Caddy en français März 2024 | Autour du tripoint (NEU: Arolla)

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Caddy en français März 2024 | Autour du tripoint (NEU: Arolla)

Beitrag von Skitobi »

Caddy en français März 2024 | Autour du tripoint 🇨🇭🇮🇹🇫🇷
Madrisa - Bardonecchia - La Grave - Col du Lautaret - Serre-Chevalier - Brévent-Flégère - Arolla

Endlich!

Ganze 4 Jahre nach der letzten Caddyreise sind Jannis und ich wieder unterwegs! Der Caddy ist gepackt und während letztes Mal eine Umrundung Tirols anstand, wagen wir uns jetzt etwas weiter weg: Das grobe Ziel heißt Wallis und Frankreich. Auch wenn diese Region als Reiseziel schon länger (seit ein paar Jahren eigentlich) so angedacht ist, spielt uns dieser Winter natürlich gut in die Karten. Gerade im Vergleich zum letzten Jahr sieht die Schneelage zumindest in der Höhe doch recht gut aus und von Italien drücken immer neue Schneebomben auf den Alpenhauptkamm zu.
Die wichtigste Eigenschaft dieser Reise ist wieder: spontan sein! Wir hatten eine grobe Liste von besuchenswerten Skigebieten, dazu kommen ein paar Skitouren. Entschieden wo es hin geht, wird dann von Tag zu Tag spontan nach Wetter, Bedingungen, Lust und Laune. Einfach hinfahren, übernachten und Ski fahren. Am Ende wurde es eine große "Schleife" um das Dreiländereck Schweiz/Italien/Frankreich, man könnte auch sagen um den Mont Blanc.
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Aber warum von Tirol bis nach Frankreich fahren, wenn man schon so viele Skigebiete vor der Nase hat? Abgesehen davon, dass es immer interessant ist, etwas neues zu sehen, ist Frankreich einfach anders! Es gibt nicht nur den höchsten Berg der Alpen, dem man in Chamonix sehr nahe kommen kann - auch wenn wir es leider nicht auf die Aguille du Midi geschafft haben. Auch andere Skigebiete haben viel hochalpines Gelände zu bieten, was für uns mittlerweile die wichtigste "Disziplin" beim Skifahren geworden ist. Gerade La Grave ist berühmt dafür, und die Erschließung mit 2 Gruppenumlaufbahnen und einem SL bis auf 3500m einmalig. Auch große Skigebiete haben ein anderes Flair in Frankreich. Sehr angenehm ist, dass die Skigebiete (noch?) nicht so krass auf Komfort, Exklusivität und (dynamische) Preisoptimierung getrimmt sind. Kaum eine Bahn hat Bubbles und es stehen auch noch interessante Liftoldtimer herum - generell sind ja auch Stangenschlepper ein geniales französisches Kuriosum. Und die stehen auch in der "Welsch-"Schweiz, in Arolla sogar einfach mal ausschließlich. In Italien hatten wir in Bardonecchia einen genialen Wald-Powdertag im perfekten Skigebiet dafür und am Col du Lautaret haben wir (leider die einzige) Skitour gemacht. Und auf der Hinfahrt machten wir noch Station in Graubünden.

Am Ende hatten wir wieder richtig viele gute Skitage in drei Ländern und dennoch - die Reise hätte noch viel länger gehen können.
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Freitag früh in Innsbruck - und hier wollen wir jetzt weg?
Wir hatten noch einiges zu erledigen, ich musste noch eine Shoppingtour in der Stadt einlegen. Meine Skitourenhose hatte ich nur ein paar Tage vorher grob aufgerissen und der örtliche Schneider wollte sich auch nicht mehr an der gut 10 Jahre alten Membran versuchen. Natürlich muss so was direkt vor einer großen Reise passieren, aber zum Glück gibt es ja in Innsbruck ausreichend viele Skitourensportfachgeschäfte. Noch dazu war auch meine Sonde zerstört worden und mein LVS machte mir bei Mehrfachverschüttung Sorgen - der Lawinenkurs war intensiv. Hilft nix, ist alles auch nicht jünger als die Hose - neues Zeug muss her. Skifahren ist teuer...

Auch Jannis hatte noch einiges zu erledigen und zu packen. So kommen wir erst am Nachmittag los, Skifahren war ja eh nicht mehr drin an dem Tag. Und allzu weit fahren auch nicht, die Grundidee der Reise war eigentlich, sich durch die Schweiz nach Frankreich "durchzuarbeiten", bis die Reise um ist, und dann wieder nach Hause zu fahren. Demnach hatten wir für den ersten Tag ein Ziel in Graubünden angedacht.

Also fuhren wir erstmal in Richtung Chur, um die erste Nacht im Caddy da zu verbringen, wo wir bei der Tour vor 4 Jahren die letzte Übernachtung im Auto hatten. Danach sind wir damals noch auf die Lindauer Hütte, wo ich jetzt nur 3 Tage davor auch wieder war. Sachen gibts ;)
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Am morgen herrscht blauer Himmel - aber nicht nur: Ein krasser Föhnsturm zieht über die Alpen. Das durchkreuzt unsere Skigebietswahl - gerne wären wir an dem Tag nach Savognin gegangen, das mit (in dieser Saison mal vorhandenem) Naturschnee und vielen nur mit Schleppliften erreichbaren Bereichen schon nach einem ziemlich coolen Skigebiet ausschaut. Davon wurde uns bei Föhn aber von den schweizer Experten hier im Forum abgeraten. Als föhnsicher schlug hitparade schließlich die Madrisa vor, wo er an dem Tag zufällig auch unterwegs war.

Die Berichte zu den einzelnen Tagen werde ich jetzt nach und nach schreiben, mal schauen wie lange es dauert... letztes mal war die Fertigstellung im September 8-)
Ich wünsche jedenfalls jetzt schon viel Spaß beim Lesen!

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Re: Caddy en français März 2024 | Autour du tripoint

Beitrag von Skitobi »

🇨🇭Madrisa SA 09.03.2024 | Bündnerföhn
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Die Madrisa als Skigebiet sagte mir bis dahin nichts. Da ich noch überhaupt nicht in der Davoser Ecke Skifahren war, hatte ich natürlich eher das Hauptgebiet Parsenn auf dem Schirm, aber auch dort waren durch den Föhn Einschränkungen zu erwarten. Die Madrisa liegt direkt in Klosters und wird eher als Familienskigebiet beworben. Der Pistenplan konnte aber durchaus überzeugen: Außer dem stark vergrößert eingezeichneten Kinderland gibt es eine sehr lange 6KSB mit wirklich vielen Abfahrtsvarianten, darunter auch schwarze Pisten. Zwei Pisten führen auch in eine eigene abgelegene Geländekammer, aus der man mit einer DSB wieder zurück kommt. Und als Krönung gibt es einen ordentlichen Gipfel-SL mit Abfahrt und Zugang zu einer weiteren riesigen Geländekammer mit einer Skiroute. Da kann man schon mal hin fahren!
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Da wir am Morgen noch einkaufen mussten ("oops morgen ist ja Sonntag...") waren wir wohl zur besten Familienzeit an der Talstation. Zubringer ist eine nicht besonders kapazitätsstarke 4EUB, die Schlange ließ sich aber relativ leicht umgehen, indem wir noch zur Kasse mussten, die einen eigenen Eingang hat 8-) Der Skipass war der Teuerste der gesamten Reise mit 69CHF für dieses kleine Skigebiet. Und das ist in Graubünden noch relativ "günstig"...
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An der Bergstation treffen wir uns gleich mit hitparade, dessen Tochter am Vormittag im Skikurs ist. An der 6KSB war eine kurze Schlange, aber auf den Pisten verteilt es sich extrem gut. So soll es sein!
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Erstmal eine Runde auf der roten direkten Piste. Perfektes Skigelände mit kleinen Kanten in den Pisten, sehr wenig Pistenmodellierung, nicht mal Schneeerzeuger sieht man hier - die sind aber wahrscheinlich schon weggeräumt? Das einzige Manko: Insgesamt ist es im Skigebiet doch etwas flacher als wir es vom Pistenplan dachten.
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Dann geht es zum Gipfel-SL Madrisa, auch der leider nicht allzu steil
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Ein Kurvenlift mit ein bisschen Gelände, leider war das durch die Südhanglage aber recht bruchharschig
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Vom Föhn merkte man nicht viel, hier zog es mal etwas über den Buckel, aber für die Lifte war es kein Problem. In Savognin und Parsenn waren aber tatsächlich die Lifte im oberen Stockwerk geschlossen. Madrisa war ein guter Tipp!
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Am Liftausstieg mit hitparade+Panorama
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und mit Jannis
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der Hang da zwischen den Stützen sieht doch ganz nett aus, und er ist nordseitig...
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Aber erstmal die schöne Piste durch die Geländekammer zur DSB runter. An deren Bergstation verabschiedeten wir uns dann schon von hitparade, der seine Tochter abholen musste. Schön, dich kennengelernt zu haben!
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Danach widmeten wir uns zu zweit einem neuen Auftrag...
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Der Vorteil von einem "Familienskigebiet" ist klar: Wenig Konkurrenz :D
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Da lässt sich schon was holen
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Alles was irgendwie nordseitig ausgerichtet war, ließ sich auch gut fahren.
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Grundsätzlich ist die Madrisa halt leider ein Südhang.
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Zwischendurch auch ein paar Fahrten auf der schwarzen Piste, die auch am Nachmittag immernoch top zu fahren war. Im unteren Teil gab es sogar einen Absprung am Pistenrand, um in den Steilhang zum Lift hin zu springen...
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Habe ich schonmal die Ästhetik von Schlepplift-Bergstationen erwähnt?
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Wenn man von hier oben in nördliche Richtung abfährt, kommt man in den bekannten Skitouren-Ausgangsort St. Antönien, Rückfahrt wäre dann mit dem Postauto möglich. Auch eine coole Option.
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Wir fahren aber die offizielle Skiroute Chüacalanda-Rätschenjoch. "En français" ist hier natürlich nichts, dafür sehr schweizerisch und ganz schön tierisch - die beiden Sesselbahnen heißen immerhin Schaffürggli und Zügenhüttli.
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Wirklich eine schöne große Geländekammer und hier kann man sogar halbwegs im Nordsektor fahren
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Das Thema Gleitschnee ist diesen Winter allgegenwärtig
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Nach einem Kampf durch Bruchharsch im unteren Teil des Hanges geht es dann flach hinaus
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Im Bereich des stillgelegten SL Glatteggen kommt man wieder auf die Piste
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Das Licht wird immer diffuser
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Zeit für die Talabfahrt, die schwarz markiert ist. Oben geht es steil durch den Wald, dann kommt ein Skiwegabschnitt mit einigen Kehren
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Und unten geht es dann schön am Bach entlang.

Das war ein gelungener Auftakt für die Reise!

