Nach den guten Erfahrungen am letztjährigen WEF-Dienstag wollte ich dies auch gestern wiederholen. Sodann stand eine Tour durch die drei zur Zeit geöffneten Davoser Skigebiete auf dem Programm. Pischa und Rinerhorn sind WEF-bedingt bis einschließlich Freitag geschlossen.
Ich fuhr gestern die Tour von Madrisa über Parsenn zum Jakobshorn. Da ich mir statt Jakobshorn auch die Abfahrt nach Küblis offen halten wollte, parkte ich in Küblis hinter dem Coop, sodass sich bei der durchgeführten Tour ÖV-Abschnitte auch für die An- und Abfahrt ergaben, was aber mich nicht stört.
Ein paar mehr Details werde ich wieder an der jeweiligen Stelle schreiben.
Generell war gestern das Wetter wieder sehr gut. Über Nacht hatte es rund 5cm Neuschnee gegeben, was für die generell guten Pisten eher nicht zuträglich war. Überwiegend wurden die Pisten aber am Morgen nachpräpariert und blieben so auch tagsüber gut zu fahren. Einzelne nicht nachpräparierte Abfahrten waren dann merklich schlechter, wenn auch weiterhin gut fahrbar. Dies waren insbesondere Furka und Bräma.
Der Andrang war im Vergleich zum vergangenen Jahr größer. Es war weder wirklich leer, noch wirklich voll. In allen Skigebieten war moderater Andrang. An den Bahnen musste ich nie anstehen und auch auf den Pisten hatte man genügend Platz. In Savognin am Sonntag war es aber beispielsweise deutlich ruhiger.
Geöffnet war in den drei besuchten Teilskigebieten alles. Lediglich die Gipfelabfahrt am Jakobshorn war für ein Renntraining gesperrt.
Das WEF ist auch immer wieder ein „Erlebnis“. Die massive Polizei- und Militärpräsenz ist beeindruckend, genauso wie der Aufwand außen herum, wie z.B. mit dem provisorischen Heliport mit extra herbeigeschafften Flugfeldlöschfahrzeugen, etc.
Bei meiner heutigen Tour hatte ich aber an sich nur ganz wenige WEF-Einschränkungen zu beklagen.
Gefallen:
Nicht gefallen:
Daher:
Bilder:
Madrisa:
Wegen der geringen Verspätung des Postautos aus Küblis startete ich „erst“ um 08:17 Uhr in den gestrigen Skitag. Die zwei Minuten tun aber keinesfalls weh. Oben im Skigebiet fuhr ich alle geöffneten Abfahrten, mit Ausnahme der scheinbar schon länger nicht mehr präparierten schwarzen Abfahrt an der 6KSB, ab. Während Glatteggen unruhig war, waren alle anderen Abfahrten sehr gut. Insbesondere der „Hintenrum“-Teil hat mir wieder sehr gut gefallen.
Pistenstart an der 6KSB. Auf Madrisa wurden die wenigsten Abfahrten am Morgen noch einmal nachgewalzt. Zum Betriebsbeginn ist dies aber mehr als verschmerzbar und so lange war ich ja ohnehin nicht hier unterwegs
Glatteggen war vom Untergrund sehr unruhig. Hier war die Präparation offenbar nicht mehr all zu gut gewesen. Auf den anderen Abfahrten war aber sehr gut präpariert
Blick auf die Mittelstation
Ausblick von der Bergstation Schaffürgli
Der Hintenrum-Sektor an der Madrisa ist landschaftlich immer große Klasse
Die schwarze Hintenrum-Abfahrt machte mit der leichten Neuschneeauflage auf guter Präparation sehr viel Spaß
Blick aus dem SL Madrisa
Schöner Ausblick an dessen Bergstation
In diesem Sektor gäbe es noch viel weiteres Potential. Es ist aber auch ganz gut, dass es hier so ist, wie es ist
Die rote Hintenrum-Abfahrt war schon etwas mehr zerfahren, das war aber völlig unkritisch
Es ist wirklich sehr schön hier im hinteren Skigebietsteil, dass man nirgendwo Liftanlagen sieht.
Start in die Talabfahrt nach Klosters Dorf
Das Tal, durch das die Talabfahrt verläuft, ist eine ziemliche Kältekammer
Auf dem untersten Teil der Talabfahrt liefen noch die Kanonen.
