Val d'Anniviers | Post-Ostern 2026 | Zinal Flop; St-Luc Top
Verfasst: 14.04.2026, 20:54
Meine Partnerin hat es letztes Jahr während der Osterferien in Val-d'Isère (Bericht) sehr angetan. Sie schwärmte das ganze Jahr davon zu Ostern auf geniale Pisten zu fahren mit wenig Leute. Klar, wenn die bessere Hälfte so von Skifahren zu Ostern schwärmt muss man das unterstützen und auch dieses Jahr was planen. Da wir beiden den MagicPass haben, entschieden wir uns für ein MP-Gebiet. Saas Fee, da waren wir bereits gemeinsam zu Ostern 2022. Und ich schon diese Saison in Dezember (Bericht). Aber siehe da, das Val d'Anniviers bietet noch einige Unterkünfte zu vernünftigen Preisen an. Wieso mal nicht nach Grimentz? Der Ort ist jedenfalls romantisch, bildhübsch und das Gebiet bietet ein grandioses Panorama. Das es 'etwas' kleiner ist als Val-d'Isère macht für uns nichts, solange genügend Abwechslung vorhanden ist. Und das bietet das Val d'Anniviers auf jeden Fall mit Vercorin und St-Luc/Chandolin als weitere Optionen, dazu überall Vollbetrieb, ausser die geschlossene Skiroute «Vallon d'Orzival» von Grimentz nach Vercorin.
Am Vorabend reisten wir gemütlich über Bern und Lötschberg an. Da die meisten am Ostermontag nach Norden fahren, war in südliche Richtung nichts los und wir konnten direkt auf dem Autoverlad drauf fahren und nach nichtmal eine Minute fuhr sie nach Goppenstein los. Das Hotel bietet leider keinen eigenen Parkplatz, aber es hat direkt öffentliche Parkplätze von der Gemeinde vor dem Hotel. Man muss leider eine Mehrtagesbewilligung über Parkingpay für 10 CHF pro Tag kaufen. Immerhin: Die Bewilligung ist im ganzen Gemeindegebiet, also ganz Val d'Anniviers gültig, also auch in St-Luc, Chandolin und Vercorin!
1. Skitag: Grimentz-Zinal Schön, aber etwas mühsehlig ist der Weg vom Hotel zur Bahn. Das ist zwar nicht weit und verläuft einmal quer durchs alte Dorf von Grimentz, aber mit Ski und Skischuhen doch nicht so angenehm. Gibt Saas Fee oder Zermatt-Feeling. Ein Bus gibt es zwar auch, aber nicht allzu oft. Also laufen wir und wählen an der Talstation erstmal die EUB mit Stehgondeln zum «Bendolla». Oben in der Halle doch recht viel los und so warten wir ganz spontan bereits 5 min... Oeweh, wie war das nochmal mit Ostern und wenig Betrieb?
Oben angekommen fahren wir grad weiter mit der 6-KSB «Col du Pouce». Dank 180-Grad Einstieg konnten wir trotz kleine Schlange sehr schnell einsteigen. Prima. So darf es dann gerne weiter gehen.
Oben angekommen fahren wir mehrmals diverse Varianten am Ankerlift «Becs de Bosson». Pisten sind hart aber griffig und nicht allzuviel los, deshalb verbringen wir die ersten Abfahrten oben.
Unten angekommen entscheiden wir uns spontan mal der Seite von Zinal anzuschauen. Vielleicht ist es dort ein wenig leerer? Jedenfalls ist an der PB kaum was los und diese fährt pünktlich alle Runde Viertelstunde.
Die rote Abfahrt «Durand» war immerhin noch nicht soviel befahren im oberen Teil und deshalb auch noch sehr gut in Schuss. Das macht Spass neben der sonstige verspurte und verbuckelte Pisten. Doch ganz ohne Buckel kommen wir auch nicht unten an, der untere Teil «Coupe du monde» war dann wiederum über ein Haufen geworfener Sulz.