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Re: Caddy en français März 2024 | Autour du tripoint

Beitrag von DiggaTwigga »

Vielen Dank für den tollen Auftaktbericht von der Madrisa! Da hattet ihr ja den perfekten Local Guide :-)
Mir hat das Skigebiet auch sehr gut gefallen. Preislich ist es übrigens gegenüber in AT in Gargellen auch nicht günstiger, was mich wiederum überrascht hatte.
Schneeerzeuger werden häufig in der Schweiz nach der Grundbeschneiung wieder eingelagert. So habe ich es zu mindestens beobachtet.
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Re: Caddy en français März 2024 | Autour du tripoint

Beitrag von Skitobi »

🇮🇹Bardonecchia-Melezet SO 10.03.2024 | Nel bosco di neve

Der Auftakt an der Madrisa war gelungen, aber wie geht es jetzt weiter? Erstmal aus dem Tal raus in Richtung Landquart, aber bald halten wir erstmal an, um diese Frage zu klären. Die ursprüngliche Idee war ja, jetzt entspannt weiter durch die Schweiz in Richtung Frankreich zu fahren. Die Wetterlage ist aber doch recht spannend, sodass man da noch etwas tiefer darüber nachdenken sollte...

Wir machen erstmal einen Kaffee und ich buche auf meiner schweizer Sunrise-Prepaid-Karte den unbegrenzten Internet-Tagestarif. Als ich die SIM 2021 besorgt habe, waren die 100MB/Tag noch eine ordentliche Menge Internet (zuvor hatte ich in der Scheiz auch noch gar keines) - mittlerweile erscheint das einfach lächerlich wenig. So, jetzt wird recherchiert!

Der Föhn nördlich des Hauptkamms bedeutet im Süden starken Schneefall, aber richtig! Da konnte man in einigen Regionen (für Italien nicht das einzige mal in diesem Winter) wirklich Meter als Einheit zur Neuschneemenge hernehmen. Das könnte man doch irgendwie nutzen und Powder statt Föhn haben, denn für geschlossene Lifte und harten, verwehten Schnee sind wir ja nicht unterwegs.
Aber wohin genau? Das Aostatal säuft wohl komplett ab im Schnee. Wär schon eine Idee, dann müssten wir halt danach für den Weg ins Französische durch einen der teuren Tunnel. Aber die Lawinengefahr ist bei so viel Schnee eben auch ein Faktor, Skigebietsöffnung überhaupt fraglich, bei LWS 4 muss man eben doch ein bisschen schauen wo dann noch was geht. Macugnagna wäre auch ein tolles Ziel - aber auch sehr abseits der Strecke und bei der Lawinengefahr einfach nicht passend...

Um ohne einen teuren Tunnel (die alle ca. 50€ kosten) über den Hauptkamm der Westalpen zu kommen, gibt es südwestlich des Simplon erst wieder auf Höhe Turin eine Chance. Nicht der Fréjus, sondern kurz vorher bei Oulx über den Col de Montgenèvre, ein Pass ohne Wintersperre. Auf der französischen Seite liegt dann Briançon... Und damit das Skigebiet Serre-Chevalier - und gleich dahinter La Grave, Les Deux Alpes, Alpe d'Huez... also direkt das südliche "Zentrum" unserer Exkursion. Die ursprüngliche Planung war, am Ende der Reise über diesen Weg durch Italien wieder nach Innsbruck zu fahren.

Auf italienischer Seite gibt es da kurz vor dem Alpenhauptkamm noch so ein Skigebiet, was mir aus alten Starli-Berichten in Erinnerung geblieben ist: Bardonecchia! Ein Skigebiet mit viel Wald und überwiegend Schleppliften - das ist doch genau das, was wir für den Sonntag bei hoher Lawinengefahr brauchen können. Ab Montag war dann auch eine Wetterbesserung angekündigt, mit dem Neuschnee wäre es dann erstmal vorbei. Wenn wir also La Grave mit Powder erleben wollen, müssten wir uns langsam in Position bringen...

Langsam konkretisiert sich die Idee also: Wir drehen alles um! Morgen Bardonecchia und dann - je nach Wetter - ab nach Frankreich!

Der Nachteil ist nur: Das wird jetzt anstrengend. Wir sind ja gerade noch tief in Graubünden - von Klosters nach Bardonecchia ist es doch eine gewaltige Strecke. Aber was solls, der Abend ist noch lang - und solange man nicht (random Beispiel) vom Kleinwalsertal übers Aosta in die Dolomiten fährt hat man ja auch nicht komplett die Kontrolle über sein Leben verloren ;)
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Der Weg liegt jetzt vor uns. An Chur vorbei über den San Bernardino, durch das Tessin, vorbei an Mailand und Turin und das Val di Susa hinauf. 486km mit 5,5h Fahrzeit. Mal schauen wie weit wir heute noch kommen, irgendwo werden wir natürlich die Übernachtungspause einlegen.
Nach dem Passieren des Bernardino-Tunnels und der doch vorhandenen Steilstufe bei Mesocco mit Kehren, die bei Schneefall interessant werden könnten, kam langsam auch der Hunger. Um in Italien nach einer Pizzeria zu suchen, würde es wohl zu spät werden, da müssen wir wohl in der Schweiz essen. In Grono finden wir eine Pizzeria, die tatsächlich auch gute Pizza macht - Italien ist ja doch nicht so weit weg. Im Vergleich zum Bündnerland am Morgen fühlt man sich hier echt schon in einer anderen Welt, natürlich wird hier lautstark italienisch gesprochen und es läuft Fußball im (italienisch-schweizer) Fernsehen. Wir sind ja auch schon 2h unterwegs und haben bereits den Alpenhauptkamm überquert - und auch (laut dieser Karte) schon drei Sprachgrenzen. Was wir aber noch nicht überquert haben, ist tatsächlich eine Kantonsgrenze - denn die fast bis Bellinzona reichende Region Moesa gehört immernoch zu Graubünden. Einfach spannend dieser Kanton!

Die Grenze nach Italien überqueren wir schon bei Mendrisio, um bei Malnate auf die Tangenziale Sud di Varese zu kommen. Auf diesem 4km langen Stückchen Autobahn wird man gleich zur Begrüßung von einem "interessanten" italienischen Mautsystem überrascht. Im Gegensatz zu fast allen anderen Autobahnen in Italien gibt es keine Mautstationen, sondern es werden im "sistema free flow" alle Kennzeichen in voller Fahrtgeschwindigkeit erfasst. Dazu stehen ein paar Schilder an der Straße dass man innerhalb von 15 Tagen online auf "pedemontana.com" die Mautgebühr zu zahlen hat - sonst wirds wohl teuer. Okay in Ordnung, machen wir. Natürlich ist dafür wieder ein Anmeldeprozess nötig, Kennzeichen eingeben, Kreditkarte eingeben... und das ganze für den unglaublichen Betrag von 1,09€. Che spettacolo.
Auf der direkt weiterführenden A8 gibt es dann noch ein für Italien untypisches Mautsystem, aber natürlich ein Anderes - das "sistema aperto". Ein fixer Betrag, der an einer Mautstelle zu entrichten ist, die sich halt irgendwo auf der Strecke befindet (da wo sie eben historisch gewachsen ist). Wer eine Teilstrecke fährt, die nicht durch die Mautstelle führt, zahlt nix, wer durchfährt, zahlt voll. Im Kontrast zur "pedemontana" haben wir aber nicht mal die Möglichkeit ohne anzuhalten durchzufahren - dafür müsste man sich eine "Telepass"-Box ins Auto hängen und zahlt dafür eine monatliche Gebühr, bekommt dann aber nicht mal Rabatt an der Mautstelle.
Das free-flow wär ja eine coole Sache, wenn es in ganz Italien an jeder Mautstelle funktionieren würde - einmal anmelden und überall automatisch die Maut zahlen. Nur für die paar km ist es halt Mist. Aber das Mautsystem war halt schon immer so, dann braucht man es wohl nicht ändern...

Nach 11 km Fahrtstrecke kommt also bei Gallarate diese massive zu 18 Spuren aufgefächerte Mautstelle mit Mautkassierern und allem was dazu gehört. Wir fahren durch und direkt danach kommt der Abzweig nach Westen zur "A8/A26" über Sesto Calede - sollte zumindest. Irgendwie verpassen wir den aber, und ich sehe erst später auf der Karte, dass wir schon vor der Mautstelle in die Ausfahrt fahren hätten müssen, dann über einen Bypass an der Mautstelle vorbei in die Verzweigung. Wir können aber direkt rausfahren und in die Richtige Richtung durch die Verzweigung. Nur die Maut haben wir ganz umsonst gezahlt. Schon ärgerlich - das waren ganze 0,80€!
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Barriera di Gallarate - Wie viel Aufwand braucht es für 80 Cent?

