Die Familiensilvesterfeier läuft, das Fondue steht bereit und ich schaue noch schnell ins Forum. Hoppala - Gewonnen. Sachen gibt es. Na also gut, dann auf nach Sölden. Klar war, das wird ein Skitag im April. Vorher geht sich das weder von der Arbeit noch vom bereits geplanten Urlaub im Geltungsbereich der heimatlichen Saisonkarte aus. Dann hoffen wir mal auf schönes, hochgebirgstaugliches Wetter im April.
Und das ließ sich just an den Tagen, wo ich Zeit hatte, doch sehr bitten. Aber am 11.04. sollte es zumindest einen gut brauchbaren, fotogenen Tag geben. Also auf nach Sölden.
Salzburg - Sölden, ja das ist schon eine Distanz, die für österreichische Verhältnisse nicht so ganz ideal ist, wenn es um einen Tagesskiausflug geht. Mit dem Auto muss man früh raus, und ist müde. Mit dem Zug und Bus ebenso, da kümmert sich aber wer anderer ums Fahren. Also Zug.

Konkret mit dem Railjet um 5:57 ab Gleis 3 Salzburg Hauptbahnhof. Der uns pünktlich nach Innsbruck bringt. Wir verbringen die Fahrzeit im Speisewagen, wo um die Tageszeit noch sehr wenig Betrieb herrscht. Innsbruck wird pünktlich erreicht und auf dem bahnsteiggleichen Kopfgleis nach Süden steht auch schon unser 4024, der als Regionalzug ins Oberland fahren soll. Die Umsteigezeit ist angenehm kurz und schon rollen wir in einem sehr leeren Zug gen Oberland (welches an der Martinswand an der Mellachbrücke erreicht wird). Ötztal Bahnhof ist ebenso schnell erreicht und hier steigen wir nun in den am Bahnhofsvorplatz wartenden Linienbus nach Hochgurgl-Obergurgl ein.
Nach etwas mehr als einer Stunde Fahrzeit erreichen wir Sölden und beschließen, weil die Gehwege kürzer sind, am Gaislachkogl ins Gebiet einzusteigen. Der Tausch meines Gutscheines sowie der Erwerb einer zusätzlichen Tageskarte (ich schreibe ja von wir!) geht schnell von statten, wir sind nun in den Schischuhen, unsere Straßenschuhe sind im Rucksack. Und auf los geht's los.

Mit der Gaislachkoglbahn geht es nun aufwärts. Was waren das noch für Zeiten, als hier die DUB stand und das Brummen der mächtigen Ausfahrtsniederhalter den Platz beschallt hat. Deutlich leiser ist die leistungsstarke 8 EUB. Das Wetter ist noch bedeckt, jedoch versprach der Wetterbericht strahlenden Sonnenschein mit guter Fernsicht.

Und die Fernsicht war nicht die schlechteste - blicken wir gleich mal zu den Nachbarn und sehen, dass auch noch dort im anderen Söldener Skigebiet, am Wurmkogl, Betrieb herrscht.

Auch die Kirchenkarbahn ist in voller Länge in Betrieb.

Wenig später und mit einmal umsteigen kommen wir auch schon am Gaislachkogl an. War die DUB hier schon monumental, so ist es die obere Sektion als 3S ebenso. Insbesondere die letzte Stütze thront am Grat und ist weithin wie ein Gipfelkreuz sichtbar.

Tieffblicke auf Gaislachkogl Mitte, Wasserkarbahn und das Ötztal.

Vorgelagert am Gaislachkogl befinden sich die Bergstationen wer Wasserkarbahn (links) und der Heidebahn (rechts). Gefühlt ist das hier das ruhige Eck des Skigebietes.

Statt einem Gipfelkreuz halt eine Seilbahnstütze. Markanter geht es kaum mehr!

Leider hatte es auch einiges an Neuschnee gemacht, dazu ist es windig. So ist der Schnee oben pulvrig aber langsam und windgepresst, dort wo zu warm sehr langsam, unten aber schön sulzig. Dieser Punkt lag über der Gratl Bergstation.

Vis a vis - der Gebietsteil Giggijoch mit einer Sesselbahndichte, die an die Idalp in Ischgl rankommt.

