Am heutigen Samstag stand Skifahren im Engadin auf dem Programm. Von meiner Unterkunft im Albulatal ist St. Moritz in vertretbaren 60min erreichbar.
Ich fürchtete, dass heute angesichts der sehr guten Wettervorhersage sehr viel los sein würde. Dies wurde aber glücklicherweise zumindest auf Corviglia überhaupt nicht bestätigt.
Auf Corviglia war es auch am Vormittag teils gespenstisch leer. Die Singleline nutze ich nur am Glüna-Sessel zum Überspringen von 1-2 Sesseln. Ansonsten war durchgehen angesagt.
Die für Frühling hervorragend präparierten Pisten hielten somit sehr gut durch und machten wahnsinnig viel Spaß. Genial, was die auf der Corviglia selbst bei solch widrigen Bedingungen (fürs Skifahren) zu Stande bringen. Nur einzelne Pistenabschnitte, so wie die schwarze am Trais Fluors oder die Talabfahrt nach St. Moritz Bad waren stellenweise nicht ganz perfekt.
Der Wechsel zum Corvatsch am Nachmittag führte wider Erwarten zu schlechteren Pistenverhältnissen. Es war offensichtlich, dass am Corvatsch deutlich mehr los war, als auf der Corviglia, was die Pisten mehr in Mitledienschaft zog. Es war zwar keinesfalls voll, aber die übliche Nachmittagsleere im Frühling blieb am Corvatsch aus. Die Pisten vom Gipfel über Murtel zur Alp Surlej waren für meinen Geschmack daher recht schlecht. Gut hingegen war es abseits von dieser Achse, wie z.B. am SL Murtel sowie im Furtschellas-Sektor.
Im Nachhinein ärgere ich mich etwas, nicht später an den Corvatsch gewechselt zu sein. Die guten Pisten auf der Corviglia hätten bestimmt noch etwas gehalten. Aber das ist Jammern auf sehr hohem Niveau.
Das Wetter war heute an sich erst einmal perfekt. Der blaue Himmel dominierte und keine nennenswerte Wolke trübte den Himmel. Lediglich die enorm hohen Temperaturen sollten Kopfzerbrechen machen. Im Tal zeigte mein Auto am Nachmittag 18 Grad an. Über Mittag dürften es bestimmt mehr gewesen sein.
Gefallen:
Nicht gefallen:
Daher:
Wenn ich einzeln bewerten würde, wäre Corviglia eine klare 5/5, der Corvatsch aber „nur“ eine 4/5. In Summe war es aber dennoch ein Top-Tag.
Bilder:
Corviglia:
Wie immer, wenn ich von dieser Seite aus einsteige, nehme ich die Signalbahn um 07:50 Uhr, sodass man immer ein schönes Panorama zu Betriebsbeginn über das Oberengadin hat
Der perfekte Pistenteppich in Richtung Marguns macht gleich richtig Laune. Die Piste ist nicht - wie sonst so oft im Frühling - hart-eisig, sondern wunderbar griffig
Der Paradehang am Plateau-Nair ist auch heute wieder absolut perfekt. Einfach genial, wie sie das Mal für Mal so perfekt hinbekommen
Ausblick Bergstation Plateau-Nair
Die schwarze Abfahrt am Treis Fluors fällt, wie so oft, qualitativ etwas ab (meckern auf sehr hohem Niveau)
Der Schlusshang oberhalb Marguns ist dann aber wieder sehr gut
Blick aus der Sesselbahn auf den nicht ganz perfekten oberen Teil der vorgenannten schwarzen Piste
Die rote Verbindungsabfahrt zur Glüna-Talstation ist zwar hart, aber gut präpariert
Blick in den Glüna-Sektor, der in der Tat etwas an die Dolomiten erinnert
Pistenstart rot/blau an der Glünabahn
Obwohl ich ja schon echt oft im Engadin war durfte ich heute ein paar Erstbefahrungen verzeichnen, so wie z.B. diese rote Abkürzung an der Glüna-Sesselbahn
Genauso wie diese für mich neue rote Abfahrt an der Glüna-Sesselbahn
Mein Lieblingsausblick an der Glüna-Bergstation ist aber immer noch der am Pistenstart der schwarzen Piste
Corviglia
Ausblick Plateau Nair
Lej da la Pesch
Herrlicher Ausblick von der Bergstation der dortigen 4KSB
Pistenstart Lej da la Pesch
Der Starthang der dortigen Abfahrt war wunderbar griffig. Leider wird es hier halt sehr schnell flach.
Die schwarze Abfahrt am Fuorcla Grischa durfte ich heute auch seit langem mal wieder fahren. Die Schneelage ist - von Berg bis Tal - top!
Es soll ja alles gefahren werden, daher auch die langweiligere Variante am Lej da la Pesch
Die schwarze Variante der Rückbringerabfahrt nach Marguns war herrlich angefirnt. Ein Traum!
Start der Talabfahrt nach Celerina
Trotz sommerlicher Hitze präsentiert sich im Engadin auch das Tal noch winterlich.
Blick zur Talstation in Celerina. Die Talabfahrt ist hier noch in einem top Zustand. Nicht mal ein Hauch von einer braunen Stelle ist zu verzeichnen
Bullyparade auf Marguns. Respekt und Anerkennung, welch tollen Job die Raupenfahrer hier machen. Das ist absolute Weltklasse
Die Abfahrt an der FIS-Sesselbahn war gegen 11:00 Uhr auch noch sehr gut und wurde nur wenig befahren
Muntanella. Ein Sulz-Träumchen
Ausblick vom Munt da San Murrezan in Richtung Oberengadiner Seenplatte.
