Am heutigen Tag entschieden wir uns dafür, mal die Gebirgsjägerrunde zu fahren. Das bietet sich ja auch an, wenn man direkt am Weg wohnt sozusagen. Bisher ging sich das auch leider nie aus, da wir immer zu früh oder zu spät in der Saison in den Dolomiten waren. Im Prinzip her kannten wir auch schon alle Teilstrecken (das letzte Puzzlestück) hatten wir ja am Vortag kennen gelernt. Dennoch ist es schon mal schön, die Runde als ganzes zu fahren.
Wir starten also gegen 8:40 in Caprile mit dem Hotelshuttle gen Alleghe, holen unsere Ski vom Service ab und auf gehts auf fast direktem Weg nach Pescul. Einmal wiederholen wir die 4-KSB Col Fioret, nachdem die Piste gestern schon sehr buckelig-ausgefahren war.
Danach gehts in Richtung Lastie.
Da wir noch etwas Zeit haben, fahren wir auch dort einmal auf einer perfekten Piste.
Zudem hatten wir gestern noch eine kleine Variante in diesem Teilgebiet nicht gefahren, das holten wir also nach. Hatte ich eher was ziehwegartiges erwartet, so entpuppte sich die Raccordo Salere-Bait doch als ganz schöne kurze Piste.
Knapp 10min vor planmäßiger Abfahrt, also gegen 9:35, waren wir dann an der Bushaltestelle. Das elektronische Bezahlen funktioniert nicht, also probiert der Busfahrer ewig rum, erklärt aber nicht, dass wir ja auch einfach bar zahlen könnten. Das machen wir dann schlussendlich. Ich bekomme von ihm ein Ticket, das vor ein paar Tagen schon mal gestempelt wurde, naja... Wir fahren mit gut 5min Verspätung los und auf halber Strecke treffen sich die beiden Busse, die die Strecke Pescul-Fedare bedienen, bleiben beide stehen und unser Fahrer holt sich wegen des technischen Problems Hilfe beim Fahrer des anderen Busses. Dieser bekommt das Gerät aber auch nicht zum Laufen. Also sind wieder 5min weg. Erstaunlicherweise kommen wir trotzdem pünktlich in Fedare an.
Der Lift ist schon älter, gefällt uns aber.
Wir fahren auch gleich mal die dazugehörige Piste, diese wird ja dank Südausrichtung nicht besser werden.
Danach fahren wir in Richtung 5 Torri.
Eine Wolke verdeckt einen der Gipfel des Tofana-Massivs.
An der 4-KSB 5 Torri stehen wir leider etwas länger, ist halt Startzeit für viele. Trotzdem wiederholen wir den unteren Abschnitt einmal und beim nächsten Mal ist die Wartezeit besser, dafür stehen wir dann an der Anschluss-DSB. Tatsächlich sammeln sich aber die Leute an der Bergstation, so dass wir an der DSB Croda Negra gar nicht warten müssen.
Die Piste in Richtung Lagazuoi-Gebiet ist schön ins Gelände eingepasst.
Auch wenn man querfeldein fahren könnte: wir nehmen die 3-SB Falzarego mit.
Überhaupt: der Schnee hier ist richtig super, noch schön pulvrig dank Nordausrichtung und da noch relativ früh am Tag ist alles wenig ausgefahren.
Hier haben wir auch einen schönen Blick in Richtung Lagazuoi, beendruckend.
An sich wollte ich gerne den Schlepplift Col Gallina wiederholen, tatsächlich steht er aber länger, wohl wegen technischer Probleme. Aber auch von hier können wir zur Lagazuoi-Gondel mit ein wenig Stockeinsatz queren. Im Prinzip bräuchte man also weder 3-SB noch Schlepplift für die Gebirgsjägerrunde.

Immerhin wird hier nicht gezielt mit Zäunen diese Querung unmöglich gemacht.
An der Lagazuoi-PB müssen wir eine Fahrt abwarten, geht ja. Also fahren wir sogar die Piste zur PB einmal.
Unten raus weicht es schon etwas auf.

Die Piste war übrigens rot markiert, ich hatte sie als schwarz in Erinnerung...
Spektakulär schweben die Gondeln durch die Luft.
Für mich ist das schon eine der spektakulärsten Gondeln der Alpen.
Die Türen öffnen nach oben.
Nach der 2. Bergfahrt (ähnliche Wartezeit wie bei der ersten Fahrt), machen wir uns auf die lange Abfahrt Armentarola. Vor allem landschaftlich ist die Abfahrt ein Hochgenuss.
An den gefrorenen Wasserfällen sind Eiskletterer.
Unten raus wird es flach, aber hab ich schon mitgeteilt, dass die Landschaft toll ist?
Weiter unten wird es sonnig und noch flacher.
Also lassen wir uns von den Pferden bis nach Armentarola ziehen. Leider müssen wir etwas länger warten bis unsere Fahrt komplett voll ist. Es ist ein schönes Erlebnis, aber ich glaube, beim nächsten Mal würde ich einfach selbst skaten, solange der Schnee nicht superbremsig ist.
Im Carosello-Gebiet fahren wir teilweise Pisten und Lifte die wir sonst nicht fahren, da nicht offen, z.B. den Tellerlift Pralongia 1.
Über Pralongia-Sessel und La Vizza fahren wir weiter Richtung Arabba. Bis zum Cherz sind allerdings kaum nennenswerte Abfahrten dabei leider.
In Arabba fahren wir mal die schwarze Burz. Diese ist zwar ziemlich ausgefahren, aber auch selten offen, wenn wir in den Dolomiten sind.
Danach fahren wir zwei mal die Kombination Portados-Carpazza, jeweils mit schwarzen Pisten.