Wir essen was am «Espace Weisshorn» und genehmigen später noch einen Drink an der «Marmotte» Skihütte. Ebenso fahren wir mehrmals diverse Runden am 4-KSB «Chiesso» und fahren durch den Funpark. So kriegt man der Zeit zwar um, aber so richtig Spass macht das ganze nicht. Und am fixen 4-SB «Corne» steht bis etwa 15 Uhr eine Warteschlange, wobei die dazu gehörige Pisten komplett verbuckelt sind und die Talabfahrt seit 12 Uhr wegen Lawinengefahr geschlossen. Was ist an dem «Corne de Sorebois» so Speziell? Wir verstanden der Ansturm jedenfalls nicht.
Unten angekommen gaben wir unseren Ski im «Skiroom» ab, damit wir damit nicht bis ins Hotel laufen mussten. Kostenpunkt: 6 CHF pro Paar Ski. Naja, es ist mal ein Versuch Wert.
Tagesfazit: Wir waren generell recht enttäuscht wie viel los war heute. Klar, auf den Bildern sieht man regelmässig leere Pisten. Die haben wir uns aber auch ausgesucht. Trotzdem muss man je nachdem wieder vor diverse Lifte warten. Und bei den Abfahrten auch alles ausser Privatski. Ist das jetzt der MagicPass-Effekt? Oder ist Grimentz-Zinal einfach eine sehr populäre Destination, was wir einfach unterschätzt haben, und meine letzte Besuche in 2019 und 2020 einfach ausserhalb vom Hauptsaison waren?
Auffällig viele Belgier waren in Zinal zu hören. Und besonders ganz viele Skilager mit Kinder alle Jahresklassen. In Grimentz auch regelmässig Englisch, sowohl Brittisch als mit Amerikanischen Akzent. Sobald man aber zu Fuss durch das örtchen lief, war alles wie fasst ausgestorben und von der Leute sehr überschaubar.
Der Schnee war auf der Zinal-Seite auch alles ausser schön. Zum Glück waren wir am Vormittag erst noch auf der Grimentzer Seite, somit kann der Tag noch mit 7 von 10 Punkten 'gerettet' werden. Nur Zinal würde 5 oder höchstens 6 von 10 Punkten schaffen. Schade.
Das zumindest war meine Meinung übers essen. Meine Partnerin würde nie mehr Chinoise im Restaurant essen, sie war etwas enttäuscht. Dafür wiedermal Bourguignonne wie letzes Jahr in Val-d'Isère. Zwar präferiere ich grundsätzlich Bourguignonne über Chinoise, aber ich war äusserst zufrieden mit dem Fleisch. Wie sagt man so schön: Geschmäcker sind verschieden.
2. Skitag: Zinal-Grimentz Da wir gestern die Talabfahrt «Chamois» aufgrund Lawinengefahr nicht fahren konnten, wollten wir diese unbedingt noch nachholen am frühen morgen, bevor er wieder zeitlich gesperrt wird. Zwar war ich bereits zwei Mal in dem Gebiet, aber hab es noch nie über diese Talabfahrt geschafft. Zeit das zu ändern!
Wir holen unseren Ski im Skiroom ab, und konnten direkt in der PB einsteigen, bevor er losgefahren ist. So mag ich gern in den Tag starten.
Aber der Abfahrt geht anschliessend recht lange in ein Ziehweg rüber, welche noch endlos lang bis Grimentz runter führt. Zwar recht zügig und mit genug Gefälle, aber nicht sonderlich spektakulair. Zum Schluss endet man auf einem Parkplatz, recht weit weg von der Talstation der PB und EUB. Ein Busshuttle wie in St-Luc war nicht zu sehen und jeder nahm seine Ski auf den Schulter und lief davon. So auch wir. In der heisse Sonne. Schon verrückt: Da zahlen wir 6 CHF pro Person um die Ski einmal nicht ins Hotel bringen zu müssen, und dann kompensiert man es gleich wieder mit so eine Abfahrt. Naja, ist schon OK. Aber nur einmal.
