Lange haderte ich, ob ich angesichts der doch sehr mauen Schneelage meinen traditionellen Saisonabschluss über den 01. Mai machen sollte. Ich entschied mich am Ende dafür.
Daher ging es heute sehr früh los nach Samnaun, wo ja grundsätzlich noch ein sehr großes Angebot vorherrscht, welches die perfekte Größe für einen Skitag hat.
Im Skigebiet sind immer noch die allermeisten Hauptabfahrten geöffnet, wenngleich die Schneelage fast überall knapp oder sehr knapp ist. Diverse Nebenpisten sowie die Grivaleabahn und alle Talabfahrten sind geschlossen.
Generell fand ich es heute erschreckend, wie wenig Schnee liegt. So wenig Schnee habe ich in Ischgl noch nicht mal im November gesehen. Nahezu alle Pisten haben braune Stellen. Wenn man Glück hat, ist es "nur" Erde, oft kommen aber auch Steine durch. Wenn man aber nicht gerade das A-Material an den Beinen hat, ist das alles kein Problem. Bei ein paar Pisten, v.a. zur Mittelstation auf Ischgler Seite sowie an der Viderjochbahn II oder in Richtung Muller oder auch an der Gampenbahn könnte es gar für die kommenden paar Tage noch kritisch werden.
Über Nacht gab es offenbar ganz wenig Neuschnee, welcher laut den anderen Foristen zu einer Steigerung der Pistenqualität geführt hat. Als jemand, der den Vergleich nicht hatte, fand ich das heute teilweise auch schon ziemlich oft einen ziemlichen Krampf. Die Präparation war (erwartbarerweise) grauenhaft und ab dem Mittag wurden die Hauptpisten sehr tief und flache Stücke sehr bremsig. Somit wird der Tag sicher nicht in die Top-Liste der Saison aufsteigen, in Anbetracht der Umstände war es aber schon in Ordnung und v.a. im Vergleich zu allen anderen Skigebieten in Österreich immer noch sehr abwechslungsreich. Dass die Präparation bei den aktuellen Temperaturen nicht gut gelingt, ist für mich nachvollziehbar und verzeihbar.
Los war für Ischgl-Verhältnisse ziemlich wenig. Bis auf zwei Mal hatte ich das FBM stets alleine und auch auf den Pisten war es zumeist angenehm leer. V.a. am Nachmittag war es in Samnaun, mit Ausnahme der Hauptachse an der Flimsattelbahn, fast schon gespenstisch leer. In Ischgl war spürbar mehr los, als in Samnaun, was sicher an dem nahenden Konzert-Irrsinn liegen dürfte. Wartezeiten gab es selbstredend keine. Ich konnte immer durchgehen.
Gefallen:
Nicht gefallen:
Daher:
Bilder:
Morgens an der Sattelbahn. Man erkennt die "verbesserungswürdige" Präparation, was aber natürlich v.a. den hohen Temperaturen geschuldet sein dürfte
Auf der Alp Trida ist um ca. 08:20 Uhr natürlich mal wieder nichts parat. Ich werde es nie verstehen, weswegen sie das nicht hin bekommen, pünktlich zur Pendelbahn mindestens eine vernünftige Anlage - und damit meine ich nicht die Sattelbahn - zu öffnen. Sie könnten ja alternativ auch die erste Bergfahrt der Pendelbahn auf 08:30 Uhr - analog Ischgl - legen, aber selbst dann wären sie um ca. 08:40 Uhr noch nicht mal ansatzweise parat. Die Sattelbahn ging kurz später in Betrieb, stand aber mehr, als sie fuhr, da Güter verladen wurden. Liebe Bergbahnen, wenn man schon anderweitig kein Angebot bietet, macht man das außerhalb des Fahrgastbetriebs! Wie immer katastrophaler Service in Samnaun. Ich glaube, ich beschwere mich mal auch direkt bei denen.
Als erste richtige Anlage ging die Viderjochbahn 1 um ca. 08:55 Uhr (!) in Betrieb
Die dortige Abfahrt war mit der leichten Neuschneeauflage am Morgen sehr gut zu fahren
Nun der Sprung nach Ischgl. Auch hier war die rote Abfahrt an der Flimjochbahn angesichts des leichten Neuschneedeckels sehr gut
An der Idalpe herrschte ungewohnte Leere
Die Abfahrt vom Idjoch zum Höllboden konnte nicht mit der Abfahrt an der Flimjochbahn mithalten
Seitenblick zur Idalpe. Auch hier quasi kein Schnee
Kurz vor der Bergstation der Höllkarbahn
Die Präparation im Höllkar war furchtbar
Die direkten Abfahrten an der Langen Wandbahn sind geschlossen. Die unteren Teile sind quasi schneefrei
Ausblick von der Bergstation der Langen Wandbahn
Überraschenderweise war die 14b quasi steinfrei
Sehr gut gingen die Abfahrten an der Zeblasbahn, da auch hier die leichte Neuschneeauflage Wunder wirkte
Auch der obere Teil der Gampenabfahrt war weniger steinig, als befürchtet.
