Während das LSAP-Gebiet Super Saint Bernard sich am Grosser Sankt Bernhard befindet, liegt Espace San Bernardo am Kleiner Sankt Bernhard. Und noch etwas macht dieses Skigebiet speziell: La Thuile in Italien liegt an der Nordseite vom Berg, fährt man nach Süden, kommt man in Frankreich, anstatt wie üblich umgekehrt mit Italien im Süden. Dazu ist La Rosière ein gepflegtes Bergdorf, ohne Bausünden wie die übliche Betonbauten in viele andere Französische Skigebiete. Bedeutend hübscher also, als das etwas verkommene La Thuile. Ausserdem bekommt man hier automatisch den internationalen Skipass für sensationelle 55 Euro... Es gibt nämlich kein nationalen Skipass für nur Italien oder Frankreich. Hier gilt entweder alles oder nichts zum absolut fairen Preis.
Am Wochenende von 17. Februar hatte ich Besuch von Mario aus Düsseldorf. Nach ein ausführliches Wetterstudium stellte sich heraus, dass das Wetter im Aostatal am besten werden sollte. Mario war noch nie in Italien oder Frankreich skifahren, ich kannte dafür Espace San Bernardo bereits aus 2019 und hatte sehr gute Erinnerungen, also fiel die Wahl auf dieses Skigebiet und machten uns auf dem Weg. Während im Wallis die Hotels für eine Nacht sehr teuer oder sehr rustikal waren, konnten wir im Aostatal für ein Schnäppchen eine komplett neue und moderne Ferienwohnung auf AirBnB in Leverogne ergattern.
Leider ist der Grosser Sankt Bernardtunnel kostenpflichtig. Zusammen mit dem Munt La Schera Tunnel nach Livigno eine absolute Ausnahme in der Schweiz, wo sonst (bis auf einige kleine Alperschliessungen) alles mit der Autobahnvignette abgegolten ist. Doch die Kosten lassen sich dank 10er oder 20er Karte (2 Jahre gültig / nicht Fahrzeug gebunden) extrem drücken. Und eine weitere Kostenfalle auf der Italienische Autobahn A5 kann dank Telepass bzw. Télépéage umgangen werden. Normalerweise zahlt man die A5 ab Aosta im Voraus bis zum Mont-Blanc bei Courmayeur. Wer früher abfährt, hat dann einfach Pech. Mit dem Telepass wird allerdings bei Morgex etwa die hälfte der Mautkosten zurückerstattet, bei Aosta-West sogar den ganzen Betrag. Die Autobahn-Umfahrung von Aosta ist somit für Telepass-Besitzer defacto Gratis, während Touris schön für 11,80€ pro Durchfahrt abgezockt werden. Sei schlau und besorge eine Mautbox für kleines Geld z.B. hier. Das lohnt sich wenn man mindestens alle 24 Monate einmal eine kostenpflichtige Autobahn oder Parkhaus mit Mautbox besucht. Ach ja, und wer dachte das Tempolimit von 110 km/h auf der A5 hat etwas zu bedeuten... ...glaubt wohl auch noch an Märchen. Da herrscht reine Anarchie.
Mario und ich stehen in Leverogne pünktlich auf und versuchen aus dem betonharte Brot, welche wir am Vorabend in Aosta gekauft haben, Frühstück zu machen. Das dauert, wir konnten aber theoretisch noch pünktlich losfahren. Bis zur Verzweigung in Pré-Saint-Didier geht es gut vorwärts, doch dann erwartet uns Stau auf der SS26 nach La Thuile hoch... Wir befürchten schlimmes. Vor dem ersten Tunnel war eine Baustelle und dann ein Car, dass nur sehr schwierig die Kehren nehmen konnte. Überholen keine Chance. Mit rund 20 Minuten Verspätung treffen wir in La Thuile ein. An der Kreuzung wo es Rechts zur Talstation geht, vergesse ich Rechts ab zu biegen. Ich kannte La Thuile aus 2019 dummerweise nur vom Weg zum damaligen Hotel und die örtliche Beschilderung ist chaotisch, klein und vieeeel zu detailreich um daraus die richtige Einfahrt zu finden. Über eine Brücke im Dorf sahen wir, dass die Strasse zur Talstation voll mit stauenden Autos stand. Ein ganz fürchterlicher Vorgeschmack kommt in uns hoch. Dummerweise haben wir die Skipässe zuhause schon gekauft.