Paradiso: Wunderbar
Swing: Noch besser
Talabfahrt Suvretta: Oberaffengeil.
Wenn man hier bergauf nur nicht von Tourengehern überholt werden würde, weil die DSB so lahm dahinkriecht, wären hier definitiv Wiederholungen fällig gewesen
Ausblick vom Gasthaus Trutz
Auch wenn die direkte Abfahrt am Salastrains-Sessel wirklich gut in Schuss war werde ich mit ihr wegen den vielen Kuppen nicht so recht warm
Blick zur Talstation Salastrains
Bergstation Signal
Start in die Talabfahrt nach St. Moritz Bad
Weiter unten auf der Talabfahrt
Die Kurve nach der Straßenunterführung ist schon ziemlich kritisch, genauso wie die Wege parallel zur Straße. Hier müssten sie Schnee verschieben, denn eigentlich hat es auf der Abfahrt noch genügend davon
Die letzten Meter bis zur Talstation haben dann nämlich wieder mehr als genügend Schnee.
Um 12:36 Uhr nahm ich dann - rückwirkend betrachtet zu früh - den Bus zur Corvatschbahn.
Aufgrund einer Straßenbaustelle mit halbseitiger Sperrung und Ampelregelung zwischen Signalbahn und Campingplatz machen die Busse z.Zt. ordentlich Verspätung. Von der Schnellverbindung zur Minute 46 mit 3 minütiger Umsteigezeit an der Corvatschbahn ist daher abzuraten.
Corvatsch:
Am Corvatsch fuhr ich gleich zum Gipfel hoch, von wo ich die Standard-Abfahrt machte. Die Abfahrt überzeuge nicht, schließlich war sie schon stark zerfahren.
Unterster Teil der Standard-Abfahrt
Da die Gipfelbahn aufgrund des Andrangs kontinuierlich fuhr verpasste ich die direkte Wiederholung zum Gipfel. Ich fuhr daher zur Alp Surlej ab. Es war hier nicht so leer, wie es auf den Bildern rüberkommen mag.
Alp Surlej
Da ich auf Murtel die Gipfelbahn wieder verpasste (Gondel voll) fuhr ich nun auch die Chastelets, die heute auch nicht überzeugte, weil auch sie schon zu sehr zerfahren war
Im dritten Anlauf gelang dann aber die Fahrt auf den Gipfel mit nur kurzer Wartezeit hinter dem Drehkreuz. Der Ausblick von der Gipfelterrasse ist immer wieder schön
Blick zur Berninagruppe
Die Dürrenast-Variante ging besser, als die Standard
Fortsetzung der Abfahrt in Richtung Fuorcla Surlej
Auch hier bieten sich tolle Ausblicke zur Berninagruppe
Der Hang unterhalb der Hütte ging noch sehr gut. An der Mandra-Krücke staute es sich leider immer gehörig
Die rote Abfahrt zum SL Murtel war super. Nur das obere Stück, welches sie sich mit der Abfahrt zur Alp Surlej teilt, war bescheiden
Giand' Alva
Blick aus dem Murtel-SL
Im Bereich Curtinella war es deutlich leerer, als auf der Surlej/Murtel-Seite
Rabigousa
Auf den Verbindungsabfahrten in Richtung Furtschellas
Die Talabfahrt nach Sils war schon etwas arg klebrig, aber nicht übermäßig zerfahren. Früher am Tag war sie sicher super
Oberer Trassenteil des Furtschellas-Sessel.
Ich freue mich auf die neuen Sessel und werde den alten klapprigen und unbequemen Dingern keine Träne nachheulen. Ich kann aber verstehen, wenn jemand z.B. aufgrund von Kindheitserinnerungen hier eine andere Bindung hat, als ich
Blick von der Furtschellas-Bergstation in Richtung St. Moritz
Die Pisten am Furtschellas-Sessel waren noch gut in Schuss.
Die schwarze Variante am Furtschellas-Sessel kommt mir immer leichter vor, als die rote Abfahrt
Furtschellas-Mittelstation. Die Abfahrt am hiesigen SL war etwas klebrig
Auch um 15:45 Uhr noch richtig gut war die Abfahrt am (geschlossenen) Chüderun-SL
Um 16:10 Uhr war dann aber langsam Zeit von Furtschellas wieder in Richtung Alp Surlej aufzubrechen
Die Curtinella-Abfahrt war oben gut, unten heraus aber ein Acker
Über die (gute) schwarze Abfahrt am SL Murtel ging es zur DSB, um zur Hahnensee-Abfahrt zu gelangen
Herrlicher Ausblick von der Bergstation Giand'Alva
Pistenstart Hahnensee. Für mich heute eine weitere Erstbefahrung. Bei meinen übrigen Besuchen war sie immer wegen Lawinengefahr oder Schneemangel gesperrt
Die Hahnensee-Abfahrt ist eine herrliche Abfahrt und sicherlich das Highlight im Corvatsch-Gebiet
Die unteren steileren Hänge waren leicht haufig, aber dennoch gut zu fahren. So macht eine letzte Talabfahrt Spaß.
Fazit:
Wie bereits eingangs geschrieben war das heute ein toller Tag. Man kann sich einfach darauf verlassen, dass das Engadin immer liefert, solange die Bedingungen nicht völlig schlecht sind (so wie bei meinem Besuch Anfang Dezember). Insbesondere Corviglia ist durch die tolle Präparation hervorzuheben. Chapeau, das war große Klasse.
Im Nachhinein war Corvatsch das deutlich schlechtere Teilgebiet und ich hätte wohl etwas später wechseln sollen. Aber das ist wirklich jammern auf sehr hohem Niveau. Auch nach Verfassen des Berichts bin ich immer noch total happy über den heutigen Tag.