Da wir nicht mehr weiter im Teilgebiet von Zinal fahren wollen, war die Wahl für die EUB ins Grimentzer Teilgebiet «Bendolla» naheliegend. Oben angekommen bereits feinster Sulz überall, und noch mehr Leute als gestern. Aus der EUB war bereits eine rechte Schlange vor der 6-KSB «Col du Pouce» zu sehen, also fahren wir erstmal zum 4-KSB «Grands Plans»
Ja, ja, ich weiss, dass jetzt diejenigen die sonst viel in Österreich fahren vielleicht ein wenig schmunzeln müssen. Aber das hier nennen wir für Schweizer Verhältnisse schon viel los. Und btw... wir sind hier nicht in Zermatt, Saas Fee, Crans-Montana oder Verbier... das hier ist Grimentz! (...of all places...) Wir lassen uns es mal durch den Kopf gehen, ob es ggf. in Grächen ohne MP auch so viel los wäre? Die Hoffnungen meiner Partnerin auf ein schönen letzten Skitag in St-Luc schmelzen dahin. Und ich überdenke ehrlich gesagt auch, ob der morgige Tag wirklich noch schön wird. Immerhin schaut man immer wieder rüber auf St-Luc und sieht wie die Pisten dort in der Sonne «gebacken» und «gebraten» werden.
Das ganze drückt doch ein wenig die Stimmung. Schnee nicht so toll, heiss und einfach viel zu viele Leute für unseren Geschmack (Alpes Vaudoises fanden wir in den Sportferien angenehmer, siehe Bericht). Immerhin war es im alten Örtchen von Grimentz wieder schön leer. Das war maximal ein 6 von 10 Punkten Skitag. Das wir auch ein paar schöne Abfahrten noch hatten, macht der Tag gerade noch genügend.
Am Abend kam die Lebensfreude wieder zurück. Wir gingen noch einmal auf Entdeckungstour durch eines der schönsten Dörfer der Schweiz.
Dank der schönen Abend und feinen essen gehen wir zufrieden ins Bett. Ski und Schuhe bereits ins Auto geladen für den nächsten Tag. Probieren wir es mal mit St-Luc!
3. Skitag: Chandolin / St-Luc
Nach dem Frühstück steigen wir gleich ins Auto und fahren los in Richtung St-Luc. Nicht über die Hauptroute mit vielen Kehren via Vissoie, sondern über die schmalere Strecke via Ayer. Dadurch spart man recht viel Höhenmeter runter und wieder hoch, und viele Kehren. Dazu mal was anderes als die Wege, die ich im Val d'Anniviers schon recht gut (insbesondere vom Sommer) kenne.
Da wir keine Lust auf Lauferei von Auto zum Lift haben, fahren wir gleich durch bis Chandolin, wo man direkt unterhalb vom 4-KSB «Le Tsapé» am Strassenrand parkieren kann. In St-Luc muss man bekanntlich vor dem Örtchen ein Parkplatz suchen, und dann rüber zum Standseilbahn laufen. Und wenn es ganz vorne kein Parkplatz mehr gibt, muss man noch weiter weg parkieren. Nicht ideal. In Chandolin ist dafür viel Platz und als wir am Parkplatz eintrafen ging mein Herz auf: Kaum ein Auto steht hier! Was...?! Wird es dann doch noch ein Knaller-Tag für uns geben? (Spoiler: JA!
)
Genau SO haben wir uns Osterskifahren vorgestellt. Die Vorfreude steigt ins unermessliche! Los gehts mit der Fahrt zum Illhorn!