Während die A26 noch etwas kurviger ist, geht es auf der A4 immer nur geradeaus durch den nächtlichen Regen. Irgendwann siegt die Müdigkeit und ein Stück vor Turin suchen wir uns einen Schlafplatz.
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Irgendwo in Bella Italia - Buongiorno. Es regnet immernoch. Da hilft nur der gute Espresso um 1,20€ im Autogrill. Dann geht es auf den restlichen Teil der Fahrt.
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Um Turin tauchen nicht nur wieder random Mautstellen auf der Strecke auf, sondern auch die ersten Berge. Und eigentlich freut uns der Regen ja auch...
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Denn natürlich wird er in der Höhe zu Schnee. Viel Schnee!
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Zum Glück haben wir uns nicht auf der Autobahn verfahren (das wäre an der Stelle besonders ärgerlich) sondern nur im Ort, dafür fahren wir dann durch diese schöne Schnee-Allee in Richtung Skigebiet. Der Parkplatz ist am Rand des Ortsteils "Les Arnauds" - nicht nur im Aosta, auch hier gibt es eine französische Vergangenheit.
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Einiges los hier, das hätte ich gar nicht so erwartet für ein Skigebiet "am Ende der Welt". Den Skipass (46€) gibt es natürlich nicht direkt an der 4KSB neben dem Parkplatz, sondern man muss erst zu diesem Restaurant hochstapfen.
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Ein bisschen was hat sich hier doch geändert in den letzten Jahren. Die "obere Etage" im Skigebiet wurde ursprünglich vor allem mit Schleppliften erschlossen, einer davon mit einer DSB gedoppelt. Dieses Doppel wurde 2019 mit einer 4KSB ersetzt und neben dran der steile Waldtrassen-SL Bosco mit einer DSB ersetzt. Wär kein Problem, schade war nur, dass die 3 höchsten SL im Skigebiet (Clos, Seba und Vallon Cros) alle nicht in Betrieb waren.
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Erstmal gehts mit der 4KSB Smith 4 hinauf - hier unten war der Schnee noch recht nass
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Deshalb gleich weiter rauf mit dem SL
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Langsam wird der Schnee richtig fluffig
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Und ab in den Zauberwald. Auf der ersten Runde ist noch genug Neuschnee auf der Piste, um dort ordentlich durch zu hacken...
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Und dann gleich wieder rauf. Hier über den Schnee hinauf zu "fliegen" ist schon ein Erlebnis für sich. Der Neuschnee schluckt den Schall und es herrscht eine super ruhige Athmosphäre.
Ein bisschen erinnert mich das hier auch an den Simmelsberg: ein lichter Wald mit schnellem, steilen Leitner-Lift.
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Hinten im Nebel wäre das zweite Skigebiet von Bardonecchia am Jafferau - ist sogar im Skipass mit drin. Ist aber viel offener oben raus, für die Verhältnisse sind wir hier schon richtig.
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Die Piste wird langsam zerfahrener...
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Das Highlight ist hier aber natürlich Tree-Skiing
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Wir treffen auf den SL Clos, der ähnlich lang wie der Colomion ist. Warum läuft er nicht? Keine Ahnung.
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Dafür ist hier natürlich weniger los.
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schönes Wolken-Wechselspiel
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Die DSB Les Arnauds unterhalb ist auch geschlossen, hier könnte man evtl noch auf Schneemangel vermuten
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Bevor man vergisst, dass man in Italien ist, gibt es hier an der 4KSB Melezet auch eine Ecke mit der typischen Lanzenarmada hinter ausreichend Fangzäunen
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Schonmal von den vor sich hin rottenden Olympia-Sportstätten von Torino 2006 gehört? Hier neben dem Lift ist die olympische Halfpipe. Obwohl wahrscheinlich klar war, dass man die Anlage nicht oft braucht, wurde das Flutlicht offensichtlich nicht demontierbar errichtet - die Lecher waren da schon schlauer. Aber bald ist ja wieder Olympia in Italien grad in der Nachbarstadt von Turin, da kann man die Anlagen ja wieder... achso das wird natürlich in der Nähe von Mailand neu... Cortina. ahja.
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Weiter mit der neuen KSB von 2019
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Beim Queren bricht der Schnee unterhalb von Jannis sofort weg. Der 4er ist wohl berechtigt.
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Belohnt werden wir mit einem schönen offeneren Hang
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Auch der ebenfalls lange SL Seba ist leider geschlossen
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Dann noch eine Runde KSB
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Und langsam kommt sogar die Sonne raus
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Kommen wir zur DSB Bosco, rechts davon sieht man noch die schmale Scheise vom alten Schlepplift
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Die DSB geht etwas weiter rauf als der Vorgänger, der SL Vallon Cros zum höchsten Punkt im Skigebiet (2400m) ist aber leider auch geschlossen. In diesem Fall liegt es wahrscheinlich an der Lawinengefahr.
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Wir finden immernoch frischen Schnee
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Und unter der DSB auch ein paar Cliffs
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Was für ein schöner Spielplatz!
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In der Sonne sieht man auch, wie der Wind im Hang rechts gewütet und Rillen im Schnee hinterlassen hat
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Die DSB ist von Graffer, den Hersteller gab es aber zum Baujahr 2020 gar nicht mehr. Da die ex-DSB Selletta die gleichen Stationen hatte, dürfte die wohl direkt im Skigebiet wieder aufgestellt worden sein.
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Die Pisten sind dank dem Neuschnee natürlich schon lange "durch" und das Skigebiet hat sich schnell geleert. Aber das Gelände ist hier einfach perfekt für einen solchen Tag.
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Leider geht der Tag schon dem Ende zu...
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Für den Rückweg schlagen wir uns durch den Wald von der 4KSB zur Bergstation SL Clos, um dort noch möglichst frische Hänge zu bekommen
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Jetzt nur nicht ins falsche Tal abfahren...
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Am Ausstieg angekommen
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Und weiter gehts! Der Plan geht gut auf, auch wenn wir nicht die ersten mit dieser Idee waren.
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Noch ein bisschen durch den Wald fetzen, ein bisschen in der Schlepptrasse... Ach ist das schön hier
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Zum Schluss dann noch die beschneite Talabfahrt zum Parkplatz, die sogar überraschend schön zu fahren war.
Die Skigebietswahl ist wirklich perfekt aufgegangen! Schade war es natürlich, dass gleich drei Schlepper geschlossen waren, so verliert das Skigebiet etwas den Charakter von "ein Haufen Schlepplifte im Wald". Für das Skifahren selbst war das aber gar kein Problem, viel schöner Wald, sogar mit Cliffs an der DSB. Der Schnee war perfekt, die Sonne kam auch noch raus, ein rundum gelungener Tag.

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Re: Caddy en français März 2024 | Autour du tripoint

Beitrag von Skitobi »

🇫🇷La Grave MO 11.03.2024 | Bienvenue en France!

Den Skitag in Bardonecchia lassen wir an der Bar an der Talstation ausklingen, vor dem lauten Après-Ski fliehen wir dabei auf die Terrasse... und besprechen mal, wie es weiter gehen könnte. Relativ klar ist mal, dass wir uns auf den Weg nach Frankreich machen. Dann wirklich gleich La Grave oder erstmal nach Serre-Chevalier? Der Neuschnee ist jetzt da, das Wetter soll auch recht gut werden, aber die Lawinengefahr ist noch echt ein Faktor. Nach weiterer Recherche dürfte die Lawinenstufe wohl auf 3 sinken. Morgen La Grave bei Neuschnee, dieses geniale Skidorf mit den zwei ikonischen Gruppenbahnen und NUR Gelände - es fühlt sich noch nicht so real an - aber das wird für uns beide unser erstes französisches Skigebiet ever!
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Zuerst wollten wir aber doch noch genießen, dass wir noch in Italien sind. Kulinarisch kann man in Italien wenig falsch machen, für Frankreich müssten wir das erst noch herausfinden... Talauswärts von Bardonecchia fanden wir im Wald neben dem Ort Beaulard ein gutes Restaurant, das sich auf regionale (Wild)-Gerichte spezialisiert hat.
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Und dann geht es auf die heutige Fahrtstrecke. Es sind "nur" 80km, dafür aber zwei Pässe zu bewältigen. Zuerst ein Stückchen (gratis-) Autobahn inkl. dem Umfahrungstunnel von Oulx, dann entlang des Skigebietes Via Lattea, das sich von hier bis über die Grenze nach Frankreich erstreckt. Der Ort Clavière ist schnell erreicht und nach dem Umfahrungstunnel sind wir plötzlich in Frankreich! Damit ist der Col de Montgenèvre schon überquert und es geht runter nach Briançon. Interessanter war dann tatsächlich der Col du Lautaret, der mit 2050m auch ein Stück weiter hinauf geht. Der fühlte sich um einiges abgelegener an und hier tauchten auch ein paar Schneewehen plötzlich in der Dunkelheit auf der Fahrbahn auf.
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Angekommen - dieser Tunnel ist das "Eingangstor" nach La Grave.
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Sofort konnten wir eine sehr coole Seite von Frankreich und insbesondere La Grave kennenlernen: Während in der Schweiz einschlägige Apps eher ein Sammelsurium von Verboten präsentieren, kann man in Frankreich schon grundsätzlich viel entspannter über Nacht parken. In La Grave war da sogar direkt der schön gelegene Skigebietsparkplatz in der App verzeichnet, was auch von einigen Campern genutzt wird. Man kann immer nur hoffen, dass solche Möglichkeiten nicht wie sonst so oft entweder durch Überregulierungswut, Begehren aus dem Tourismus oder eben leider wegen rücksichtslosen Campern zerstört werden. Und siehe da - wenn man jetzt im September 2024 in die App rein schaut, berichten die Leute von brandneuen Camping-Verbotsschildern am Parkplatz :(
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Der Blick aus dem Bett fällt auf die leuchtende Talstation

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Was erwartet uns? La Grave ist klassisches Freeride-Skigebiet. Aber nicht etwa so wie der Arlberg mit einem Haufen verstreuter Lifte in mittlerer Höhenlage, wo man zwischen den Pisten eh ganz nettes Gelände hat. Nein, hier geht es etwas puristischer zu:
2 Kult-Gruppenumlaufbahnen ohne jegliche Pisten oder kontrollierte Skirouten, 1 Gletscher-SL dessen Piste so relevant ist, dass sie am Nachmittag noch 50% unbefahrene Bereiche aufweist, 2000m Höhenunterschied von 1500 auf 3500 - und das alles auf einem riesigen Nordhang.
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Guten Morgen! Während wir noch unser Frühstück beenden, stehen die ersten Freerider schon lange vor Betriebsstart an der Seilbahn. Es ist der klassische Bluebird Powder Day, gestern war die Bahn noch wegen Lawinengefahr gesperrt - so ein Glück muss man erstmal haben!
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Und da fahren die schönen Gondeln in Richtung "La Meije" - der dem Skigebiet namensgebende Berg ist links im Bild
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Richtig angenehm fand ich hier den pro-aktiven Umgang mit den alpinen Gefahren. Anstatt der Grundhaltung "wer sich nicht auskennt, soll sich halt einen Bergführer nehmen" gibt es hier an der "Chalet des patrouilleurs" die Möglichkeit für Jeden, sich einfach mit den lokalen Guides über seine Pläne auszutauschen.
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Und dann erläuterte einer der Patroullieurs den Wartenden kurz vor Betriebsbeginn den aktuellen Lawinenlagebericht auf französisch und englisch. Den sollte zwar hoffentlich jeder in der Schlange bis da hin schon gelesen haben, aber so geht es vielleicht in der hier spürbaren Euphorie vor dem Powdertag ein bisschen weniger unter. Das ist echter Service!
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Steck-Skipässe - auch lange nicht mehr gehabt. Leider öffnete die Kasse nur kurz vor der Seilbahn, wir können also erst jetzt in die Seilbahnschlange wechseln.
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Die Kabinen wurden vor ein paar Jahren gegen Neue ausgetauscht - zum Glück, denn auch die Schließung des Gebietes stand in dieser Zeit zur Debatte. Die Kabinenfarben wurden bewusst beibehalten und auch sonst wurde hier nicht viel verändert - das will ja auch keiner.
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Die Kabinen sind voll, wer jetzt am Zwischeneinstieg steht, muss warten. Aber die Atmosphäre ist super entspannt, sogar bei den Wartenden - immerhin konnten sie gerade ihre first Lines in den Hang setzen
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Auch die Mittelstation kommt so rustikal rüber wie es sich für diesen Ort gehört - original deutsche Technik von Pohlig-Heckel-Bleichert aus dem Jahr 1976
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In der 2. Sektion glitzert uns der Schnee an
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Schattenspiele

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Oben angekommen! Die coole Cabane "La Cabine" mit dem Logo in den Farben der Kabinen besuchten wir später auch noch
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Ab hier: freies Gelände - und gigantische Aussicht

