Heute ist die Schweiz für uns zwar recht teuer (oder wir verdienen in Deutschland einfach zu schlecht), aber eine Fahrt nach Davos ist problemlos möglich. Allerdings hat von den jungen Leuten, welche in den Schweizer Bergen Ski laufen, kaum einer je vom „Zauberberg“ gehört, geschweige den Roman (ist wirklich eine anspruchsvolle Lektüre) gelesen. So ändern sich die Zeiten.
Der spätere Literaturnobelpreisträger Thomas Mann besuchte 1912 für 3 Wochen seine Frau in einem Davoser Lungensanatorium, wo sie wegen eines Lungenleidens zur Kur weilte. Dieser Aufenthalt inspirierte ihn zu dem Roman "Der Zauberberg", welcher in den Jahren vor dem ersten Weltkrieg spielt und und die großen Fragen der Welt (Zeit, Leben, Liebe, Krankheit, Tod usw.) an Hand der Bewohner dieses Lungensanatoriums behandelt.
Das Haus des Lungensanatoriums aus dem Jahr 1912 gibt es immer noch. Es ist heute ein Hotel und hat recht viel der Atmosphäre aus der Zeit Thomas Manns bewahrt. Neben Literaturfans und Nostalgikern dürfen hier natürlich auch Skifahrer wohnen, sofern man sich dies leisten kann und will.
Ein weiteres kulturelles Highlight von Davos ist natürlich das Kirchner-Museum, mit einer beeindruckenden Sammlung.
Ernst Ludwig Kirchner, hier Selbstbildnis aus dem Jahr 1937, war einer der wichtigsten deutschen Vertreter des Expressionismus. Er lebte viele Jahre in Davos, setzte seinem Leben hier ein Ende und ist auch hier begraben.
Ein bekanntes Gemälde von Kirchner von 1927 zeigt den damaligen Zustand von Davos. Da kann sich jeder selbst eine Meinung blinden, ob ihm der damalige oder heute Zustand des Ort mehr zusagt.
Neben Kultur ist in Davos natürlich auch Ski laufen möglich. Am Wochenende war das Pistengebiet am Jakobshorn zum großen Teil schon geöffnet. Leider war das Wetter am Sonntag (30.11.) nicht gerade super, die Sonne kam nur kurz hervor. Trotzdem war es ein gelungener Skitag, ausreichend Sicht, kein Wind, keine Wartezeiten, gepflegte Pisten und sogar die Talabfahrt war möglich.
Dafür gab am Montag (01.12.) und Dienstag (02.12.) zwei traumhafte Skitage am Parsenn. Ich will gar nicht viele Worte machen und hoffe, dass die Bilder für sich sprechen. Schnee, Sonne ausreichend geöffnete Pisten, unendliche Blicke auf die Schweizer Bergwelt und kein Andrang. Einziger Wermutstropfen war, dass die Schiferbahn und die dazugehörigen Pisten noch nicht geöffnet waren.
Die Langlaufloipen am Mittwoch (03.12.) waren doch etwas enttäuschend, da nur sehr wenig geöffnet/gespurt war. Da müssen wir bei besserer Schneelage noch mal vorbeischauen…
