Heute ging es für mich ins Skigebiet Flims-Laax. Angesichts der guten Schneeverhältnisse, des tollen Wetters und des Wochenendes erwartete ich durchaus gute Pisten, aber auch ordentlichen Andrang. Genau so sollte es dann auch kommen.
Nachdem dies vergangene Saison kaum sinnvoll möglich war, parkte ich heute mal wieder an der Ballonwiese und nahm den ersten Ortsbus zur Talstation. Abends kann man ja fast direkt dorthin wieder abfahren und man spart sich die horrenden Parkgebühren an den Talstationen.
Bei Ankunft des Busses um 08:22 Uhr lief der Arena-Express bereits. Dennoch gab es noch eine lange Schlange. Immerhin waren sie aber dieses Mal so flexibel, früher zu öffnen. Oben verteilten sich die Leute leider schlecht. An nahezu jedem Lift musste ich mehrere Minuten anstehen. Besonders ätzend war es an der Vorab-EUB, die aber auch nur mit 2,5-3m/s fuhr und Mutta sowie Lavadinas. Mit Ausnahme La Siala liefen alle Bahnen nicht das volle Tempo. Möglicherweise gibt dies der Zustand der Anlagen nicht her?!?
Auch der Flem-Express fuhr nur unwesentlich schneller, als die Vorab-Gondel. Gott sei Dank bin ich dort nur bis Foppa hoch. Hat gereicht.
Auch auf vielen Pisten war für meinen Geschmack zu viel los. Oft musste man abbremsen, Querschießern ausweichen oder abwarten, bis die Piste frei genug war. Für mich kaum vorstellbar, dass es sich rund um Weihnachten bei wohl signifikant mehr Besuchern besser verteilt haben soll, denn heute war ja eigentlich auch alles geöffnet. Ich persönlich habe Laax auch noch nie so voll erlebt.
Am Lavadinas-Sessel erwischte mich in der Früh dummerweise eine Störung, die da ja doch auffällig häufig auftritt. Knapp 30 Minuten verbrachte ich in der Liftschlange vor der Talstation. Schade fand ich, dass es hier weder eine kurze Info, dass es eine Störung gibt (Eine Dauer durchgeben ist ja schwierig; eine kurze Info, dass was ist hätte ja gereicht) noch ein mündliches "Entschuldigung" beim Ein- oder Ausstieg der Liftler gab. Gutscheine oder dergleichen brauche ich nicht, aber über eine kurze Entschuldigung hätte ich mich gefreut. Das kann das darin geübte Laax sonst ja oftmals besser.
Auch Mutta zickete immer wieder rum, weil sich in der Talstation bei einigen Sesseln Haube und Fußraster nicht öffneten. Auch so etwas, was eigentlich nicht vorkommen sollte, in Laax aber bei meinen doch überschaubaren Besuchen an der Tagesordnung ist.
Wie so oft stelle ich mir persönlich die Frage, wie gepflegt die Anlagen in Laax tatsächlich sind. Wahrscheinlich würde ich es aber nicht wissen wollen, denn gewisse Vorfälle in jüngerer Vergangenheit haben mich angesichts des im Vergleich zu anderen Destinationen "fachfremder" wirkenden Liftler nicht verwundert. Aber seis drum, ich lebe noch
(Dies alles ist nur Bauchgefühl. Ich kann das überhaupt nicht beweisen und will hier auch niemandem zu nahe treten. Der Unterschied zu anderen Destinationen ist aber m.E. schon sehr auffällig)
Der Pistenzustand war weitestgehend sehr gut - auch bis in den Nachmittag hinein. Die Pisten waren hart-pulvrig und überwiegen sehr griffig. Das machte, wo gerade genügend Platz war, sehr viel Spaß. Eisig wurden gegen Ende des Tages die Alp-Dado-Zufahrt sowie gewisse Teile der Talabfahrten. Insgesamt war dies aber nicht störend.
Wind war tagsüber nur im Bereich des Gletscher-SL und La Siala kräftig spürbar. Ansonsten gab es hier keine Auffälligkeiten. Inwieweit der Wind im Bereich Lavadinas gegen Nachmittag so zunahm, dass hier eine Sperre nötig wurde, kann ich nicht beurteilen.
Durch die Zwangspause in Lavadinas und die vielen Wartezeiten kam ich heute nicht so gut rum, wie sonst üblich. Das fand ich sehr schade, denn die Weitläufigkeit des Gebietes böte viel Potential, aus dem die Weisse Arena sehr viel mehr rausholen könnte, wenn sie nicht ständig irgendwelchen sinnlosen Leuchttürme bauen würde. Aber dazu später mehr.
Gefallen:
Nicht gefallen:
Daher:
Bilder:
Morgendlicher Ausblick vom Crap Sogn Gion. Immer toll, wie weit man aus dem Laaxer Skigebiet raussehen kann. Einer der großen Pluspunkte des Skigebiets
Die Abfahrt nach Plaun in der Früh war gut, aber doch schon um 08:50 Uhr ziemlich verfahren, sodass es keine Wiederholungen gab.
