Schon lange wollte ich mal rund um Eiger, Mönch und Jungfrau Skifahren. Aufgrund meiner Saisonkartengebundenheit in den vergangenen Jahren gönnte ich mir das nie. Da ich diese Saison aber keine Saisonkarte habe, war der Weg frei.
Da ich noch nie hier war, nahm ich mir heute "nur" zwei Teilskigebiete vor, nämlich zunächst First und später dann das zentrale Skigebiet rund um die Kleine Scheidegg und Männlichen.
Angesichts der laufenden Hochsaison war ich, insbesondere im Skigebiet First, vom sehr geringen Andrang überrascht. Am First hatte ich bis 11:00 Uhr wirklich freie Bahn. An den SL waren bis zu dieser Zeit noch die frischen Präparationsspuren sichtbar. Merkwürdig, denn z.Zt. hat ja durchaus Gott und die Welt Ferien. Rund um die Kleine Scheidegg und Männlichen war es aber deutlich voller. An den Liften musste man, mit Ausnahme der 6KSB/B Eigernordwand, nirgendwo anstehen. Auf den Pisten war es aber an den Hotspots teilweise ungemütlich.
Die sommerlichen Temperaturen sorgten heute für schwierige Pistenverhältnisse. Die Pisten waren am Morgen noch hart gefroren, tauten dann aber allesamt auf. Am First erwischte ich dann einige schöne Firnabfahrten, die sehr viel Spaß machten. Im Laufe des Tages verwandelte sich natürlich alles zu Sulz, was mir durchaus Spaß macht. Insbesondere die Talabfahrten nach Grindelwald und Wengen waren selbst für mich als Sulzliebhaber schon sehr schwere Kost.
Das Wetter präsentierte sich heute besser als erwartet. Die leichte morgendliche Bewölkung löste sich auf und der blaue Himmel setzte sich mehr und mehr durch. Erst gegen Nachmittag wurden die Wolken wieder etwas mehr.
Gefallen:
Nicht gefallen:
Daher:
Für die Fülle im Hauptskigebiet sowie die arg ramponierten Talabfahrten muss ich leider doch Abzüge verteilen, auch wenn mir der Tag heute sehr gut gefallen hat.
Bilder:
First:
Um kurz vor 08:00 Uhr öffnete die sehr lange Firstbahn die Tore. Die Fahrzeit dürfte sich im Vergleich zur Schiferbahn in Davos nicht viel geben.
Im Firstgebiet waren die Hauptabfahrten soweit geöffnet und auch weitestgehend in einem guten Zustand. Am besten fand ich die Pisten an den SL, da sich hier überhaupt niemand hin verirrte. Unbeschneite Nebenpisten sowie diverse Talabfahrtsvarianten sind schneemangelbedingt jedoch geschlossen.
Ausblick von der First-Bergstation
Ich fuhr zuerst die Direktabfahrt nach Bort, die in der Früh noch sehr frühjahrstypisch, also hart mit vielen Löchern und Schlägen war. Hohe Konzentration war notwendig
Weiter unten auf dieser Abfahrt
Blick aus dem Oberjoch-Sessel, der flache aber dennoch schöne Pisten im höchstgelegenen Teil des Teilskigebiets erschließt. Hier war im Firstgebiet am meisten los
Blick zur Talstation des Oberjoch-Sessels
Cliffwalk am First
Verbindungspiste vom First zum Grindel-Sessel
Bei meiner ersten Abfahrt war die Faxhubel West noch sehr hart. Später erwischte ich sie aber in sehr gutem Firn
Die Abfahrten am Schilt-Sessel waren ebenfalls sehr gut
Dito. Ich bin extrem verwundert, warum hier in den Faschingsferien so wenig los ist. Ist das normal am First?
Auch die sehr schöne Gemsbergpiste war menschenleer
Wenn auch skitechnisch natürlich einfach ist diese Abfahrt auf Grund der landschaftlichen Lage sehr zu empfehlen
In diesem Teilbereich war es einfach fatzenleer.
Blick von der Hohwald-Bergstation ins Kerngebiet
Die SL Bärgeleg und Hohwald erschließen tolle und menschenleere Abfahrten. Ich genoss diese tollen Firnabfahrten sehr
Dito. Es ist mittlerweile nach 10 Uhr in der absoluten Hochsaison und die Pisten sind immer noch völlig frisch. Verkehrte Welt.
Verbindungspiste Innerbärgel
Das dürfte die Abfahrt zum Hohwald-SL gewesen sein
Auch an der Grindel-Sesselbahn war auf den Pisten mehr als genug Platz. Nachdem die Pisten auch hier weich geworden sind waren sie sehr gut zu fahren
Um kurz vor 11 Uhr startete ich dann auf die einzig offene Talabfahrt am First (Grindel Talabfahrt bis Stählisboden)
Die Piste war schon recht tief. Da sie aber noch kaum befahren war, war dies kein Problem
Weiter unten ist sie dann nur noch ein reines Schneeband in langsam ergrünender Umgebung
Pistenende Stählisboden, von wo ich dann den 11:02-Uhr-Bus zum Terminal nahm. Die Schneelage ist für Mitte Februar extrem schlecht.