Auch der KSSL am Illhorn ist für mich ein echtes Highlight. Die Trassierung macht schon Spass. Ich geniesse die Fahrt jedes Mal so sehr, dass ich vergessen hab 1-2 Bilder zu machen. Nach ein paar Fahrten geht es weiter mit der fixen 4-SB «Le Rotsé» ins Teilgebiet von St-Luc.
Wir genehmigen uns ein kleinen Raclette für 5,50 CHF (!) und Tagessuppe vor der gemütliche Hütte von «La Coha». Anschliessend geht es weiter von Bella-Tola bis runter nach «Le Prilet», wo ab 14 Uhr wieder Shuttle-Busse fahren sollen.
Unten an der Hütte von «Le Prilet» angekommen müssen wir nichtmal warten, und schon kam bereits ein Shuttle-Bus kurz vor 14 Uhr. So konnten wir gleich einsteigen und zum Standseilbahn in St-Luc weiterfahren. Sehr schön. Dort fährt zwar der Standseilbahn bereits vor unsere Ankunft ab, aber die nächste Fahrt lässt kaum lange auf sich warten.
Unser Ziel ist es vom «Col des Ombrintzes» direkt bis nach Chandolin runter zu fahren. Laut Online-Pistenplan ist die Rothornpiste auch weiterhin geöffnet. Aber nach unsere Safari durchs Skigebiet ist vor Ort dann doch alles sorgfältig wegen Lawinengefahr abgesperrt. Schade, denn diese Piste wäre ich gern noch zurück gefahren. Also geht es abermals zur 6-KSB «La Foret» und begrüssen die Waldgesichter noch einmal ungeplant.
Zufrieden beenden wir unseren Skitag um 15:30 Uhr, um so noch zeitig wieder nach Hause zu kommen. Genau wie diesen Skitag haben wir unsere ganzen Osterskiferien vorgestellt. Sonne pur, gut präparierte Pisten, wenig Leute, entspannte Atmosphäre uzw. Es war für uns einfach Perfekt. 10 von 10 Punkten, trotz geschlossene Rothornpiste am Nachmittag. Aber wir waren auch selbst Schuld damit bis zum Schluss zu warten, dennoch hätte man dies im Online-Pistenplan aktualisieren können. Aber das ist nach den gestrigen Tag echt meckern auf sehr hohem Niveau. St-Luc/Chandolin hat voll abgeliefert nach der Enttäuschung von Grimentz-Zinal.
Der hohe Andrang in Grimentz-Zinal ist also nicht unbedingt mit dem MagicPass erklärbar. St-Luc/Chandolin ist auch ein MP-Gebiet und war im Vergleich dazu ausgestorben. Wo in St-Luc gefühlt nur Locals und Deutschschweizer unterwegs waren, war besonders Zinal auch voll mit ausländische Gäste. Eben besonders aus Belgien und UK, mit auch viele Kinderskilager, aber auch Franzosen und Deutsche. Zwar war unser Hotel nicht ausgebucht, und machte der Ort Grimentz selbst ein gemütlichen Eindruck, aber auf der Piste präsentierte sich eben ein anderes Bild. Nächstes Mal fahren wir sehr gerne wieder nach St-Luc bzw. Chandolin, lassen aber Grimentz (zumindest zum Skifahren) in den Osterferien links liegen.
Die Rückreise von Val d'Anniviers erfolgte nicht über bzw. durch den Lötschberg, sondern aussenrum via Martigny, Montreux und Fribourg. Ansich die schnellere Route, wenn beide Staufrei sind. Speziell war besonders rundum Fribourg doch sehr rücksichtloses Verhalten von vielen Autofahrer, was ich so selten in der Schweiz erlebt habe. Besonders auf dem Beifahrersitz war das echt auffällig, weil ich nicht nur uns, sondern auch das drumherum beobachten konnte. Meine Partnerin fuhr schon gut 10 km/h über dem Limit, aber trotzdem war es besonders auf der A12 von Vevey bis Flamatt ein kontinuierliches Gedränge von Leuten die 'dringend' 150-170 km/h auf der Autobahn fahren mussten. Zwar wird im Wallis auf der A9 auch recht schnell gefahren, aber nicht so asozial mit drängeln, wegdrücken, rechtsüberholen uzw. Da musste die Fribourger Polizei mal genauer hinschauen. Ich fahre selbst auch gern zügig und schnell, besonders in Deutschland gerne auch mal 200+ auf leere Strecke, aber nicht im Feierabendverkehr und schon gar nicht so in der Schweiz. Anscheinend hat man in Fribourg wohl wenig für Bussgelder zu befürchten, damit die Leuten sich solche Fahrkünste leisten können. Immerhin sind wir wieder gut zuhause angekommen.