Im oberen Dorfteil versuchen wir ein Parkplatz nahe der Piste zu finden. Leider war aber alles schon entweder voll, Privat, oder viel zu weit laufen. Weitere 20 Min wurden im Sand gesetzt. Am Ende konnten wir nichts anderes machen, als unten im Stau uns geduldig an zu schliessen. Auf der Franzione Entreves - der Weg zur Talstation - ging es kaum Vorwärts. Vergib uns, dass wir dann im Auto auch mal fluchen mussten. Was soll das alles doch bloss? Ist hier soviel los?! Im Kopf sehe ich die schön präparierte Pisten auf unsere ersten Abfahrt schon komplett verbuckelt und uns auch am Lift ewig anstehen. Nach wiederum etwa 20 min erreichen wir endlich der mittlerweile volle Parkplatz an der Talstation. Aber was macht jedes Auto mit Italienisches Kontrollschild vor uns? Mit dem Parkwächter diskutieren ob nicht doch noch ein Platz frei ist. Es blieb aber jedes Mal beim Nein mit der Aufforderung: "Weiter fahren!" Und Schwupps war der 'Stau' nach dem (gebührenpflichtigen) Hauptparkplatz ins Nichts aufgelöst. Dafür standen hunderte Meter lang Autos am Strassenrand kreuz und quer parkiert. Halteverbot, ausserhalb Parkflächen, auf dem Trottoir... alles egal. In Italien wird einfach ohne Rücksicht parkiert. Wir fahren weiter bis zur ersten richtigen freien Parkplatz, der "Parcheggio comunale", direkt gegenüber von einen verfallenen Fabrikanlage "La Laveria". Dort hatte es noch mächtig Platz.
Nach einen Fussmarsch von 800 m - und eine gesamte Verspätung von etwa 1:15 Std - erreichten wir dann endlich die Talstation. Wir entschieden uns für den 4-KSB "Bosco Express" anstatt EUB. Vor dem Lift war ein Chaos, aber nicht mit wartende Personen vor dem Lift. So konnten wir uns durch die Menschenmassen hindurch zur Lifteinstieg manövrieren. Es war kurz noch spannend ob mein SwissPass auch die Aufladung mit ein regulären Skidata-Nummer ins Ausland mitmacht, aber in der Tat war das gar kein Thema. Und schon sassen wir in der etwas unbequeme Sessel nach oben.
Es konnte nicht ausbleiben, dass wir für die zweite Sektion 4-KSB (Chalets Express) ein wenig anstehen mussten. Aber mit 5 min soweit noch okay. Oben angekommen konnte ich sehen, dass immerhin die fixe Lifte unbesetzte Sessel hatten. Zum Glück also nicht überall anstehen. Mario und ich entschieden uns zunächst ein wenig runter zu fahren, um zur nächsten KSB zu kommen.
Das war nicht unbedingt die beste Wahl. Vor dem 4-KSB Chaz Dura Express, welche übrigens ein Zwischenein- und ausstieg besitzt die aktuell geschlossen war, stand eine ordentliche Schlange. Während wir warteten viel der eine nach der andere Skifahrer kurz vor der Warteschlange auf dem Hintern. Etwas amüsant zum anschauen. Die meisten Skifahrer scheinen hier wohl nicht viel können mit zu bringen. Doch der Gedanke, dass wir wohl besser die fixe 3-SB La Combe und Chaz Dura hatten nehmen sollen, verschwand sobald wir in der 4-KSB sassen. Das ging vieeeel schneller als die zwei lahme Krücken. Anstehen hat sich also gelohnt. Und wir wussten zum diesen Zeitpunkt noch nichtmal, dass es schon die letzte Warteschlange des Tages war.
Oben entschieden wir zunächst nach Frankreich zu fahren. Bis jetzt waren wir nahezu nur Lift gefahren und wollten endlich mal Meter machen. Mario vertraute blindelings meine Ortskenntnisse aus 2019. Zunächst fahren wir den fixen 4er "Belvedere" und anschliessend eine lange flache aber lässige blaue Abfahrt, wo sich unterwegs auch die Staatsgrenze befindet. Grad erst in Frankreich angekommen, und schon wird man mit eine fixe 3er Krücke von Gimar Montaz Mautino begrüsst. Doch man darf sich durch die alte 3-SB nicht täuschen lassen: Der Französische Teil vom Gebiet ist erheblich moderner und hat Dank viele 6-KSB Anlagen auch eine höhere Kapazität. Ausserdem weisst ein Banner darauf hin, dass auch für die 3-SB bereits eine 6-KSB als Ersatzbahn geplant wurde.
