Am letzten Samstag war nochmals bestes Wanderwetter angesagt, bevor das Wetter dann wenige Tage danach umschwingen sollte. So wollte der Tag nochmals für die womöglich letzte Wanderung des Jahres genutzt werden. Wir entschieden uns dabei für die Wanderung von der Skihütte Obererbs bei Elm zum Richetlipass und dann weiter via Leglerhütte nach Mettmen. Diese Wanderung hatte ich eigentlich schon länger auf meiner Liste. Der erste Bus nach Obererbs kommt jedoch erst um 9:19 dort an. Zudem verläuft der Aufstieg von dort dann zumindest auf dem ersten Abschnitt über einen Südhang nach oben. So erschien mir das nie als ideale Wanderung für heisse Sommertage. Nun im Herbst sieht das aber natürlich ganz anders aus. Der etwas spätere Start und der sonnenverwöhnte Südhang ist an einem kühlen Herbstmorgen mehr als willkommen.
So geht es um kurz vor 7 von zuhause los. Via Pfäffikon SZ, Ziegelbrücke und Schwanden erreichen wir die Skihütte Obererbs. Als wir aus dem Bus aussteigen, ist es bitterkalt. Die Temperaturen bewegen sich wohl um den Gefrierpunkt.
Wir machen uns rasch auf der Sonne entgegen in Richtung Richetlipass. Ich bin dann doch etwas überrascht, dass wir die einzigen sind, welche hier hoch wandern. Alle andern aus dem Bus sind entweder über den Höhenweg Richtung Bischofalp aufgebrochen, oder sind zuerst in der Hütte eingekehrt. Umso besser für uns, so haben wir unsere Ruhe. Von der Skihütte Obererbs geht es zuerst hoch zum Ärbser Stock. In der Nacht muss es hier ziemlich kalt gewesen sein. Der Boden auf dem Wanderweg ist gefroren, rund um die Bäche hat sich immer wieder Eis gebildet. Teilweise ist der Weg richtiggehend vereist, das lässt sich aber stets gut umgehen. Ich bin auch etwas überrascht, wie weit unten hier bereits Schnee liegt. Während die Woche davor in Davos unter ca. 2300 - 2500 m der Schnee kaum ein Thema war, beginnen hier die ersten Schneefelder bereits auf rund 2000 m. Zudem ist der Schnee hartgefroren und deshalb teilweise sehr rutschig. Man merkt, dass es rund 5-10°C kälter ist als noch vor einer Woche, als ich in Davos war. Bis zum Ärbser Stock geht es aber dennoch bis auf 1-2 etwas kniffligere Stellen gut zu laufen.
Bevor wir aber auf die Hochebene Wichlenmatt absteigen, erklimmen wir noch den "Gipfel" des Äbser Stocks. Vom Wanderweg aus fehlen gerade mal noch gut 25 Höhenmeter.
Nachdem wir etwas die Aussicht vom Ärbser Stock genossen haben, geht es rund 150 Höhenmeter hinunter auf die Hochebene Wichlenmatt. Dort beginnt dann der Schlussanstieg hoch zum Richetlipass.
Angekommen auf dem Richetlipass steigen wir über den Berggrat zum Chalchstöckli hoch. Anfangs kann man sich kaum vorstellen, wo hier ein Weg hochführen soll, schliesslich ist es aber halb so wild. Die Schlüsselpassage direkt unterhalb des Chalchstöcklis ist mit einem Drahtseil gut gesichert und somit problemlos zu überwinden. Oben angekommen entschädigt das Panorama für die Mühen des Aufstiegs. Auf der einen Seite ist die Prominenz der Glarner Alpen, Tödi, Clariden, Ortstock und Glärnisch zu sehen. Auch der Titlis, der Speer und der Säntis sind aus der Distanz zu erkennen. Auf der anderen Seite fällt der Blick über die malerische Hochebende der Wichlenmatt zum Vorab, den Tschingelhörner und dem Piz Segnes. So entscheide wir uns hier bei bester Aussicht eine Mittagspause einzulegen.
Nachdem wir die traumhafte Aussicht ausgiebig genossen haben, geht es vom Chalchstöckli auf der nordwestlichen Bergflanke weiter. Folglich sind hier immer wieder kleinere und grössere Schneefelder zu queren. Auch jetzt am Nachmittag taut der Schnee kaum und ist grösstenteils noch hart gefroren. Entsprechend ist es sehr rutschig. Mit Stöcken und entsprechender Vorsicht kommen wir aber gut durch. Landschaftlich ist dieser Abschnitt hingegeben wunderschön. Man wandert durch die schöne Berglandschaft unterhalb des Gipfels des Kärpf mit stetiger Sicht in die Glarner Alpen. Immer wieder kommt man dabei an kleineren Seelein vorbei.