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viel zu schön diese Bahn
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...
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Aber jetzt gehts ans Skifahren. Powder? Das ist noch steigerungsfähig...
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Muss man nur ein bisschen queren
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Dann geht da schon mehr
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Oder hier?
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blau+weiß
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Unten raus fährt man durch den schönen Wald
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bis man den Zwischeneinstieg am Pylone 1 erblickt
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Eingestiegen wird hier wirklich mitten auf der Stütze
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Die Schlange ist nicht mal allzu lange und die Kabinen kommen jetzt auch leerer von unten. Es braucht dennoch alles seine Zeit: für die Abfahrt haben wir eine gute halbe Stunde gebraucht -
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bis wir wieder oben sind braucht es noch eine 3/4 Stunde. La Grave lädt zum Genießen ein, nicht zu schnellen Runden.
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Dafür gehen wir die nächste Abfahrt etwas technischer an
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Ist da noch Powder?
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Ja.
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hier sowieso
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Jump!
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Nein, das sind wir nicht gefahren (andere schon)
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Und es geht wieder hinauf
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Der Nachteil von einem Freeride-Skigebiet: Alle Leute fahren im Gelände. Die offensichtlichen Linien sind natürlich bald mal eingespurt.
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Dieses Mal wollen wir ganz rauf zum Gletscher. Früher ging das mit diesem Téléski des Trifides, den es jetzt nicht mehr gibt - aber trotzdem läuft der Antrieb. Ohne Gehänge am Seil. Was ist da los?
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Früher war der SL Trifides hier mit dem heute noch bestehenden Gletscher-SL Girose verknüpft, ein durchgehendes Seil bediente beide Lifte. Nach einem Felssturz wurde der SL Trifides nicht mehr aufgebaut, stattdessen läuft auf dessen Trasse jetzt nur noch ein leeres Seil, das den SL Girose antreibt. Eine Dokumentation der ursprünglichen Konstruktion gibt es hier bei remontées-méchaniques
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Als Ersatz für den Lift fährt jetzt ein Pistenraupenshuttle
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Zur schwebend aufgehängten Talstation des Gletscherlifts
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Falls jemandem der Tiefschnee zu langweilig ist, kann er hier auf den schmalen, aber immernoch frisch präparierten Pistenstreifen fahren
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Der Lift ging auch schonmal weiter hoch, das liegt wohl am Gletscherschwund
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Höchster Punkt auf knapp 3500m
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Und ab in die nächste Runde
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Eine gute Routenplanung und Orientierung ist in La Grave Pflicht - ansonsten landet man viel schneller in buchstäblich ausweglosen Situationen als einem lieb sein kann.
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Oberhalb dieser Klippen zu stehen wäre beispielsweise ärgerlich, aber unterhalb des Gletschers gibt es da noch weit ungutere Situationen um zu stranden
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Das hier war dagegen gar nicht ausweglos, sondern ein nettes kleines Canyon
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Im Sommer ist hier ein See
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Danach sucht man sich wieder seinen Weg
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Bis der Wald wieder kommt und die P1-Station
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Anschließend konnten wir in der "Cabine" an der Bergstation das erste Mal französisch essen gehen. Das "Tartiflette" - ein Auflauf, der im Wesentlichen aus Käse besteht, war die optimale Mahlzeit für diesen Tag
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Vor der Hütte fanden wir dann den Traum von jedem Skifahrer in La Grave vor: frische Rillen!
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Der Verursacher versteckt sich gerade hinter der Bergstation
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Die Station ist original 70er Jahre - zweckmäßig und doch mit einem gewissen Stil
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Nochmal in die Station geschaut
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Und dann geht es bei leider mittlerweile mäßigem Wetter auf die letzte Abfahrt
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Deshalb gehen wir es etwas ruhiger an
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Nochmal das Panorama genießen - soweit man es noch sieht
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Und dann dieses Mal auf die Abfahrt bis zur Talstation
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Gegenüber in La Grave liegt gar kein Schnee mehr, und auch hier reicht es nur gerade so um ins Tal zu kommen
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Wer findet die Kabinen?
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Und der Skitag endet mit dem schlammigen Pfad zur Talstation hinauf. Kein Aufzug, keine Rolltreppe - kein Luxus, nur Skifahren. Ein bisschen ist das ja das allgemeine Motto französischer Skigebiete, aber hier natürlich umso mehr, alles Andere würde die Coolness des Ortes auch nachhaltig zerstören. Die GUB schaffen 500 Personen/h nach oben, man stelle sich vor es wären mehrere Tausend - die Hänge wären noch viel schneller zerbombt als jetzt schon, was den sehr hohen Erwartungen an den Tag auch ein kleiner Dämpfer gesetzt hat. Trotzdem konnten wir noch absolut genug eigene Lines finden und die Bedingungen hätten auch kaum besser sein können, da kann man schon von einem Traumtag sprechen. Für einen Wiederholungsbesuch wäre dann vielleicht doch ein Guide eine gute Investition, um auch Lines fahren zu können, wo man wirklich Ortskenntnis (nicht nur von der Karte) braucht. Denn dann erweitert sich der Spielplatz La Grave noch um Einiges.

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Re: Caddy en français März 2024 | Autour du tripoint (NEU: La Grave)

Beitrag von Skitobi »

🇫🇷 Skitour Col du Lautaret DI 12.03.2024 | Autour du Gros Âne

Nach dem Skifahren in La Grave stand mal ausnahmsweise keine lange Fahrt an, so verbrachten wir den Abend etwas entspannter im Dorf. In einer Bar kamen wir mit der Kellnerin ins Gespräch und sie erzählte ein bisschen vom "La Grave"-Lifestyle. Der Ort zieht Leute aus aller Welt an, um dort für kürzer oder länger Zeit zu verbringen und es bildet sich eine tolle Community, die den ganzen Winter nur Skifahren im Kopf hat. Für Skitouren konnte sie uns den Col du Lautaret empfehlen, der Pass direkt östlich von La Grave. Wäre das was für morgen? Das Wetter ist nicht so besonders angesagt und die letzten Tage waren doch anstrengend, wir stressen uns mal nicht...
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... und genießen am Morgen erstmal das Frühstück mit Blick auf das Skigebiet.
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Die Leute stehen schon wieder an, heute mit noch auffällig mehr technischen Geräten an den Klettergurten. Jetzt gehts wohl an die speziellen Lines...
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Das Wetter schaut doch wieder viel besser aus als gedacht, also fahren wir zum Col und passieren nochmal das Dorf La Grave
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Frage an alle Geoguessr: Was hat mich an dieser Perspektive irritiert?
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Ein bisschen mehr Schnee als in La Grave hat es schon gebraucht für den Skitourenstart
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und den gibt es hier
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Südlich des Passes gibt es ganz grob zwei Möglichkeiten: Westlich dieses Hochtal mit abzweigenden steileren Karen
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Oder auf der Oststeite, was uns geländetechnisch besser gefällt

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Also geht es in diese Richtung - zuerst geradeaus unterhalb des Felskopfes "Le Gros Âne"
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Diesen Felsen haben wir dann im Laufe der Tour umrundet
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Noch ein Blick in die andere Richtung
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Im Bild: Der fette Esel (und Jannis)
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Einer der Gründe für unsere Routenentscheidung: Dieser Paradehang mit bisher genau einer Spur!
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Der Hang geradeaus ist noch komplett unberührt, das werden wir bald ändern
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Die Spuren gingen in einem Canyon nach links fast bis auf den Gipfel - ja, hier sind schon gute Leute unterwegs. Fast wie in Innsbruck ;)
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Der hier staubte einfach so an uns vorbei
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Und hinterließ einen dieser schönen tracks
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Der "fette Esel" von der Seite - ich weiß nicht aus welcher Perspektive man den erkennen soll
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Egal. Powder!

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Zuerst Jannis...
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...dann ich

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kann man so machen
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Vom Pass zweigt im Sommer noch eine höhere Passstraße ab - die Route du Galibier
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Das bin dann wohl ich
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im nächsten Aufstieg
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hin zur Sonne
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schrecklich verspurt, hier fahren wir natürlich nicht ab

Bild
stattdessen über das kleine Joch
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durch die nächste Schüssel
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Und der zweite Aufstieg ist auch geschafft. Abfellen!
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Und abfahren
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Ein paar Spuren mehr als am morgen sind schon im Hang, aber noch genug Platz
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zurück in die Sonne
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Bild
Damit ist die Umrundung der "gros Âne" vollendet
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Und wir gleiten noch gemütlich zum Pass
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Zurück an der Straße

Bild
Der Paraskier vergönnte mir leider keinen Start auf dem Bild
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Zu spät - die andere Perspektive wäre schon schöner gewesen
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Kalt ist es schnell geworden
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Aber im "La Ferme" bekommen wir leider kein Essen

Bild
Vielleicht betrachtet diese uns unbekannte Person gerade unsere Spuren - vielleicht auch nicht.
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Wir verlassen diesen schönen, wunderbar entspannten Ort
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Die Fahrt führt uns nach Briançon. Im Vergleich zu dieser super entspannten Skitour dürfte es morgen wieder um Einiges trubeliger werden.

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Re: Caddy en français März 2024 | Autour du tripoint (NEU: La Grave)

Beitrag von mafikS »

Danke für diese umfangreiche schoene Doku. Da ist man quasi mit aufgestiegen und hinuntergestaubt.
Grindelwald heute:
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Re: Caddy en français März 2024 | Autour du tripoint (NEU: Col du Lautaret)

Beitrag von snowplough(molotov) »

Mega!
Die ersten drei gelesen, den Rest heb ich mir auf, wie habt ihr das im Caddy mit trocknen gemacht?
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Re: Caddy en français März 2024 | Autour du tripoint (NEU: Col du Lautaret)

Beitrag von Skitobi »

snowplough(molotov) hat geschrieben: 11.10.2024, 20:37 Mega!
Die ersten drei gelesen, den Rest heb ich mir auf, wie habt ihr das im Caddy mit trocknen gemacht?
Danke!
Der Caddy hat mittlerweile eine Standheizung eingebaut, dadurch war das kein Problem :)
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Re: Caddy en français März 2024 | Autour du tripoint (NEU: Col du Lautaret)

Beitrag von seilreiter »

Danke viel viel mal für deine unglaublich ausführlichen Berichte. Vor allem der aus la Grave. Einer Region die ich nur aus dem Sommer kenne. Super toll geschrieben alles!
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Re: Caddy en français März 2024 | Autour du tripoint (NEU: Col du Lautaret)

Beitrag von Skitobi »

