Mindestens einmal im Sommer machen meine Freundin und ich eine etwas kompliziertere Bike-ÖV- und Bergbahnrundreise. Ich habe die Tour vor zwei Jahren zusammengestellt und seither gehört sie zu unserem Repertoire.
Starten tun wir bei der Post Lenzerheide. Dort hängen wir unsere Bikes ans Heck des Postautos und lassen uns etwa eine Stunde nach Davos chauffieren. Die Strecke ist sehenswert und bietet einiges: Enge Ortsdurchfahrten, Passagen mit Tiefblick, einen längeren Tunnel, schnelle Überlandstrecke etc. Ebenfalls fährt man sehr nahe am Felssturz von Brienz vorbei.
In Davos gibt es einen Wechsel per Vélo vom Bahnhof Platz zur Parsennbahn. Dazu kann/muss man mehr oder weniger durch ganz Davos fahren. Immerhin verläuft der Fahrradstreifen auf der Busspur, wodurch man viel Platz hat. Der Stadtbummel dauert circa fünfzehn Minuten.
Mit der Parsennbahn gehts bis zum Weissfluhgipfel, von wo die Abfahrt nach Langwies startet. Die Strecke ist auf dieser
Karte eingezeichnet. Dabei überwindet man etwa 1400 Tiefenmeter, hauptsächlich auf ansprechenden Trails. Unterwegs passiert man den Grünsee und den Weiler Strassberg. Gemütlich, mit einigen Pausen dauert die Abfahrt um 100 Minuten.
Ab Langwies könnte man nach Arosa hochstrampeln, wir nehmen für die doch etwa 400 Höhenmeter aber lieber die Rhätische Bahn. Die Fahrt dauert ungefähr zwanzig Minuten.
Ab dem Aroser Bahnhof fahren wir jeweils mit der Pendelbahn zur Mittelstation Weisshorn hoch, von dort mit dem Bike zum Hörnli Express und schliesslich mit der Urdenbahn aufs Urdenfürggli. Ab dem Urdenfürggli gibt es noch einmal 1300 Tiefenmeter ausschliesslich auf Trails. Die letzte Etappe ab dem Urdenfürggli schlägt noch einmal mit einer Stunde Fahrzeit zu Buche.
Drei Dinge gefallen mir an dieser Tour besonders gut:
- Trails: Der Spassanteil ist sehr hoch. Geschätzt 70% der Abfahrten finden auf Single-Trails statt. Von technisch bis sehr flowig ist alles dabei.
- Landschaft: Das Gelände ist sehr abwechslungsreich. Seen, Schluchten, sanfte Alpweiden und alpine Abschnitte finden sich.
- Transportmittel: Der Mix der Verkehrsmittel ist gross, so fährt man mit dem Bus und Zug, mit Standseilbahnen und Pendelbahnen sowie einer Gondelbahn.
Ein Nachteil aber ist, dass, wer keine Topcard und kein GA besitzt, für die Sache tief in die Tasche greifen muss: Ziemlich genau 100 Franken würde der Spass kosten, Halbtax vorausgesetzt. Wir mussten pro Person lediglich CHF 17 fürs Bike bezahlen.
Da die
Sommer-Winter-Vergleichsbilder Anklang fanden, habe ich dies auch für diesen Bericht umgesetzt.

- Start auf dem Weissfluhjoch, ca. 2700m.ü.M.

- Blick ins Dischmatal

- Im Winter beginnt bei der Bergstation des Parsenn Rapids die Piste 4.

- Wir fahren aber rechts um den Hügel herum. In diesem Bereich ist die Szenerie im Sommer nicht sehr anschaulich. Viel planiertes Geröll, Bahnen, Maschinen. Ein Industriequartier in den Bergen. Positiv: Ab hier verläuft die Abfahrt mehrheitlich auf Singletrails.

- Gleicher Standort im Winter.

- Im Winter verläuft durch dieses Tal die Piste 17 zum Kreuzweg bzw. Schifer. Der Trail verläuft ebenfalls hier.

- Abzweigung von der Piste 15 auf die 17

- Die Schiferbahn ist auf dem ersten Streckenabschnitt omnipräsent. In diesem Bereich ist die Landschaft alpin.

- Ungefähr bei der Talstation des SL Kreuzweg zweigt der Weg nach links ab und bald gelangt man in Höhenlagen mit mehr Vegetation.

- Grünsee, 2110m.ü.M. Beim See ist der Durannapass, welcher das Schanfigg mit dem Prättigau verbindet.

- Nach dem See geht es im Fondei einige Kilometer sehr gemütlich und landschaftlich ansprechend über Wiesen.

- Nach Strassberg kann man die breite Fahrstrasse verlassen und dem Fondeier Bach entlang fahren.

- Schlucht beim Fondeier Bach

- Wir hatten Glück und. mussten nur etwa fünf Minuten warten. Auch schon verpassten wir den Zug um fünf Minuten. Denn der Zug ab Langwies fahrt "nur" einmal pro Stunde nach Arosa. Die Strecke ist top: Enge Kehren, Viadukte, Wälder.

- Das Positive in Arosa ist, dass wenn man mit dem Zug ankommt, man sehr schnell in der Gondel und folglich auf dem Berg ist. 20 Minuten nach Ankunft am Bahnhof befinden wir uns bereits auf der Abfahrt zum Hörnliexpress.

- Im Winter ist hier der Anfängerbereich

- Die sanfte Wiese ist im Winter...

- ..eine Skipiste. Die Ställe sind sommers wie winters fotogen.

- Mit dem Hörnliexpress, der so express wie selten fuhr, ging es auf den Berg. Hier gibt es einen spassigen Flowtrail, den wir aber aussen vor gelassen haben. Wegen des späten Mittagessens im Restaurant Erzhorn - im Übrigen sehr zu empfehlen! - gingen wir direkt zur Urdenbahn.

- Auf dem Hörnli starten im Winter viele Pisten. Hier zu sehen ist die 2. Und es fällt mir auf, wie schwach frequentiert die Piste an diesem Tag war.

- Auf dem Urdenfürggli startet die lange und lustige Trailabfahrt nach Lenzerheide. Ab hier sind es über 1000 Höhenmeter nur auf Trails - cool!
Das Bild lässt erahnen, wie viel Schnee es hier im Winter braucht, um die Piste in Betrieb nehmen zu können.

- Identischer Standort im Winter

- Der Biketrail verläuft die ersten Meter entlang der Skipiste.

- Piste am Urdenfürggli. ich weiss gar nicht, was wir alle haben: Die Pisten auf der Lenzerheide sind doch gar nicht voll :-D

- Trailverlauf

- Bis auf diesen kurzen Abschnitt ist die gesamte Strecke vom Urdenfürggli bis zur Talstation der Rothornbahn ein schmaler und spassiger Trail. In diesem Bereich...

- ...zweigt die 21b von der 21a ab.
Auf die Sonnenuntergänge im Dezember und Januar freue ich mich jetzt schon!

- Statt zur Talstation fahren wir oft links Richtung Crest'ota und Dieschen. So gelangen wir direkter und mit noch weniger Krafteinsatz zu unserem Haus.

- Der Schneefall im Dezember 2023 war einfach unglaublich. Wer weiss, wann es hier das nächste Mal so intensiv schneien wird.

- Dieschen mit dem Aussenbereich des Hallenbads H2Lai

- Dezember 2023