Auch hier hat es geschneit. Unser Hotel ist nicht mehr ganz taufrisch, aber bei echt japanischen Unterkünften ist das oft so. Dafür sind die Betreiber extrem nett, und obwohl sie fast kein Englisch sprechen, funktioniert die Kommunikation mit Übersetzungstools am Handy und mit Händen und Füßen recht gut. Wir werden auch mit einem traumhaften Essen aus am Tisch gegrilltem regionalen Rindfleisch und Gemüse, Knoblauch-Reis und Karottensalat mit japanischer Petersilie verwöhnt
Nächtlicher Blick über den Ort:
Es dampfen überall die heißen schwefelhaltigen Quellen. Dass es überhaupt einen echten Ort direkt am Fuße des Skigebietes gibt, ist in Japan übrigens extrem selten.
Morgens ist unser kleines Auto gut eingeschneit, bevor die Ski ausgeladen werden können muss es erstmal etwas vom Schnee befreit werden.
Das heutige Skigebiet heißt wie der Ort, also ebenfalls "Zao Onsen", und ist für japanische Verhältnisse recht groß. Angeblich sogar nach Fläche das größte, auch wenn ich das etwas bezweifele. Pistenplan: https://www.zao-ski.or.jp/wp/wp-content ... en-map.pdf
Bis zur Piste hat es ca. 200 Meter Fußweg auf der Straße, die so schneebedeckt ist, dass wir sie am Rückweg auf den Ski abfahren können. Gut sichtbar die Stütze der Zao Chuo Rope Way, in den 1970ern von Nippon Cable erbaut. Chuo steht dabei für das Zentrum, wir starten mitten im Ort.
Und dann beginnt das neue Jahr mit ein paar Schwüngen auf einer Piste, die mit etwas Neuschnee nach dem Präparieren schön und einfach zu fahren ist.
Der "Tripule" Lift erschließt eine nette Anfängerpiste, die ich aber etwas zu langweilig finde.
Blick aus der Pendelbahn.
Oben erwartet uns ein Cafe das vom Ausgang nach sehr gutem Kaffee und frischem Gebäck riecht. Also schauen wir herein. Der Cappuccino ist großartig, ebenso die etwas zu groß geratenen Croissants.
Ansonsten gibt es interessante Fusion-Küche:
Männchen müssen hier Snowboarden, Weibchen skifahren um aufs Klo zu düften?
Aber für alle, die bunt sind, gibt es keine Barrieren.
Direkt vor der Bergstation endet ein gedoppelter Doppelsessellift, die Piste schaut auch eher langweilig aus. Ein netter Japaner mit fetten Powderlatten sieht mich im Pistenplan blättern und empfiehlt mit die Pisten Nummer 17. Dort wollte ich eh hin, aber der Hinweis auf die Piste zum Verbindungslift war hilfreich. Das war ein weiterer, etwas versteckter, gedoppelter DSB.
Und dann ein langer Flacher Ziehweg.
Die Piste 17 heißt "Sailer Course", und am unteren Ende steht diese Toni Sailer Gedenkstein.
Sogar mit (schwer lesbarer) deutschsprachiger Inschrift.
Der dazugehörige Lift ist mal wieder ein gedoppelter DSB, aber ein Teil ist Stillgelegt. Zum Einstieg geht es über eine Rampe bergauf.,
Anstatt aber gleich die Sailerpiste abzufahren, gilt es zu erst den höchsten Punkt des Skigebietes mit der Jizo Sacho Station zu erkunden. Diese wird von einem Funitel erschlossen, das aber wieder über einen Ziehweg erschlossen wird, der mir selbst als Loipe zu langweilig wäre.
Immerhin mehr Sitzplätze als in Hintertux:
Oben soll man eigentlich die bekannten "Snow Monster" sehen, aber weder hat es viel sicht, noch reicht der Schnee um die Bäume völlig zu umschließen:
Die Sailerpiste ist dann schön und recht steil, aber irgendwie auch sehr kurz:
Die Rückkehr in den Ort erfolgt dann zu Abwechslung mal wieder über eine Art Loipe inklusive längerer Bergaufpassage. Das nächste Mal nehme ich Langlaufski mit!
Die Hänge hinunter in den Ort sind dann endlich etwas steiler. Unten wird es dann flacher, und es meldet sich mal wieder eine gedoppelte DSB:
Der Onsen No.4 Quad hat nur eine Piste, aber dafür immerhin eine Haube, was bei kaltem Wetter und Schneefall von Vorteil ist. Die Piste nett sich "Hahnenkamm" und soll von der FIS homologiert sein. Neben ein paar rassigen steileren Stücken kommen dabei auch die Gleitpassagen nicht zu kurz.
Langsam geht uns die Zeit aus, und auch wenn wir nicht das gesamte Skigebiet gesehen haben, bin ich doch froh nicht einen ganzen zweiten Tag hier verbracht zu haben. Zurück zum Hotel quert die Piste eine sehr schmale Brücke. Von dieser sieht man den sehr schönen Onsen im Flußbett denn wir vor 9,5 Jahren schon mal besucht haben, nach interessanten Sommerski und Wandertagen am Mt. Gassan.
