Fazit sowie ein paar Zahlen:
Eine wunderbare Island-Reise war zu Ende. Bleibt nur noch die „Abrechnung“.
Beginnen wir mal mit der Abrechnung der harten Zahlen:
auf Island legten wir mit dem Auto knapp 2.500km zurück
Für die An- und Abfahrt zum Fährhafen kommen je Strecke 1.100km hinzu
Auf der Norröna verbrachten wir weitere 1.650km je Strecke
Somit haben wir in Summe rund 8.000km zurück gelegt, also rund 1/5 des Erdumfangs.
Von den 8.000km entfielen 4.700km auf das Auto, also gerade einmal gut die Hälfte, was für mich noch einmal deutlich vor Augen führt, wie weit „draußen“ Island doch liegt.
Viel interessanter bei einer Reise als die Kilometer, etc. sind aber natürlich die emotionalen Eindrücke, die zum tatsächlichen Fazit führen.
Zweifelsohne steht fest, die Reise nach Island war genial. Es ist schwierig, das erlebte alles in Worte zu fassen, denn die Eindrücke der verschiedenen imposanten Landschaften, u.a. bestehend aus Meer, Flüssen, Wasserfällen, Hochebenen, Bergen, Vulkanen, Gletschern, etc. sind – egal wie man sie beschreibt – mit dem Original nicht vergleichbar.
Fest steht allerdings ohne Zweifel: Island ist ein gigantisches Land mit vielen Superlativen. Die ewigen Weiten, die man so aus Mitteleuropa nicht kennt, sind alleine, ohne dass es dort ein besonderes Highlight gibt, einfach besonders. Die Berglandschaften sind auch in keinster Weise mit Mitteleuropa vergleichbar. Einfach aus dem Nichts heraus ragen Berge in den Himmel, die genauso schnell wieder enden. Die Fülle an Wasser, die durch die omnipräsenten Wasserfälle widergespiegelt wird, ist genauso beeindruckend, wie das gleiche Element in gefrorener Form in Form der riesigen Gletscher, die man so auch hier um die Haustüre nicht mal ansatzweise findet. Die rauhen Küsten mit traumhaft schönen Stränden, oftmals durch den Vulkanismus schwarz gefärbt, runden das Landschaftsbild ab.
Ich kann nicht sagen, Ort XY hat uns am Besten gefallen. Die verschiedenen Landschaften Islands, egal ober der eher rauhe und karge Norden, die liebliche Snaefellsnes-Halbinsel, die Nationalparks, der wasserfall- und gletscherreiche Süden oder die Fjorde im Osten, sind alle für sich besonders und nie direkt vergleichbar. Besondere Highlights waren sicherlich zweifelsohne die Fahrten durch die endlosen Weiten, das Prachtwetter auf der Snaefellsnes-Halbinsel, der Tingvellir-Nationalpark und die Gletscher im Süden. Wenn man sich aber so die Aufzählung ansieht, dann war doch fast alles ein Highlight und das ist auch glaube ich auch des einzige Fazit, das man wirklich ziehen kann.
Island ist ein einziges Highlight!
Es gäbe noch so viel mehr zu entdecken, was bei unserer gut 2-wöchigen Reise im Land nicht möglich war. Die Westfjorde, der wirklich hohe Norden, das Hochland, etc.
Da gibt es noch viel mehr, sodass wir uns familienintern einig sind, wir kommen irgendwann wieder.
Aber nicht nur die Landschaften sind toll, auch die Menschen waren stets freundlich und gastfreundlich, insbesondere, wenn man in „Not“ ist, so wie in dem Moment, als wir in Seydisfjördur „gefangen“ waren.
