01.02.2026 | Rhön | Wasserkuppe, Zuckerfeld, Simmelsberg und Arnsberg

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WackelPudding
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01.02.2026 | Rhön | Wasserkuppe, Zuckerfeld, Simmelsberg und Arnsberg

Beitrag von WackelPudding »

01.02.2026 Rhön:

Heute hatte ich mal wieder einen freien Tag zur Verfügung, den ich zum Skifahren nutzen konnte.
Sicher wäre das Wetter in Richtung Süden besser gewesen. Dafür hätte ich dorthin aber früher aufstehen müssen und es wäre bestimmt die Hölle los gewesen. Somit ging es heute wieder nach Norden in die Rhön, wo weiterhin alle nennenswerten Skigebiete geöffnet sind, sodass ich eine Tour von der Wasserkuppe über das Zuckerfeld und Simmelsberg zum Arnsberg plante. Den Kreuzberg lies ich aus. Hier war ich im Januar ja schon.

Bei der Anreise gab es dann aber eine Schrecksekunde. Ich war auf der menschenleeren A7 Richtung Norden zwischen Kreuz Schweinfurt/Werneck und Wasserlosen unterwegs und ich fuhr gemütlich mit 130km/h auf der rechten Spur. Die Verkehrsbeobachtung war unauffällig. Doch plötzlich kam mir etwas komisch vor, bis ich realisierte, dass das Auto, das mir entgegen kam, auf meiner Fahrspur und nicht auf der eigentlichen Richtungsfahrbahn entgegen kam - ein Geisterfahrer!
Ich war ohnehin auf der rechten Fahrbahnseite und wir hatten Platz ohne Ende, dennoch hielt ich die Luft an, dass das nicht irgendein Idiot war, der sich was antun wollte und mich rammen wollte. Alles ging gut, Gott sei Dank.
Ich verständigte umgehend die Polizei über die 110. Wenig später kam die Falschfahrermeldung auch im Verkehrsfunk und auch auf meinem Navi wurde die Warnung eingespielt.

Wasserkuppe 09:00 - 10:10 Uhr:

Die erste Station war dann die Wasserkuppe. Ich parkte auf dem kleinen, kostenfreien Parkplatz an der Talstation des Märchenwiesenlifts. Es macht ja eigentlich (wenn unten was frei ist) überhaupt keinen Sinn, oben weit weg vom Lift zu parken und dafür noch Geld zu zahlen.
Ich kaufte mir eine Stundenkarte für 10,50€ (+2€ Pfand).

Die Hauptabfahrt am Märchenwiesenlift war gut beschneit und gut präpariert. Das machte Spaß. Die Abfahrt am Paradiso-Lift war nicht frisch präpariert worden. Das ist etwas enttäuschend, denn hier steht ja auch eine vollwertige Beschneiungsanlage. Dass man das hier nicht besser hinbekommt, ist unverständlich.
Auch lässt der Servicegedanken an der Wasserkuppe etwas zu wünschen übrig. Am Märchenwiesenlift gab es an der Talstation keinen Bediensteten, der beim Einstieg bei Bedarf unterstützt. Die Folge: Bei kleinen Kindern oder Anfänger gehen schonmal 10+ Bügel durch, bis es dann mal selbstständig klappt oder die Armen aufgeben. Am Paradisolift stand jemand, aber auch hier kam es vor, dass ein Kind Hilfe bräuchte, aber der Liftler steht lieber daneben und spielt am Handy. Die Wasserkuppe kann sich wohl sehr auf ihrem Status als einziger einigermaßen schneesichere Hang in der Rhön ausruhen.

Die Wartezeiten waren dennoch gering, bzw. und wenn sie mit ein paar Minuten zu Buche schlugen, waren sie hausgemacht, s.o..
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Ausblick vom unteren Parkplatz an der Märchenwiese
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Blick auf die Piste kurz vor der Talstation des Märchenwiesenlifts. Der Lift öffnete bereits um kurz nach 09:00 Uhr und nicht erst, wie im Internet angegeben, um 09:30 Uhr
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Die Hauptabfahrt auf der Märchenwiese war gut beschneit und auch gut präpariert. Das machte viel Spaß, auch wenn die Piste natürlich recht kurz ist
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Am Paradisolift ist es aber schon sehr enttäuschend, dass man hier trotz potenter Schneeanlage keine Piste hinbekommt, die präpariert werden kann.

Zuckerfeld 10:20 - 11:20 Uhr:

Station 2 des Tages war das Zuckerfeld. Hier war schon von weitem sichtbar, dass die Pisten teilweise Schneemangel haben. Es sieht aber schlimmer aus, als es war.
Auch hier kaufte ich mir eine Stundenkarte. Diese kostet hier 10€ (+5€ Pfand).