Kurz vor der Leglerhütte wartet mit dem Milchspüelersee nochmal ein Highlight auf uns. Der See liegt malerisch eingebettet in der Bergwelt, dahinter thront der imposante Glärnisch.
Kurz darauf erreichen wir die Leglerhütte. Auch hier hat man nochmals eine gewaltige Aussicht auf Tödi, Clariden, Glärnisch und co.
Durch den Schnee haben wir bis hier hin doch relativ viel Zeit benötigt. Es ist bereits 15:30 und eigentlich wollen wir die Bahn um 17:30 ab Mettmen erwischen. Die Wanderzeit bis dahin ist mit 1h 40 min angegeben, sodass wir nicht mehr gross Zeit verlieren sollten. Wir kommen dann aber doch ganz gut voran. Deshalb entscheiden wir uns den minimal längeren Weg via Kärpfstaffel zu nehmen. Dieser ist zwar rund 10 Minuten länger, jedoch landschaftlich deutlich ansprechender als der direkte Weg.
Schliesslich holen wir sogar noch einige Minuten raus, sodass wir gegen 17:15 bei der Seilbahn eintreffen. Mit dieser geht es dann runter nach Kies. Die Busfahrt von dort nach Schwanden dauert dann aktuell geschlagene 40 Minuten. Grund dafür ist, dass beim Hangrutsch in Schwanden vor rund 2 Jahren auch ein Abschnitt der Strasse nach Kies abgerutscht ist. Somit muss der Bus nun über eine Schottertrosse zum Tannenberg queren und von dort runter nach Haslen, bevor es nach Schwanden geht. Aufgrund der sehr eingeschränkten Kreuzungsmöglichkeiten auf der Ausweichroute ist die Fahrt nach Kies mit dem PW nicht gestattet, weshalb der Bus gut ausgelastet ist. Deshalb müssen wir die gesamte Fahrt über stehen. Bei der 40 minütigen Fahrt nach der langen Wanderung nicht gerade mein Wunschszenario. Ab Schwanden geht es dann mit dem Zug zurück nach Hause, hier dann mit Sitzplatz.
Fazit: Eine sehr schöne Wanderung. Insbesondere jetzt im Herbst mit dem verschneiten Bergspitzen ist die Landschaft dort oben einfach traumhaft schön, wenn auch der Schnee teilweise für ziemlich anspruchsvolle Verhältnisse gesorgt hat. Etwas schade ist die späte Ankunft des ersten Busses bei der Skihütte Obererbs. Die Zeit reicht zwar gut für die Wanderung, wir hätten aber gerne den einen oder anderen Stopp mehr eingelegt um das Panorama zu geniessen, mussten dann aber aus Zeitgründen darauf verzichten.
Zum Schluss noch die Eckdaten:
- Strecke: 16.2 km
- Aufstieg: 1240 m
- Abstieg: 1330 m
- Angegebene Wanderzeit: ca. 6h 30 min
Von Elm via Richetlipass und Leglerhütte nach Mettmen (18.10.2025)
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Von Elm via Richetlipass und Leglerhütte nach Mettmen (18.10.2025)
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Re: Von Elm via Richetlipass und Leglerhütte nach Mettmen (18.10.2025)
Wusste gar nicht, das bis dort hinten noch ein Bus fährt. Den Richetlipass habe ich vor Ewigkeiten auch schon mal gemacht, wir sind dann aber auf der Elmer Seite wieder abgestiegen. Das mit Mettmen ist in Schwanden ausgeschildert.
25/26: Stelvio, Sölden, Kauni, Sulden, Schnalstal, Glacier 3000, Flumsi, Corvatsch, Pizol, Zermatt, Corviglia, Ischgl, Pitztaler-Rifflsee, See, Kappl, Hochoetz, Kühtai, Frutt, Thollon, Praz-de-Lys/Sommand, Le Grand Bornand, Auron, Riserva Bianca, Pila, Ybrig, Carezza, Catinaccio, Sellaronda, Marmolada, Latemar, Alpe Lusia, San Pellegrino, Folgaria, Alpe Cermis, Oclini, KitzSki, Mörlialp, Parsenn, Jakobshorn, Splügen, Pian Cales, Zuoz, Belalp, Vercorin, Visperterminen, Axalp, Cogne, Courmayeur, Antagnod, Monterosa, Braunwald, Métabief, Grimentz-Zinal, Saas-Allmagell/Fee, SkiBig3, Panorama, Calgary, Mt Blanc, Tremblant