Am Vorabend reisten wir gemütlich über Bern und Lötschberg an. Da die meisten am Ostermontag nach Norden fahren, war in südliche Richtung nichts los und wir konnten direkt auf dem Autoverlad drauf fahren und nach nichtmal eine Minute fuhr sie nach Goppenstein los. Das Hotel bietet leider keinen eigenen Parkplatz, aber es hat direkt öffentliche Parkplätze von der Gemeinde vor dem Hotel. Man muss leider eine Mehrtagesbewilligung über Parkingpay für 10 CHF pro Tag kaufen. Immerhin: Die Bewilligung ist im ganzen Gemeindegebiet, also ganz Val d'Anniviers gültig, also auch in St-Luc, Chandolin und Vercorin!
1. Skitag: Grimentz-Zinal Schön, aber etwas mühsehlig ist der Weg vom Hotel zur Bahn. Das ist zwar nicht weit und verläuft einmal quer durchs alte Dorf von Grimentz, aber mit Ski und Skischuhen doch nicht so angenehm. Gibt Saas Fee oder Zermatt-Feeling. Ein Bus gibt es zwar auch, aber nicht allzu oft. Also laufen wir und wählen an der Talstation erstmal die EUB mit Stehgondeln zum «Bendolla». Oben in der Halle doch recht viel los und so warten wir ganz spontan bereits 5 min... Oeweh, wie war das nochmal mit Ostern und wenig Betrieb?
Oben angekommen fahren wir grad weiter mit der 6-KSB «Col du Pouce». Dank 180-Grad Einstieg konnten wir trotz kleine Schlange sehr schnell einsteigen. Prima. So darf es dann gerne weiter gehen.
Oben angekommen fahren wir mehrmals diverse Varianten am Ankerlift «Becs de Bosson». Pisten sind hart aber griffig und nicht allzuviel los, deshalb verbringen wir die ersten Abfahrten oben.
Unten angekommen entscheiden wir uns spontan mal der Seite von Zinal anzuschauen. Vielleicht ist es dort ein wenig leerer? Jedenfalls ist an der PB kaum was los und diese fährt pünktlich alle Runde Viertelstunde.
Die rote Abfahrt «Durand» war immerhin noch nicht soviel befahren im oberen Teil und deshalb auch noch sehr gut in Schuss. Das macht Spass neben der sonstige verspurte und verbuckelte Pisten. Doch ganz ohne Buckel kommen wir auch nicht unten an, der untere Teil «Coupe du monde» war dann wiederum über ein Haufen geworfener Sulz.
Wir essen was am «Espace Weisshorn» und genehmigen später noch einen Drink an der «Marmotte» Skihütte. Ebenso fahren wir mehrmals diverse Runden am 4-KSB «Chiesso» und fahren durch den Funpark. So kriegt man der Zeit zwar um, aber so richtig Spass macht das ganze nicht. Und am fixen 4-SB «Corne» steht bis etwa 15 Uhr eine Warteschlange, wobei die dazu gehörige Pisten komplett verbuckelt sind und die Talabfahrt seit 12 Uhr wegen Lawinengefahr geschlossen. Was ist an dem «Corne de Sorebois» so Speziell? Wir verstanden der Ansturm jedenfalls nicht.