🇫🇷Serre-Chevalier MI 13.03.2024 | Le tour de Poma

In Briançon haben wir an Restaurants, die nicht völlig überteuert rüberkommen, nur ein italienisches Restaurant gefunden. Weil entweder ich oder der Kellner etwas falsch verstanden hat, hatte ich dann plötzlich irgendwelche fischige Nudeln auf dem Teller, obwohl mir eigentlich Fisch meistens nicht schmeckt... Aber war dann doch ganz gut essbar. In Italien klappt das ein bisschen besser mit dem Bestellen, obwohl ich französisch genauso 3 Jahre lang in der Schule hatte wie italienisch. Aber so 2-3 mal im Jahr schaffe ich es eigentlich immer in italienischsprachigen Regionen (nicht Südtirol!) - in Frankreich war ich zuletzt... Ja wenn denn? Mit der Schule in der 10. Klasse? Ich glaube schon...
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Wir stehen heute mal wieder früher auf, die Skigebietswahl für den Tag war da natürlich schon lange gefallen. Hauptsächlich hat es sich zwischen Les Deux Alpes und Serre Chevalier entschieden. L2A bietet ein Skigebiet, das gleich hoch geht wie La Grave, tatsächlich liegen die Bergstationen so nah beinander dass es mal ein Pistenraupen-Shuttle zwischen den Beiden gab. L2A bietet einiges an Platz zum Freeriden und ist sicher einen Besuch wert, als Bonus wäre noch der Jandri Express in seiner letzten Saison zu besuchen gewesen. Serre-Chavalier ist dagegen viel weitläufiger und bietet so die beste Mischung von allem, was die französischen Skigebiete ausmacht: viele lange verstreute KSB, Einsame Stangenschlepper mit vielen Pisten im Wald, viele gute Talabfahrten, auch hochgelegene Freeride-Bereiche, und auch hier ein historisches Highlight: (leider nur noch) Ein Poma-œuf.
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Da das Gelände mittlerweile eh zerfahren ist, darf es auch etwas pistenlastiger sein und so entschieden wir uns für das abwechslungsreichere Serre-Chevalier.
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Nur die Orte sind keine typisch französichen Retortenstationen, sondern echte gewachsene Ortschaften, was jetzt auch nicht gerade ein Nachteil ist.
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Der teuerste Parkplatz der Reise fand sich nicht in der Schweiz, sondern hier in Briançon: 11€, dafür aber direkt an der Bahn. Der erste Eindruck ist hier ganz etwas runtergekommen. Die Skipassschalter an einem brösligen Betongebäude waren geschlossen, eine geöffnete Kasse für den Skipass (60€) fand sich schließlich auf der anderen Seite dieser Brücke. Deren unteres Stockwerk ist die etwas abenteuerliche Ausfahrt vom Parkplatz, nachdem man sich durch das ebenfalls nicht mehr frische Parkhaus geschlängelt hat, nachdem man verstanden hat, dass man anders nicht vom offenen Parkplatz direkt an der Straße wieder raus kommt.
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Die dazu passende 12EUB Prorel ist ein Poma-Klassiker von 1988
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Und führt in zwei langen Sektionen gleich ordentlich weit nach oben
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Gefühlt als Einzige fahren wir nicht gleich weiter in Richtung Kerngebiet, sondern über die perfekten frischen Pisten zurück fast zur Mittelstation. Und dann muss er natürlich gleich gefahren werden: Ein kuppelbarer Poma-Stangenschlepplift, einer von sehr vielen hier im Gebiet
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Obwohl ich vor neun Jahren in der Slowakei schon üben konnte, schaffe ich es beim ersten Versuch den Einstieg nicht. Sobald man die Stange berührt, haut sie auch direkt schon ab.
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Dann klappt es aber natürlich. Es ist wirklich faszinierend, mit so einem Konstrukt zu fahren. Der Lift läuft super schnell und bei den Stützen wird das Federelemt oben an der Stange dermaßen um irgendwelche Abweiserstangen geschleudert, dass man es nicht für möglich hält. Aber alles ist elastisch gebaut und funktioniert über viele Jahre, und auch die klemmenfreie Kuppeltechnik funktioniert tadellos.
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Hier waren wir effektiv alleine am Lift
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Darauf folgt noch ein einsamer Run auf den sehr coolen Waldpisten hier
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Um mit der EUB Prorel wieder zur Bergstation zu kommen
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Nach der 4SB Rocher Blanc kommen wir gleich zum nächsten französischem Charakteristikum: unpräparierte schwarze Pisten
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Gleich der nächste Doppel-KSSL mit dem spannenden Namen "Bois des Coqs" (richtig, es bedeutet "Wald der Hühner".)
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Die KSSL sind hier wirklich ernstzunehmende Anlagen. Lange, teilw. steile Strecke auf einen offenen kleinen Gipfel mit 3 Pistenvarianten - sehr cool!
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Und natürlich mit zwei Kurven, die bei den Stangenschleppliften ganz selbstverständlich ohne irgendwelche Sonderkonstruktionen möglich sind. So können sie perfekt ins Gelände eintrassiert werden.
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Blick zum nächsten Gipfel, auf den der KSSL Eychauda führt. Eigentlich ein Skigebietshighlight, leider an diesem Tag aber geschlossen - sehr schade.
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Wir fahren weiter mit der KSB Grand Serre, blicken nochmal zurück auf den Doppel-KSSL und dann geht es in einem Zug bin nach Chantemerle ins Tal - durchgehend über die (präparierten) schwarzen Pisten Pylones und Luc Alphand.
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Achtung Kunstschnee! Auch noch nicht gesehen :lol:
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Die KSB in Chantemerle erinnert etwas an den Krummbach-X-Press in der Zillertalarena mit der Ausfahrt direkt über den Bach. Auch im Bild: Die EUB-Station, die in die alte Station der Vorgänger-Pendelbahn eingebaut wurde und direkt rechts daneben die Ex-Station des Poma-Œuf Grand Alpe.
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In der nächsten Sektion gibt es die Pendelbahn noch, die wir gleich bis nach oben nehmen
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Bei den vielen KSB in diesem Bereich muss man den Pistenplan gut anschauen, dass man auch an der richtigen Stelle rauskommt
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Panorama in Richtung Briançon
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Und in die andere Richtung. Das Skigebiet ist echt weitläufig - der gesamte Bereich von Monêtier-les-Bains ist hier gar nicht sichtbar
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Die nächste schwarze Talabfahrt startet an der KSB Casse du Bœuf
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Auch hier eine sehr coole Piste und nix los
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Unten zweigten wir dann aber nach rechts ab: Zum letzten Poma-Œuf im Skigebiet
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La Télécabine de l'Aravet
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So ein Gefährt haben wir natürlich noch nie erlebt. So eine offene Technik vielleicht schon...
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Aber noch besser sind die Eierkabinen. Sie haben gar keine Türen, stattdessen klappt die gesamte Schale der Kabine auf.
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Ein bisschen besorgniserregend ist das schon während der Fahrt...
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über die schönen blauen Stützen geht es aufwärts
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Oben angekommen wird natürlich noch die Bergstation beäugt und der Liftler freut sich gleich über unser Interesse an der Bahn So kommen wir schnell ins Gespräch - oder versuchen es zumindest, denn sein Englisch ist ungefähr gleich gut wie unser französisch...
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Er ist noch recht jung und sehr motiviert an der alten Technik zu arbeiten. Da gibt es wohl immer etwas zu tun. So bekommen wir gleich eine kleine Stationsführung
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Auch für ihn wird es wohl hart, wenn die Bahn in wenigen Jahren ersetzt werden muss. Für uns heißt das: Poma-Œuf: Gerade noch geschafft ☑️
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Weiter rauf mit der anschließenden 6KSB Forêt
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Und dann weiter über die sehr schöne Piste Échaillon
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Die KSB Clot Gauthier würde uns eigentlich zum exponierten Eychauda-KSSL bringen
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aber der ist ja leider geschlossen
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Stattdessen gibt es hier einen entspannten flacheren Bereich mit einigen KSSL - Oben am "Méa" wird dann die Brotzeit eingenommen
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Weils hier so schön ist, gönnten wir uns dann gleich den nächsten KSSL Crêtes. Dabei waren wir gefühlt die einzigen im ganzen Lift.
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Der ganze Bereich hier hat eine krasse Umgestaltung hinter sich, diese Lifte waren mal ziemlich wichtig um im Skigebiet weiter zu kommen. Hier an der Talstation endeten mal zwei zentrale Bahnen: Das Poma-Œuf Fréjus und eine 3SB, die sowohl als ungleiche zweite Sektion für das Ex-DMC Pontillas diente, als auch als Verbindungsbahn aus Richtung Monêtier.
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Alle dort ankommenden Leute hatten dann 3 Stangenschlepper zur Auswahl, um weiterzukommen - Crêtes, Barres (hier im Bild) oder den steilen ex-KSSL Pré du Bois direkt zur Bergstation Casse du Bœuf.
Mittlerweile sind die Bahnen so platziert, dass man direkt weiter kommt - die brandneue EUB Pontillas (oben) geht weit hinauf bis Méa und die KSB Côte Chevalier startet so weit unten "im Loch", dass man aus Monêtier direkt einsteigen kann. Die KSSL sind dadurch wirklich nicht mehr stark ausgelastet.
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Der Lift hat einen schönen Verlauf am Grat entlang
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Blick auf die Échallion/rocher de l'enfer-Pisten - zur deren Wiederholung müsste man über Ziehwege weit links runter zur KSB, deshalb geht es da recht ruhig zu
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Die Umlenkung des KSSL hier einfach mal schwebend. Überhaupt kommt einem jede Stütze wie eine Bastel-Spezialanfertigung vor - wie es halt gerade so passt
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Wirklich entspannt hier
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Weiter gehts mit der KSB Vallons. Deren Vorgänger-3SB Balme hatte eine ganz andere Trasse und endete dort oben am Tête de la Balme - jetzt muss man leider aufsteigen, um in dieses coole Gelände zu kommen.
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Und das Skigebiet geht noch weiter - Blick vom Col de la cucumelle zu den Abfahrten an der 3SB Yret
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Die ist ziemlich lang und erschließt den höchsten Punkt im Skigebiet
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Und auch einiges an Gelände
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Was wäre ein Tag im Großskigebiet ohne ein bisschen Powder...
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gesucht und gefunden
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Gleich nochmal rauf
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Oben war mir aufgefallen, dass ein augenscheinlich vom Skigebiet weg führendes Tal sehr stark befahren wird. Wo führt das denn hin? Ahh man kommt auf die Talabfahrt Tabuc - die aber geschlossen ist. Na da wird man doch wohl irgendwie bis runter kommen, die werden doch wohl nicht alle vor haben raus zu latschen? Im Notfall müssten wir halt wenn es länger dauert einen Bus zurück nach Briançon nehmen. Also rein da!
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Und so gabs dann noch eine komplett unerwartete 1000hm-Abfahrt im freiem Gelände
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Die Ski tragen mussten wir tatsächlich nur für ca. 10m. Und um zur KSB zur kommen, gibt es sogar einen eigenen KSSL
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Mit der langen 4KSB Bachas geht es wieder rauf ins Gebiet. Auch hier gäbe es noch einen Haufen sicherlich guter Pisten - die KSB (und die parallelen 4SB) erschließt schon 4 davon und im Wald gibt es noch einen KSSL mit nochmal 4 eigenen Pisten. Dafür haben wir leider keine Zeit mehr.
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Die Pisten sind jetzt nicht mehr frisch, und zeitlich reicht es eh nur noch für den direkten Weg zurück, dafür braucht es insgesamt 6 Sesselbahnen.
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Damit die Wege schneller gehen, hat man die neuen Bahnen teilweise nicht mehr besonders "naturnah" trassiert - wie hier die EUB Pontillas.
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Das Poma-Œuf Fréjus war tatsächlich noch bis Dezember 2023 in Betrieb und stand noch dementsprechend betriebsbereit herum. Knapp verpasst.
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Die Sonne senkt sich hinter Clot Gauthier - der gleichnamige Gipfel rechts der KSB-Bergstation war auch mal durch einen KSSL erschlossen - leider ersatzlos stillgelegt
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Eine Extrarunde geht sich doch noch aus am KSSL Bois des Coqs
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Der letzte KSSL des Tages
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Für die leere Piste "petit alpe" hat sich die Fahrt natürlich gelohnt
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Oben an der KSB Prorel, die 10min vor allem anderen schließt (war knapp!)
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jetzt nur noch eine 4SB
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Und dann gehts ins Tal, vorbei am KSSL Serre Pelat
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Unten wurde der Schnee etwas dünn, aber man kam runter
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Bis zur Talstation.