Überraschenderweise gab es hier an diesem einen Kurzbügler recht viele, teils auch sehr ansprechende Pistenvarianten. Die eine Stunde war eigentlich fast zu knapp. Braune Stelle auf den Pisten konnte man gut umfahren. Auch hier hätte ich gedacht, dass sie mit ihren paar Kanonen diese kritischen Stellen besser überdecken können sollten.

Wartezeiten gab es quasi keine. Nur mal ein paar Bügel, wenn ein Skikurs vor einem war.
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Blick auf die Liftanlage und den untersten Teil der Piste am Zuckerfeld.
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Die Hauptpiste startet hier oben in einem kleinen Wäldchen.
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Es gibt hier aber überraschend viele Varianten. Hier z.B. eine Variante von unten links gesehen vom Lift
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Und hier die Variante rechts vom Lift. Man kam auf allen Varianten gut in einen Flow.
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Die von unten linke Variante fand ich aber tatsächlich aufgrund dieses schönen Hangs am Ansprechendsten.

Simmelsberg 11:40 - 13:40 Uhr:

Station 3 war das Skigebiet Simmelsberg, wo es neben einem ultra steilen Kurzbügler auch einen Seillift und einen Kurzbügel-Tellerlift gibt. Hier löste ich eine 2-Stunden-Karte für 15€. Hier gab es dann wieder althergebrachte Tickets zum Anhängen an die Jacke.

Ich bin ja bei Schleppliften echt nicht zimperlicht, aber der Kurzbügler am Simmelsberg ist schon verdammt steil und verdammt unbequem. Je nach Bügel war er als Einzelfahrer quasi nicht fahrbar. Er erforderte gigantischen Krafteinsatz. Zu Zweit war es zwar immer noch sehr unkomfortabel, aber dennoch deutlich besser. Leider hatte ich nur bei zwei meiner unzägligen Fahrten einen Mitfahrer.

Die Pisten am Simmelsberg waren teilweise schon arg ramponiert. Die schwarze Abfahrt war geschlossen. Die rote Abfahrt direkt am Lift war schon sehr grenzwertig braun. Der Slalomhang und die Familienabfahrt waren aber in Ordnung.

Am Schlepplift gab bis ca. 12:30 Uhr kurze Wartezeiten. Später und an den anderen Liften konnte man dann durchgehen.
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Ultra steiler und unbequemer Kurzbügler am Simmelsberg. Ich würde soweit gehen zu sagen, dass es mein persönlich schlimmstes Schlepplifterlebnis war. Eigentlich bin ich da ja sehr schmerzfrei
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Die direkte rote Abfahrt am Lift war schon seeeehr braun. Ich fuhr diese daher nur zwei Mal.
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Blick zur Talstation des Schlepplifts. Auch die "Bremsstelle" vor dem Lift war sehr braun. Schade, dass es hier niemanden gab, der einfach etwas Schnee nachschaufelte.
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Slalomhang
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Pistenstart an der Bergstation. Hier wehte ein unangenehm kalter Wind.
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Blick zum Tellerlift, der eine gute Anfängerpiste erschließt
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Blick aus dem Tellerlift

Arnsberglifte 14:00 - 16:30 Uhr:

Zu guter Letzt ging es für mich heute noch an die Arnsberglifte. Hier herrschte Vollbetrieb mit A1 und A2.
Generell ist zu sagen, dass in der fränkischen Rhön die Schneelage offenbar um einiges besser ist, als in der hessischen Rhön. Zwar gab es an den Arnsbergliften auch an den steileren Stücken braune Abschnitte, aber dennoch spürte man, dass hier mehr Substanz vorhanden ist.

Die Pisten am A1 waren etwas stärker zerfahren, sodass ich mehr die blauen Carvingautobahnen am A2 nutzte. Am A2 wurde der rechte, schnellere Lift, gegen 15:20 Uhr abgestellt.

Wartezeiten gab es aber keine großen. Nur am A1 musste man bis ca. 15 Uhr ein wenig warten.

Schade war, dass sich am Arnsberg zähe Bewölkung hielt, die die Sicht einschränkte. Teilweise wären Pistenmarkierungen nett gewesen.

Leider gibt es am Arnsberg, außer einer 4-Stunden-Karte, keine Stundenkarten, sodass ich mir eine Nachmittagskarte um dennoch faire 18€ kaufen musste.
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Blick aus dem A1 in den verschneiten Winterwald
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Start der von unten linken Piste am A1. Die braunen Stellen hier waren unkritisch. Schlimm war nur die Ausstiegsstelle selbst. Auch hier wäre es wünschenswert gewesen, wenn einfach ein Bediensteter etwas Schnee herbeigeschaufelt hätte.
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Die von unten aus gesehen linke Abfahrt am A1 wäre eine tolle und breite Carvingautobahn. Leider war die Piste nicht auf voller Breite präpariert und die Sicht war teilweise neblig.
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Pistenstart direkt am A1
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Äußere Piste am A2
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Es sind am A2 alles schöne blaue Carvingautobahnen, die trotz eingeschränkter Sicht Spaß machten.
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Die Pistenschneiden, oftmals nur durch wenige Baumreihen getrennt, sind hier schon sehr speziell
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Pistenstart am A2