Unten angekommen gaben wir unseren Ski im «Skiroom» ab, damit wir damit nicht bis ins Hotel laufen mussten. Kostenpunkt: 6 CHF pro Paar Ski. Naja, es ist mal ein Versuch Wert.
Tagesfazit: Wir waren generell recht enttäuscht wie viel los war heute. Klar, auf den Bildern sieht man regelmässig leere Pisten. Die haben wir uns aber auch ausgesucht. Trotzdem muss man je nachdem wieder vor diverse Lifte warten. Und bei den Abfahrten auch alles ausser Privatski. Ist das jetzt der MagicPass-Effekt? Oder ist Grimentz-Zinal einfach eine sehr populäre Destination, was wir einfach unterschätzt haben, und meine letzte Besuche in 2019 und 2020 einfach ausserhalb vom Hauptsaison waren?
Auffällig viele Belgier waren in Zinal zu hören. Und besonders ganz viele Skilager mit Kinder alle Jahresklassen. In Grimentz auch regelmässig Englisch, sowohl Brittisch als mit Amerikanischen Akzent. Sobald man aber zu Fuss durch das örtchen lief, war alles wie fasst ausgestorben und von der Leute sehr überschaubar.
Der Schnee war auf der Zinal-Seite auch alles ausser schön. Zum Glück waren wir am Vormittag erst noch auf der Grimentzer Seite, somit kann der Tag noch mit 7 von 10 Punkten 'gerettet' werden. Nur Zinal würde 5 oder höchstens 6 von 10 Punkten schaffen. Schade.
Das zumindest war meine Meinung übers essen. Meine Partnerin würde nie mehr Chinoise im Restaurant essen, sie war etwas enttäuscht. Dafür wiedermal Bourguignonne wie letzes Jahr in Val-d'Isère. Zwar präferiere ich grundsätzlich Bourguignonne über Chinoise, aber ich war äusserst zufrieden mit dem Fleisch. Wie sagt man so schön: Geschmäcker sind verschieden.
2. Skitag: Zinal-Grimentz Da wir gestern die Talabfahrt «Chamois» aufgrund Lawinengefahr nicht fahren konnten, wollten wir diese unbedingt noch nachholen am frühen morgen, bevor er wieder zeitlich gesperrt wird. Zwar war ich bereits zwei Mal in dem Gebiet, aber hab es noch nie über diese Talabfahrt geschafft. Zeit das zu ändern!
Wir holen unseren Ski im Skiroom ab, und konnten direkt in der PB einsteigen, bevor er losgefahren ist. So mag ich gern in den Tag starten.
Aber der Abfahrt geht anschliessend recht lange in ein Ziehweg rüber, welche noch endlos lang bis Grimentz runter führt. Zwar recht zügig und mit genug Gefälle, aber nicht sonderlich spektakulair. Zum Schluss endet man auf einem Parkplatz, recht weit weg von der Talstation der PB und EUB. Ein Busshuttle wie in St-Luc war nicht zu sehen und jeder nahm seine Ski auf den Schulter und lief davon. So auch wir. In der heisse Sonne. Schon verrückt: Da zahlen wir 6 CHF pro Person um die Ski einmal nicht ins Hotel bringen zu müssen, und dann kompensiert man es gleich wieder mit so eine Abfahrt. Naja, ist schon OK. Aber nur einmal.