Auf dem "Fort de la Redoute" (2390 m) angekommen lachen uns diverse sehr "lecker" aussehende Carvingpisten uns an...
...und werden auf dem roten "Traversette" auch nicht enttäuscht. Geil!
Da an der 6-KSB "Fort" eine kurze Schlange stand, fuhren wir weiter zum 6-KSB "Moules", welche in zwei Etappen auf dem Mont Valaisan (2800 m) führt. Der höchste Punkt im Skigebiet.
Zwei Sektionen sind hier ein wenig Overkill. Eine hat auch gereicht, das umsteigen wäre mir bei Wiederholungsfahrten etwas nervig. Nett ist allerdings, dass man hier beide Lifte durch Bartholet aus der Schweiz hat errichten lassen. Dazu fühlt man sich mit "Mont Valaisan" ohnehin schon fast wie in der Schweiz.
Das Panorama oben auf dem Mont Valaisan ist bombastisch. Natürlich mit direkten Blick auf dem Mont-Blanc (4805 m), das Dach der Alpen. In andere Richting aber auch bis nach Les Arcs, La Plagne und L3V!
Die Piste "2800" runter ist etwas eisig, aber nett. Es schlängelt sich ein weg herunter, daher leider keine echte Carvingpiste. Dazu auch nicht unbedingt so breit. Nun ist hier nicht viel los, aber sonst scheint mir der Liftkapazität viel zu hoch, im Vergleich zur Pistenkapazität. Es gibt nur diese eine Variante. Nur im unteren Bereich wo die Piste "Combe" heisst, hat es kurz zwei Varianten. Wir fahren aber über "Galinette" und Verbindungspiste "Lauzes" weiter zum 6-KSB "Plan du Repos". Eine moderne Poma-Anlage.
Wir wagen uns auf der rote "Marmottes" Piste hinunter in Richtung Ortsteil "Les Eucherts" und machen an der Skihütte "Le Plan du Repos" halt für ein Kaffee. Die Hütte macht einen netten Eindruck. Leider nur Kartezahlung ab 10€, aber da wir kein Euro in Bar dabei hatten, dürften wir ausnahmsweise trotzdem mit Karte zahlen.
Nach eine kleine Pause fahren wir weiter runter, um mit der 6-KSB "Eucherts" wieder hoch zu fahren. Wiederum eine Poma-Anlage, was sonst auch in Frankreich. Keine Hauben, dafür bequeme Polster. Hauben sind bei solch ein Wetter sowieso nicht nötig. Direkt nebenan steht eine 4-SB von LST, nur für Anfänger im unteren Bereich der Eucherts Piste. Brandneu gebaut in 2023, als Ersatz für eine klassische Poma-Stangenschlepper. Krass.
An der 6-KSB "Eucherts" fahren wir alle mögliche Varianten. Allesgesamt traumhafte Pisten zum Carven, wäre da der Schnee nicht langsam schon sehr aufgeweicht. Da Mario meine Pistenski leiht, geniesse ich die Abfahrten mit meine breite Nordica El Capo latten. Was soll ich sagen... für weiche Pisten ein Genuss!
Sehr schön ist auch die erweiterte Abfahrt "Roc Noir" in Kombination mit "Marmottes", welche unten an einer alten 3er Krücke von Montaz Mautino endet. Dort ist es gefühlt schon Frühling. So konnten wir auch der lahme Fahrt mit der "Petit Bois" Sessel geniessen...
...welche über der Ortsteil "Les Eucherts" führt.
Nachdem wir nochmals mit der 6-KSB "Eucherts" hoch gefahen sind, entscheiden wir uns einmal nach "La Rosière" hinunter zu fahren. Es wartete die beste Abfahrt des Tages auf uns. Zwar weich, aber überhaupt noch nicht verbuckelt und perfekt für schöne Schwünge. Dazu auf der Piste kaum was los. Wiederum ein wahrer Genuss!