Diese waren noch super in Schuss, kaum sulzig und wenig ausgefahren. Leider war Flo jedoch gestern beim Joggen auf einer Eisplatte ausgerutscht und hingefallen, so dass auch kleinere Schläge gegen Ende des Skitages anfingen, weh zu tun. Ich hoffe, das ist morgen wieder etwas besser.
Nachdem die Funifor zur Porta Vescovo nicht fährt, nehmen wir die DMC. Da wir aber auch noch Marmolada fahren wollen und laut Internet die letzte Bergfahrt um 16:00 ist, haben wir Angst, das nicht mehr zu schaffen und steigen doch in der Mittelstation aus. Einmal wiederholen wir dann noch die Piste an der 6-KSB Antercrep, ging gut zu fahren, aber war früher mal auch schwarz, meine ich.
Auf dem Weg zur Marmolada gibt es auf der Piste Padon echt fiese Buckel.

Das kommt auf dem Bild nicht so raus, aber sie waren relativ hoch, nicht so richtig sulzig, aber auch nicht pulvrig, hatten irgendwie eine komische Konsistenz und dazwischen war es recht eisig. An einer Stelle wird mir das zum Verhängnis und mich hauts volle Kanne vorne über hin. Ich fall auf die Brust und kann für ein, zwei Minuten kaum atmen/sprechen. Zum Glück war der größte Schmerz nach ein paar Minuten vorbei, unangenehm wars trotzdem. Und mein rechter Oberarm zieht auch etwas, das hab ich aber erst beim Schwimmen heute Abend gemerkt. Weiter gefahren sind wir natürlich trotzdem.
Also zurück zur Marmolada: wir sind um 15:57 am Einstieg, jedoch steht auf dem Schild 16:10 letzte Bergfahrt. Dennoch findet auch um 16:00 eine Fahrt statt und das mit uns als einzigen Fahrgästen.
Aus der ersten Sektion hat man spektakuläre Tiefblicke.
Zu dieser Tageszeit war ich noch nie auf der Marmolada. Das Licht in Richtung Sellastock hat schon was.
Auch hab ich die Piste noch nie so leer erlebt.
Oder das Stationsgebäude bzw. den Platz davor.
Ein paar weitere Skifahrer sind dann doch noch unterwegs, die sind aber mindestens eine Fahrt früher hochgefahren gewesen.
Der Schnee ist übrigens echt richtig gut noch, die Piste ist zwar etwas ausgefahren aber immer noch top.
Die Bergstation der alten DSB gibts immer noch.

Als Kind im Jahr 1998 bin ich den Lift mal gefahren und hab ihn als bitterkalt in Erinnerung.
Über den Fedaiasee fuhr irgendjemand drüber, womit konnten wir aber nicht erkennen.
Einmal wiederholen wir noch den Tellerlift auf Höhe der Talstation Padon, damit wir nicht zu lange auf den Bus warten müssen.
Als wir fast unten sind, ist die Sonne komplett hinter den Bergen verschwunden.
Die Piste ist leer.
Auf den Bus warten wir dann wenige Minuten, und unser vorher gekauftes Ticket wird mit Sichtkontrolle akzeptiert. Laut Ticket-beschriftung müsste man es entwerten, das hat aber irgendwie keiner gemacht.
Alles in allem wars ein sehr schöner Skitag mit so manchen Höhen und Tiefen, im tatsächlichen als auch im übertragenen Sinne. Immer muss ich die Gebirgsjägerrunde nicht machen, aber abundzu macht so etwas schon Spaß.
Zurück im Hotel probieren wir in der Bar mal die Apfelstrudel (normal und karamellisiert), die angeblich so toll sein sollen.

Ich muss sagen: schon gut, aber nicht supertoll.
Beim Abendessen überzeugen v.a. die fleischigen Hauptgerichte und die Antipasti. Die Primi und das Dessert hingegen waren irgendwo zwischen "nicht gut" und "nicht der Rede wert" angesiedelt, schade... Insofern fahren wir morgen mit einem lachenden und einem weinenden Auge weiter.