Weiter unten wird die Abfahrt dann aber zu einem schmalen Schneeband, das stellenweise schon arg knapp wird
Abfahrten wie die 38 sind geschlossen
Generell wirkt der Betrieb der Gampenbahn nicht wie Winterbetrieb
Auf der 34 zur Höllspitzbahn war es dann kurzzeitig etwas voller
In Richtung Thaya wird es auch enger. Die Zufahrt zu Thayabahn wird ohne deutliches Einschieben von Schnee nicht mehr lange halten
Blick aus der Höllspitzbahn
Und der Blick vis-a-vis
Die 35 ging, bis auf ein paar Stellen mit schlechter Präparation, noch recht gut
Abfahrt 32
Blick zum Höllboden
Seitenblick aus der Gratbahn ins Ischgler Kerngebiet
Da die Zufahrt ins Velliltal vom Pardatschgrat gesperrt war, versuchte ich danach über die Vellilbahn mein Glück. Hier war die Zufahrt möglich. Die Zufahrt vom Pardatschgrat weist entlang der Felsen zu viele Steine für eine offizielle Öffnung auf
Die Velliltalabfahrt überzeugt aber heute nicht
Die Vellileckbahn ist dafür Mal für Mal eine coole Bahn
Bergstationsbereich Vellileck links und Grat rechts
Der Start der 5 war noch sehr gut
Auch hier noch gut
Je weiter runter man kam, desto schlechter wurde jedoch die Präparation und der Schnee wurde auch immer knapper. Es schauten einige Steine durch
Aber dafür war hier sehr leer
Hervorragend ging der obere Teil der 4. Unten raus bestehen aber die gleichen Probleme, wie auf der 5
Weiter unten auf der 4
Start der Ischgler Talabfahrten
Diese sind bereits oberhalb der Mittelstationen teilweise knapp und sind somit nur noch bis zur Mittelstation der Silvrettabahn geöffnet. Selbst die Zufahrt zur Fimbabahn ist nicht mehr offen. Inoffizielle Talabfahrten nach Ischgl würden in einer längeren Wanderung enden
Auf die rote Abfahrt zur Nachtweidenbahn verirrt sich, wie so oft, kaum jemand
Übungspiste an der Sonnenbahn
Blaue Abfahrt zur Nachtweidebahn
Die Abfahrt an der Vellilbahn war sehr bremsig
Ausblick vom Flimsattel. Ab ca. 12:30 Uhr zogen harmlose Wolken auf
Die blaue Abfahrt an der Flimsattelbahn war zwar schon tief, ging aber noch gut
An der Thayabahn war der Spaß dann aber vorbei. Die Piste war furchtbar tief.
Blick von der Sassgalun-Bahn Richtung Idalp. So Schneebänder kenne ich bislang aus Ischgl nicht
Die hier im Bild sichtbare mittlere Abfahrt an der Zeblasbahn, auf die offenbar gestern eine Lawine abging, war in der Früh nicht präpariert
Die 22 ging aber noch gut
Die 23 war dann aber kein Spaß mehr, da sie sehr zerfahren und tief war
Die 70 war im oberen Teil auch ein Graus. Unten, im Flachstück, war es dann aber wieder gut und auch nicht so bremsig
Die 72 war auch gegen 14:30 Uhr noch kaum zerfahren. Blöd nur, dass es hier das doofe Flachstück gibt. Unterhalb des Flachstücks warten dann auch einige apere Stellen und diverse Steine und Dreck
Auf der 13
Pistenstart an der Flimsattelbahn
Die Trasse am Blais Grondalift ist auch schon seeeeehr knapp
Piste 71
Die Abfahrt an der Flimsattelbahn gegen 15:15 Uhr war auch sehr spaßbefreit. Die Piste war sehr umgepflügt und angesichts der Temperaturen sowohl tief, als auch langsam
Auch unter der Visnitzbahn, die wie immer unsäglich langsam schlich, hat der Frühling gewonnen
Abfahrt von der Visnitzbahn in Richtung Mullerbahn. Auch hier muss man auf einige unmarkierte apere Stellen aufpassen
Blick von der Visnitz-Abfahrt auf die Alp Trida
Pistenstart an der Visnitzbahn. Die direkte Abfahrt war oben sehr zerfahren, wurde unten raus dann aber besser
Die 65 war offenbar nur wenig befahren worden. Der kleine Fleck auf der Piste unten war ein Murmeltier
Fazit:
Heute galt das Motto "Skifahren ist stets besser, als nicht skifahren", aber eine wirkliche Freude war es nicht. Es war jetzt auch nicht wirklich schlecht, aber die Gesamtumstände, für die die Bergbahnen ja nichts können, erlauben halt keine tolle Spätfrühlingsaison. Immerhin ging es heute aber dennoch bis 16:15 Uhr, was ja auch ein Indikator ist, dass es so ganz schlecht nicht gewesen sein kann