Wow, das war wirklich ein intensiver Tag! Lange schwarze Waldabfahrten, ruhige schöne Bereiche, hochalpine Ecken, so viel interessante Lifttechnik, 1000hm Freeride... Skifahren kann so vielfältig sein, und das alles an nur einem Tag :D

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Re: Caddy en français März 2024 | Autour du tripoint (NEU: Serre-Chevalier)

Beitrag von Skitobi »

🇫🇷Grenoble DO 14.03.2024 | Les bulles

--- Fortsetzung des Berichts von 2024 - es geht noch weiter! ---

Nach dem grandiosen Tag in Serre-Chevalier stellt sich natürlich wieder die Frage, wie es weiter geht. Ideen gibt es noch viele, die Zeit ist aber natürlich begrenzt - also wollen wir langsam weiter in Richtung Chamonix. Von Briançon aus sind das zwar nur 260km, aber weil es überwiegend Landstraße ist, braucht man dafür gute 5 Stunden. Auf eine weitere abendliche "Gewalttour" haben wir keine Lust, natürlich ist die Tour nach 5 Tagen auf Ski und Wintercamping durchaus auch anstrengend. Also entschließen wir, morgen wirklich mal einen Rest-Day einzulegen und die Fahrt dann gemütlich über den Tag anzugehen.
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Nach den gestrigen nicht ganz überzeugenden Erfahrungen zum Restaurant-Angebot in Briançon kochen wir heute lieber selber

Die Entscheidung, heute nicht mehr zu fahren, hat auch einen weiteren Vorteil: Ein bisschen Wellness wäre langsam mal angebracht. Zum Glück sind wir ja in einem Skigebiet, wo ein Talort "Monêtier-les-Bains" heißt - und wo dementsprechend eine Therme ist. Also dort hin - eine Fahrt von 20 Minuten ist es doch, obwohl wir heute auf Ski schon dort waren. Dort angekommen, merken wir erstmal: es ist extrem voll. Einen Parkplatz zu finden, ist schon eine Challenge, dann ist natürlich auch eine Schlange am Eingang. Und dann gibt es hier noch so seltsame Schilder:
BEACH SHORTS ARE FORBIDDEN FOR MEN. ONLY TIGHT-FITTING SHORTS OR BRIEFS ARE PERMITTED.
Meinen die das ernst? Wir haben natürlich nur normale Badehosen dabei, oder das, was man in Deutschland und Österreich darunter versteht, wenn man nicht gerade für Olympia trainiert. Wir zeigen an einem Schalter unsere Badehosen vor und fragen ob das in Ordnung geht. Ne - keine Chance, kein Eintritt. Wer kommt schon drauf, dass man vor einem Schwimmbadbesuch die "first visit?"-Informationen gelesen haben sollte... Ob es gegangen wär, wenn wir nicht extra gefragt hätten - keine Ahnung. Ob es einen Shop gegeben hätte, um (wahrscheinlich überteuerte) Badehosen noch zu kaufen - bestimmt. Und dann nochmal anstehen? Wir haben ziemlich die Lust verloren, den Besuch in dem überfüllten Bad zu erzwingen. Muss ja nicht sein.
Aber eine Dusche wär halt schon recht nett.

Zum Glück gibt es ja noch andere Institutionen der Hygiene. Boulderhallen sind immer einen Besuch wert! Und davon gibt es auch eine -ziemlich neue- in Briançon. Da kann man ja wenig falsch machen, bisschen bouldern, bisschen duschen, bisschen chillen... Naja, wir fahren hin, und es stellt sich heraus, dass es auch hier sonderbare Schilder gibt.
NO LOOSE CHALK - ONLY LIQUID CHALK!
Wow, die kulturellen Unterschiede in Frankreich hatten wir echt unterschätzt. Und natürlich halten sich auch noch alle dran... Das krass teure liquid chalk in der Halle zu kaufen, musste dann auch nicht sein. Dann eben mit schwitzigen Fingern einfach so ein bisschen kraxeln, allzu viel Kraft ist eh nicht mehr übrig. Und vor allem duschen. Das war es dann doch wert.
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Die Stellplatzsuche in Frankreich war gar nicht schwer, viel entspannter als in der Schweiz - und so wird man am nächsten Tag nach dem Ausschlafen mit einem tollem Ausblick begrüßt
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Und los geht die Fahrt von Briançon nach Chamonix
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🇫🇷
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Wieso sind eigentlich Bäcker einfach überall besser als in Innsbruck?
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Was Snack-Kultur angeht, haben es nicht nur die Italiener, sondern auch die Franzosen schon drauf
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Die 5. Fahrt auf dieser Straße, es geht wieder vorbei am Skigebiet Serre-Chevalier
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über den Col du Lautaret
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und durch La Grave - La Meije steht sogar auf dem Ortsschild
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Den La Grave-Spirit bekamen wir weiter unten auf der Straße nochmal ganz live mit, als ein Paraglider mit Skiern uns entgegen flog und dann auf der Gegenfahrbahn genau an uns vorbei landete. :o
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An Lex Deux Alpes und Alpe d'Huez vorbei führt die Straße schließlich nach Grenoble, wo wir selbstverständlich eine Pause einlegen müssen
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Denn wie sich das für eine alpine Stadt gehört, gibt es hier eine Seilbahn.
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Die bunten Häuser hinter dem Fluss Isère erinnern ein bisschen an Innsbruck, aber die Kabinengröße kann da nicht ganz mit der Nordkettenbahn mithalten...
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Dafür gibt es gleich 5 davon!
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Und die zweite Gruppe hat sogar bunte Gehängearme
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Rauf gehts zur Bastille
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So spacig!
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Die Stützen könnten noch von der Vorgänger-PB sein
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Die Aussicht ist respektabel
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Auch auf die Stadt - mit einer geraden Straße bis zum Horizont
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Aber der größte Blickfang ist natürlich die Bahn
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Die Coolness einer Stadt lässt sich wohl gut anhand der Anzahl der Fahrradfahrer mit Ski (und Seil) bemessen.
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Ein Stück Autoroute können wir fahren, aber dann geht es wieder auf die Landstraße vorbei an Espace Diamant und Megève.
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In einem Restaurant kehren wir ein, wieder gibt es eine Kruste - diesmal mit eingebackenen kleinen Nudeln. Da war die Variante in La Grave besser.

Und so kommen wir an in Chamonix, das ebenfalls den Hausberg im offiziellen Namen trägt: Chamonix-Mont-Blanc, der höchste Berg der Alpen.

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Re: Caddy en français März 2024 | Autour du tripoint (NEU: Grenoble)

Beitrag von Turms »

Das mit den Beach Shorts… 😄😄
In Tignes war das überhaupt kein Problem, aber in Avoriaz und Les Carroz musste man tatsächlich im "Speedo" rauskommen – wie in den 80ern.
Beim Rauskommen aus der Umkleide kam ich mir echt vor wie Borat.

Was Chalk betrifft: Ich glaube, es hängt hauptsächlich mit der Staubbelastung zusammen…
Heimat ist wo das Herz ist

Nur ein Snowboarder kennt dieses Feeling. Und wenn du es einmal selbst gefühlt hast, ist es unmöglich, nicht mehr zu wollen. Es macht so süchtig, dass es eigentlich illegal sein sollte, aber das ist es nicht und deshalb machen sie so gute Snowboards, dass du nach dem Fahren darauf alles verkaufen und in die Berge ziehen willst, weil ein Mann ein Gleichgewicht in seinem Leben haben muss, und dieses Gleichgewicht sollte 80% Snowboarden und 20% Arbeit sein.
Es sei denn natürlich, es schneit sehr stark, in diesem Fall ist es 100% Einsatz - jeder sagt, wenn du erfolgreich sein willst, musst du dich einsetzen - für den Spaß am Fahren mit deinen Brüdern.
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Re: Caddy en français März 2024 | Autour du tripoint (NEU: Grenoble)

Beitrag von Graubündenfan »

Skitobi hat geschrieben: 09.09.2025, 23:45 Meinen die das ernst? Wir haben natürlich nur normale Badehosen dabei, oder das, was man in Deutschland und Österreich darunter versteht, wenn man nicht gerade für Olympia trainiert.
Chrigels Kommentar in drei, zwei, eins...
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Re: Caddy en français März 2024 | Autour du tripoint (NEU: Grenoble)

Beitrag von icedtea »

Graubündenfan hat geschrieben: 10.09.2025, 09:39
Skitobi hat geschrieben: 09.09.2025, 23:45 Meinen die das ernst? Wir haben natürlich nur normale Badehosen dabei, oder das, was man in Deutschland und Österreich darunter versteht, wenn man nicht gerade für Olympia trainiert.
Chrigels Kommentar in drei, zwei, eins...
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Re: Caddy en français März 2024 | Autour du tripoint (NEU: Grenoble)

Beitrag von Skitobi »

Graubündenfan hat geschrieben: 10.09.2025, 09:39 Chrigels Kommentar in drei, zwei, eins...
Das hab ich mir schon beim Schreiben gedacht :lol: 8-)

Evtl hängt die Regel auch mit der Sauna zusammen, aber wirklich einen Unterschied macht das ja auch nicht. Da haben die deutschsprachigen (und nordischen) Regionen wohl auch eindeutig die bessere und hygienischere Konvention...
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Re: Caddy en français März 2024 | Autour du tripoint (NEU: Grenoble)

Beitrag von Skitobi »