Unterwegs hat man Ausblick hinunter nach Bourg-Saint-Maurice, wo ich in 2019 am Ostersonntag mit Graubündenfan für einen Tag ins Skigebeit von Les Arcs und La Plagne (Paradiski) gestartet bin. Das ist übrigens sehr weit und lästig aus der Deutschschweiz zu erreichen. La Thuile ist Dank der Sankt Bernardtunnel schon viel einfacher.
Da der Abfahrt "Fontaine Froide" runter nach Ecudets auf 1190 m leider gesperrt war, lassen wir uns diesen Abstecher aussen vor. Mario fragt sich immer noch, wie es überhaupt wieder zurück nach Italien geht und mag langsam den Rückweg antreten. Also fahren wir mit dem 6-KSB "Roches Noires" wieder hoch und arbeiten uns langsam wieder zurück.
Besonders hier in Frankreich sind die Pisten sehr gut ausgeschildert. Aber auch auf der Italienische Seite passt die Beschilderung gut, sodass man sich eigentlich nie verirren muss.
Die Abfahrt "Bouquetin" als Verbindung nach Italien war leider nicht schön zu fahren. Teils buckelig, und dazwischen eisig. Aber wir kommen selbstverständlich gut an der laaaaaange KSSL Stangenschlepper "Bellecombe I + II" an, welche uns zurück nach Italien führen wird. Wir mussten kurz warten, da eine der beiden KSSL Anlagen ein technisches Problem mit dem kuppeln hatte.
Sieht nach Poma aus, ist aber Montaz Mautino. Der Hersteller war ursprünglich befreundet mit Pomagalski, drum sind die Lifte nahezu identisch.
Der Stangenschlepper ist 1770 m lang, läuft aber schön zügig. Wie man es von einer KSSL auch erwartet. Es könnte theoretisch aber noch ein bisschen schneller gehen...
Hinter der Bergstation wartet die Staatsgrenze mit obligatorischen Selfie.
Wir fahren hinunter über Piste 22 zur 4-KSB "Piccolo San Bernardo Express" von Leitner, der auf der Passhöhe der kleine Sankt Bernardpass liegt. Zusammen mit dem "Fourcolaz Express" nebenan, die einzigste Sesselbahn im Gebiet mit Hauben. Und ja, ihr habt richtig gelesen, in Italien haben Pisten wieder eine Nummer anstatt einen Namen. So merkt man sofort, dass man wieder in ein anderes Land ski fährt.
Oben schauen wir wo wir Mittagessen wollen. Die "Roxi Bar" hat auf Google sehr gute Bewertungen. Also fahren wir die inzwischen verbuckelte schwarze 23, samt blaue 26 hinunter zur Hütte. Dort ist leider sowohl innen als draussen alles voll. Schade. Bleibt uns nichts anderes übrig als weiter runter nach La Thuile zu fahren.
Unterwegs werden wir schon von eine "Restaurant" Fahne und Skitöff fahrer begrüsst, der uns kurz ein paar Höhenmeter hinauf zum Hotel-Restaurant "Re delle Alpi" bringt. Wir waren am späten Nachmittag gegen 15:00 Uhr nur froh, endlich was zu essen zu bekommen. Sofort wurden wir zu einem freien Tisch auf der sonnige Terasse begleitet. "Da zahle ich gerne auch etwas mehr" sagte ich noch zu Mario lachend, nicht wissende, dass wir hier bald so richtig abgezockt werden.
Schnell wurde es schon Kalt auf dem windigen Balkon, und die Bedienung liess auch einmal lange auf sich warten. Also gingen wir rein. Nach eine weile kamen dann endlich die Menukarten. Unsere Bedienung war freundlich, doch alle andere bedientesten fühlten sich so gar nicht für uns verantwortlich. Und voll war das Restaurant auch nicht. Mario entschied sich für eine Lasagne und ich für ein Tortellini auf Aostataler Art. Dazu jeder ein Coke Zero. Diese wurde zunächst lauwarm in einer 0,3l Dose serviert. Ob das 4-Sterne und 4,2 auf Google Wert ist?! Naja... Immerhin bekam man Eis dazu angeboten.
Und nach lange warten, kam dann auch endlich unseres essen... Euhhhh... naja, vier Tortellini teilchen. Autsch.
