Braun, Wald & Idylle | Adventskalender-Restschneeskifahren im Zigerschlitz

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enviadi
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Braun, Wald & Idylle | Adventskalender-Restschneeskifahren im Zigerschlitz

Beitrag von enviadi »

Was macht die Faszination beim Skisport eigentlich aus? Eine Frage, die ich mir in den letzten Jahren häufig gestellt habe. Was bewegt Menschen dazu, in immer schneeärmeren Wintern an immer kapazitätsstärkeren Anlagen auf immer volleren Pisten hinabzurutschen? Ich bin seit meiner frühesten Kindheit ein passionierter Wintersportler. Oder besser gesagt Skifahrer, denn schliesslich übe ich den Sport nicht nur im Winter, sondern das ganze Jahr über aus. Ein Aufenthalt in einer Skihalle vor vielen Jahren hat mir aber gezeigt, dass es nicht der Sport allein ist, der bei mir die Begeisterung auslöst. Erst durch frische Luft, Abwechslung fürs Auge durch das Panorama und das Zurücklegen weiter Distanzen entfaltet der Skisport seine erfüllende Wirkung. Oder kurz gesagt, durch das Ambiente.

Umso mehr langweilt mich die in den letzten Jahrzehnten fortschreitende Entwicklung, die ich als zunehmende Banalisierung der Skigebiete empfinde. Überall die gleichen modernen Aufstiegshilfen, planierte weisse Bänder in grüner Landschaft, entschärfte Gefahrenstellen für optimierte Gästeströme, glattgebügelte Abfahrten ohne Kuppen und Hügel, Fangzäune für maximale Sicherheit. Die Individualität der Pisten und Skigebiete geht mehr und mehr verloren. Bei grossen Skigebieten wird mittlerweile die Optik der Pistenmarkierung zum führenden Unterscheidungskriterium.

Ein Glück, dass es immer noch Ausnahmen gibt. Und umso mehr habe ich mich darüber gefreut, dass ich bei der Auslosung des Alpinfans-Adventskalenders eine Tageskarte für das kleine Skigebiet Braunwald gewonnen habe. Die autofreie Sonnenterrasse im Kanton Glarus ist in vielerlei Hinsicht das komplette Gegenteil eines als modern empfundenen Skigebiets. Anreise per Standseilbahn, improvisierte Wege durch den Ort hindurch ins Skigebiet, Seilbahnen von annodazumal. Wer Kilometer fressen und Höhenmeter-Rekorde aufstellen will, ist hier ganz sicher fehl am Platz. Sechsersesselbahnen? Fehlanzeige. Platt gebügelte Autobahn-Pisten? Gibt’s hier nicht. Auch die künstliche Beschneiung beschränkt sich auf wenige neuralgische Stellen.

Als Schneeloch am Alpennordhang hat Braunwald mit ausreichend weissem Gold normalerweise keine Probleme. In diesem Winter sieht das – wie an vielen anderen Orten auch – anders aus. Ohne die Gratis-Tageskarte hätte ich mir wohl ein anderes Jahr für einen erneuten Besuch ausgesucht. Doch so ist es irgendwie passend, genau 20 Jahre nach meinem ersten Aufenthalt in Braunwald den Ort wieder einmal im Winter und mit Ski aufzusuchen.

Mit der Standseilbahn geht es am Vormittag von Linthal hinauf bis in gut 1200 Meter über dem Meer. Die Schneelage ist noch desolater als es auf den Webcams den Anschein erweckt hat. Doch noch länger will ich mit meinem Besuch nicht warten. Die Saison geht hier nur bis Mitte März und einen Tag mit wirklich gutem Wetter zu erwischen, ist trotz der wenigen Schneefälle diesen Winter nicht ganz einfach. Und wer weiss schon, wie sich die Lage in den nächsten Wochen entwickelt.

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Los geht's!

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Die Schneelage ist am Limit. Aber solange noch ein Streifen vorhanden ist, wird skigefahren. Davon könnten sich andere Gebiete mit Premium-Anspruch mal eine Scheibe abschneiden.

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Um ins Skigebiet zu gelangen, geht es erst einmal mit dieser kurzen Gruppenumlaufbahn aus dem Jahr 1990 hinauf. Heute eher eine Ausnahmeerscheinung, ist das Prinzip in den 1990er Jahren in den Alpen weit verbreitet. Dieses Exemplar stammt aus der Feder des lokalen Glarner Konstrukteurs Streiff.

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Oben angekommen an der Station Hüttenberg. Bei ihrem Bau ersetzt die Anlage indirekt den ersten Schlepplift in Braunwald, der 1941 den Betrieb aufnimmt und bis Anfang der 1980er Jahre in Betrieb ist. Eine für die damalige Zeit typische Konstruktion von Sameli-Huber.

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Weiter hinauf geht es mit der zweiten Gruppenumlaufbahn, auch von Streiff, auch aus dem Jahr 1990, aber diesmal mit vier statt zwei Kabinen. Auch diese Anlage besitzt nur zwei Gruppen und ist damit nicht im Vollausbau im Einsatz. Theoretisch könnten hier vier Gruppen gleichzeitig im Einsatz sein, was aber einen Zwischenstopp auf der Strecke erfordern würde. Auf der unteren Sektion könnten theoretisch drei statt zwei Kabinen je Gruppe eingesetzt werden.

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An der Bergstation Grotzenbüel zeigt sich, das Skigebiet Braunwald lebt vor allem vom Panorama auf die faszinierenden Glarner Alpen.

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Mit der dritten Sektion geht es hinauf zum Seblengrat, mit 1895 Metern über dem Meer der zweithöchste Punkt im Skigebiet.

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Die Anlage ist nicht nur spektakulär über tief eingeschnittene Felsen trassiert, mit Baujahr 1969 ist sie auch eine der ältesten noch erhaltenen Sesselbahnen der Schweiz. Auch sie stammt - wie an den ungewöhnlichen Stützen erkennbar - aus der Feder von Streiff. Nach einer umfangreichen Sanierung im Jahr 2012 sind hier aber neue Rollenbatterien anzutreffen und auch die mittlerweile dritte Sessel-Generation.

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Angekommen auf dem Seblengrat. Die Fahrt mit der Sesselbahn ist schon sehr entschleunigend. Aber gut, hier hat sich seit fast 60 Jahren auch nichts Wesentliches verändert.

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Erst einmal machen wir uns auf den Weg ins Bächital. Auf der Rückseite des Seblengrats entsteht 1969 noch eine zweite, baugleiche Sesselbahn von Streiff mit stattlichen 434 Höhenmetern. Als einzige in Braunwald erschliesst sie nordseitig ausgerichtete Hänge. Wir erhoffen uns daher hier gute Schneeverhältnisse, doch die Lage ist auch hier ziemlich katastrophal. Abgesehen vom Mittelteil ist die rote Abfahrt mit Steinen übersäht. Jeder Schwung will gut überlegt sein.

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Unten angekommen, Idylle wie anno 1969. Kein Seilscheibeneinstieg, kein Förderband. Hier muss mit Schuss auf die Talstation gezielt werden, um dort clever zwischen den Steinen abzuschwingen. Mehr Herausforderung als auf jeder schwarzen Piste.

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Auch diese Sesselbahn ist mittlerweile mit der dritten Sessel-Generation und neuen Rollenbatterien bestückt, aber das Ambiente entspricht immer noch dem Original. Geordnet geht es hier ums Gebäude herum zum Einstiegspunkt vor der Station. Mittlerweile eine echte Seltenheit.

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Landschaftlich ist die Gegend eine Wucht!

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Aber auch die nostalgischen Seilbahnen hier tragen zu dem sympathischen Gesamteindruck bei.

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Wieder oben am Seblengrat angekommen.