Natürlich muss man schon auch erwähnen, dass Island aus der Sicht eines Deutschen ein sehr teures Reiseziel ist. Das ist aber ja im Vorfeld bekannt, sodass man hierüber auch nicht meckern darf. Man kann ja beispielsweise in der Allianz-Arena auch nicht meckern, dass es dort keine Stimmung, sondern nur ein paar müde Erfolgsfans mit Klatschpappe, gibt
Übrigens gewöhnt man sich auch recht rasch an die hohen Preise und „stumpft“ da etwas ab. Da wir, auch wegen Wackelpudding-Junior in den allermeisten Fällen in Unterkünften mit Kochgelegenheiten schliefen, hatten wir hier den Effekt sicherlich auch etwas gemildert, denn auch wenn es in den Supermärkten natürlich teurer ist, als hierzulande, ist dort der Preissprung im Vergleich zur Gastromonie noch sehr human

Und weil es ja schon Thema war: Ja, man zahlt an jeder einigermaßen bekannten Sehenswürdigkeit Parkgebühren. Die Gebühren reichten von 750 ISK bis 1.100 ISK, was zwischen 4,50€ und 7,50€ liegt. Diese Kosten machen am Ende – obwohl sie häufig auftreten – keinen verheerenden Posten in der Reisekasse aus
Zur Gesamtseite der Medallie gehört aber auch zu erwähnen, dass Island v.a. rund um Reykjavik sehr touristisch ist. Natürlich ist das manchmal etwas störend, aber ich kann selbst nicht darüber meckern, wenn man selbst ein Teil davon ist. Natürlich bringt der Massentourismus auch Kehrseiten mit sich, aber man muss es den Isländern doch sehr zu Gute halten, dass es ihnen m.E. gut gelingt, die Touristen sehr gut und effizient zu lenken und es so den Gesamteindruck der tollen Landschaft und des tollen Landes in keinster Weise trübt.
Der Norden und Osten waren bei unserem Besuch sehr ruhig und in keinster Weise überlaufen. Oktober/November sind sicherlich nicht die Hauptreisezeiten für Island, aber ich bin mir sicher, dass man auf der Insel auch in der Hochsaison stets noch tolle und ruhige Flecken findet.
Wer also mit dem Gedanken spielt, Island zu besuchen oder dies auch nicht tut, dem kann ich nur den Rat geben, besucht Island. Es ist herrlich. Es ist ein tolles, freundliches Land mit ganz vielen tollen Landschaften, die egal ob das Wetter gut oder schlecht ist, einfach nur eines sind, nämlich einzigartig!
Danke Island, für die tolle Reise und die tolle Familienzeit, die wir dort verbringen durften!
(Wir wären gerne länger in Island und auch auf den Färöern geblieben und kommen bestimmt mal wieder)
Zu guter Letzt noch ein paar Gedanken zum Anreisenvergleich Fähre vs. Flieger:
Wenn man es rein wirtschaftlich sieht, ist die Fähre bei einem Aufenthalt ab ca. 7-10 Tagen (abhängig natürlich davon, wie viel Gepäck man in den Flieger mitnehmen will und welche Mietwagenkategorie man wählt) die günstigere Variante. Der wirtschaftlichen Ersparnis steht natürlich die Zeitkomponente gegenüber. Für die An- und Abreise muss man mit der Fähre noch rund 1 Woche zusätzlich rechnen, während es mit dem Flieger ja nur 1-2 Tage sind. Für normale Arbeitnehmer dürfte das bei einem begrenzten Urlaubsbudget oftmals der Knackpunkt sein.
Wenn man aber die Zeit hat, würde ich jederzeit wieder zur Fähre tendieren und das nicht nur, weil ich doch am liebsten selbst fahre

Die Fährüberfahrt entschleunigt einfach, sie macht einem bewusst, welche Distanzen man reist. Mit dem Flieger bekommt man das gar nicht mehr wirklich mit. Die Norröna ist ferner ein sehr gut ausgestattetes Fährschiff mit hohem Komfort, auf dem man es sich auch gut gehen lassen kann.
Man sollte jedoch nicht zu der Gattung Mensch gehören, die rasch an Reisekrankheit leidet, denn insbesondere der Abschnitt zwischen den Färöern und Island auf dem Nordatlantik ist halt doch ein anderes Gewässer, wie die Nord- oder Ostsee oder gar das Mittelmeer.
Wackelpudding-Junior hat den Roadtrip-Test sehr gut überstanden. Wir sind so froh, so ein ruhiges und genügsames Baby zu haben, das gerne Auto fährt, gerne draußen ist und jeden Schxxx mitmacht!
Für den nächsten Frühsommer ist somit nun ein Selbstfahrer-Roadtrip nach Schottland geplant, wo wir bereits 2018 mal hinwollten, wegen einer Flugannulation aber schließlich in Irland landeten.
Ich danke allen Lesern für das Mitlesen, die Kommentare und die vielen Likes!
ENDE