3. Skitag 27.02.2026 - Persönliche Premiere «Black Wall»
Nach unsere Sulzschlacht in den vergangenen zwei Tagen, wollten wir am dritten Tag mal was gescheites an Schnee unter unsere Ski haben. Also wagten wir heute die grosse Skisafari von Frience oberhalb von Alpes des Chaux, über Bretaye, Les Diablerets und Col du Pillion bis zum Glacier 3000, und am Nachmittag das ganze selbstverständlich auch wieder zurück. Mehr «Alpes Vaudoises» an einem Tag geht kaum.
Wie in den vergangenen zwei Tagen auch, starten wir unseren dritten Tag nach eine kurze Abfahrt, am «Fracherets» Schlepper.

- Auf gehts vom Les Chaux auf direktem Wege nach Les Diablerets
Am Chaux Ronde fahren wir direkt zur Verbindungssesselbahn. Die Pisten sind am morgen noch recht hart, aber in der Sonne weichen sie um 9 Uhr schon auf.

- Aus der Verbindungsbahn blickt man bereits auf die Talstation «Laouissalet»

- Die schwarze Abfahrt von Meilleret nach Les Mazots ist bereits schön sulzig, aber noch wenig befahren. Hoffentlich können wir bald dieser Sulz für ein kurzen Moment hinter uns lassen.

- Wir folgen weiter die Talabfahrt nach Les Diablerets. Am Morgen noch schön und ruhig zu fahren.

- An unseren ersten Skitag kämpften wir hier bereits ein heftigen Sulzschlacht. Heute geht es um 10 Uhr noch ganz gut, aber bestimmt wird diese Stelle auch heute nicht "alt".
Unten in Les Diablerets müssen wir nicht lange auf das Postauto nach Col du Pillon warten, wobei es eigentlich sogar bis nach Saanen fährt. Die Busfahrt ist im Skipass mit inkludiert und dauert in Richtung Passhöhe etwa 10 min, umgekehrt etwa 15 min, da der Bus zurück eine Schleife über dem Bahnhof von Les Diablerets fährt.

- An der Talstation vom 125-PB zum Cabane angekommen ist der abfahrende Gondel bereits voll, aber die nächste fuhr recht zügig los. Ansonsten wartet man an Tagen mit weniger Betrieb jeweils 20 min.

- Aus der Kabine sehe ich zum ersten Mal die schwarze «Black Wall» Piste präpariert!
Tatsächlich hatte ich mit der Abfahrt überhaupt nicht gerechnet. Wird sie heute offen sein?! Das Rolltor ist allerdings noch zu, und ich mache mir keine grosse Hoffnungen, dass wir da heute runterfahren können. Sie sieht aus der Gondel schon mächtig steil aus, das kann das Bild überhaupt nicht rüber bringen.

- Auch die zweite Sektion nach «Scex Rouge» fährt gerade vollbesetzt ab, aber wir dürfen dann direkt auf die nächste Gondel. Wartezeit ist völlig ok.
Auffällig ist, dass man hier bereits viel mehr Schweizerdeutsch hört als im Kerngebiet von Villars-Gryon-Diablerets. Natürlich liegt das Teilgebiet von Glacier 3000 auch für ein kleinen Teil in der Deutschschweiz, aber trotzdem scheint die Sprachgrenze doch irgendwie "magisch" zu sein. Weiter nach Les Diablerets kommen doch nicht so viele Deutschschweizer.

- Die erste Fahrt mit der 4-SB war ein Fehler. Diese läuft wegen talwärts fahrende Gäste extremst lahm. 1,0 m/s, wenn überhaupt. Zwischendurch fuhr sie kurzfristig etwas schneller. Schon fasst frech.
Allerdings war die dazugehörige Piste das beste was wir diese Tage erlebt hatten. So muss der Schnee sein! Meine Partnerin hatte sichtbar richtig Spass. "Happy Wife, Happy Life" sagt man, auch wenn der Text ursprünglich vom Verfasser anders gemeint war.

- Jetzt fahren wir rechts zu den Gletscherschleppliften.

- Willkommen im Kanton Wallis
Die Gletscherpisten haben bekanntlich nicht sonderlich viel Gefälle, aber es ist einfach ein Traum auf guten Schnee carven zu können, was eigentlich für Februar überall der Fall sein sollte. Und es hat erstaunlich wenig Leute im Vergleich zu Les Diablerets oder Villars.

