An einem winterlichen Novemberwochenende, als Frau Holle das Flachland überraschend in eine Schneedecke hüllte, nahmen zahlreiche Skilifte der Region spontan den Betrieb auf. Einer von ihnen war der Skilift Oberegg, der sich durch sein besonderes Durchhaltevermögen auszeichnete. Selbst bei deutlichen Plusgraden hielt die Anlage den Betrieb aufrecht. Diese Gelegenheit konnte nicht ungenutzt bleiben und so führte der Weg an diesem sonnigen Sonntagmorgen zu dieser kleinen, charmanten Perle der Ostschweiz.
Das Skigebiet Oberegg-St. Anton mag auf den ersten Blick wie eine typische Einzelanlage wirken, doch es bietet weit mehr als ein gewöhnlicher Dorflift. Die Talstation liegt etwas ausserhalb von Oberegg, idyllisch im Wald versteckt. Von hier aus führt der Schlepplift über eine über einen Kilometer lange Strecke mit flachen und steilen Passagen hinauf auf den Bergrücken von St. Anton. Oben angekommen, belohnt ein spektakulärer Rundumblick auf die Bodenseeregion, den Bregenzerwald, das obere Rheintal und das mächtige Alpsteinmassiv.
Der Lift erschliesst zwei abwechslungsreiche Pistenvarianten mit traumhaften Panoramen. Zusätzlich bietet der Schlusshang bei der Talstation mehrere kurze Varianten. An diesem warmen Sonntag war der Schnee schwer zu fahren, und die Pisten sowie die Liftspur hatten sichtbar gelitten. Doch allein die Tatsache, dass der Lift überhaupt in Betrieb war, machte dies mehr als wett. Die Infrastruktur vor Ort ist rudimentär und hat sich vermutlich seit Jahrzehnten kaum verändert. Moderne Annehmlichkeiten wie Kinderland oder Schirmbar sucht man hier vergebens. Doch genau diese Ursprünglichkeit und das Panorama machen das Skigebiet besonders. Sollte der Winter genügend Schnee bringen, wird der Skilift Oberegg zu einem echten Geheimtipp – weit mehr als nur ein Dorflift, der eine sanfte Anhöhe erschliesst. Eben ein Ort, der mit Ursprünglichkeit und grandiosem Panorama begeistert.
Pistenplan Oberegg - St. Anton
Viel Spass mit diesem kleinen Bericht aus der äussersten Ecke der Ostschweiz.