Abfahrt Plaun
Blick zur Talstation Alp Dado, wo es sich tagsüber etwartbarerweise wohl massiv staute. Kurz nach 09:00 Uhr ging es aber noch mit 1-2 Minuten Wartezeit, da der Lift ohne ersichtlichen Grund schlich
Blick zum Crap
Die Abfahrt am Treis Palas war supergut und machte mega viel Spaß, zumal ich hier mal einen kurzen ruhigeren Moment verwischte.
Abfahrt in Richtung Lavadinas, wo es leider unten die böse Überraschung mit dem Liftdefekt gab, was mich knapp 30 Minuten kostete.
Ausblick Bergstation Lavadinas
Hier der Übeltäter der Verzögerung - die Lavadinas-Sesselbahn. Störungen sind hier leider doch recht häufig.
In Fuorcla staute es sich in Richtung Vorab sehr lange (ca. 5-10min). In Richtung Masegn kam man noch gut durch. Die Gondel fuhr aber auch mal wieder nervtötend langsam. Ich würde auf 2,5m/s schätzen, hatte aber keinen Tracker an, um genau nachzumessen. Wind war entlang der Trasse kein Thema; erst oberhalb am Gletscher wehte dieser kräftig.
Auch seit langem und ich glaube auch erst das zweite Mal konnte ich heute den Sattel fahren. Die steileren Stücke waren schon ziemlich in Mittleidenschaft gezogen (11:00 Uhr). Die übrigen Teile waren aber zumeist noch gut.
Weiterer Verlauf der Sattelpiste. Leider war es hier doch recht voll.
Blick auf die Lavadinas-Talstation. Der Schlusshang war noch etwas holprig, da wahrscheinlich die Schneelage hier zwar absolut ausreichend, aber auch nicht übermäßig üppig ist.
Ausblick Masegn. Die einsehbare Weitläufigkeit des Skigebiets gefällt mir sehr
Auch die 41 war sehr gut. Wegen sich aufbauenden Wartezeiten und ultra-lahmer Vorab-EUB gab es aber auch hier leider keine Wiederholung.
Auch die 40 war sehr gut
Ausblick Nagens
Pistenstart Mutta. Die Sesselbahn, an der ich sonst nie länger als 5 FBM warten musste, war heute hoffnungslos überlastet. Dies lag aber auch an technischen Schwierigkeiten, da sich einige Sessel bei Stationseinfahrt nicht öffneten.
Unfassbar gut war dafür aber die schwarze 13. Die Abfahrt war richtig gut griffig und pulvrig. Ein Traum!
Auch die 16 war sehr gut, wenngleich auch nicht ganz so gut wie die 13
Ausblick La Siala
Siala West gut, aber oben schon etwas unangenehm zerfahren
Unten raus ist sie dafür aber sehr gut und die Geländekuppen sind bei weitem nicht mehr so arg spürbar, wie letzte Saison
Über Siala Ost ging es dann in Richtung Grauberg. Siala Ost war auch gut, stoch aber nicht besonders heraus.
Die tolle Landschaft, wie hier z.B. der Segnesboden, hat völlig zu Recht UNESCO-Schutzstatus
Graubergabfahrt im Bereich der Segneshütte, wo noch für den Flemexpress gebaut wird. Diese Station wird ab kommender Saison sicherlich sehr - nennen wir es interessant - falls nächste Saison das Y in Betrieb gehen sollte
Die Graubergabfahrt war wieder mal sensationell gut
Weiterer Verlauf der Grauberg-Abfahrt
Dito
Blick auf Stargels. Leider verpasse ich hier die PB knapp. Dennoch entschied ich mich den nächsten Takt abzuwarten, schließlich könnte es die letzte Fahrt gewesen sein
Über die weitestgehend sehr gute Stretg geht es auf kurz nach 14:00 Uhr hinunter nach Flims. Nur der übliche Hang war schon etwas verbuckelt. Ich fand es dort sehr unkritisch zu fahren, dennoch waren andere Skifahrer sichtlich überfordert.
Exkurs Flemexpress:
Auch wenn es skitechnisch zur Zeit keinen Sinn macht den Flemexpress zu fahren, so war ich dennoch neugierig und wollte das Bahnsystem testen. Angesichts der Kennzahlen und den ersten Erfahrungen stand ich bislang dem Konzept immer sehr skeptisch gegenüber. Nichts desto trotz ist es unerlässlich sich selbst vor Ort ein Bild der Lage zu machen, um wirklich mitreden zu können. Das machte ich auch.
Kurzum - das was ich sah ist schlimmer, als das, was ich befürchtet habe. Bislang ging ich immer davon aus, dass das im Sommer ein gutes Konzept ist. Selbst dahinter mache ich im Endausbau nun ein dickes, fettes Fragezeichen.