Fazit:
Das war, trotz des Schreckens am Morgen, ein schöner und lässiger Skitag in der Rhön. Die Bedingungen sind - für Mittelgebirgsverhältnisse - völlig in Ordnung. Auch der Andrang war überschaubar und ich konnte so vier für mich neue Skigebiete kennenlernen.
Wenn ich die Gebiete heute ranken müsste, wäre die Reihenfolge wohl klar, dass Arnsberg führt. Die anderen drei Gebiete haben aber alle ihre individuellen Stärken und Schwächen und rangieren in etwa gleich auf. Der Kreuzberg, den ich im Januar schon besucht habe, würde ich oberhalb der Arnsberglifte einsortieren.
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Dede
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Re: 01.02.2026 | Rhön | Wasserkuppe, Zuckerfeld, Simmelsberg und Arnsberg

Beitrag von Dede »

Sehr cooler Bericht. Ein so häufiger Gebietswechsel an einem Tag wäre mir zu stressig. Hatte noch überlegt nach dem Arnsberg (bis 14 Uhr) kurz am Simmelsberg vorbeizuschauen, aber bin dann doch lieber direkt zurück.

Nach meinem Erstbesuch am Arnsberg am 31.1.2026 teile ich deine Einschätzung und würde auch den Kreuzberg dem Arnsberg bevorzugen. Wobei der Andrang am Dreitannenlift noch extremer war als am A1 Lift.

Am Simmelsberg war ich jetzt schon ein paar Jahre nicht mehr, aber ich hatte den Schlepper jetzt nicht als so extrem in Erinnerung. Der Simmelsberg steht jetzt auf alle Fälle wieder an erster Stelle für den nächsten Besuch.
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Re: 01.02.2026 | Rhön | Wasserkuppe, Zuckerfeld, Simmelsberg und Arnsberg

Beitrag von Harzwinter »

Dede hat geschrieben: 02.02.2026, 07:45 Ein so häufiger Gebietswechsel an einem Tag wäre mir zu stressig.
Ich hätte es genau so gemacht wie Wackelpudding, wenn ich schon mal da gewesen wäre. :D
Insofern danke für den Rundumschlag über die wichtigsten Rhön-Skigebiete.
Da ich am kommenden WE für einen Familiengeburtstag nach Norddeutschland muss, hatte ich ebenfalls erwogen, auf dem Rückweg ein oder mehrere Rhön-Skigebiete mitzunehmen. Aber einerseits wird es wohl vom Timing her nicht klappen, andererseits sehe ich hier eine erheblich schlechtere Schneelage, als ich erwartet hatte. Und die wird sich bis zum nächsten WE nicht bessern, erst danach.
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Re: 01.02.2026 | Rhön | Wasserkuppe, Zuckerfeld, Simmelsberg und Arnsberg

Beitrag von WackelPudding »

3 Wechsel am Tag finde ich jetzt nicht stressig. Da gibt es andere Kollegen hier im Forum, die es auf weitaus mehr Wechsel schaffen ;-)
Dede
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Re: 01.02.2026 | Rhön | Wasserkuppe, Zuckerfeld, Simmelsberg und Arnsberg

Beitrag von Dede »

WackelPudding hat geschrieben: 02.02.2026, 12:03 3 Wechsel am Tag finde ich jetzt nicht stressig. Da gibt es andere Kollegen hier im Forum, die es auf weitaus mehr Wechsel schaffen ;-)
Ich kann mich noch an einen Bericht erinnern, wo nur der rechte Skischuh ausgezogen wurde zum Autofahren - da Automatik :D
Im nachhinein hätte ich Simmelsberg durchaus noch mitnehmen sollen. Bin ohnehin dort auf dem Rückweg vorbei gefahren.
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Re: 01.02.2026 | Rhön | Wasserkuppe, Zuckerfeld, Simmelsberg und Arnsberg

Beitrag von WackelPudding »

Dede hat geschrieben: 02.02.2026, 12:34
WackelPudding hat geschrieben: 02.02.2026, 12:03 3 Wechsel am Tag finde ich jetzt nicht stressig. Da gibt es andere Kollegen hier im Forum, die es auf weitaus mehr Wechsel schaffen ;-)
Ich kann mich noch an einen Bericht erinnern, wo nur der rechte Skischuh ausgezogen wurde zum Autofahren - da Automatik :D
Im nachhinein hätte ich Simmelsberg durchaus noch mitnehmen sollen. Bin ohnehin dort auf dem Rückweg vorbei gefahren.
Ja, die Automatik-Fahrer sind hier im Vorteil.
Ich muss wegen meines Schalters natürlich beide Schuhe wechseln
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