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Nach einer Runde zurück nach Braunwald geht es wieder hinauf. Das Pistenangebot ist angesichts der mageren Schneelage überschaubar. Neben der Abfahrt im Bächital sind zwei Abfahrten an der Sesselbahn Grotzenbüel geöffnet und die Abfahrt zur Zwischenstation der Gruppenumlaufbahn. Aber man holt hier alles aus den geringen Möglichkeiten heraus.

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Restschneefahren im Februar.

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Wieder mal hinauf zum Grotzenbüel. Die Gruppenumlaufbahn ist hier trotz ihres Alters bereits die dritte Anlage auf dieser Strecke. Schon 1937 nimmt an dieser Stelle ein Funischlitten des Berner Oberländer Pioniers Arnold Annen den Betrieb auf und legt damit den Grundstein für die touristische Entwicklung von Braunwald. 1973 folgt eine kuppelbare Zweierkabinenbahn von Giovanola mit charakteristischen roten Eiergondeln. Übrigens eine Occasion, denn eigentlich stammt sie aus dem Jahr 1957 und ist in ihrem ersten Leben im Kanton Neuenburg im Einsatz. Auch wenn die Gruppenbahn kultig ist, dieses Exemplar wäre mir als Aufstiegshilfe hier natürlich noch deutlich lieber.

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Am frühen Nachmittag geht es zu einer Erkundungsfahrt zum Schlepplift Mattwald. Der Schlepplift ist derzeit nur als Zubringer geöffnet, die Abfahrten sind offiziell geschlossen. Fahrbar sind sie aber trotzdem ohne grössere Probleme.

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Talstation im Hexenhaus-Design aus dem Jahr 1968. Auch dieser Lift ist natürlich eine Konstruktion von Streiff.

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Die Schneelage ist auch hier mau. Kudos an die Betreiber, dass sie den Lift trotzdem laufen lassen!

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Weil meine Freundin eine weitere Fahrt der Sesselbahn vorzieht, statt hier von einem Schneefleck zum nächsten zu springen, bin ich weit und breit der einzige Fahrgast. Der diesjährige Winter kommt der angespannten Finanzlage der Sportbahnen Braunwald natürlich überhaupt nicht entgegen. Hoffen wir trotzdem, dass dieses Kleinod noch lange existieren wird.

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Schlepplift-Ästhetik in Vollendung. Da kann sich so manch anderer Hersteller mal was abschauen. ;-)

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Wer jetzt schon der Meinung ist, die Infrastruktur des Skigebiets sei reichlich kurios, der wird noch eines besseren belehrt. Auch eine Fahrt mit der Kombibahn Gumen darf natürlich nicht fehlen, auch wenn die zugehörige Piste geschlossen ist.

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Die Anlage entsteht 2007 als Nachfolger der damals drittletzten VR101 der Schweiz. In Gedenken an diesen Wegbereiter für den Personentransport am Seil in Skigebieten entscheidet man sich beim Bau der neuen Bahn erneut für den Einsatz von Seitwärtssesseln. Einige geschlossene Kabinen sind hier aber auch im Einsatz. Ein Konzept, das man übrigens einst auch schon bei der alten Bahn verfolgt. Auch diese ist zeitweise mit einigen wenigen Kabinen bestückt.

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Dass man diesen Punkt - den höchsten des Skigebiets - schon 1948 mit einer Sesselbahn erschliesst, überrascht bei diesem Panorama nicht. Damals ist die VR101 nach Flims, dem Niederhorn, Grindelwald-First und Zermatt-Sunnegga erst die vierte ihrer Art und katapultiert Braunwald so damals in die oberste Liga des Wintersport-Tourismus in der Schweiz.

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Seither ist die Zeit hier stehengeblieben. Und auch wenn der Nachbau dem Original natürlich nur bedingt nahekommt, ist es erfreulich, dass man sich hier im Jahr 2007 gegen 08-15 und für Individualität entschieden hat. Obwohl es natürlich grotesk ist, dass man seinerzeit nach langem Tauziehen eine vollständig funktionsfähige und während Jahrzehnten erwiesermassen sichere Anlage dem Erdboden gleich machen muss. Wohl nirgendwo sonst wäre eine nostalgische VR101 als Attraktion noch passender als hier in Braunwald.

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Zurück im Ort.

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Den Tag lassen wir daraufhin am Seblengrat ausklingen. Zu vielen Abfahrten können wir uns nicht mehr motivieren, denn das Umfahren der Steine gleicht mittlerweile einem Katz-und-Maus-Spiel. Es braucht dringend Nachhilfe von oben!

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Um 16 Uhr treten wir mit diesem Ausblick den Weg zurück zur Standseilbahn an.

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Gerade noch so geschafft! Ob die Piste ohne Neuschnee aber noch lange durchhält, ist zweifelhaft.

Durchhalten ist vermutlich ganz generell das Motto in Braunwald. Von den wenigen Skifahren am heutigen Tag kann das Gebiet langfristig nicht leben. Umso bemerkenswerter ist der Einsatz der Bergbahnen. Was irgendwie geht, wird geöffnet. Das ist erfreulich und ein echter Mehrwert gegenüber anderen Gebieten, in denen bei dieser Schneelage vermutlich keine der Abfahrten offiziell geöffnet werden würde.

Trotzdem scheint das Angebot nicht mehr den Zahn der Zeit zu treffen. Währenddessen stellen sich die Massen lieber in den Industrieskigebieten dieser Welt in die Schlangen, um dann sich dann auf den immergleichen, neigungsoptimiert-glattgebügelten Hängen die Kanten stumpf zu fahren. Ein Glück gibt es noch immer Alternativen wie Braunwald. Lohnt sich das Skifahren hier bei der aktuellen Schneelage? Aus sportlicher Sicht definitiv nicht. Aber zum Skifahren gehört eben - wie eingangs erwähnt - noch viel mehr als nur der Sport an sich. Und um das zu erleben, lohnt sich Braunwald allemal.

Für den wenigen Schnee können die Bergbahnen nichts. Aus dem Rest holen sie alles heraus, was geht. Das gilt es, zu honorieren. Hoffentlich wird das noch lange möglich bleiben!

Alle Fotos gibt's in diesem Album, wer eine Zeitreise ins Jahr 2006 machen will (u. a. noch mit der VR101), für den geht's hier entlang!
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Re: Braun, Wald & Idylle | Adventskalender-Restschneeskifahren im Zigerschlitz

Beitrag von DiggaTwigga »

Vielen Dank für den tollen Bericht! Sowohl die Bilder als auch der Text zelebrieren das Gebiet gebührend. Der Anlagenmix ist wohl einmalig und das Panorama empfinde ich als wunderschön und kann mir vielen bekannteren Gebieten mithalten oder diese sogar übertreffen. Ich war Dank Adventskalender auch letztes Jahr in Braunwald. Es war auch ein wunderbar entschleunigter Skitag :-) Im Gegensatz zu deinem Besuch hatten wir aber deutlich mehr Glück mit der Schneelage.
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Re: Braun, Wald & Idylle | Adventskalender-Restschneeskifahren im Zigerschlitz

Beitrag von Skifahrer »

Großen Dank für die tollen Bilder aus diesem schönen Skigebiet! An den Streiff-Stützen können sich heutige Stützen in meinen Augen eine Scheibe abschneiden, die sehen irgendwie futuristisch aus. ;)
Und ja, sehr schön, dass sie sich so viel Mühe geben, den Betrieb bei geringer Schneelage noch aufrechtzuerhalten. Das trägt in meinen Augen auch zu dem Gesamterlebnis bei, wenngleich natürlich 50 cm mehr Schnee immer gut wären. :)
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enviadi
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Re: Braun, Wald & Idylle | Adventskalender-Restschneeskifahren im Zigerschlitz

Beitrag von enviadi »