Um 09:50 Uhr war ich dann wieder an der Talstation und nahm dann den Bus um 09:55 Uhr nach Klosters Platz
Parsenn:
Auf Parsenn herrscht zur Zeit mit dem Vollbetrieb ein hervorragendes Angebot. Man merkt einfach, dass die Schneelage doch sehr gut ist zur Zeit.
Auf Parsenn war, wie erwartet, am meisten los. Anstehen musste ich maximal 1-2 FBM. Auch auf den Pisten verteilte es sich in der Regel gut.
Die Pisten waren vor allem am Rapid hervorragend gut. Furka war oben offenbar nicht oder nur ungenügend nachpräpariert worden, sodass sich hier rasch Hügel bildeten. Überraschend gut war auch die Abfahrt bis zur Schifer Talstation. Hier habe ich bislang sehr oft hart-eisige Verhältnisse erlebt. Gestern war dies gar nicht der Fall.
Schöne Abfahrt zur Schwarzseealp mit herrlichem Ausblick zum Davosersee
Die Abfahrt am Mäder ist sehr ähnlich, aber kürzer und etwas schlechter wie die zur Schwarzseealp
Gruobenalp. Es war hier schon mehr los, als auf Madrisa
Blick aus dem Furka-Zipper, wo die Pisten im oberen Teil nicht allzu gut waren
Pistenstart am Furka-Zipper
Blick auf die Parsennhütte
Talstation Seetäli. Im Hintergrund die Gruobenalp
Ausblick von der Bergstation des SL Seetäli
Pistenstart im Seetäli. Die Abfahrt gefällt mir, vor allem unten heraus, von Mal zu Mal besser
Die oftmals rassige Abfahrt am SL Kreuzweg war gestern etwas unruhig
Die sehr breite Abfahrt oberhalb von Obersäss war dafür wieder sehr gut
Die Abfahrt runter zur Talstation der Schiferbahn war gestern auch richtig gut. Oftmals ist es hier ja eher eisig und abgerutscht. Gestern machte das richtig Spaß, wenn dann nicht das 20-25-minütige gegondle wäre...
Weiter unten auf der Abfahrt zur Schiferbahn
Blick aus der Schiferbahn auf den tollen Hang oberhalb von Obersäss. Wenn die neue Bahn wirklich ohne Mittelstation gebaut wird, wäre dies tatsächlich ein Verlust, denn dann muss man - auch bei schlechteren Bedingungen - immer ganz runter bis Schifer
Die Gipfelbahn fuhr durchgehend. Die 11:40 Uhr-Bahn verpasste ich wegen voller Kabine. Die Militäranlagen am Gipfel sind zur Zeit natürlich besetzt. Es fühlt sich komisch an, da mit Skiern mitten durch zu fahren. Gipfel Nord war auch eine der Pisten, die nicht nachpräpariert wurden. Sie machte dennoch viel Spaß und war deutlich besser, als Gipfel Ost
Weiter unten auf der Gipfel Nord. Eine KSB vom Kreuzweg hoch zum Gipfel wäre toll, dürfte aber für immer Wunschdenken bleiben
Blick aus der Totalpbahn
Gipfel Ost überzeugte mich gestern nicht
An SL Hauptertäli war es sehr leer und die Piste war in einem sehr guten Zustand
Die Totalppiste ging gestern auch sehr gut
Gute Totalppiste im unteren Bereich
Huereguet war die Rapid-Piste, sodass es gleich mehrere Wiederholungen gab. Einfach eine tolle Hochgescheindigkeitspiste
Blick auf den Höhenweg
Blick aus der Rapid-Sesselbahn auf diese grandiose Piste
Auch den Schlenker über den Speedrun bin ich mal gefahren. Wieso wird eigentlich der Skischulrun nicht mehr gepistet? Das wäre doch auch eine weitere schöne Alternative
Blick übers Hauptertäli in Richtung Arosa
An der Verzweigung Wasserscheide (links) und Totalp (rechts)
Unterer Teil der Wasserscheide-Abfahrt
Im Meierhoftäli wurde es schon gegen 13:30 Uhr schon wieder schattig. Da ich aber noch Zeit "totschlagen" musste, gab es auch hier zwei Wiederholungen. Die Piste war aber auch gut
Talstation Meierhoftäli, von wo aus rechts der Besenbinder startet
Der Besenbinder ist eine tolle, anspruchsvolle schwarze Talabfahrt zum Wolfgangpass ohne Rückbringeranlage
Da auch diese Piste nach dem Schneefall nicht frisch gepistet wurde waren insbesondere die durchaus sehr steilen Abschnitte durchaus anspruchsvoll zu fahren
Unten heraus zum Wolfgangpass läuft der Besenbinder dann wieder entspannt aus.