🇫🇷Brévent/Flégère FR 15.03.2024 | Chamonix-en-blanc

Natürlich wären wir gerne auf die Aguille du Midi mit dem Vallée Blanche gefahren. Aber das Wetter war leider einfach nicht danach. Tief hängende Wolken und Niederschlag - da funktioniert das natürlich nicht.
Aber Chamonix hat ja noch mehr Skigebiete. Das Skigebiet Balme an der Schweizer Grenze ist eher klein und geht nicht besonders weit hinauf. Etwas alpiner und eigentlich sehr interessant ist Les Grands Montets, aber dort ist die höchste Seilbahn seit einem Brand noch nicht wieder neu errichtet. Direkt in Chamonix gegenüber der Aguille du Midi ist aber noch das Skigebiet Brévent/Flégère:
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Zwei Skigebietsteile mit einer Verbindungs-PB, bis auf 2500m, lange KSBen mit viel Gelände, Gipfel-PB und Gipfel-Kurven-SL - das klingt schon ziemlich cool! Das ganze eher auf Südhang, normalerweise bedeutet das ja schlechteren Schnee, aber bei der Bewölkung vielleicht sogar ein Vorteil.
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Ein kurzes Stück fahren wir am Morgen auf der Schnellstraße, die Ausfahrt hier führt direkt ins Aostatal
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Start an der EUB Planpraz
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Die Brévent-PB führt direkt in die Wolken
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Auch wenn die Sonne etwas durch kommt, die lassen wir erstmal aus
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Vorne 6KSB Parsa, hinten die Geländekammer der 6KSB Col Cornu
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Gemeinsam mit der "Abkürzungs"-4SB Sources starten sie direkt über der Schneegrenze. Die beiden ziehwegigen schwarzen Talabfahrten im Gebiet sind natürlich geschlossen.
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geht gleich in die Felsen
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aber erstmal eine Pistenrunde
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Im Hintergrund die Hänge der Aguille du Midi
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Besser wirds wohl nicht - dann eben doch mal rauf zum Brévent
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Tiefblick nach Chamonix
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Und dann gehts luftig nach oben
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schöner Pistenplan mit Magneten als Status
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Wie erwartet sah man dort oben allerdings effektiv gar nix. Im Whiteout-Sulz-Buckel-Rausch löste sich dann auch noch bei einem kleinen Sturz ein Teil meiner Bindung. Na super...
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Also darf ich nach der einfüßigen Weiterfahrt zur Station eine Extrarunde mit der Zubringerbahn drehen, um die Ski zu tauschen. Schade, dass hier nicht mehr die alte EUB fährt, die das Stationsgebäude rechts nutzte, was noch von deren Vorgänger-PB stammt, genauso wie einige Stützen. Ein wunderbares Poma-Gebastel, natürlich dokumentiert auf remontees-mecaniques.net.
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Endlich gehts weiter - östliche Abfahrt am Col Cornu
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Und ins Gelände - die Stimmung hebt sich wieder
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Auf nach Flégère mit der Liaison-PB
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reine Verbindung quer zum Hang
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Auch das gehört zu Frankreich - fixe 3SB, aber mit schönen runden Sesseln
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Ausfahrt Mer de Glace - Talabfahrt auch am Nordhang nicht möglich
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Hier begrüßt uns die Hauptanlage Flégère-Seite, 6KSB Index
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Auch mit viel Gelände und natürlich ohne Bubbles
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Vorgänger-Bergstation und im Hintergrund Les Grand Montets
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Der SL Flora ist tatsächlich kein KSSL, sondern ein Dreiecks-Kurvenlift
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statt Radio Tirol läuft hier Rüfüs du Sol - Innerbloom an der Talstation. Vibes!!
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Der Lift ist nicht nur ein cooler Gipfellift, er erschließt auch nochmal eine ganze eigene Geländekammer mit zwei Abfahrten
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Es gibt wirklich viel Platz hier
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Auch sehr schön zu sehen: An einigen Stellen im Skigebiet sind Picknickstellen aufgebaut, die auch rege genutzt werden
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Noch so eine runde 3SB
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Der Hunger treibt uns in die Hütte... und das Menu ist recht spannend. Natürlich gibt es wieder eine Croûte, außerdem ein Gratin als Tagesteller. Ansonsten kann man sich mit einer Gemüsesuppe oder Fleisch/Käseplatten begnügen. Oder Escargots, was ist das nochmal...? Achso, Schnecken!
Die pommes sind natürlich keine Pommes, sondern Äpfel ;)
Die Preise sind mindestens auf Schweizer Niveau, aber wenn man Tiroler Tourismuspreise gewöhnt ist, bleibt der Schock langsam eh aus...
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Für mich gabs wieder mal Käse, diesmal Schinken und viel Brot
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Danach gehts weiter in die freien Hänge und langsam beginnt es zu schneien
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STARK zu schneien! und an der KSB-Talstation regnet es sogar. Nein, so macht das leider keinen Spaß mehr...
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Also auf schnellstem Wege zurück nach Brévent
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Selbstverständlich ist hier alles ohne Bubble. Nicht grad angenehm, aber auf der Piste ist es auch nicht angenehmer
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Letzter Lift geschafft - Leider ein verfrühter Abbruch des Skitags
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Später kommt dann im Ort doch noch die Sonne raus, der Mont Blanc bleibt nur ganz knapp in den Wolken verhüllt
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Auch die Aguille du Midi ziert sich noch
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Und da waren wir heute oben
20240315_184053.JPG
Und morgen? Das wird schon der letzte volle Tag - wollen wir ins Wallis fahren oder vielleicht doch hier bleiben? Der heutige Niederschlag ist unerwartet groß ausgefallen, Wetter soll auch besser werden und Lawinenlage scheint im Rahmen. Wir treffen ein paar Leute, die morgen auf die Aguille wollen
20240315_184110.JPG
schon verlockend... Wir schauen mal, wie das mit den Tickets läuft - man muss wohl eine Fahrt reservieren und die Bahn ist bis nach 12 Uhr komplett ausgebucht. Das ist ja wieder ganz schön ungünstig.
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Erstmal was essen
20240315_215951.JPG
Dann fahren wir nochmal bei der PB-Talstation vorbei, um da vielleicht noch Infos zu spontanen Tickets zu bekommen (und um mal da gewesen zu sein). Hier steht aber natürlich auch nix dazu. Und so ganz safe ist die Wettervorhersage jetzt auch nicht. Nee, das heben wir uns dann doch für wann anders auf. Es gibt ja auch noch andere schöne Skigebiete...

-- NEXT: Arolla! --
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Re: Caddy en français März 2024 | Autour du tripoint (NEU: Brévent/Flégère)

Beitrag von Wursti »

Danke für den Bericht und gespannt auf die Fortsetzung.
Was genau ist denn da bei der Bindung abgebrochen und wie ist das passiert?
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Re: Caddy en français März 2024 | Autour du tripoint (NEU: Brévent/Flégère)

Beitrag von Skitobi »

Wursti hat geschrieben: 12.09.2025, 22:26 Danke für den Bericht und gespannt auf die Fortsetzung.
Was genau ist denn da bei der Bindung abgebrochen und wie ist das passiert?
Die Bindung ist eine Kingpin-Tourenbindung, weil wir "just in case" die Tourenausrüstung mitgenommen haben. Das ist die Platte zur Dreh-auslösung an dieser Bindung, ich hab das später sogar wieder repariert bekommen.

Ich weiß es nicht mehr genau, aber ich glaube es war gar kein Sturz die Ursache, sondern eine Fehlauslösung. Das hatte ich bei dem Ski im Pistenbetrieb (regelmäßig Ski abschnallen) bei sulzigen Bedingungen schon manchmal, weil sich Schnee anstollt, der schwierig zu entfernen ist.
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Re: Caddy en français März 2024 | Autour du tripoint (NEU: Grenoble)

Beitrag von ski-chrigel »

Graubündenfan hat geschrieben: 10.09.2025, 09:39
Skitobi hat geschrieben: 09.09.2025, 23:45 Meinen die das ernst? Wir haben natürlich nur normale Badehosen dabei, oder das, was man in Deutschland und Österreich darunter versteht, wenn man nicht gerade für Olympia trainiert.
Chrigels Kommentar in drei, zwei, eins...
Sorry, dauerte doch etwas länger.

Was heisst denn da „normal“? Normal ist das, was in Frankreich üblich ist!!!! Jedenfalls für unsere Community. Ein Land, dass sich hallenbadtechnisch für Minderheiten engagiert. Sehr lobenswert!

Wie Borat. Poah! Das gibt eine Verwarnung, @ Turms ;-)
Skitobi hat geschrieben: 10.09.2025, 10:29 Evtl hängt die Regel auch mit der Sauna zusammen, aber wirklich einen Unterschied macht das ja auch nicht.
Nein, das wird wirklich in Frankreichs Hallen- und Freibädern durchgesetzt. Ist nämlich ein nationales Gesetz. Und Ihr wärt ganz bestimmt rausgeworfen worden, wenn Ihr nicht gefragt hättet. Wir haben uns in Chambery drum mal köstlich amüsiert, als ein Bademeister regelmässig eingegriffen hat.
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Re: Caddy en français März 2024 | Autour du tripoint (NEU: Brévent/Flégère)

Beitrag von Skitobi »

Ahh okay ich wusste auch nicht, dass das in ganz Frankreich Pflicht ist :lol: Damit hast du natürlich Recht, als Tourist muss man sich dann selbstverständlich anpassen. Und wenn es alle machen, braucht sich auch niemand schämen und auf so bescheuerte Ideen kommen wie Boxershorts unter der Badeshose zu tragen, was dann wirklich nicht mehr hygienisch ist. Eigentlich keine schlechte Regelung - man muss es nur wissen 👍🏼
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Re: Caddy en français März 2024 | Autour du tripoint (NEU: Brévent/Flégère)

Beitrag von Skitobi »

🇨🇭Arolla SA 15.03.2024 | Angenehme Bewegungsfreiheit

Motto des Trips war ja "Caddy auf Französisch", und nicht etwa "Caddy in Frankreich". Und das liegt natürlich an der Schweiz/La Svizzera/La Svizra/La Suisse! Auch der französische Teil der Schweiz ist für uns Neuland und bietet skifahrerisch so einiges zu entdecken.
20240315_230554.JPG
Also verlassen wir Frankreich und fahren hinab ins Rhônetal

Im Wallis kann man zum Beispiel in das große Skigebiet der 4 Vallées, wo Pendelbahnen zu den Freeride-Gipfeln führen, man kann in das Val d'Anniviers gehen, wo im oberen Stockwerk die KSSL ins Gelände führen. Man kann auch in das völlig absurd aufgebaute Rochers de Naye, wo eine Zahnradbahn zu ein paar SL über dem Genfer See führt, oder in Les Giettes nachts ohne Flutlicht gratis Ski fahren.

Aber ein Skigebiet fasziniert mich schon ziemlich lange.

20 Jahre vor dieser Reise war ich zehn Jahre alt. Internetforen gab es damals schon, auch die ersten online-Zusammenschlüsse von Skiverrückten, aber wir hatten zuhause noch nicht mal einen Computer. Fremde Skigebiete haben mich damals schon interessiert, ich hatte als Informationsquelle aber nur eine kleine Pistenplansammlung. In den Dolomiten bin ich brav in jedem Teilgebiet zur Kasse, um den Pistenplan mitzunehmen und als mir Verwandte ein Exemplar aus Zermatt mitgebracht haben, war ich völlig davon fasziniert. Aber zu Weihnachten hatte ich aber ein Geschenk bekommen, was mir buchstäblich den Horizont erweitert hat: Der DSV Ski-Atlas 2004.
DSV-Atlas.jpg
Wow - 250 Skigebiete mit ausführlichen Beschreibungstexten, Bildern und Pistenplänen. Dass mein Kindheits-Skigebiet Gerlosplatte jetzt neuerdings mit der Zillertal Arena verbunden ist, wusste ich ja schon, aber da gibts ja noch viel mehr in diesem Zillertal! Gut, dass man in Hintertux mitten im Sommer Skifahren kann, wusste ich natürlich schon aus dem Alpenpanorama morgens vor 9 Uhr im ORF. Die französichen Skigebiete erschlagen mich komplett mit ihrer Riesigkeit und auch die Bilder von dort schauen wild aus - zwei 4SB an einer Stützenkonstruktion scheinen dort normal. In Chamonix haben sie an der einen langen Bahn wohl die Pisten einzuzeichnen vergessen - oder warum sollte da im Winter sonst jemand rauf fahren? Und im Skigebiet "Nordpark" gehen die Studenten boarden anstatt in die Vorlesung - wow so ein Leben hätte ich auch gern!