DiggaTwigga hat geschrieben: 06.02.2026, 16:20 Vielen Dank für den tollen Bericht! Sowohl die Bilder als auch der Text zelebrieren das Gebiet gebührend. Der Anlagenmix ist wohl einmalig und das Panorama empfinde ich als wunderschön und kann mir vielen bekannteren Gebieten mithalten oder diese sogar übertreffen. Ich war Dank Adventskalender auch letztes Jahr in Braunwald. Es war auch ein wunderbar entschleunigter Skitag :-) Im Gegensatz zu deinem Besuch hatten wir aber deutlich mehr Glück mit der Schneelage.
Danke und gerne! Ja, da gehe ich mit. Das Skigebiet lebt einfach von dem beeindruckenden Panorama. Die Pisten sind jetzt nicht übermässig speziell, aber der Gesamteindruck (und auf den kommt es ja an) ist durchwegs positiv. Die Schneelage ist halt, wie sie ist. Kann mir vorstellen, dass es letzten Winter deutlich besser war. Da war ich in Elm und Mollis und hatte perfekte Verhältnisse.
Skifahrer hat geschrieben: 06.02.2026, 16:47 Großen Dank für die tollen Bilder aus diesem schönen Skigebiet! An den Streiff-Stützen können sich heutige Stützen in meinen Augen eine Scheibe abschneiden, die sehen irgendwie futuristisch aus. ;)
Und ja, sehr schön, dass sie sich so viel Mühe geben, den Betrieb bei geringer Schneelage noch aufrechtzuerhalten. Das trägt in meinen Augen auch zu dem Gesamterlebnis bei, wenngleich natürlich 50 cm mehr Schnee immer gut wären. :)
Auch dir danke für das Feedback! Jup, mit etwas mehr Schnee sähe die Welt schon wieder ganz anders aus. Wir haben den Tag trotzdem genossen. Es hat ja auch durchaus seine Vorteile, mal nicht auf den Kilometerstand zu schauen, sondern einfach die Sonne und die Bergluft zu geniessen. Und die Seilbahnen entschädigen ja auch. ;)
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Re: Braun, Wald & Idylle | Adventskalender-Restschneeskifahren im Zigerschlitz

Beitrag von Nico05 »

Toller Bericht, danke! Die Atmosphäre kommt sehr gut rüber.
Ich spreche Französisch. Ich verwende einen Übersetzer (Deepl). Bitte entschuldigt ihr eventuelle Rechtschreib- oder Syntaxfehler.
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Schneegott
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Re: Braun, Wald & Idylle | Adventskalender-Restschneeskifahren im Zigerschlitz

Beitrag von Schneegott »

Vielen lieben Dank für diesen top top Bericht 👍🏻 Auch mir hat es letztes Jahr genial gut gefallen und diese Abwechslungsreichen interessanten Bahnen mit der tollen Atmosphäre machen schon etwas ganz spezielles mit einem. Dies muss doch mehr beworben werden. Ich denke es gibt schon noch Potenzial in die Richtung.
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ski-chrigel
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Re: Braun, Wald & Idylle | Adventskalender-Restschneeskifahren im Zigerschlitz

Beitrag von ski-chrigel »

Danke für den lesenswerten Bericht. Aber ich hatte heute ein paar mal an diesen Bericht gedacht und muss einfach widersprechen:
entschärfte Gefahrenstellen für optimierte Gästeströme, glattgebügelte Abfahrten ohne Kuppen und Hügel,
Heute in Sölden, sehr wohl ein Massen-Skigebiet, habe ich mich drauf geachtet und die Aussage stimmt schlicht nicht. Ich musste oft bei Kuppen abbremsen, man spielt beim Carven mit Hügeln und wechselndem Gelände. Und letztes Wochenende enervierte sich seilreiter in Laax, wie wenig da planiert sei und wie unübersichtlich viele Pisten sind. Klar, in Südtirol stimmt das, aber für Graubünden und Nordtirol erachte ich diese Pauschaliserung als falsch.
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Re: Braun, Wald & Idylle | Adventskalender-Restschneeskifahren im Zigerschlitz

Beitrag von enviadi »

ski-chrigel hat geschrieben: 07.02.2026, 19:39 Danke für den lesenswerten Bericht. Aber ich hatte heute ein paar mal an diesen Bericht gedacht und muss einfach widersprechen:
entschärfte Gefahrenstellen für optimierte Gästeströme, glattgebügelte Abfahrten ohne Kuppen und Hügel,
Heute in Sölden, sehr wohl ein Massen-Skigebiet, habe ich mich drauf geachtet und die Aussage stimmt schlicht nicht. Ich musste oft bei Kuppen abbremsen, man spielt beim Carven mit Hügeln und wechselndem Gelände. Und letztes Wochenende enervierte sich seilreiter in Laax, wie wenig da planiert sei und wie unübersichtlich viele Pisten sind. Klar, in Südtirol stimmt das, aber für Graubünden und Nordtirol erachte ich diese Pauschaliserung als falsch.
Ich glaube unsere Meinungsverschiedenheit ist darauf zurückzuführen, dass wir das unterschiedlich definieren. Ich meinte mit meiner Aussage nicht, dass es überhaupt keine Gefällsbrüche mehr auf den Abfahrten hat. Mir geht es darum, dass in grösseren Skigebieten massive Geländeanpassungen vorgenommen werden, um mehr Menschen einfacher und (vermeintlich) sicherer bergab zu bringen. Der Grund dafür ist ja auch, dass es bei Abfahrten mit künstlicher Beschneiung gar nicht anders geht, weil auf einem Hang mit weitgehend konstanter Neigung der Schnee viel besser verteilt werden kann. Deshalb werden Hügel abgetragen und Senken mit Erde aufgefüllt. Und weil die Beschneiung vor allem in grösseren Skigebieten umfassend vorhanden ist, sticht diese Pistenstruktur dort besonders ins Auge.

Südtirol ist sicher das Extrem, aber das Grundprinzip findet sich in allen touristischen Regionen der Alpen. Nur mal einige Beispiele aus meinem Heim-Skigebiet, das du ja auch gut kennst:
  • Alp Stätz: Unterhalb Damiez hatte es einen kleinen Wald in der Mitte der Piste, der wurde irgendwann zugunsten einfacherer Beschneiung plattgemacht.
  • Talabfahrt nach Churwalden: Auf Höhe Stettli hatte es auf dem Schuss-Stück eine Kuppe mit ziemlich tiefer Senke. Wegen des anschliessenden Gegenanstiegs ist man dort immer mit ordentlich Tempo drüber und immer abgehoben. Das war nicht ganz ohne. Seit dem Bau der Beschneiung ist das alles begradigt.
  • Parpan: Die Abfahrt vom Obertor durch den Ort zum Heimberg ist "aus Sicherheitsgründen" nicht mehr offiziell.
  • Motta: Auf der heutigen Urdenfürggli-Piste hatte es zu Schwarzhorn-Zeiten eine Senke vor dem letzten Flachstück, in der es einen bei hohem Tempo brutal zusammengestaucht hat. Die wurde dann im Zuge der Verbindung mit Arosa "aus Sicherheitsgründen" mit viel Schnee aufgefüllt und inzwischen hat man auch das Gelände entsprechend bearbeitet. Dito Plams-Abfahrt bei der uneinsehbaren Stelle vor der Einmündung in die Urdenfürggli-Piste.
  • Tgantieni: Am Hang zwischen Berghaus Tgantieni und Acla Grischuna hat man vor einigen Jahren auch kräftig Erde bewegt, um ihn massentauglicher zu machen.
  • Talabfahrt nach Arosa: An mehreren Stellen verbreitert.
  • Abfahrt vom Tschuggen zur Talstation Carmenna: Auch hier hat man die Piste zu einer Autobahn umgebaut.
  • Hörnli: Im Zuge des Neubaus der beiden Bahnen und der Erweiterung der Beschneiung sollen auch hier Pistenkorrekturen vorgenommen werden, um die höhere Förderleistung aufzufangen.
Die Liste kann man wahrscheinlich in jedem anderen grösseren Skigebiet fortführen. Jetzt kann man sagen, ist doch super, wenn durch diese Anpassungen das Skifahren erleichtern. Ich empfinde all diese Pistenkorrekturen aber als Verschlechterung und das aus mehreren Gründen.