Da wir nicht mehr weiter im Teilgebiet von Zinal fahren wollen, war die Wahl für die EUB ins Grimentzer Teilgebiet «Bendolla» naheliegend. Oben angekommen bereits feinster Sulz überall, und noch mehr Leute als gestern. Aus der EUB war bereits eine rechte Schlange vor der 6-KSB «Col du Pouce» zu sehen, also fahren wir erstmal zum 4-KSB «Grands Plans»
Ja, ja, ich weiss, dass jetzt diejenigen die sonst viel in Österreich fahren vielleicht ein wenig schmunzeln müssen. Aber das hier nennen wir für Schweizer Verhältnisse schon viel los. Und btw... wir sind hier nicht in Zermatt, Saas Fee, Crans-Montana oder Verbier... das hier ist Grimentz! (...of all places...) Wir lassen uns es mal durch den Kopf gehen, ob es ggf. in Grächen ohne MP auch so viel los wäre? Die Hoffnungen meiner Partnerin auf ein schönen letzten Skitag in St-Luc schmelzen dahin. Und ich überdenke ehrlich gesagt auch, ob der morgige Tag wirklich noch schön wird. Immerhin schaut man immer wieder rüber auf St-Luc und sieht wie die Pisten dort in der Sonne «gebacken» und «gebraten» werden.
Das ganze drückt doch ein wenig die Stimmung. Schnee nicht so toll, heiss und einfach viel zu viele Leute für unseren Geschmack (Alpes Vaudoises fanden wir in den Sportferien angenehmer, siehe Bericht). Immerhin war es im alten Örtchen von Grimentz wieder schön leer. Das war maximal ein 6 von 10 Punkten Skitag. Das wir auch ein paar schöne Abfahrten noch hatten, macht der Tag gerade noch genügend.
Am Abend kam die Lebensfreude wieder zurück. Wir gingen noch einmal auf Entdeckungstour durch eines der schönsten Dörfer der Schweiz.
Dank der schönen Abend und feinen essen gehen wir zufrieden ins Bett. Ski und Schuhe bereits ins Auto geladen für den nächsten Tag. Probieren wir es mal mit St-Luc!
3. Skitag: Chandolin / St-Luc
Nach dem Frühstück steigen wir gleich ins Auto und fahren los in Richtung St-Luc. Nicht über die Hauptroute mit vielen Kehren via Vissoie, sondern über die schmalere Strecke via Ayer. Dadurch spart man recht viel Höhenmeter runter und wieder hoch, und viele Kehren. Dazu mal was anderes als die Wege, die ich im Val d'Anniviers schon recht gut (insbesondere vom Sommer) kenne.
Da wir keine Lust auf Lauferei von Auto zum Lift haben, fahren wir gleich durch bis Chandolin, wo man direkt unterhalb vom 4-KSB «Le Tsapé» am Strassenrand parkieren kann. In St-Luc muss man bekanntlich vor dem Örtchen ein Parkplatz suchen, und dann rüber zum Standseilbahn laufen. Und wenn es ganz vorne kein Parkplatz mehr gibt, muss man noch weiter weg parkieren. Nicht ideal. In Chandolin ist dafür viel Platz und als wir am Parkplatz eintrafen ging mein Herz auf: Kaum ein Auto steht hier! Was...?! Wird es dann doch noch ein Knaller-Tag für uns geben? (Spoiler: JA!
Genau SO haben wir uns Osterskifahren vorgestellt. Die Vorfreude steigt ins unermessliche! Los gehts mit der Fahrt zum Illhorn!
Auch der KSSL am Illhorn ist für mich ein echtes Highlight. Die Trassierung macht schon Spass. Ich geniesse die Fahrt jedes Mal so sehr, dass ich vergessen hab 1-2 Bilder zu machen. Nach ein paar Fahrten geht es weiter mit der fixen 4-SB «Le Rotsé» ins Teilgebiet von St-Luc.
Wir genehmigen uns ein kleinen Raclette für 5,50 CHF (!) und Tagessuppe vor der gemütliche Hütte von «La Coha». Anschliessend geht es weiter von Bella-Tola bis runter nach «Le Prilet», wo ab 14 Uhr wieder Shuttle-Busse fahren sollen.