Dieses Arolla im Val d' Hérens (warum überhaupt französische Ortsnamen in der Schweiz?) ist mir speziell aufgefallen. Das sieht so hoch aus, besteht aber nur aus ein paar Schleppliften? Und was ist das denn da auf dem Bild?
Arolla_DSV.JPG
Okay, die Person fährt da an einem Tellerlift. Aber das dahinter sieht einfach nur aus wie eine Stange direkt am Seil... Und wenn man genau schaut, hängen da auch so komisch gebogene Stangen in der Luft! Was ist denn da los?!
Die Frage sollte noch einige Jahre unbeantwortet bleiben, bis sich dann mit den Internetforen eine ganz neue Welt eröffnete, wo ich irgendwann auch etwas über Stangenschlepplifte in Frankreich lesen konnte. DAS hatte ich also damals auf dem Bild gesehen!
Arolla.png
Natürlich fahren wir aber nicht nach Arolla nur weil ich da vor 20 Jahren mal einen Stangenschlepper im Skiatlas gesehen habe. Das Skigebiet ist bis heute - fast unverändert - ziemlich einmalig aufgebaut. Vom Talort Arolla auf 2000m führt der lange KSSL Fontanesses I ins Skigebiet, weiter gehts mit dem Fontanesses III auf knapp 3000m. Also 1000m Höhenunterschied in 2 Sektionen Schlepplift - in hochalpiner Lage mit entsprechendem Panorama und vor allem viel Platz im Gelände. Ansonsten gibts noch 2 kürzere Lifte und einen Übungslift - allesamt schnelle kuppelbare Stangenschlepper.
20240316_091900.JPG
Am Morgen machen wir einen Frühstücksstop im netten Örtchen Evolène, was ebenfalls ein sehr schönes entspanntes Skigebiet zu bieten hat
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Wir müssen noch weiter - Arolla liegt am Ende des Tals
20240316_100725.JPG
Ortseinfahrt Arolla
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Erster Blick auf den Haupthang
20240316_110026.JPG
Und das ist das Ungetüm der ersten Sektion
20240316_110448.JPG
Die ersten 200m sind gedoppelt mit dem Übungslift "Torrent"
20240316_110652.JPG
Der Lift geht etwas weiter rauf und macht selbstverständlich ein paar Kurven
20240316_110700.JPG
Links geht der Blick zu den hohen Bergen
20240316_110815.JPG
Und rechts präsentiert sich ein Teil unseres heutigen Spielplatzes
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Es geht vorbei am KSSL Remointze
20240316_110943.JPG
Hinter der markanten Aguille de la Tsa komen noch einige Gletscher - und dann Zermatt
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2km lang ist der Lift!
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gewaltiger Eisbruch unter der Pigne d'Arolla
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Die regulären Skitourenrouten verlaufen eher links von dem Grat zur Cabane des Vignettes, einem Stützpunkt der Haute Route
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Fontanesses I geschafft
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Auch wenn unten ein paar Leute in der Schlange waren, ist es hier schon wunderbar ruhig
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Und weiter mit Fontanesses III
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Angenehme Bewegungsfreiheit herrscht in den schneesicheren Skigebieten von Arolla und Evolène vor.
Foto: Skitobi
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Und seit 2004 hat sich daran nix geändert!
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Nur ich bin etwas älter geworden
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Aber hey wir sind zum Skifahren hier!
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Wie wärs denn mit diesem Hang?
20240316_113554.JPG
Das muss man leider auch erwähnen - obwohl Arolla im südlichen Talschluss liegt, sind im Skigebiet einige Hänge ziemlich südlich ausgerichtet, was dem Schnee natürlich wieder mal nicht gut getan hat
20240316_113650.JPG
Aber jammern sollte man da trotzdem nicht
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Lift kreuzen
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Und wieder ganz rauf
20240316_121157.JPG
Im großen Bereich abseits der Lifte findet man auch besseren Schnee
20240316_121718.JPG
oder Sulz
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Fontanesses II ist nicht zwischen der Nr. I und III, sondern ein weiterer Lift im Talbereich
20240316_124024.JPG
Und auch der KSSL Remointze war in Betrieb
20240316_124758.JPG
Hier ist noch weniger los
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Zoom zur Aguille de la Tsa
20240316_143627.JPG
Nächste Bergfahrt
20240316_144101.JPG
Auch in diesen Bergflanken gingen Tourengeher beeindruckend schnell bergwärts
20240316_144224.JPG
beeindruckend schnell sind aber auch Stangenschlepplifte!
20240316_145532.JPG
nächste Runde
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nur Tourengeher im Bild
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aber das geht auch ganz ohne Aufstieg
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Geländekanten müssen genutzt werden
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und Cliffs
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so schön... bis auf den gebackenen Schnee
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Die Länge der Abfahrten ist wirklich gewaltig
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unten gehts dann locker durch die Bäume, dann muss man sich langsam richtung Lift orientieren
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noch eine Abfahrt, die bleibt unkommentiert
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Wow! Ein bisschen hat uns zwar der Bruchharsch genervt, aber dennoch war es ein brutal schöner Tag.
Viel cooler kann ein Skigebiet gar nicht sein! Bitte alles so lassen wie es ist - der Rest gehört den Tourengehern 8-)

-- NEXT: Rückfahrt --
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Re: Caddy en français März 2024 | Autour du tripoint

Beitrag von biofleisch »

Skitobi hat geschrieben: 06.06.2024, 01:07 Während die A26 noch etwas kurviger ist, geht es auf der A4 immer nur geradeaus durch den nächtlichen Regen. Irgendwann siegt die Müdigkeit und ein Stück vor Turin suchen wir uns einen Schlafplatz.

20240310_085324.JPG
Was ist denn das für eine interessante Vordachkonstruktion?
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Wo tropft es?
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Re: Caddy en français März 2024 | Autour du tripoint

Beitrag von Skitobi »

biofleisch hat geschrieben: 28.09.2025, 21:49
Was ist denn das für eine interessante Vordachkonstruktion?
Selbst gebastelt?
Dicht?
Wo tropft es?
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Das ist selbst gebastelt, wie so ziemlich alles an dem Ausbau. Funktioniert auch ganz gut. Bezugsquelle: Jannis ;)
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Re: Caddy en français März 2024 | Autour du tripoint (NEU: Arolla)

Beitrag von Skitobi »

Rückfahrt SO 16.03.2024 | Autoverlad
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Nach dem Skitag in Arolla bricht leider schon der letzte Abend der Reise an. Wir fahren wieder talauswärts und kommen nach Evolène
20240316_180032.JPG
ein richtig schönes Walliser Bergdorf
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Da gab es dann ein käsiges Abendessen - der beste Käse kommt immerhin aus der französischen Schweiz
Fahrt_Ibk.png
Und am nächsten Tag steht dann die Rückfahrt nach Innsbruck an. 500km mit über 7 Stunden Fahrzeit - das ist leider zu viel um noch ein Skigebiet an diesem Tag einzuplanen
20240317_121706.JPG
Wir hätten natürlich auch "außenrum" über Montreux fahren können, aber die Route durch den Furka-Tunnel ist immerhin 100km kürzer
20240317_130842.JPG
Während in Graubünden die Sprachgrenze mit dem Bernardino-Tunnel noch richtig "fühlbar" ist, passiert es hier ganz unverhofft mitten im Kanton - plötzlich ist alles deutsch. Die Rhône heißt hier jetzt Rotten (das wusste ich vorher auch nicht), und alle Schilder sind eben jetzt auf deutsch - und zwar ausschließlich. Straßenschilder, Firmenbeschriftungen, Anti-Wolfs-Kampange - egal. Spannend zu sehen, dass sich die Sprachen hier anscheinend überhaupt nicht räumlich vermischen - ein ganz anderer Umgang mit Zweisprachigkeit als in Südtirol, wo wirklich jedes noch so unwichtige Schild zwei- oder gar dreisprachig ist, inklusive jeder Straße, Berg oder Wiese, die alle auch einen italienischen Namen haben. Ist natürlich auch eine ganze andere Geschichte dahinter.
20240317_133931.JPG
also geht es immer weiter hinauf bis nach Oberwald
20240317_140643_a.jpg
Die Fahrzeit wäre laut Google auch nur minimal kürzer gewesen, die Webseite des Autoverlads vermeldet "keine Wartezeit"... Aber dafür kommen wir erstaunlich früh hier in der Galerie zum Halt
20240317_141550_a.jpg
Und hier stehen noch einige Autos an...
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gute 1,5 Stunden durften wir warten. Okay, es ist Sonntag, aber noch nicht die Zeit wo Tagesausflügler zurück fahren würden. Fast alles nordschweizer Kennzeichen - was machen die alle hier? Ist das normal?
20240317_150216_a.jpg
Auf den Zug sind wir dann gerade so noch drauf gekommen
20240317_150839_a.jpg
Man bleibt im Auto sitzen und die Fahrt geht los - für uns eine neue Erfahrung
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Nach einer kurzen freien Passage geht es in den Tunnel
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und irgendwann wieder hinaus
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Angekommen in Realp - leider ist es mittlerweile schon fast 16 Uhr und damit zu spät für einen Abstecher zum dortigen Skilift
20240317_171803.JPG
Also weiter über Andermatt, Schwyz, Sattel, Liechtenstein, Arlberg... Das Wetter ist eh besser geeignet für einen Reisetag. Dafür hatten wir ja einiges an Wetterglück an den Skitagen. Und Schnee! Bardonecchia im Powder, La Grave mit Powder, auch Arolla (so halb) und natürlich in Brévent-Flégère... Nur dieser eine Tag sticht etwas negativ heraus, ansonsten war es wieder eine wahnsinnig gute Reise. Frankreich gibt einfach noch einen ganz anderen Vibe beim Skifahren, mehr Purismus, weniger pseudo-Luxus-Massentourismus... Dafür muss man dann auch mal damit klar kommen, im Schnee und Regen in fixen Sesselbahnen ohne Bubble zurück zum Ausgangspunkt zu liften. Es hat eben alles seine Vor- und Nachteile und am Interessantesten ist es immer, etwas neues zu sehen!

Damit ist auch dieser Bericht - nach ganzen 1,5 Jahren - fertiggestellt. Vielen Dank fürs Mitlesen!

-- ENDE --
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