Am Wolfangpass treffe ich um ca. 14:00 Uhr ein. Ich nehme dann den nach WEF-Fahrplan verkehrende Ortsbus um 14:05 Uhr zum Bahnhof dort und steige dort in den RhB-Pendel zum Bahnhof Platz um. Dort komme ich um 14:22 Uhr an, sodass es locker auf die Jakobshornbahn um 14:30 Uhr reicht.
Jakobshorn:
Als letzte Station stand gestern noch das Jakobshorn an. Die Entscheidung hierfür und gegen die Küblis-Abfahrt war wohl eine gute, denn die Verhältnisse am Jakobshorn waren - mit Ausnahme Bräma - sehr gut. Teilweise habe ich manche Abfahrten noch nie so gut erlebt, was aber auch daran liegt, dass ich das Jakobshorn immer erst Nachmittags besuche. Besonders positiv hervorheben möchte ich die Abfahrt am Jatz Quattro.
Außerdem brachte der Besuch am Jakobshorn zwei Erstbefahrungen für mich mit. Zum Einen war für mich erstmalig die rote 2 am Bräma geöffnet. Zum Anderen konnte ich erstmals die tolle neue schwarze Talabfahrt nehmen, welche das Skigebiet deutlich aufwertet.
Blick aus dem Bräma-Jet
Die schwarze Abfahrt am Bräma vermochte nicht zu überzeugen. Sie war nicht nachpräpariert worden und der frische Neuschnee lag unangenehm auf einem sehr harten Untergrund.
Blick vom Bräma ins Landwassertal
Die für mich neue rote 2 am Bräma vermochte genauso wie ihr schwarzes Gegenstück nicht so recht überzeugen
Unten raus wird diese Abfahrt durchaus recht steil für eine rote Abfahrt
Jschalp
Die von unten gesehen linkeste Abfahrt am Usser Isch war hervorragend
Blick aus dem Usser-Isch-Sessel auf seine tolle Abfahrten. Die direkte Abfahrt wird offenbar zur Zeit nicht gemacht. Da die anderen Varianten sehr gut sind macht dies aber nichts
Die Abfahrt am Calvadeler-Bubble war so gut wie selten. Meist ist hier ja die Hölle los und die Piste hat darunter dann sehr gelitten
Blick zum Jatz-Quattro
Trassenblick des Calavadeler-Bubble
Pistenstart am Güggel
Die Abfahrt zum Jatz Quattro war so gut wie nie. Keine Frage also, dass es hier Wiederholungen geben sollte
Blick von der Jatzhütte zum Jakobshorn
Zum Ende des Skitags waren dann wieder die Pisten am Usser Isch dran, die noch sehr gut, wenngleich nicht so gut wie die am Jatz Quattro, waren
Abfahrt am Usser Isch
Als letzte Abfahrt ging es dann über die schwarze 7 am Usser Isch los ins Tal
Weiter ging es dann auf die neue tolle schwarze Talabfahrt
Die Abfahrt führt schön steil hinunter ins Tal. Die Pistenqualität war gestern sehr gut
Weiter unten auf der Abfahrt, die das Teilskigebiet massiv aufwertet und bei einer allfälligen Tour durch alle 4 Davoser Skigebiete etwas mehr Zeit verschafft, da man über die neue Abfahrt deutlich schneller im Tal ist, als über die alte blaue Talabfahrt
Der Schlusshang der neuen Talabfahrt ist wirklich verdammt steil. Cool!
Übungshang im Davoser Talboden an der unteren Sektion der 2KSB
Blick auf Davos Platz über die Bolgenschanze.
Um 16:10 Uhr war ich dann wieder im Tal und nahm dann die RhB um 16:25 Uhr wieder hinab nach Küblis.
Fazit:
Das war gestern schon ein cooler Tag, wenn auch er nicht so gut war, wie der Tag letztes Jahr während des WEF. Die Kombination der drei Skigebiete machte viel Spaß und sorgte für viel Abwechslung.
Überrascht war ich dennoch, wie "viel" trotz - oder wegen - des WEF los war. Es war nicht voll, aber auch keinesfalls leer.