Weiter links befindetn sich die Bergstationen der Verbindung (Einzeiger und Gletscherexpress) zum Rettenbachferner.

Im Panorama selber schaut das ganze Bild schon gar nicht mehr so verbaut aus wie mit 300mm Tele.

Kommen wir nun zur DSB Gratl, die ja als bald ersetzt werden soll. Eine Fahrt ist also Pflicht.


Nicht minder imposant ist die Bergstation und die Talstation der Giggijochbahn.

Die Piste an der Gratl DSB zeigt sich von der besten sulzigen Seite.

Am Wurmkogel indes sieht man die Folgen des Neuschnees - es verbuckelt zusehens und rasch.

Interessant an der DSB Gratl ist die Tatsache, dass nur einige Stützen Rundrohrstützen sind - der Rest sind Betonstützen, die von der Vorgängeranlage übernommen wurden.

Nochmals Gratlpiste - geht wohl kaum besser.


Bei der Auffahrt mit der DSB Gratl spiele ich wieder etwas mit 300mm Brennweite - für mich ist das das untere Ende meiner Supertelepalette, die nötigstenfalls den Meter Brennweitenäquivalent hat. Aber auch mit den 300mm kann man schon die Distanzen ziemlich raffen und eine Tiefenstaffelung aufbauen. Hier mit der Gaislachkogl Sektion 2 und der Wasserkarbahn.

Zusehens wird das Wetter nun auch besser, der Föhn schlägt nun zu...

Langegg Bergstation - bald soll es auch hier anders aussehen. Die Langegg wandert auf die Trasse der Seekogelbahn, statt der Langeckbahn kommt eine 10 EUB.

Auch am Giggijoch geht es mit der Tiefenstaffelung etwas geraffter zu. Wo da überall Seilbahnen raufführen...

Im Gegensatz zu vielen anderen Bahnen hier ist die DSB Gratl noch ziemlich puristisch und eine klassische DSB mit viel Mechanik.

Vis a vis liegt nun Hochsölden - was schon, obwohl historisch gewachsen, etwas retortenmäßig ausschaut. Meinen ersten Kontakt mit Hochsölden hatte ich ja vor etlichen Jahren mit der Auffahrt mit dem damals noch existierenden, ewig langen Felix Wopfner ESL Hochsölden.

Bevor wir zum Giggijoch aufbrechen, statten wir noch dem Wasserkar- und Heidebereich einen Besuch ab. Über die schwarze Piste geht es zur Wasserkarbahn Talstation - die ich noch als 3 SB kenne. Aber warum ist diese Piste eigentlich schwarz? Gefühlt nicht steiler als die rote Schönleiten Direkt in Saalbach ist es eine ganz nette Carvingpiste.

Auch die Mittelstation war, ist und wird wohl immer imposant bleiben. Gut, hier muss auch eine 3S mitsamt Bahnhof Platz finden.

Auch vom Wasserkar aus unübersehbar - die Gaislachkoglbahn mit ihrer markanten Stütze.

Und nun ab zur Heidebahn und Gaislachalmschlepper. Leider ist es hier etwas bremsig, die Pisten hier sind ja unendlich schön und würden zum gasgeben einladen.


Optisch schön, schneetechnisch nunja - fahrbar mit etwas Klebewirkung.

Ist der Heidebereich eh schon etwas abseits vom Schuss, ist der Gaislachalmlift eine andere Welt (mit einer heute homäopatischen Trasse).

Piste an der Heidebahn mit Blick aufs Timmelsjoch.

Nach einigen Abfahrten hier ging es zurück TRichtung Gaislachkogl Mitte mit Ziel 6 KSB/B Langegg. Ein Foto der Wasserkarbahn vor dem grünenden Ötztal sei mir aber noch vergönnt.



James Bond hat hier übrigens auch seine eigene Gondel. Der Firm war wohl ein Glücksfall für die Bergbahnen und die Gemeinde. Und fotogen ist so eine 3S eigentlich immer.

Wir beschließen aber noch kurzfristig, uns die Talabfahrt am Gaislachkogl anzuschauen.

Wie auch am Giggijoch vis a vis wird es hier aber auch schon etwas dünn.


Aber immer noch sehr gut fahrbar. Die Innerwaldschlepper stehen schon, einer ist auch schon abgebügelt.