Dass die neue Bahn für den Winter nicht tauglich ist, müssen wir denke ich nicht weiter diskutieren. Selbst heute bei nur zwei wählbaren Zielen und eigentlich klarer Anschilderung über den Zugängen war ein armer Mitarbeiter sehr damit beschäftigt, das Chaos zu koordinieren. Der Einstiegsbereich in Flims ist einfach schlecht gelöst. Viel zu eng und an der einen Stelle einfach so ein Tastfeld mitten rein geklatscht. So kann das nix werden. Wenn alle Sektionen in Betrieb sind, muss bereits vorher zumindest etwas hinsichtlich des Ziels sortiert werden, denn sonst fährt sehr viel der ohnehin schon geringen Kapazität leer.
Obwohl vielleicht 30 Leute vor mir waren, stand ich 5 Minuten an. Mit der Vorgänger-KSB wären dies sicherlich auch 2-3 Minuten Wartezeit gewesen, aber dennoch ist das ganz offensichtlich eine Verschlechterung gegenüber dem alten Stand. Betriebswirtschaftlich völlig unverständlich dafür 80 Mio. CHF auszugeben, wobei es doch eine Standard-EUB mit einer kleinen PB nach Cassons doch für sehr viel weniger Geld auch gegeben hätte und diese beiden Bahnsysteme sowohl im Sommer, als auch im Winter, die Bedürfnisse mindestens genau so gut hätten befriedigen können. Gerade bei augenscheinlich anderen Baustellen, sei es die mangelnde Wartung, mangelnde Beschneiung oder anderen anstehenden Bahnprojekten muss man sich wirklich fragen, was diese Geldverschwendung soll. Oftmals wäre weniger mehr.
Ich gehe davon aus, dass sich hier sowohl BMF, als auch Laax ein gigantisches Ei gelegt haben. Die Bahn ist - nach dem ich das nun in Live gesehen habe - technisch so komplex, sodass Störungen vorprogrammiert sind, denn weder BMF, noch Laax stehen ja für störungsarmen Betrieb...
Gerade im Sommer dürften die Fahrtbeziehungen so komplex werden, sodass das an den Ein- und Ausstiegen einen massiven Einsatz von Personal bedeuten wird.
Das, was man sich vielleicht dadurch spart, dass nur Teilstrecken gefahren werden, verballert man hier mit ziemlicher Sicherheit auf einer anderen Kostenstelle.
Auch wenn ich mir redlich Mühe gegeben habe. Der Vor-Ort-Besuch hat mein Bild dieser Anlage nicht verbessert. Im Gegenteil!
Die Bahn lief bei meiner Fahrt übrigens schrecklich langsam (geschätzt 3m/s). Technischer Defekt?
Zum Glück fuhr ich nur bis Foppa
Aber vielleicht auch noch ein paar positive Worte zur neuen Bahn.
Die Idee ist wirklich cool und innovativ, drum hoffe ich immer noch sehr, dass ich mich irre und die Bahn doch noch ein Erfolg wird (auch wenn ich hier die Chancen als sehr gering einschätze). Es ist cool zu sehen, dass Gondeln vorzeitig wenden oder durchfahren. Das hat was.
Den Mehrpreis gegenüber gängigen Systemen ist es das aber dennoch nicht Wert.
Nach unnötigem Warten an der "tollen" neuen Bahn und langsamer Fahrt nun endlich wieder auf Foppa auf Ski
Rückblick Foppa
Wider Erwarten war die Abfahrt in Richtung Curnius um kurz vor 3 noch ganz in Ordnung
Oberhalb von Curnius
Nach Larnargs war die Piste dann aber doch sehr übervölkert.
Blick ins Übungsgelände am Crap
Selbst die sonst so leere 50 war heute recht gut gefüllt
Die Pulver war auch um 15:45 Uhr noch astrein.
Start der schwarzen Piste von Mutta Berg nach Grauberg Berg. Leider war auch diese Talabfahrtsvariante heute Nachmittag schrecklich voll. Schade, denn eigentlich ist es hier sonst ja recht leer
Menschenslalom macht einfach keinen Spaß
Und weiter unten wurde es dann logischerweise noch voller. Für solche Massen sind die Talabfahrten leider einfach nicht gemacht. Die Waldhausabfahrt war dann aber dennoch nett.
Fazit:
Der Schnee ist super und die Pisten machen viel Spaß, wenn man gerade genügend Platz hat. Dies war leider oft nicht der Fall und an den Bahnen musste man meistens signifikant warten. Das trübte den Spaß doch merklich. Der Flemexpress enttäuscht und macht hoffentlich ab kommendem Winter nicht alles noch schlimmer.
Insgesamt ein Tag mit viel Licht, aber auch viel Schatten.
Laax ist eigentlich so ein gutes Skigebiet, wenn ich doch öfters mal richtig gute Tage erwischen würde. Mit Andrang, wenngleich nicht mit so viel Andrang, habe ich heute aber ehrlicherweise gerechnet und dies gleich in die Erwartungshaltung mit einbezogen.
