Auf RTS:
Diese Skigebiete, die der Magic Pass nicht aufnehmen will
https://www.rts.ch/info/regions/valais/ ... urce=rss_t
Eine Zusammenfassung in Deutsch:
Der Magic Pass, mit dem man unbegrenzt rund hundert Skigebiete nutzen kann, wächst weiterhin stark. Doch sein Erfolg lässt einige Skigebiete außen vor: Die Genossenschaft gibt zu, dass sie gewisse Stationen aus Gründen der internen Konkurrenz nicht aufnimmt. Gegenüber der RTS erklärte der Direktor des Magic Pass seine Entscheidungen.
Seit seiner Einführung im Jahr 2017 hat der Magic Pass einen weiten Weg zurückgelegt. Ursprünglich vereinte dieses Abonnement – mit dem man die Bergbahnen mehrerer Skigebiete unbegrenzt nutzen kann – etwa 25 Stationen in der Westschweiz. Heute sind es rund hundert, darunter auch Skigebiete aus der Deutschschweiz sowie aus Frankreich und Italien.
Das Ziel war es, der Schweizer Skiindustrie wieder mehr Volumen zu verschaffen. Diese hatte lange vor allem auf Qualität gesetzt, während die Preise immer weiter stiegen.
Mit über 300'000 verkauften Abos im letzten Jahr ist der Erfolg so groß, dass die meisten Skigebiete der Kantone Waadt, Wallis, Freiburg und Bern – auch sehr kleine mit nur ein oder zwei Skiliften – der Genossenschaft beigetreten sind.
Eine wichtige Ausnahme bilden jedoch die großen Skigebiete. Besonders solche mit hoher Bekanntheit und vielen internationalen Gästen sind nicht beigetreten. Im Wallis betrifft das beispielsweise:
- Les Portes du Soleil
- 4 Vallées
- Crans-Montana
- Zermatt
- Aletscharena
Bereits vier Absagen für Saas Grund
Das Wachstum des Magic Pass ist so schnell, dass man meinen könnte, die Genossenschaft sei ständig auf der Suche nach neuen Mitgliedern. Doch das stimmt nicht: Einige Skigebiete versuchen seit Jahren vergeblich, aufgenommen zu werden.
Sie befinden sich in einer seltenen Zwischenposition in der mittlerweile zweigeteilten Wintersportbranche:
Sie sind weder große Destinationen noch Teil des Magic Pass – obwohl fast alle Nachbargebiete in einem dieser beiden Lager sind.
Im Oberwallis haben zwei Gebiete versucht beizutreten, ohne Erfolg:
- Grächen (Zermatttal) – wurde dieses Jahr abgelehnt
- Saas Grund (Saastal) – bereits viermal abgelehnt
Vorwürfe gegen Saas-Fee
In Saas Grund, dessen Skigebiet bis auf 3100 m Höhe reicht und bis zum Triftgletscher führt, stößt die Ablehnung auf Unverständnis.
Die erste Absage wurde noch mit finanziellen Problemen begründet: Die Bergbahnen hatten damals einen gerichtlichen Zahlungsaufschub erhalten.
Doch die späteren Ablehnungen sorgten für Streit. Die Bergbahnen von Saas Grund liegen seit Jahren im Konflikt mit der großen Nachbarstation Saas-Fee, die ein wichtiges Mitglied des Magic Pass ist.
Deshalb wird teilweise offen behauptet, Saas-Fee blockiere den Beitritt von Saas Grund zum Magic Pass.
Zu wenig neue Kunden im Verhältnis zu den Kosten
Der Magic-Pass-Direktor Sébastien Travelletti widerspricht dieser Darstellung.
Er betont, dass die Entscheidung demokratisch von den Mitgliedern getroffen wird, auch wenn sie meist der Empfehlung des Verwaltungsrats folgen.
Entscheidend seien rein wirtschaftliche Kriterien:
Man berechne
- wie viele neue Kunden eine Station in den Magic Pass bringen würde
- und welche Kosten sie verursachen würde, etwa durch eine Verdünnung der Einnahmen.
Konkret wurde angenommen, dass Saas Grund zu wenig neue Magic-Pass-Kunden anziehen würde, während gleichzeitig viele Skifahrer von benachbarten Stationen dorthin wechseln könnten. Dadurch müsste der Magic-Pass-Erlös stärker aufgeteilt werden.