Der Knotenpunkt im Rettenbachtal - Langegg rechts und Stabele links.


Und nun der erste Blick zum Rettenbachferner und dem Rettenbachtal.

Und auch aus der Langeggbahn sieht man sie - die Gaislachkoglbahn....


Der Rettenbachferner - oder dessen schmerzlichen Überreste, wenn ich an meine Studentenzeit vor 20 Jahren denke; früher Eis, heute Felswand...

Oben angekommen gleich mal ein Blick aufs Giggijochareal.

Und auch die Schwarzkoglbahn sieht man eine Etage höher.

Irgendwie muss ich bei diesem Anblick immer an die Flachau denken...

Freiwillige vor: wer will hier mal alle Sessel durchzählen?

Über die Giggijoch Mittelstation ging es noch zur Rotkoglbahn.

Diese ersetzte dereinst eine DSB und ist eher minimalistisch und nicht hochgezüchtet.



Ein paar Eindrücke dürfen hier auch nicht fehlen. Auf die Talabfahrt verzichteten wir aus Schneegründen.

Hatten wir zuerst die Übersicht vom Giggijoch, ist das nun jene vom Gaislachkogl.

Und wieder ein Blick zu den Nachbarn...


Sesselbahnchaos mit zwei 8 KSB/B wohlgemerkt.

Auch ein Abstecher zur Rosskirpl war drinnen.


Und natürlich kann man sich während der Bergfahrt auch wieder mit der Kamera spielen.


Hainbachkar und Silberbründl... So was gibts nicht mal in der Flachau.

Und nun ab zum Gletscher.

Die neue Einzeiger erinnert etwas an die Rotadlbahn.

Seiterjöchl in seiner ganzen Pracht.

Und nun ab mit der EUB zum Gletscher.

Der Wind hat leider einiges an Arbeit geleistet... Dafür zeichnet er schöne Spuren.



Blick von der Schwarzen Schneid zu den anderen Nachbarn (Rifflsee im Pitztal).


Am Gletscher gilt: Neuschnee = Buckelpiste.

Uff - ich kann mich noch erinnern, ich hatte mal von oben auf dieses Fundament draufgeschaut...

Und auch der Schlepper stand mal auf der anderen Seite...


Noch ein Blick zum Giggijoch vom Gletscher.

Rettenbachferner - Weltcuphang. Der war auch mal ebenmäßiger geneigt als wie jetzt.

Frage: Hinter der Kirchenkarbahn da sind Schneisen - Kronplatz?!






Noch durch den Skitunnel zum Tiefenbachferner. Auch hier Buckelpiste. Optisch alles schön, schitechnisch sehr langsam.


Wieder die Nachbarn, dieses mal Pitztaler Gletscher


Wildspitze


Über die Seiterkar geht es zurück.



Vom Seiterjöchl noch ein Bild vom Gletscherexpress und der Einzeigerbahn, dem Seekogelbereich, sowie der Schwarzen Schneid Mittelstation.



Buckelmeer Seiterjöchl.... Das ging in die Haxen. Auch der Weltcuphang war nicht besser.

Auch hier hat sich das Gelände stark verändert...


Und nun raus das Rettenbachtal hinunter zur Stabele.

Letzte Auffahrt für heute, und dann runter über den Gaislachkogl.

Vorbei an der schon stehenden Gratl DSB


Und einem letzten Foto der 3S mit den im Sonnenlicht glänzenden Seilen.

Hinunter ins Frühlingshafte Sölden.

Ein letzter Blick nach Gurgl...

Bevor der Skitag am Gaislachkogl Tal sein Ende nimmt.
Schnell ziehen wir uns um, es ist brütend warm, verstauen das Schizeug im Rucksack. Dann kommt auch schon der Bus. Und nun haben wir Glück. Der Railjet, der wenige Minuten vor Busankunft in Ötztal Bahnhof abfährt, hat Verspätung, womit wir uns 40 Minuten Umsteigezeit in Innsbruck ersparen und durchfahren können. Um kurz nach 20 Uhr sind wir auch schon wieder daheim. Trotz Öffianreise, ein ganzer, vollwertiger Skitag. Und Dank Klimaticket und Adventskalendergewinn auch sehr kosteneffizient.
Glück Auf!
Dachstein
