebiet! Und für Mitte März echt super Bedingungen - aber da habe ich wahrscheinlich den Jackpot gezogen.
Für mich so ein bisschen "best of many worlds" - mal gemütlich, mal anspruchsvoll, mal Französisch abgeranzt, mal Schweizerisch organisiert.
Ich habe morgen noch bis 15:30 bevor ich zum Zug muss und werde mich einfach wieder treiben lassen. Und ich komme gern wieder