Kaum Hoffnung für Nachzügler
Im Oberwallis wurden zwar zuletzt vergleichbare Gebiete aufgenommen, etwa:
Diese hätten jedoch besondere Vorteile:
- Lauchernalp profitiert vom Lötschberg-Tunnel und vielen Gästen aus der Deutschschweiz
- Belalp liegt direkt über Brig und nahe an einer dicht besiedelten Region
Laut Travelletti haben Stationen in Regionen, in denen der Magic Pass bereits stark vertreten ist, kaum Chancen aufgenommen zu werden, es sei denn, sie bringen viele neue Kunden.
Selbst ein großes Skigebiet – etwa aus 4 Vallées oder Portes du Soleil – hätte heute keine Garantie, aufgenommen zu werden.
Der Magic Pass ist kein Sozialprojekt
Der Magic Pass will keine Skigebiete aus Solidarität retten.
Travelletti sagt dazu:
„Das Ziel des Magic Pass ist wirtschaftlich, nicht sozial.“
Zwar habe der Pass in den letzten zehn Jahren einige Stationen gerettet, aber er könne nicht alle retten. Es sei nicht seine Aufgabe, den Mitgliedern Einnahmen zu entziehen, um andere Destinationen zu unterstützen.
Überleben ohne Magic Pass?
In Saas Grund hat die neue Leitung dieses Jahr bewusst keinen neuen Antrag gestellt. Die strategische Frage soll im Verwaltungsrat diskutiert werden.
Der Sprecher der Bergbahnen betont:
- Hohsaas würde gut zum Magic Pass passen
- und den Kunden einen Mehrwert bringen
Trotzdem glaubt man, dass ein Überleben auch ohne Magic Pass möglich ist – mit:
- klarer Positionierung
- sehr guter Qualität
- gutem Preis-Leistungs-Verhältnis
- hochwertigen, wenig überfüllten Pisten
Auch Grächen wurde abgelehnt
Auch Grächen wird nicht Teil des Magic Pass.
Der Grund ist derselbe wie bei Saas Grund:
Der erwartete Zuwachs an neuen Kunden wäre geringer als der Kostenanteil an den Einnahmen.
Grächen hatte in den letzten Jahren seine Bergbahnen restrukturiert und einige Anlagen aufgegeben, um finanziell wieder stabil zu werden. Nun muss die Station neue Entwicklungsstrategien finden.
Dauerstreit zwischen Saas Grund und Saas Fee
Die Beziehungen zwischen den Skigebieten im Saastal sind seit Jahren angespannt.
Ein Streitpunkt war der gescheiterte Versuch von Saas-Fee, das Skigebiet von Saas Grund zu übernehmen. Saas Grund hielt das Angebot für viel zu niedrig.
Bis heute gibt es kein gemeinsames Saisonabo, obwohl die Stationen weniger als 5 km auseinanderliegen.
Die Spannungen sind so groß, dass manche offen behaupten, Saas-Fee verhindere den Beitritt von Saas Grund zum Magic Pass aus Konkurrenzgründen. Saas-Fee bestreitet das.
Rekord für den Magic Pass
Die 9. Ausgabe des Magic Pass hat alle Rekorde gebrochen:
- 321'400 Abonnements für die Saison 2025/26
- ein Wachstum von 63 % gegenüber dem Vorjahr
Die geografischen Zahlen zeigen eine starke Expansion:
- Waadt: 70'655 Kunden
- Bern: 69'881 (+186 %)
Auch Zentralschweizer Kantone wie Luzern und Obwalden wachsen stark.
2025/26: 10x Jakobshorn, 9x Parsenn, 6x Madrisa, 4x Sellaronda, 3x Andermatt, Arosa Lenzerheide, Rinerhorn, 2x Frutt, Pany, 1x Zermatt, Stilfser Joch, Landgraaf, Saas-Fee, Hintertux, Pitztaler, Titlis, Sölden, Glacier 3000, Gemsstock, Ostschweiz, Ischgl, Seiser Alm, Hasliberg, Kt. Schwyz, Mörlialp, Axalp, Gadmnen, Sternenberg, Grüsch, Val d'Anniviers, Anzère, Ovronnaz, Marécottes, Ghöch, Marbach, Sörenberg, Jura, Disentis, Fideris, San Bernardino, Splügen, Feldis, St. Antönien, Fribourg, Bergün, Alvaneu, Tenna, Minschuns, Oberengadin, Corvatsch, Malbun, Klewenalp, Belalp, Bürchen, Grächen, Leukerbad, Obersaxen, Laax
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