Auch wenn vieles unter dem Deckmantel der Sicherheit erfolgt, bewirkt das in meinen Augen genau das Gegenteil. Kamikaze-Fahrer, die unangepasst fahren, wird es immer geben. Das verhindert man auch nicht mit der vermeintlichen Entschärfung unübersichtlicher Stellen. Im Gegenteil. Breite Pisten mit weitgehend konstanter Neigung verleiten zu hohem Tempo und zu hohen Geschwindigkeitsdifferenzen zwischen den Fahrern.

Zudem werden die Pisten durch die Anpassungen weniger individuell. Ich finde einen Vergleich zwischen Autobahn und Passstrasse da ganz treffend. Ob ich jetzt von Zürich nach Bern oder von Basel nach St. Gallen fahre, macht aus Fahrersicht keinen nennenswerten Unterschied. Es geht halt immer mit 100-120 km/h geradeaus. Keine Herausforderung, sondern Mittel zum Zweck. Eine Passstrasse zu fahren, macht dagegen deutlich mehr Spass. Ob ich Grimsel, Splügen oder Albula fahre, ist ein riesen Unterschied und jeder macht für sich genommen Spass. Es ist viel eher eine Herausforderung. Und das ist das, was mir beim Skifahren auf diesen Autobahnen fehlt. Ich empfinde das als eintönig, austauschbar, steril. Beim Skifahren will ich nicht als Mittel zum Zweck von A nach B kommen. Eine Piste, die keine Kurven, Engstellen, unübersichtliche Kuppen oder sonstige Charakteristika aufweist, die ich als herausfordernd oder originell ansehe, langweilt mich sehr schnell.

Kleine Skigebiete bieten da ein viel individuelleres Erlebnis. Man denke z. B. an die Talabfahrt in Bergün, durch die Viadukte der RhB hindurch. Oder die Piste von Zalaus nach Tschiertschen zwischen den Häusern. Die unzähligen Wellen am Heinzenberg. Der völlig improvisierte Weg zwischen den Liften im Avers. Und, und, und. All das sind Abfahrten, die mir im Gedächtnis bleiben.

Weil du Sölden als Beispiel erwähnst. Einige Abfahrten, die du in deinem Bericht fotografiert hast, entsprechen genau dem, was mir eben nicht gefällt. Die Verbindungspiste zur Giggi-Talstation, die Piste am Seekogl oder auch insbesondere die Abfahrt vom Gletscher ins Tal. Das ist einfach ein platter Streifen im Gelände. Und genau das schätze ich eben an Gebieten wie Braunwald, dass das dort nicht so aussieht.
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ski-chrigel
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Re: Braun, Wald & Idylle | Adventskalender-Restschneeskifahren im Zigerschlitz

Beitrag von ski-chrigel »

Ja, da liegen unsere Wahrnehmungen und Vorlieben weit auseinander. Ich finde solche Pisten-Aufobahnen wie in Ladurns (heute), an der Alpe Cermis, am Kronplatz oder in Paganella genial und alles andere als langweilig. Einzig beim Tempo gebe ich Dir Recht, das ist dann auch bei mir deutlich höher. Das macht aber genau der Reiz für mich aus: in hohem Tempo grosse Radien Carven, DAS ist für mich das beste Skifahren überhaupt. Natürlich nur wenn entsprechend Platz vorhanden ist. Skifahren in so old-style-Skigebieten gefällt mir per se nicht, aber wenn man dauernd bei jeder Kuppe im Flow gebremst wird, dann löscht es mir ab.

Die aufgezählten Pistenkorrekturen in ALH waren sicher sinnvoll, aber trotzdem finde ich dieses Skigebiet nicht sehr stark modelliert. Muss aber auch sagen, dass ich nurmehr sehr selten dort bin, weil stetig zu voll und das Speedcarven eben genau nicht geht.
Wenn ich an Laax denke, dann kommen mir unzählige Stellen in den Sinn, die ich viel lieber stärker modelliert hätte, allen voran Plaun, aber auch der untere Teil von Siala West, uvm.
Oder um auf Sölden zurückzukommen, die 11. Sie ist sehr wellig und unübersichtlich, zahlreiche weitere auch. Die von Dir genannte 30 ist eine Rückführpiste, wo man es eh laufen lassen sollte.

Jedenfalls würde ich mir für Graubünden und Nordtirol wünschen, dass man einiges mehr modellieren würde. Und ich kann Deine Aussage, dass alles gleich und langweilig zu fahren ist, überhaupt nicht nachvollziehen. Beim Autofahren teile ich hingegen Deine Meinung völlig.

Aber zum Glück gibt es unterschiedliche Vorlieben. Braunwald scheint die von nur noch sehr wenigen Leuten zu treffen und sein Tod ist nur noch eine Frage der Zeit. Ohne Beschneiung geht es halt einfach nicht mehr.

Ach ja: Auch in Südtirol gibt es Ausnahmen: Ratschings ist in dem oberen Regionen sehr wenig modelliert, wie wir heute mal wieder zueinander sagten.
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Re: Braun, Wald & Idylle | Adventskalender-Restschneeskifahren im Zigerschlitz

Beitrag von enviadi »

Absolut, dass unsere Präferenzen so weit auseinanderliegen, ist sicher in erster Linie unseren völlig unterschiedlichen Fahrstilen geschuldet. Ist aber ja völlig legitim. Es hat ja für beide Varianten zum Glück genügend Auswahl.

Um bei dem Auto-Vergleich zu bleiben. Schnell fahren ist per se für mich einfach nichts, was mich übermässig begeistert. Ich könnte natürlich in Deutschland mit 200 km/h über die Autobahn heizen, das empfinde ich aber (aus vielen Gründen) als wenig erstrebenswert. Irgendeine schmale Passstrasse zu fahren bereitet mir viel mehr Freude. Irgendwann kennt man die Schlaglöcher und Engstellen und weiss, wo man bremsen muss oder aus den Kurven herausbeschleunigen kann. Und so ist es beim Skifahren auch. Eine Piste lebt aus meiner Sicht von ihren Besonderheiten. Und wenn alles modelliert ist, gehen diese Besonderheiten eben immer mehr verloren. Das ist das, was ich dann als eintönig und austauschbar wahrnehme.

Dass das dem Speedcarven fundamental entgegensteht, ist völlig klar. Insofern kann ich deine Sichtweise auch absolut verstehen. Ändert aber nichts daran, dass ich persönlich mit solchen Abfahrten nicht viel anfangen kann. Aber die Geschmäcker sind bekanntlich verschieden und das ist ja auch gut so.
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Re: Braun, Wald & Idylle | Adventskalender-Restschneeskifahren im Zigerschlitz

Beitrag von oberländer »

enviadi hat geschrieben: 06.02.2026, 15:35 Trotzdem scheint das Angebot nicht mehr den Zahn der Zeit zu treffen. Währenddessen stellen sich die Massen lieber in den Industrieskigebieten dieser Welt in die Schlangen, um dann sich dann auf den immergleichen, neigungsoptimiert-glattgebügelten Hängen die Kanten stumpf zu fahren. Ein Glück gibt es noch immer Alternativen wie Braunwald. Lohnt sich das Skifahren hier bei der aktuellen Schneelage? Aus sportlicher Sicht definitiv nicht. Aber zum Skifahren gehört eben - wie eingangs erwähnt - noch viel mehr als nur der Sport an sich. Und um das zu erleben, lohnt sich Braunwald allemal.

