Also, da der Skilift Homad immer wieder ein Thema ist, möchte ich nun gerne offiziell Stellung nehmen. Seit vergangenem Sommer bin ich im Wiriehorn-Betrieb tätig und bekomme die Situation deshalb aus erster Hand mit. Ich weiss auch, dass die Kommunikation rund um den Homad in den letzten Jahren nicht immer ideal war. Das lag nicht daran, dass man etwas verbergen wollte, sondern daran, dass immer ein Stück Hoffnung da war und bis heute da ist. Es ist ein schwieriges Thema.
Ich verstehe sehr gut, weshalb so viele den Homad vermissen. Für viele ist es einer der schönsten Hänge im Gebiet, und auch für mich persönlich gehört er natürlich zu den attraktivsten.
Trotzdem bleibt der Lift auch diesen Winter ausser Betrieb. Die beiden Winter 2022/23 und 2023/24 waren finanziell extrem hart. Die Schneesituation war sehr schlecht und der gesamte Betrieb stand vor einem Jahr ernsthaft auf der Kippe. In dieser Lage musste priorisiert werden, und der Homad gehört, so beliebt er auch ist, nicht zu den systemrelevanten Anlagen. Darum konnten keine Unterhaltsarbeiten durchgeführt werden.
Ein weiterer zentraler Punkt ist der Klimawandel. Ohne technische Beschneiung hat der Homad-Bereich kaum mehr genügend Schnee. Besonders die Zu- und Wegfahrt, sowie der untere Teil sind stark betroffen. In der letzten Saison hätte der Lift an fünf Tagen zuverlässig laufen können.
Ich befasse mich täglich mit diesem Thema und die Resultate des Projekts Kompass Schnee, das diese Woche der Öffentlichkeit vorgestellt wurde, bestätigen die Entwicklung sehr deutlich. Die Aussagen beziehen sich auf das Jahr 2050, basierend auf der Annahme einer weiteren Erwärmung um rund ein Grad. Für das Wiriehorn bedeutet dies konkret: Ein Skibetrieb ist künftig nur noch oberhalb von etwa 1400 Metern möglich, also im Bereich Nüegg und darüber. Selbst mit technischer Beschneiung wird sich die Wintersaison stark verkürzen und sich im Kern auf Januar und Februar konzentrieren. Ohne Beschneiung wäre ein verlässlicher Betrieb praktisch nicht mehr möglich. Das sind harte Fakten, aber es ist die Realität, mit der alle kleinen Skigebiete konfrontiert sind.
Technisch ist der Lift nicht in schlechtem Zustand, aber es bräuchte rund 50 000 Franken für Unterhalt und Abspannungen, etwa 100 000 Franken für eine neue Trafostation und mittelfristig rund 300 000 Franken für eine neue Steuerung. Solche Beträge müssen in einem Gesamtkonzept betrachtet werden, idealerweise mit einer Lösung zur Beschneiung.
Was mir wichtig ist: Die Hoffnung ist nicht verloren. Eine Wiederinbetriebnahme ist keineswegs ausgeschlossen. Ein Crowdfunding ist tatsächlich ein Thema, das mich schon länger beschäftigt. Damit so etwas funktioniert, braucht es aber eine saubere Vorbereitung und Menschen, die Zeit, Energie und Engagement einbringen. Vielleicht erleben wir irgendwann auch am Wiriehorn so einen Moment wie kürzlich auf der Moosalp, wo der Törbeltallift mit einem Crowd-Funding gerettet wurde oder lesen dann im Blick von der Wiederinbetriebnahme des Lifts, wie beim Glatteggenlift auf Madrisa
Gerade jetzt hilft uns jeder Besuch enorm. Wer ans Wiriehorn kommt, zeigt, dass das Gebiet weiterhin eine Chance verdient. Deshalb konzentrieren wir uns bewusst darauf, unseren Gästen mit der bestehenden Infrastruktur das bestmögliche Erlebnis zu bieten. Genau aus diesem Grund erweitern wir auf diese Saison unser Abend- und Nachtangebot. Wir bieten eine zusätzliche beleuchtete Piste an und haben die Beleuchtung insgesamt weiter verbessert. Gleichzeitig ist es auch ein Ziel, das Angebot künftig auch für Fussgänger auszubauen, also für alle, die das Nachterlebnis ohne Ski oder Schlitteln geniessen möchten. So möchten wir die sehr kurze Wintersaison am Abend und in die Nacht hinein verlängern und trotz der Herausforderungen ein stimmungsvolles Wintererlebnis schaffen.
Ich hoffe, diese Erläuterungen helfen, die aktuelle Situation besser einzuordnen. Mir geht es dabei nicht um Werbung fürs Wiriehorn, sondern um eine möglichst transparente und faire Darstellung der Realität.