Nach etwas Kultur und Neujahr in Oslo bzw. Stockholm sind unsere Entspannungs- und Weihnachtsskiferien hier in Skandinavien jetzt vorbei, also Zeit für ein kleines Fazit in Ergänzung zu den oben stehenden Bemerkungen:
Trotz massivem Schneemangel und entsprechend wenig Abwechslung bei Pisten und Anlagen haben wir hier total entschleunigte Festtage in einem für uns neuen Ort verbracht, was schlussendlich auch unser Ziel war. Während wir beim Schnee eher im Pech waren, hatten wir dagegen Glück bei der Sonne, die nahezu jeden Tag vollständig bzw. teilweise schien. Ganz im Gegensatz zu den paar Wochen davor und der Woche danach. Unvergessen bleiben auch die zahlreichen hellrosa bis pinkfarbenen Sonnenaufgänge und Sonnenuntergänge direkt von den Pisten aus sowie die trotz Dichtestress (für skandinavische Verhältnisse) und vielen Anfängern völlig entspannten und freundlichen Leute hier. Auch bei stark überfüllten Pisten v.a. von 10 bis 12 Uhr gab es kaum aggressive Leute, rücksichtslose Raser oder dergleichen. Stattdessen stets gegenseitige Rücksichtnahme. Toll, so muss das sein!
Gemäss Gesprächen mit diversen Locals können die sich übrigens gar nicht erinnern, dass es jemals so wenig Schnee an Weihnachten in Trysil gab, normalerweise sind zu der Zeit angeblich jeweils alle Teilgebiete und Verbindungen geöffnet, höchstens ein paar alternativen Pistenvarianten fehlen… tja, so ein Glück bzw. Pech muss man erst mal haben bzw. nicht viel anders als in den heimischen Alpen.
Vom Publikum her waren es neben den Norwegern/Schweden übrigens sehr viele Deutsche aller Altersklassen und auch viele chinesische Familien mit Kindern (die aber soweit wir das raushören konnten nicht eigentliche Touristen sind, sondern v.a. solche, die als Eingewanderte in den diversen skandinavischen grösseren Städten wie z.B. Stockholm recht zahlreich leben). Sonstige Touristen hatte es eher wenig, insbesondere war ich überrascht, kaum Holländer, Briten oder Amerikaner angetroffen oder gehört zu haben.
Da die geringe Pistenauswahl ab dem 2. Tag nicht nur für mich, sondern auch für meine Frau schnell langweilig wurde, hat sie sich – im zarten Alter von etwas über 45 Jahren – dazu entschieden, hier die Umstände und Chance zu nutzen und (nach gut 10 Jahren nur auf dem Snowboard) jetzt auch noch „reguläres“ Skifahren zu lernen. Dafür waren hier die langen, flachen und breiten blauen Pisten natürlich perfekt und sie machte schon nach wenigen Tagen enorme Fortschritte. Das hat mich doch ziemlich überrascht und natürlich sehr gefreut. Endlich muss ich sie nicht mehr an jedem Schneesporttag über die langen flachen Strecken ziehen~
Nordlichter hätte es gemäss Trysil-FB-Post scheinbar auch mal noch über dem Gebiet gegeben, aber nur etwas ausserhalb vom Dorfzentrum sichtbar… und wir waren da eh schon längst am Schlafen.
BTW, auch noch cool: Direkt rechts von der neuen Gondelbahn gibt es einen grösseren und günstigen Ski-in/Ski-out Winter-Campingplatz, entweder mit eigenem Wohnmobil (Zelte hab ich keine gesehen^^) oder man könnte auch einen Standcamper mit Anbau mieten. Wäre deutlich günstiger als die sich preislich fast auf CH-Niveau befindlichen Unterkünfte (FeWos und Hotels) im Zentrum bei den Hauptliften.
Jetzt freuen wir uns aber doch sehr, nächstes Mal wieder in der Schweiz auf den Brettern zu stehen, wo es in den höheren Skigebieten doch noch etwas winterlicher und abwechslungsreicher zugeht, als in Skandinavien. Mal schauen, wohin es uns spontan verschlägt… erst mal gibt’s am kommenden Weekend ja glaubs Europa-weit mal eine lang ersehnte Portion Neuschnee.
Nachfolgend noch ein paar Bilder vom letzten Skitag (der gerade nach dem Sturm Johannes war, daher noch viel Gemüse auf der Piste) und als Bonus noch was von Oslo, wo wir auch noch den letzten Tag mit perfektem Wetter erwischten. ^^