Für den wenigen Schnee können die Bergbahnen nichts. Aus dem Rest holen sie alles heraus, was geht. Das gilt es, zu honorieren. Hoffentlich wird das noch lange möglich bleiben!
Braunwald hat das klassische Huhn-Ei-Problem:
Man hat kein Geld, um in Beschneiung oder modernere Anlagen zu investieren und verdient wiederum kaum Geld, weil mangels Beschneiung bei schlechten Wintern im Gegensatz zu anderen Gebieten der Schnee ausgeht. Dazu kommt, dass die Schneesportler wenig Lust haben mit den 57jährigen fixen Sesselbahnen oder der für Wiederholungsfahrten bedingt geeigneten Gruppen-Umlaufbahn zu fahren. Sind dann noch die Pisten der einzig modernen Seilbahn - der Gumenbahn - zu, wird das Gebiet für den Skifahrer noch weniger attraktiver. Weniger Leute, weniger Einnahmen, womit wiederum Geld fehlt, um in das Skigebiet zu investieren.

Die beiden Sesselbahnen von 1969 sind exemplarisch dafür: Solche Anlagen gab es früher zuhauf in anderen Gebieten. Doch dort wurden sie mittlerweile grösstenteils durch neue Sesselbahnen ersetzt. Weil Braunwald dieses Geld nicht hat, musste man gezwungenermassen die alten Sesselbahnen nochmals revidieren lassen.

Nun gilt das Prinzip Hoffnung, dass die alten Anlagen weiterhin durchhalten und man irgendwie über die Runden kommt. Aber es läuft leider darauf hinaus, dass der Skibetrieb - wie bei allen Gebieten unter 2000 m. ü. M. ein Ablaufdatum hat.

Ergo wird auch entsprechend in das Sommergeschäft investiert, womit man mit der Gumenbahn zum Glück eine passende Anlage und den Seitwärtssesseln ein kleines USB hat.
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Re: Braun, Wald & Idylle | Adventskalender-Restschneeskifahren im Zigerschlitz

Beitrag von enviadi »

oberländer hat geschrieben: 13.02.2026, 00:45 Braunwald hat das klassische Huhn-Ei-Problem:
Man hat kein Geld, um in Beschneiung oder modernere Anlagen zu investieren und verdient wiederum kaum Geld, weil mangels Beschneiung bei schlechten Wintern im Gegensatz zu anderen Gebieten der Schnee ausgeht. Dazu kommt, dass die Schneesportler wenig Lust haben mit den 57jährigen fixen Sesselbahnen oder der für Wiederholungsfahrten bedingt geeigneten Gruppen-Umlaufbahn zu fahren. Sind dann noch die Pisten der einzig modernen Seilbahn - der Gumenbahn - zu, wird das Gebiet für den Skifahrer noch weniger attraktiver. Weniger Leute, weniger Einnahmen, womit wiederum Geld fehlt, um in das Skigebiet zu investieren.
Dass Braunwald wie viele andere Skigebiete in den 90er Jahren den Anschluss an den Mainstream verloren hat, ist unbestritten. Jedoch ist es auch kein Erfolgsgarant, dem Mainstream blind zu folgen. Was ich damit meine: Mit modernen Anlagen und Vollbeschneiung würde Braunwald aus meiner Sicht finanziell kein bisschen besser dastehen. Da gibt es genügend Beispiele für Gebiete dieser Grösse, denen genau eine solche Investition das Genick gebrochen hat. All der Perfektionismus und die Industrialisierung des Skifahrens, die die grossen Gebiete vorantreiben, verursacht enorme Kosten. Die sind mit dem in Braunwald erschlossenen Gelände nicht zu erwirtschaften. Auch wenn dort alles beschneit wäre und überall Zehnerkabinen und Sechsersessel fahren würden, kämen nicht ausreichend Leute, um diese Infrastruktur gewinnbringend zu betreiben. Das gibt der Ort mit dieser Lage und dieser Verkehrsanbindung einfach nicht her.

Dann wäre Braunwald nämlich erst recht vom sogenannten "stuck in the middle" betroffen. Insofern ist die Konzentration auf eine Nische m. E. viel sinnvoller. Ob diese Nische langfristig skifahren ist, sei mal dahingestellt. Ich sehe die Zukunft nicht ganz so pessimistisch. Auch wenn dieser Winter bislang besonders schneearm war, ist die Gegend ja sonst prinzipiell ein Schneeloch. Das haben die Schneefälle der letzten Tage nochmals gezeigt. Jetzt reicht der Schnee sicher bis in den April hinein und damit deutlich länger als die geplante Wintersaison. Dieses Jahr kam er halt einfach zu spät. Und trotzdem waren alle Anlagen geöffnet und das Gebiet bei meinem Aufenthalt auch gut besucht.

Die Sesselbahnen haben noch eine Konzession bis 2034. Abgesehen von den Stützen und den Stationen ist aber ja 2012 fast alles komplett erneuert worden. Eine erneute Verlängerung ist also prinzipiell möglich. Es wird auch wieder Winter mit mehr natürlichem Schnee geben, auch in dieser Höhe. Das grössere Problem sehe ich vielmehr darin, dass - wie du sagst - immer weniger Leute mit der vorhandenen Infrastruktur zufrieden sind. Der Mensch ist eben nicht mehr so genügsam. Ich persönlich finde das völlig paradox, denn in einem Winter wie diesem hilft der künstlich erzeugte Schnee zwar in grossen Gebieten, einige Pisten zu öffnen. Aber dann stehen die Massen alle am selben Lift und warten zehn Minuten, bis sie endlich nach oben fahren können. An der Bergstation kommen sie also keineswegs schneller an als mit den Anlagen von annodazumal in Braunwald. Ich verstehe den Vorteil nicht. Da habe ich lieber eine Viertelstunde meine Ruhe auf dem Sessel als mich in Warteschlangen von irgendwelchen in Rucksäcken deponierten Lautsprecherboxen beschallen zu lassen. Aber so ticken halt die wenigsten.
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Re: Braun, Wald & Idylle | Adventskalender-Restschneeskifahren im Zigerschlitz

Beitrag von ski-chrigel »

enviadi hat geschrieben: 17.02.2026, 18:01 Ich persönlich finde das völlig paradox, denn in einem Winter wie diesem hilft der künstlich erzeugte Schnee zwar in grossen Gebieten, einige Pisten zu öffnen. Aber dann stehen die Massen alle am selben Lift und warten zehn Minuten, bis sie endlich nach oben fahren können. An der Bergstation kommen sie also keineswegs schneller an als mit den Anlagen von annodazumal in Braunwald. Ich verstehe den Vorteil nicht. Da habe ich lieber eine Viertelstunde meine Ruhe auf dem Sessel als mich in Warteschlangen von irgendwelchen in Rucksäcken deponierten Lautsprecherboxen beschallen zu lassen. Aber so ticken halt die wenigsten.
Das kann ich gar nicht unterschreiben. Das Problem waren in diesem schneearmen Winter in modernen Skigebieten weniger die Wartezeiten, als viel mehr die wenigen und daher überfüllten und oft schmalen Pisten. Die Förderkapazität der modernen Lifte sind genügend, aber die Pistenflächen nicht.
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Re: Braun, Wald & Idylle | Adventskalender-Restschneeskifahren im Zigerschlitz

Beitrag von enviadi »

ski-chrigel hat geschrieben: 17.02.2026, 20:18 Das kann ich gar nicht unterschreiben. Das Problem waren in diesem schneearmen Winter in modernen Skigebieten weniger die Wartezeiten, als viel mehr die wenigen und daher überfüllten und oft schmalen Pisten. Die Förderkapazität der modernen Lifte sind genügend, aber die Pistenflächen nicht.
S07578_475.jpg
Ist jetzt nur ein Beispiel. An dem Tag war ich zum Filmen da und hab mich dann unten dazu entschlossen, die Ski wegen Sinnlosigkeit gar nicht erst mitzunehmen. Bei so etwas vergeht mir jegliche Lust aufs Skifahren. Und solche Tage hatte ich diesen Winter ständig. Glaube so viel Zeit wie dieses Jahr habe ich noch nie in Warteschlangen verbracht. Was mich zu der Erkenntnis gebracht hat, dass mir die grossen Skigebiete in einem Winter wie diesem auch nicht weiterhelfen. Entweder hat es Schnee und ich kann während der Hauptsaison in die kleinen Gebiete fahren und die grossen im März/April besuchen oder ich mache halt etwas anderes als skifahren. Was auch okay ist, aber ständig mit hunderten anderen Menschen auf einem Fleck warten zu müssen, da hört es bei mir auf. Und dass die wenigen Pisten dann noch überfüllt sind, kommt ja erst recht noch dazu. Dann viel lieber Idylle in Braunwald.
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Re: Braun, Wald & Idylle | Adventskalender-Restschneeskifahren im Zigerschlitz