Unten an der Hütte von «Le Prilet» angekommen müssen wir nichtmal warten, und schon kam bereits ein Shuttle-Bus kurz vor 14 Uhr. So konnten wir gleich einsteigen und zum Standseilbahn in St-Luc weiterfahren. Sehr schön. Dort fährt zwar der Standseilbahn bereits vor unsere Ankunft ab, aber die nächste Fahrt lässt kaum lange auf sich warten.
Unser Ziel ist es vom «Col des Ombrintzes» direkt bis nach Chandolin runter zu fahren. Laut Online-Pistenplan ist die Rothornpiste auch weiterhin geöffnet. Aber nach unsere Safari durchs Skigebiet ist vor Ort dann doch alles sorgfältig wegen Lawinengefahr abgesperrt. Schade, denn diese Piste wäre ich gern noch zurück gefahren. Also geht es abermals zur 6-KSB «La Foret» und begrüssen die Waldgesichter noch einmal ungeplant.
Zufrieden beenden wir unseren Skitag um 15:30 Uhr, um so noch zeitig wieder nach Hause zu kommen. Genau wie diesen Skitag haben wir unsere ganzen Osterskiferien vorgestellt. Sonne pur, gut präparierte Pisten, wenig Leute, entspannte Atmosphäre uzw. Es war für uns einfach Perfekt. 10 von 10 Punkten, trotz geschlossene Rothornpiste am Nachmittag. Aber wir waren auch selbst Schuld damit bis zum Schluss zu warten, dennoch hätte man dies im Online-Pistenplan aktualisieren können. Aber das ist nach den gestrigen Tag echt meckern auf sehr hohem Niveau. St-Luc/Chandolin hat voll abgeliefert nach der Enttäuschung von Grimentz-Zinal.
Der hohe Andrang in Grimentz-Zinal ist also nicht unbedingt mit dem MagicPass erklärbar. St-Luc/Chandolin ist auch ein MP-Gebiet und war im Vergleich dazu ausgestorben. Wo in St-Luc gefühlt nur Locals und Deutschschweizer unterwegs waren, war besonders Zinal auch voll mit ausländische Gäste. Eben besonders aus Belgien und UK, mit auch viele Kinderskilager, aber auch Franzosen und Deutsche. Zwar war unser Hotel nicht ausgebucht, und machte der Ort Grimentz selbst ein gemütlichen Eindruck, aber auf der Piste präsentierte sich eben ein anderes Bild. Nächstes Mal fahren wir sehr gerne wieder nach St-Luc bzw. Chandolin, lassen aber Grimentz (zumindest zum Skifahren) in den Osterferien links liegen.
Die Rückreise von Val d'Anniviers erfolgte nicht über bzw. durch den Lötschberg, sondern aussenrum via Martigny, Montreux und Fribourg. Ansich die schnellere Route, wenn beide Staufrei sind. Speziell war besonders rundum Fribourg doch sehr rücksichtloses Verhalten von vielen Autofahrer, was ich so selten in der Schweiz erlebt habe. Besonders auf dem Beifahrersitz war das echt auffällig, weil ich nicht nur uns, sondern auch das drumherum beobachten konnte. Meine Partnerin fuhr schon gut 10 km/h über dem Limit, aber trotzdem war es besonders auf der A12 von Vevey bis Flamatt ein kontinuierliches Gedränge von Leuten die 'dringend' 150-170 km/h auf der Autobahn fahren mussten. Zwar wird im Wallis auf der A9 auch recht schnell gefahren, aber nicht so asozial mit drängeln, wegdrücken, rechtsüberholen uzw. Da musste die Fribourger Polizei mal genauer hinschauen. Ich fahre selbst auch gern zügig und schnell, besonders in Deutschland gerne auch mal 200+ auf leere Strecke, aber nicht im Feierabendverkehr und schon gar nicht so in der Schweiz. Anscheinend hat man in Fribourg wohl wenig für Bussgelder zu befürchten, damit die Leuten sich solche Fahrkünste leisten können. Immerhin sind wir wieder gut zuhause angekommen.