- Fliegerkollegen mit der «HB-SFB» und «HB-SFG». Zwei Robin Jodel Flugzeuge.

- Noch ein Blick zurück. Würde ich auch gerne sofort eine Runde mitfliegen!

- Für uns geht es auch nicht unangenehm mit der «Quille du Diable» Schlepper weiter.

- Oben ist sogar die «Yeti» Skiroute offen, wir präferieren jedoch jeweils die schöne präparierte Piste.

- Immer wieder beeindruckende Landschaft hier oben!

- Die Skipisten sind hier ein Traum und werden gleich mehrmals von uns befahren!

- Blick aus dem Schlepplift «Tsanfleuron». Was für eine lange Anlage...
Nach diverse Fahrten am Quille du Diable, Tsanfleuron und Dôme Ankerlifte, stellte sich heraus, dass meine geliebte schwarze Oldenabfahrt bereits gesperrt ist. So eine Schande!

Warum wurde uns nicht klar. Lawinengefahr? Liftdefekt? Ist das normal, dass die Abfahrt bereits früh am Tag gesperrt wird?

- Es blieb uns nichts anders übrig als die «Red Run» zu fahren. Ebenfalls nett, aber kommt bei weitem nicht an die Oldenabfahrt ran!

- Dafür weiss die Martisberg recht gut zu überzeugen. Tolle Abfahrt mit auch hier noch griffigen Schnee!
Erfreulicherweise dürften wir unterwegs feststellen, dass der Black Wall geöffnet ist. Sensationell! Das werden wir gleich in Angriff nehmen, aber erst noch die Martisberg fertig fahren.

- An einer Stelle wird sie bekanntlich recht schmal, läuft dafür spektakulair am Fels vorbei. Willkommen im Kanton Bern übrigens, der dritte Kanton von dieses Skigebiet.

- Der Schlusshang zum Oldenegg wird dann nochmal etwas hart.
Auffällig läuft der 4-KSB Oldenalp - Oldenegg leer seine Runden. Ein Liftdefekt kann also kaum der Grund für die Schliessung sein. Da die Oldenabfahrt wohl bis 11 Uhr geöffnet war, und es unten eine Beiz gibt, wird der Lift wohl nur für diese paar Leute als Rückbringer drehen. Allerdings traue ich die Oldenabfahrt kaum mehr nach, denn dafür ist die Black Wall offen!

- In der 4-KSB (mit Hauben) von Oldenegg nach Cabane, treffen wir auf ein redefreudige Mitfahrer. Er erklärt uns, dass die Black Wall erst zwei Tage geöffnet ist.

- Fürs Protokoll. Wir waren da. Jetzt gehts auf zum Skitunnel.

- Gegenüber ein Blick auf die «Red Run». Der Abfahrt von der Bergstation zur Hütte war bereits sulzig verbuckelt.

- Jetzt fahren wir links zur Skitunnel.

- Point of no return. Es erwartet uns 46° Gefälle, sprich 104%. Witzig: Das "Tempolimit" im Tunnel ist 15 km/h und Snowboarder müssen abgeschnallt da durch.

- Der Tunnel selbst hat ein Gefälle von 14% und lässt sich über dem Teppich wunderbar herunter rutschen. Immer wenn etwas Schnee auf dem Teppich liegt wird man kurz etwas schneller. Beim Ausgang wird man jedoch durch ein anderen Art von Teppich quasi auf 0 herunter gebremst. Dadurch kann kaum jemand aus der Tunnel "geschossen" kommen.

- Direkt am Tunnelende startet der Steilhang. Wow! Das Gefälle kann man kaum auf ein Bild rüber bringen. Wahnsinn wie steil. Angeblich der steilste (präparierte) Skipiste der Welt, und sowieso die steilste der Schweiz.

- Krass. Wir fahren gemütlich runter. Der Schnee ist hart, aber griffig.

- Auch wenn der obere Teil am steilsten ist, geht es nach einer kurve nicht viel weniger steil weiter. Cool!

- Blick zurück auf der zweiten Steilhang.

- Langsam kommt der Schlusshang in Sicht. Hier kann man ziehen lassen, damit man den Ziehweg - mit ganz leichten Gegenanstieg - ohne anschieben schafft.

