Gestern war leider ein sehr trauriger Tag für das, was den Deutschen Fußball ausmacht. Die DFL hat mit 24 Ja-Stimmen für den Einstieg von Investoren bei der DFL gestimmt. Das Ziel: Die Auslagerung von Anteilen der DFL in eine Tochtergesellschaft (inkl. aller Medienrechte) und ein Verkauf dieser Anteile für 20 Jahre. Erhoffter Umsatz: 800 Millionen bis 1 Milliarde EUR. Anschließend wird dieses Geld an die DFL sowie deren Vereine verteilt.
Insgesamt gab es 10 Nein-Stimmen (darunter der 1. FC Köln, Fortuna Düsseldorf und der FC St. Pauli) und zwei Enthaltungen (darunter der VfL Osnabrück). Nicht alle Vereine haben öffentlich mitgeteilt, wie sie votieren werden bzw. votiert haben.
Die Argumente pro Auslagerung werden stets mit der Weiterentwicklung und Konkurrenzfähigkeit des Deutschen Fußballs angeführt. Bei aller Fußball-Romantik: Man muss sich eingestehen, dass auf lange Frist das System des europäischen und weltweiten Fußball weiter aufgebläht und mit Geld geflutet werden wird. Und ja, da ist die aktuelle Deutsche Fußballstruktur ohne Investoren und mit 50+1 ein finanzieller Wettbewerbsnachteil.
Schlussendlich aber zählt für mich persönlich die Fußballkultur. Und die wird damit weiter zerstört. Mittlerweile sitze ich nahezu teilnahmslos in meinem Sessel, wenn derartige Entscheidungen gefällt werden, Spieler nach Saudi-Arabien wechseln, oder die WM nach Katar vergeben wird. Von mir aus kann Bayern gegen PSG am Mittwochmorgen um 6:30 Uhr in Jakarta um den Superleague-Titel spielen. Es interessiert mich nicht mehr und die Entwicklung wird nicht aufzuhalten sein.
Jedem, der es mit echtem Fußball hält, seien daher folgende zwei Spiele fürs Wochenende ans Herz gelegt:
Oberliga Niederrhein: Fr, 19:30 Uhr | SV Straelen gegen ETB Schwarz-Weiß Essen
Regionalliga Südwest: Sa, 14 Uhr | Stuttgarter Kickers gegen Hessen Kassel