Kleine Scheidegg/Männlichen:
Am Terminal bin ich von dem tollen Generationenprojekt V-Bahn begeistert. Zwei moderne und leistungsstarke Bahnen schaffen supergute Zubringermöglichkeiten. Bei den Bahnsystemen hat man auf Wertigkeit geachtet, aber dennoch auf bewährte und zuverlässige Bahnssysteme gesetzt, die man hervorragend mit dem ÖV verknüpft hat. Ein gutes P+R-Konzept mit dem neuen Parkplatz in Matten (faire CHF 5/Tag) und kostenloser Benutzung der BOB runden das Konzept wunderbar ab. Ein großes Skigebiet im Bündnerland tut sich mit seinem Generationenprojekt dahingegen da sehr schwer. Vielleicht hätten sie mal in Grindelwald spickeln sollen.
Im Hauptskigebiet war es deutlich voller, als am First. Das merkte man auch daran, dass die Pisten weitaus mehr zerfahren waren und sich mehr und mehr, teilweise auch große, Haufen bildeten. An den Liften war aber - bis auf den Eigernordwandsessel - wenig bis nichts los. Stellenweise waren die Pisten sehr voll, da es hier doch einige Stellen gibt, wo sehr viele Pisten auf engem Raum zusammen kommen.
Zunächst nahm ich heute die 3S-Bahn, die einen direkt zur Station Eigergletscher bringt. Eine tolle Bahn!
Station Eigergletscher, von wo man den wahrscheinlich namensgebenden Gletscher nur noch knapp sieht
Die Punchballpiste war auch gegen 11:45 Uhr noch recht hart. Die imposante Eigernordwand sorgt hier für die entsprechende Verschattung
Punchball im Bereich der Bahnunterführung
Landschaftlich toll und auch einigermaßen anspruchsvoll ist die Black-Rock. Der Schnee blieb hier auch bis zum Ende recht gut, was wahrscheinlich daran lag, dass man die Abfahrt nur etwas umständlich wiederholen kann
Black Rock weiter unten
Am Pistenstart der Wixi-Sesselbahn war es etwas voller auf der Piste
Blick zur Wixi-Talstation. Die zugehörige Piste ist nicht schlecht, baute aber über den Tag hinweg deutlich ab
Blick zur Kleinen Scheidegg. Schon ungewohnt so ein Bahnknoten auf über 2000m
Blick aus dem Eigernordwandsessel, wo stets am meisten los war
Abfahrt von der Station Eigergletscher in Richtung Kleine Scheidegg. Ich bog aber rechts in Richtung Talabfahrt Grindelwald ab
Die Talabfahrt nach Grindelwald Grund führt sehr blau durch die Gegend
Auch diese Talabfahrt ist unten heraus nur noch ein einziges Schneeband
Da ich in Grindelwald Grund gerade passend die WAB zur Kleinen Scheidegg erwischte zog ich die WAB dem bei den Temperaturen mühsamen Ziehweg zum Terminal vor. Hier der Rückblick aus der WAB zur Eigernordwand
Auf dem Weg ins Männlichen-Gebiet
Blick auf die Mittelstation Holenstein. Bis hierhin waren die Pisten noch schön sulzig. Weiter unten war es dann doch sehr, sehr schwer
Tiefe Talabfahrt von Holenstein nach Grindelwald
Stellenweise war es eine coole Sulzschlacht, teilweise war es ätzend. Störend unten raus sind aber die Flachpassagen und Straßenquerungen
Ausblick vom Männlichen in Richtung Grindelwald
Die Abfahrten am Männlichen konnten, trotz dessen, dass sie arg zerfahren waren, überzeugen
Lediglich die Starthänge waren sehr unschön zerfahren
Flachlandblick vom Männlichen
Und stets grüßt die Eigernordwand
Pistenstart an der Bergstation des Gummi-Sessels
Blick aus dem Honegg-Sessel
Die Pisten dort waren schon ziemlich zerfahren
Auch die Jungfraujochbahn wurde um 15:27 Uhr zum Eigergletscher benutzt. Bahn- und Skifahren ist immer eine nette Kombi
Bahnseitiger Pistenstart an der Station Eigergletscher
Die Mittelegg war auch um 15:40 Uhr noch in einem tadellosen Zustand
Ausblick Bergstation Lauberhorn. Die Stöckipiste war sehr schwierig zu fahren
Toll gelegene Wirtschaft an der Stöckipiste
Auch die Einfahrtspiste war nicht wirklich besser
Zu guter Letzt ging es dann für mich über die Lauberhornabfahrt nach Wengen
Schwerer Sulz im Bereich der Bahnunterführung
Am SL Bums folgt eine entspannte Passage
Je weiter runter man kommt, desto schwieriger werden die Verhältnisse
Bei den Zufahrten zur Innerwengen-Sesselbahn kommen auch einige braune Stellen durch. Da an der Innerwengen-Sesselbahn keine Wiederholungsabfahrten mehr zur Verfügung stehen kann ich deren späten Betriebsschluss um 17:15 Uhr nicht ausnutzen
Schneeband in Richtung Wengen
Blick auf das alles andere als winterliche Wengen
Pistenende in Wengen
Fazit:
Trotz der widrigen Witterung war das heute ein schöner Skitag. Die Jungfrauregion konnte mich sowohl landschaftlich, als auch skitechnisch überzeugen. Ich komme wieder, wenn auch hoffentlich bei mehr Schnee und weniger Leuten.