Beitrag von ski-chrigel »

Hmm. Da hatte ich wohl einfach immer Glück. Grad weil Du Laax als Beispiel nimmst: 11 Tage hatte ich diesen Winter bisher in Laax verbracht und hatte, wenn ich mich richtig erinnere, die längste Wartezeit am La Siala mit 8min (Singleline). In Fuorcla, auf Deinem Bild waren es 5min bei einer Kolonne, die vielleicht 1/3 so lang war wie auf Deinem Bild. Dichtestress hatte ich aber auf zahlreichen Pisten (Alp Dao, vor Sogn Martin, Scansinas).
Die schlimmsten Wartezeiten überhaupt hatte ich am 30.12. vormittags am Arlberg, was aber nicht unerwartet war. Dies typischerweise an einer alten DSB.
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Re: Braun, Wald & Idylle | Adventskalender-Restschneeskifahren im Zigerschlitz

Beitrag von intermezzo »

enviadi hat geschrieben: 17.02.2026, 21:51 Entweder hat es Schnee und ich kann während der Hauptsaison in die kleinen Gebiete fahren und die grossen im März/April besuchen oder ich mache halt etwas anderes als skifahren.
Ist schon lange mein Credo. Wenn genügend Schnee liegt, lieber in kleine Gebiete fahren und vorher checken, ob der Andrang bescheiden sein wird. Ab Mitte März wird es dann fast überall entspannter. Da ich auf vergleichsweise sehr wenige Skitage in der Saison komme, schaue ich halt penibel, dass ich so gut wie eben mir möglich das Optimum herausholen kann. Will heissen: wenig Andrang, gutes Wetter, möglichst gute Schneeverhältnisse, schönes Gebiet (in dieser Reihenfolge).

PS: Jetzt wäre Braunwald wohl der Knüller mit dem vielen Schnee!
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Re: Braun, Wald & Idylle | Adventskalender-Restschneeskifahren im Zigerschlitz

Beitrag von Schneegott »

ski-chrigel hat geschrieben: 17.02.2026, 22:20 Hmm. Da hatte ich wohl einfach immer Glück. Grad weil Du Laax als Beispiel nimmst: 11 Tage hatte ich diesen Winter bisher in Laax verbracht und hatte, wenn ich mich richtig erinnere, die längste Wartezeit am La Siala mit 8min (Singleline). In Fuorcla, auf Deinem Bild waren es 5min bei einer Kolonne, die vielleicht 1/3 so lang war wie auf Deinem Bild. Dichtestress hatte ich aber auf zahlreichen Pisten (Alp Dao, vor Sogn Martin, Scansinas).
Die schlimmsten Wartezeiten überhaupt hatte ich am 30.12. vormittags am Arlberg, was aber nicht unerwartet war. Dies typischerweise an einer alten DSB.
Du hast halt viel Erfahrung und deinen Ski-Saison-Rhythmus perfekt auf die Auslastung der Skigebiete angepasst. Dies ist mir immer wieder aufgefallen nach den hunderten Berichten die ich von dir gelesen habe ;)
Im Südtirol bist du, wenn niemand Ferien hat, die Graubünden-Tirol-Tour ist immer im Dezember quasi "vor der Hauptsaison" und auch sonst ist deine Erfahrung mit den bald 3'000 Skitagen halt Goldwert. Du weisst wann wo die grössten Schlangen in den Gebieten sind und fährst antizyklisch etc.
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Re: Braun, Wald & Idylle | Adventskalender-Restschneeskifahren im Zigerschlitz

Beitrag von oberländer »

enviadi hat geschrieben: 17.02.2026, 18:01 Dass Braunwald wie viele andere Skigebiete in den 90er Jahren den Anschluss an den Mainstream verloren hat, ist unbestritten. Jedoch ist es auch kein Erfolgsgarant, dem Mainstream blind zu folgen. Was ich damit meine: Mit modernen Anlagen und Vollbeschneiung würde Braunwald aus meiner Sicht finanziell kein bisschen besser dastehen. Da gibt es genügend Beispiele für Gebiete dieser Grösse, denen genau eine solche Investition das Genick gebrochen hat. All der Perfektionismus und die Industrialisierung des Skifahrens, die die grossen Gebiete vorantreiben, verursacht enorme Kosten. Die sind mit dem in Braunwald erschlossenen Gelände nicht zu erwirtschaften. Auch wenn dort alles beschneit wäre und überall Zehnerkabinen und Sechsersessel fahren würden, kämen nicht ausreichend Leute, um diese Infrastruktur gewinnbringend zu betreiben. Das gibt der Ort mit dieser Lage und dieser Verkehrsanbindung einfach nicht her.
Es geht nicht um den Mainstream, Perfektionismus oder Industrialisierung.
Sondern darum, dass Anlagen eine technische Lebensdauer haben, die nicht immer wieder verlängert werden kann. Oder darum, den Skibetrieb die ganze Saison zu gewährleisten. Beides wird bei Braunwald langsam zum Problem. Sprich Anlagen müssten nicht ersetzt werden, weil man das neuste will, sondern weil die Anlagen irgendwann zu alt werden um weiter betrieben zu werden.

Die beiden Sesselbahnen sind das beste Beispiel:
Die Sesselbahnen haben noch eine Konzession bis 2034. Abgesehen von den Stützen und den Stationen ist aber ja 2012 fast alles komplett erneuert worden. Eine erneute Verlängerung ist also prinzipiell möglich.
Erneuert wurde m. W. nur die Steuerung, die Rollenbatterien und die Sessel. Alles andere ist von 1969. Das wird 2034 65 Jahre alt sein. Und das ist für eine Liftanlage ein hohes Alter. Die Erneuerung von 2012 haben den Ersatz durch eine neue Anlage nicht verhindert, sondern nur herausgezögert, indem man die Lebensdauer nochmals um 20 Jahre verlängert hat. Ob man die Anlagen nach 2034 weiter betreiben kann und darf, wage ich zumindest zu bezweifeln. Da wird man sich Gedanken machen müssen.
Oder als anderes Beispiel die beiden GUB von 1990: 36 Jahre alt, ohne dass irgendwas erneuert wurde. Auch da wird man irgendwann Geld in die Hand nehmen müssen.