Geschmeckt hat uns das essen allemal, aber satt waren wir noch lange nicht. Die Preise waren aber entsprechend. Als wir die Rechnung präsentiert bekamen, worauf wir wiederum lange warten mussten, der Schock: 54 Euro für ein bisschen Lassagne, noch weniger Tortellini und zwei lauwarme Dosen Coke Zero. Ein Witz. Trinkgeld war selbstverständlich kein Thema. Das Hotel mit Spa uzw. mag gut sein, aber wir konnten die 4,2 Sterne auf Google wirklich nicht nachvollziehen. Zumindest werden hier Gäste für Mittagessen voll über dem Tisch gezogen. So unverschämt teuer ist nichtmal ein Mittagessen an der Piste in Zermatt! Vielleicht zahlt man dort etwas mehr, man wird dann aber auch wenigstens satt... und bekommt eine kalte Cola!
Enttäuscht und weiterhin hunrig fahren wir um zirka 16 Uhr hinunter nach La Thuile. Dabei folgt die rote Abfahrt 7 teilweise die Passstrecke, wo im Sommer Autos hoch und runter fahren. Es gibt aber auch immer wieder kurze Steilstücke dabei, kurz sogar Schwarz. Um diese Uhrzeit leider alles total verbuckelt.
Schlusshang für heute. Zumindest für Mario. Ich entschied mich noch einmal mit der 4-KSB "Bosco Express" und "Chalet Express" hoch zu fahren. Oben hab ich mich einmal verirrt und nahm die fixe Krücke "Chaz Dura". Zum Glück dürfte ich nochmal hoch.
Oben nahm ich an einem Stück der ganz lange Abfahrt über Piste 18 und 6 - an der Talstation der "Arnouvaz" Lift vorbei - zurück nach La Thuile. Daran hatte ich aus 2019 noch so gute Erinnerungen, als ich mit Thorben hier im Skigebiet war. Während die 18 noch gut in Schuss war, war Piste 6 komplett verbuckelt. Mit brennende Beine kam ich unten an.
Fazit
Es war ein toller und gelungener Skitag, trotz miserabelen Anfang. Hätte man in La Thuile einfach ein gutes Parkhaus gebaut, wäre die ganze Stausituation vielleicht schon gar nicht vorhanden. Ausserdem würde es die Italiener gut tun, wenn sie nicht mit Parkwächter rumdiskutieren, sondern direkt den nächsten freien Parkplatz ansteuern. Vielleicht erwarte ich aber auch ein wenig zuviel. Richtig mies wurde es mir noch einmal kurz, als wir nach dem Skitag aussen rum durchs Dorf zurück fuhren. So hätten wir am morgen doch nicht im Stau zum Parkplatz anschliessen müssen!
Sobald wir oben am Berg waren, konnten wir dennoch herrlich skifahren. Besonders im französischen Teil vom Skigebiet. Die gute Erinnerungen aus 2019 wurden zum Glück nicht zerstört, aber das nächste Mal komme ich hier wieder ausserhalb der Italienische Ferienzeit. Das Skigebiet bietet absolut herrliche und abwechslungsreiche Abfahrten. Von Hellblau bis Dunkelschwarz und von Kurz bis Lang ist alles dabei. Wir hatten den ganzen Tag kein Steinkontakt, alle Pisten hatten genügend Schnee. Ich kann es nur weiterempfehlen! Achte an den Wochenenden bloss auf die Parkplatzsuche.
Auf dem Rückweg wurden wir nochmal einmal daran erinnert, dass auch auf Nord-Italienische Strassen teilweise totale Gesetzlosigkeit gilt. Auf der A5, welche westlich von Aosta nahezu durchgehend durch Tunnel verläuft, fuhr ich schon 20-30 km/h über dem Limit, als ich mehrfach durch Lieferwagen und Sportautos mit hoher Geschwindigkeit überholt wurde. Einmal kam sogar eine Baustelle mit Tempo 60 km/h, wo ich einfach durch ein Lieferwagen mit Lichthupe weggedrängelt wurde und diese mit satte 160 km/h durch die Baustelle knatterte, im Tunnelbereich! Also, so wird in Südtirol-Trentino doch auch noch kein Auto gefahren... Im Aostatal gelten scheinbar keine Gesetze.
