Weit oben über dem Rheintal befindet sich eines der unbekanntesten Skigebiete der Ostschweiz. Das ist auch nicht weiter verwunderlich, liegt doch der einzelne Skilift vom Talboden aus kaum einsehbar, rund tausend Höhenmeter höher. Eine schmale Strasse windet sich serpentinenartig von der Ortschaft Buchs hinauf auf den gleichnamigen Buchserberg. Oben angekommen bietet sich vom Parkplatz aus die Möglichkeit, im Gasthaus einzukehren und die Aussicht zu geniessen oder die Ski anzuschnallen und sich am kurzen Skilift zu vergnügen.
Hier oben steht seit über fünf Jahrzehnten ein kleines Schmuckstück aus dem Hause Städeli. Mit seinen filigranen Fachwerkstützen und den klassischen Kurzbügeln versprüht der Skilift einen Hauch von Nostalgie. Man bekommt eine Vorstellung davon, wie es in den Siebzigern gewesen sein muss – zumal der Lift nicht direkt am Parkplatz startet, sondern etwas oberhalb, mitten auf der Wiese.
Dennoch hat es die Infrastruktur hier oben ins aktuelle Jahrhundert geschafft. Neben dem Gasthaus, das als moderner Neubau daherkommt, wirken auch die Lifthäuschen relativ neu. Sogar ein Pistenfahrzeug und ein Schneemobil können sie hier ihr Eigen nennen, auch wenn alles einen eher rudimentären Charme versprüht. Die Pistenmarkierungen sind spärlich, und der Skihang wird möglichst breit gewalzt. Wo jedoch Steine und Löcher für die Pistenraupe zu gross sind, macht man kurzerhand einen Bogen darum. Da heisst es, bei der Abfahrt stets die Augen offen zu halten, denn auf zusätzliche Markierungspfosten wird verzichtet! Immerhin sind die Stützen links und rechts der Lifttrasse mit den gängigen Polstern gesichert.
Vielleicht ist es genau diese Einfachheit, die dem Lift mit seinen zwei Abfahrten so viel Charme verleiht. Er verzichtet auf Luxus und überzeugt stattdessen mit seiner Ursprünglichkeit und der phänomenalen Aussicht. Für eingefleischte Skilift-Liebhaber ist ein einmaliger Besuch hier definitiv ein Erlebnis – für alle anderen reicht dieser Bericht vermutlich aus.
Dann hätten wir ein weiteres unbekanntes Gebiet auf unserer Übersichtskarte dokumentiert.
Ich hoffe dieser kurze Bericht gefällt und freue mich über eine Danksagung!
