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Magic Pass: Profitieren am Ende doch wieder nur die Grossen?
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Die Zusammenfassung:
Der Magic Pass, ein relativ günstiges Saisonabo für zahlreiche Skigebiete vor allem in der Westschweiz und im Berner Oberland, hat nach seinem ersten Jahr mit neuen grossen Mitgliedern eine überwiegend positive Bilanz ergeben – zumindest für die grossen Destinationen. Besonders die Skigebiete Gstaad und Meiringen-Hasliberg, die neu zum Verbund gestossen sind, konnten deutlich profitieren.
In Gstaad führte der Beitritt zu einem starken Wachstum. Die Zahl der sogenannten Ersteintritte – also der Gäste, die erstmals an einem Tag das Gebiet betreten – stieg um mehr als 35 Prozent gegenüber dem bereits sehr guten Vorjahr. Auch finanziell wirkt sich das aus: Der Umsatz der Bergbahnen dürfte um etwa 30 Prozent auf rund 24 bis 25 Millionen Franken steigen. Obwohl etwa 70 Prozent der Gäste Tagesbesucher sind, hat sich durch den Magic Pass die Kundschaft teilweise vom Einzelkauf von Tageskarten zu Saisonabos verschoben. Laut Generaldirektor Matthias In-Albon stabilisiert das Modell die Einnahmen, weil viele Gäste das Abo bereits im Frühjahr kaufen.
Entgegen der Kritik, der Magic Pass sei ein «Billigprodukt», betonen die Betreiber, dass die Pass-Besitzer keine typischen Spargäste seien. Im Gegenteil: Da sie das Ticket bereits bezahlt haben, geben sie während ihres Skitages häufig mehr Geld aus – vor allem in der Gastronomie. Die Bergrestaurants in Gstaad melden deshalb Umsatzsteigerungen zwischen 30 und 70 Prozent. Auch der Andrang auf den Pisten blieb kontrollierbar: An besonders stark frequentierten Tagen waren etwa 14 000 Gäste gleichzeitig im Skigebiet, während die Kapazitätsgrenze bei rund 15 000 Personen liegt.
Ähnlich zufrieden zeigt man sich in Meiringen-Hasliberg. Nach einem Rekordsommer mit 15 Prozent mehr Gästen erwartet das Skigebiet auch im Winter eine positive Entwicklung. Marketing- und Verkaufsleiter Simon Schmid rechnet mit einem Plus von etwa 10 Prozent, wobei ebenfalls viele Tagesgäste kommen.
Als die beiden grossen Berner Skigebiete dem ursprünglich vor allem in der Westschweiz verbreiteten Magic-Pass-Verbund beitraten, gab es allerdings Bedenken. Einige Beobachter fürchteten, dass kleinere Skigebiete darunter leiden könnten, weil Gäste mit dem Abo eher zu den grossen und bekannten Destinationen fahren würden.
Die Zahlen zeigen jedoch ein gemischtes Bild. Das kleine Skigebiet Wiriehorn im Diemtigtal, eines der frühen Magic-Pass-Mitglieder im Berner Oberland, konnte seine Besucherzahlen sogar deutlich steigern. In der guten Wintersaison 2024/25 zählte man dort 23 800 Ersteintritte, in der aktuellen Saison waren es 38 700 – trotz der Nähe zu Gstaad. Rund 60 Prozent der Gäste am Wiriehorn besitzen inzwischen einen Magic Pass.
Allerdings spielte dabei auch das Wetter eine grosse Rolle. Während am Wiriehorn die Pisten und Lifte diesen Winter meist geöffnet waren, litten mehrere tiefer gelegene Gebiete massiv unter Schneemangel. Orte wie Homberg oder Heimenschwand mussten ihre Anlagen fast vollständig geschlossen lassen. Im kleinen Skigebiet Aeschiried konnte der Betrieb nur an zwei Wintersportwochenenden stattfinden, der Kinderlift lief insgesamt zehn Tage.
Für solche kleinen Gebiete erweist sich der Magic Pass dennoch als wichtige Absicherung. Mitglieder des Verbunds erhalten einen Sockelbetrag, der auf den Verkaufszahlen der Saisonabos aus der Zeit vor dem Beitritt basiert und unabhängig davon ausbezahlt wird, wie viele Betriebstage tatsächlich möglich sind. Laut Reto Tschabold von der Skilift Aeschiallmend AG deckt dieser Betrag etwa 50 Prozent der Fixkosten und reduziert das Risiko, das durch schneearme Winter entsteht.
Die Befürchtung, dass Gäste mit Magic Pass automatisch zu grossen Skigebieten wie Gstaad oder Hasliberg abwandern, bestätigt sich aus Sicht der Betreiber kleiner Anlagen bisher nicht. Wenn genügend Schnee liegt, kommen viele Besucher weiterhin gezielt in die kleineren, familienfreundlichen Gebiete. Gerade Familien schätzen die überschaubaren Anlagen und die Nähe.
Auch die Verantwortlichen des Magic-Pass-Verbunds sehen die kleinen Skigebiete als wichtigen Bestandteil des Gesamtangebots im Berner Oberland. Deshalb akzeptiert der Verbund auch, wenn ein kleines Gebiet aufgrund von Schneemangel ein oder sogar mehrere Winter lang geschlossen bleiben muss. Aus ihrer Sicht tragen diese kleineren, oft familienorientierten Anlagen wesentlich zur Attraktivität der gesamten Region bei.
Insgesamt zeigt die erste Bilanz also: Die grossen Skigebiete profitieren klar von mehr Gästen und höheren Umsätzen, während die kleineren Gebiete zumindest finanziell abgesichert sind – auch wenn ihre Zukunft stark vom Wetter und der Schneelage abhängt.
2025/26: 10x Jakobshorn, 9x Parsenn, 6x Madrisa, 4x Sellaronda, 3x Andermatt, Arosa Lenzerheide, Rinerhorn, 2x Frutt, Pany, 1x Zermatt, Stilfser Joch, Landgraaf, Saas-Fee, Hintertux, Pitztaler, Titlis, Sölden, Glacier 3000, Gemsstock, Ostschweiz, Ischgl, Seiser Alm, Hasliberg, Kt. Schwyz, Mörlialp, Axalp, Gadmnen, Sternenberg, Grüsch, Val d'Anniviers, Anzère, Ovronnaz, Marécottes, Ghöch, Marbach, Sörenberg, Jura, Disentis, Fideris, San Bernardino, Splügen, Feldis, St. Antönien, Fribourg, Bergün, Alvaneu, Tenna, Minschuns, Oberengadin, Corvatsch, Malbun, Klewenalp, Belalp, Bürchen, Grächen, Leukerbad, Obersaxen, Laax
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