Sprich bei Braunwald geht es nicht um Erneuerung der Erneuerung willen, sondern weil es der technische Zustand in den nächsten Jahren notwendig macht. Und da wird man sich entscheiden müssen, ob man weiterhin Skibetrieb anbieten will. Wenn ja wird man meiner Meinung nach um einer Erneuerung der Anlagen und eine rudimentäre Beschneiung nicht herumkommen. Und das müssen ja keine Luxuslösungen sein. Für die beiden Sesselbahnen würden zwei neue fixe Sesselbahnen ausreichen, bei den GUB wäre auch ein Retrofit denkbar.
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Re: Braun, Wald & Idylle | Adventskalender-Restschneeskifahren im Zigerschlitz

Beitrag von enviadi »

oberländer hat geschrieben: 22.02.2026, 22:50
enviadi hat geschrieben: 17.02.2026, 18:01 Dass Braunwald wie viele andere Skigebiete in den 90er Jahren den Anschluss an den Mainstream verloren hat, ist unbestritten. Jedoch ist es auch kein Erfolgsgarant, dem Mainstream blind zu folgen. Was ich damit meine: Mit modernen Anlagen und Vollbeschneiung würde Braunwald aus meiner Sicht finanziell kein bisschen besser dastehen. Da gibt es genügend Beispiele für Gebiete dieser Grösse, denen genau eine solche Investition das Genick gebrochen hat. All der Perfektionismus und die Industrialisierung des Skifahrens, die die grossen Gebiete vorantreiben, verursacht enorme Kosten. Die sind mit dem in Braunwald erschlossenen Gelände nicht zu erwirtschaften. Auch wenn dort alles beschneit wäre und überall Zehnerkabinen und Sechsersessel fahren würden, kämen nicht ausreichend Leute, um diese Infrastruktur gewinnbringend zu betreiben. Das gibt der Ort mit dieser Lage und dieser Verkehrsanbindung einfach nicht her.
Es geht nicht um den Mainstream, Perfektionismus oder Industrialisierung.
Sondern darum, dass Anlagen eine technische Lebensdauer haben, die nicht immer wieder verlängert werden kann. Oder darum, den Skibetrieb die ganze Saison zu gewährleisten. Beides wird bei Braunwald langsam zum Problem. Sprich Anlagen müssten nicht ersetzt werden, weil man das neuste will, sondern weil die Anlagen irgendwann zu alt werden um weiter betrieben zu werden.
Doch, genau darum geht es. Es gab in den 1990er/2000er Jahren für Skigebiete genau zwei Lösungen, den Fortbestand zu sichern. Entweder Geld in die Hand nehmen, auf den Modernisierungszug aufspringen, sich mit der modernen Infrastruktur einen entsprechenden Namen machen und darüber die Investitionen und die damit einhergehenden höheren Betriebskosten wieder amortisieren. Oder konsolidieren, eine Nische suchen und mit der vorhandenen Infrastruktur sowie sanften Investitionen weitermachen. Letzterer Weg hat sich rückblickend als der risikoreichere entpuppt, denn nicht allen Skigebieten ist es gelungen, eine adäquate Nische zu finden. Meist waren es solche, die zu diesem Zeitpunkt nach der Erstausstattung schon 30 Jahre nichts mehr in die Infrastruktur investiert haben und denen es an einem entsprechenden Profil gemangelt hat. Alle halbherzigen Lösungen zwischen diesen beiden Varianten führten aber nachweislich zum von mir angesprochenen stuck in the middle. Dafür gibt es genügend Beispiele.

Wenn man in Braunwald umfassend investiert hätte, egal ob Luxuslösung oder nicht, hätte das dem Gebiet erst recht das Genick gebrochen. Dann wäre man nämlich genau in jener Mitte mit einem halbgaren Skigebiet. Mit moderner Infrastruktur würde man mit Gebieten wie den typischen Zürcher Tagesdestinationen konkurrieren, hätte aber in punkto Grösse und Abwechslung viel weniger zu bieten. Hinzu kommt die umständlichere Anreise. Da ist die Konzentration auf eine Nische der sinnvollere Weg. Braunwald hat eine einmalige Lage und mit dem autofreien Ort und natürlich auch mit der Seitwärtssesselbahn ein Alleinstellungsmerkmal. Da könnte man m. E. marketingtechnisch auch viel mehr herausholen.
oberländer hat geschrieben: 22.02.2026, 22:50 Die beiden Sesselbahnen sind das beste Beispiel:
Die Sesselbahnen haben noch eine Konzession bis 2034. Abgesehen von den Stützen und den Stationen ist aber ja 2012 fast alles komplett erneuert worden. Eine erneute Verlängerung ist also prinzipiell möglich.
Erneuert wurde m. W. nur die Steuerung, die Rollenbatterien und die Sessel.
Ja, das ist ja eben alles bis auf Stützen und Stationen. :) Und die Gebäudesubstanz ist nach 65 Jahren noch nicht am Ende ihres Lebens angelangt. Die Stützen auch nicht. Das sind alles keine klassischen Verschleissteile. Wahrscheinlich wird es einen neuen Antrieb brauchen, aber beim Rest sehe ich kein Problem, warum man den nicht weiterhin nutzen können soll. Es sind ja durchaus noch deutlich ältere Anlagen in Betrieb.

Ich sage nicht, dass die finanzielle Lage in Braunwald gut ist. Aber ich bin davon überzeugt, dass es mit grösseren Investitionen in die Seilbahninfrastruktur heute noch viel schlechter aussehen würde. Ein Skigebiet wie Braunwald hat aus meiner Sicht keine andere Wahl, als mit der vorhandenen Infrastruktur so lange weiterzumachen wie irgendwie möglich und sich mit den daraus ergebenden Einschränkungen zu arrangieren.
oberländer hat geschrieben: 13.02.2026, 00:45 Dazu kommt, dass die Schneesportler wenig Lust haben mit den 57jährigen fixen Sesselbahnen oder der für Wiederholungsfahrten bedingt geeigneten Gruppen-Umlaufbahn zu fahren.
oberländer hat geschrieben: 22.02.2026, 22:50 Und das müssen ja keine Luxuslösungen sein. Für die beiden Sesselbahnen würden zwei neue fixe Sesselbahnen ausreichen, bei den GUB wäre auch ein Retrofit denkbar.
Hier widersprichst du dir selbst. Ein 1:1-Ersatz löst das von dir geschilderte Problem ja eben genau nicht. Ob die fix geklemmte Sesselbahn 60 Jahre alt ist oder fünf, das merkt kein normaler Gast. Auch eine neue fix geklemmte Sesselbahn wird als alt wahrgenommen. Der wahrgenommene Mehrwert eines solchen Ersatzes wäre also äusserst gering, die Kosten für die Investition dennoch extrem hoch für ein Gebiet wie Braunwald. Wo ich aber mitgehe ist das Retrofit. Aus meiner Sicht ist der einzige Weg wie gesagt, mit der vorhandenen Infrastruktur weiterzumachen, die notwendigen Sanierungen durchzuführen und ggf. durch eine Anpassung des sportlichen Angebots eine andere Ausrichtung zu forcieren. Das kann durchaus auch bedeuten, dass der Skisport irgendwann nur noch eine Nebenrolle einnehmen wird oder ganz wegfällt. Aber jetzt noch versuchen, den technologischen Rückstand gegenüber anderen Gebieten aufzuholen und dann ein neuer Player unter vielen bereits etablierten sein? Das kann erst recht nichts werden.
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Re: Braun, Wald & Idylle | Adventskalender-Restschneeskifahren im Zigerschlitz

Beitrag von enviadi »

Schneegott hat geschrieben: 19.02.2026, 14:17 Du hast halt viel Erfahrung und deinen Ski-Saison-Rhythmus perfekt auf die Auslastung der Skigebiete angepasst. Dies ist mir immer wieder aufgefallen nach den hunderten Berichten die ich von dir gelesen habe ;)
Im Südtirol bist du, wenn niemand Ferien hat, die Graubünden-Tirol-Tour ist immer im Dezember quasi "vor der Hauptsaison" und auch sonst ist deine Erfahrung mit den bald 3'000 Skitagen halt Goldwert. Du weisst wann wo die grössten Schlangen in den Gebieten sind und fährst antizyklisch etc.
Fairerweise muss man aber auch sagen, dass natürlich nicht jeder die Möglichkeit hat, so flexibel zu reagieren. Die meisten Wintersportler sind aus den verschiedensten Gründen eben darauf angewiesen, dann zu fahren, wenn viele andere unterwegs sind. Nicht falsch verstehen, ich gönne ski-chrigel diese Möglichkeiten von Herzen. Aber es ist eben ein Privileg, das nur wenige haben.
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Re: Braun, Wald & Idylle | Adventskalender-Restschneeskifahren im Zigerschlitz