- Blick zurück. Beide PB Sektionen fahren grad. Welch ein steiles Gelände! Einfach nur Wow!

- Wir erreichen den «Col du Pillon». Geschafft!
Da wir noch 24 Minuten auf das nächste Postauto warten müssen, genehmigen wir uns ein Drink im Restaurant am Col du Pillon.

- Zurück am «Diablerets Express» EUB. Jetzt geht die Reise einmal quer durchs Sulzskigebiet zurück nach Frience!

- Die «Ruvine» Abfahrt zur 4-KSB nach «Meilleret» hat schon recht gelitten, ist aber noch ganz okay.

- Bedeutend sulziger ist die Abfahrt von Meilleret runter nach Laouissalet. Wir fahren jedoch nur bis zur Verbindungsbahn nach Villars.
Und ja, natürlich kam jetzt am Nachmittag wieder die Frage "Raclette ode Fondue" von vorbeifahrende Kinder. Aber bei weitem nicht mehr so penetrant wie in den letzten beiden Tagen.

- Einmal fahren wir mit der 8-KSB D-Line auf dem «Chaux Ronde». Die Pisten unterhalb sehen noch relativ brauchbar aus.

- Bergstation der 8-KSB «Chaux Ronde»

- Blick rüber auf die Pisten am «Petit Chamossaire». Dort drüben muss heute ein richtiger Sulzschlacht stattgefunden haben. Die grosse Buckel sind aus der ferne beeindrücklich zu beobachten.

- Wir bekommen auf der Abfahrt nach «La Rasse» auch noch unseren Kampf mit dem Sulz zu spüren. Wie in den letzten beiden Tagen ist es hier am späteren Nachmittag echt kein Spass mehr.

- Dafür ist die Fahrt mit der 4-KSB zum «Les Chaux» schön zügig als Tagesabschluss.
Eigentlich wollten wir im Restaurant «Chez Gipsy» noch etwas essen, denn langsam kam auch der Hunger. Aber die Küche hatte bereits geschlossen und es gab nur noch Kuchen. Wir entscheiden uns, bei unsere Unterkunft noch ein verspäteten Zmittag zu essen.

- Noch einmal fuhren wir mit der 4-KSB zum «Les Chaux» hoch. Jetzt geht es auf die letzte Abfahrt runter nach «Frience».
Die Skiroute zum «Frience» hatte wie in den letzten zwei Tagen extrem schwerer Schnee. Aber da kaum jemand hier runter fährt, hat es überhaupt keine Buckel, als wäre es immer noch recht frisch präpariert worden. Dafür kommt immer mehr Grünzeugs durch. Diese lassen sich zwar einwandfrei umfahren, aber man merkt wie die Hitze ihre Schaden in der Schneedecke anrichtet.

- In der Hoffnung, dass es unten beim Rodelverleih auch noch was zu essen gibt, fahren wir einmal auch das Förderband, worauf wir die letzten Tage aus unsere Hütte zugeschaut haben. Leider nur ein "Hot Dog", also geht es zu unsere Refuge de Frience.
Dort ziehen wir uns zunächst im Skikeller um. Anschliessend im Restaurant gibt es auch um 16:30 noch eine Mittagskarte. Wunderbar!

- Die kalte Platte darf sich zeigen lassen! Hmmm... was für ein feinen Tagesabschluss!
Unser Gepäck wird anschliessend per Schneetöff wieder zum Auto gebracht. Noch einmal blicken wir auf unsere Unterkunft zurück...

- Schön wars! Merci beaucoup Refuge de Frience!
Tagesfazit: 9 von 10 Punkten. Unsere Wahl für den Gletscher war genau richtig und die Anfahrt mit Postauto hat sich mehr als gelohnt! So entsteht ein richtiger Skisafari im Alpes Vaudoises, durch drei Kantone (Waadt, Wallis und Bern) und zwei Sprachgebiete (Französisch & Deutsch)! Ob der guter Schnee am Gletscher oder die Black Wall das Tageshighlight waren, kann ich am Ende gar nicht so beurteilen. Beides machte richtig Freude! Der Weg zurück war wie erwartet eine Sulzschlacht. Drum kein 10 von 10 Punkten. Ansonsten nirgendwo nennenswert warten müssen. Bis zum nächsten Mal Alpes Vaudoises! Schön wars!