Beitrag von ski-chrigel »

enviadi hat geschrieben: 23.02.2026, 11:54 Es gab in den 1990er/2000er Jahren für Skigebiete genau zwei Lösungen, den Fortbestand zu sichern. Entweder Geld in die Hand nehmen, auf den Modernisierungszug aufspringen, sich mit der modernen Infrastruktur einen entsprechenden Namen machen und darüber die Investitionen und die damit einhergehenden höheren Betriebskosten wieder amortisieren. Oder konsolidieren, eine Nische suchen und mit der vorhandenen Infrastruktur sowie sanften Investitionen weitermachen.
Ich glaube, in den wenigsten Fällen war es eine bewusste Entscheidung, sich auf eine Nische mit alternden Liften und Naturschnee zu konzentrieren, sondern es hat sich halt einfach so ergeben, weil das Geld für mehr nie da war. So wird das unweigerliche Ende des Skibetriebs oder des ganzen Unternehmens einfach so lange hinausgezögert, bis es nicht mehr geht oder ein Wunder geschieht. Kaum ein Gebiet hätte einem Sawiris den Finger gezeigt, sondern die Chance wahrgenommen und investiert. Auch Braunwald.
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Re: Braun, Wald & Idylle | Adventskalender-Restschneeskifahren im Zigerschlitz

Beitrag von enviadi »

ski-chrigel hat geschrieben: 23.02.2026, 12:38
enviadi hat geschrieben: 23.02.2026, 11:54 Es gab in den 1990er/2000er Jahren für Skigebiete genau zwei Lösungen, den Fortbestand zu sichern. Entweder Geld in die Hand nehmen, auf den Modernisierungszug aufspringen, sich mit der modernen Infrastruktur einen entsprechenden Namen machen und darüber die Investitionen und die damit einhergehenden höheren Betriebskosten wieder amortisieren. Oder konsolidieren, eine Nische suchen und mit der vorhandenen Infrastruktur sowie sanften Investitionen weitermachen.
Ich glaube, in den wenigsten Fällen war es eine bewusste Entscheidung, sich auf eine Nische mit alternden Liften und Naturschnee zu konzentrieren, sondern es hat sich halt einfach so ergeben, weil das Geld für mehr nie da war. So wird das unweigerliche Ende des Skibetriebs oder des ganzen Unternehmens einfach so lange hinausgezögert, bis es nicht mehr geht oder ein Wunder geschieht. Kaum ein Gebiet hätte einem Sawiris den Finger gezeigt, sondern die Chance wahrgenommen und investiert. Auch Braunwald.
Das nicht vorhandene Geld ist sicher ein wesentlicher Faktor, der speziell bei kleineren Gebieten dazu beigetragen hat, dass die Lösung 1 gar nicht erst in Frage kam. Der einzige ist es aber nicht. Es ergibt keinen Sinn, dass kleine Gebiete versuchen, mit grossen zu konkurrieren. Das ist ein aussichtsloser Kampf. Und das haben viele erkannt und entsprechend - sicher nicht unbewusst - entschieden, einen anderen Weg einzuschlagen. Auch mit "nur" Schleppliften und Naturschnee lässt sich ein wirtschaftlicher Betrieb realisieren. Meist einfacher, als wenn man sehr viel zusätzliche Infrastruktur (noch dazu mit spezialisiertem Personal) bewirtschaften muss.

Es hat sich gezeigt, dass unter geeigneten Rahmenbedingungen beide Lösungen überlebensfähig sind. Sicher hätte Braunwald Sawiris willkommen geheissen. Aber umgekehrt weiss ein Sawiris eben genau, dass sich ein Investment an solch einem Ort mit diesen Voraussetzungen niemals lohnen würde.
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Re: Braun, Wald & Idylle | Adventskalender-Restschneeskifahren im Zigerschlitz

Beitrag von Schneegott »

oberländer hat geschrieben: 22.02.2026, 22:50
Die beiden Sesselbahnen sind das beste Beispiel:
Die Sesselbahnen haben noch eine Konzession bis 2034. Abgesehen von den Stützen und den Stationen ist aber ja 2012 fast alles komplett erneuert worden. Eine erneute Verlängerung ist also prinzipiell möglich.
Erneuert wurde m. W. nur die Steuerung, die Rollenbatterien und die Sessel. Alles andere ist von 1969. Das wird 2034 65 Jahre alt sein. Und das ist für eine Liftanlage ein hohes Alter. Die Erneuerung von 2012 haben den Ersatz durch eine neue Anlage nicht verhindert, sondern nur herausgezögert, indem man die Lebensdauer nochmals um 20 Jahre verlängert hat. Ob man die Anlagen nach 2034 weiter betreiben kann und darf, wage ich zumindest zu bezweifeln. Da wird man sich Gedanken machen müssen.
Oder als anderes Beispiel die beiden GUB von 1990: 36 Jahre alt, ohne dass irgendwas erneuert wurde. Auch da wird man irgendwann Geld in die Hand nehmen müssen.
Naja, es fahren bei uns ja auch noch 125-jährige Dampfschiffe auf den Seen, Oldtimer auf den Strassen und alte Propellermaschinen in der Luft. Wenn man möchte, dann geht das schon. Lebensdauer kann mit Renovierung und Erneuerung deutlich verlängert werden.
Der Bericht hat hier wohl einiges an Diskussion ausgelöst ;)
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Re: Braun, Wald & Idylle | Adventskalender-Restschneeskifahren im Zigerschlitz

Beitrag von ski-chrigel »

Ha! 125jährig. Gutes Stichwort. Das feiern wir auch grad. ;-)
Aber ob man eine DSB mit einer Piper Cub vergleichen kann, wage ich dann doch eher zu bezweifeln.
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Re: Braun, Wald & Idylle | Adventskalender-Restschneeskifahren im Zigerschlitz

Beitrag von oberländer »

enviadi hat geschrieben: 23.02.2026, 11:54 Ja, das ist ja eben alles bis auf Stützen und Stationen. :) Und die Gebäudesubstanz ist nach 65 Jahren noch nicht am Ende ihres Lebens angelangt. Die Stützen auch nicht. Das sind alles keine klassischen Verschleissteile. Wahrscheinlich wird es einen neuen Antrieb brauchen, aber beim Rest sehe ich kein Problem, warum man den nicht weiterhin nutzen können soll. Es sind ja durchaus noch deutlich ältere Anlagen in Betrieb.
Kennst Du den technischen Zustand der Anlage oder kommst Du aus Aussensicht zu deinen Schlüssen? Wenn Du einen neuen Antrieb instalierst, dann geht es bald als Neubau durch. Abgesehen davon braucht es auch Zulassungen für die Anlage. Hier hat das BAV auch ein Wort mitzureden.
Ich sage nicht, dass die finanzielle Lage in Braunwald gut ist. Aber ich bin davon überzeugt, dass es mit grösseren Investitionen in die Seilbahninfrastruktur heute noch viel schlechter aussehen würde. Ein Skigebiet wie Braunwald hat aus meiner Sicht keine andere Wahl, als mit der vorhandenen Infrastruktur so lange weiterzumachen wie irgendwie möglich und sich mit den daraus ergebenden Einschränkungen zu arrangieren.
Es gibt mit Elm gleich in der Nähe ein Skigebiet, welches den von Dir kritisierten Weg gegangen ist und in neue Anlagen investiert hat: 1996 die neue Gondelbahn, 2002 sogar eine neue Sechser-Sesselbahn.
Und siehe da: Das Skigebiet ist erfolgreich unterwegs mit besserer Schneesicherheit und mehr Kunden. Denn diese Kunden finden dort ein Skigebiet, welches günstiger ist als die grossen, aber denoch eine leistungsfähige Infrastruktur vorhanden ist und damit deine Thesen widerlegt.

Aber wir werden uns da nicht einig werden und müssen es auch nicht, da Du offensichtlich deine Thesen als die einzig richtigen erachtest...
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