Am Sonntag stand wiederum eine Bike-Tour an. Die Idee für die Route kam diesmal relativ spontan, als mir ein Arbeitskollege am Freitag von der Abfahrt durchs Welschtobel nach Arosa vorschwärmte. So nahm ich mir die Fahrt durchs Welschtobel bei Arosa als Ziel und stellte darum herum eine Tour zusammen.
Auch an diesem Tag klingelt der Wecker um 5:20. Kurz vor 6 mache ich mich auf den Weg zum Bahnhof. Mittlerweile ist es um diese Uhrzeit noch ziemlich dunkel und die Morgendämmerung beginnt gerade so. Für die Fahrt an den Bahnhof reicht das (ausgestattet mit Licht) aber allemal aus. Weiter geht es mit dem Zug via Chur nach Filisur, wo ich kurz vor 9 eintreffe.
Ab Filisur geht es zuerst relativ gemütlich über Kiesstrassen und kurze Trail-Abschnitte zum Bahnhof von Alvaneu, wo der Aufstieg beginnt. Zuerst geht es über Asphalt hoch ins Dorf Alvaneu und dann weiter über eine gut ausgebaute Kiesstrasse via Aclas hoch zur Alp de la Creusch. Der Aufstieg gibt landschaftlich einiges her. Ab Alvaneu geht es zuerst durch lichten Wald nach oben. Ab Aclas wird dann der Blick auf die umliegenden Bergspitzen frei. Bald darauf kommt man endgültig aus dem Wald, sodass sich das Albulatal überblicken lässt.
Der Aufstieg zur Alp da Creusch zieht sich dann doch etwas in die Länge. Dennoch schaffe ich es ohne grössere Mühen hoch, sodass ich die Alp gegen 11:30 erreiche.
Ab der Alp wird der Weg schlagartig schlechter. Vorerst geht es auf einem Alpsträsschen bzw. teilweise eher eine Kuhweg weiter, dieser ist aber abschnittweise extrem steil, sodass ich ein erstes Mal für einen kuren Abschnitt zum Schieben gezwungen werde. Als ich dann auf den Wanderweg hoch zur Furcletta abzweige ist an Fahren nicht mehr zu denken, sodass ich das Bike die letzten knapp 150 Höhenmeter hochschieben muss. Das war mir aber von Anfang an bewusst und ist somit nicht weiter tragisch.
Angekommen auf der Furcletta, öffnet sich der Blick auf die bildhübsche Alp Ramoz und das Welschtobel. Einfach ein Traum. Ich entschliesse mich hier eine Mittagspause einzulegen und die Energiespeicher wieder aufzufüllen.
Über den in obigem Bild sichtbaren Trail kommen immer wieder Biker herunter, welche vom Rothorn gestartet sind. Auch diese Tour ist aber nicht ohne, da es neben dem Aufstieg zur Furcletta (bei dieser Variante rund 100 Höhenmeter Schiebpassage) wohl auch davor eine längere Schiebepassage (rund 450 Höhenmeter) von der Alp Sanaspans hoch zum Culmet gibt. Da ist mir der Aufstieg von Alvaneu lieber. Dieser beinhaltet zwar deutlich mehr Höhenmeter, diese können aber bis die letzten 150 Höhenmeter problemlos gefahren werden. So verwundert es mich doch etwas, dass zahlreiche Biker vom Rothorn her kommen, während ich von Alvaneu aus ganz alleine unterwegs bin.
Nun folgt eine absolute Traumabfahrt. Der Trail von der Furcletta durchs Welschtobel nach Arosa zieht sich über mehr als 8 Kilometer dahin. Die technischen Schwierigkeiten beschränken sich auf folgende Abschnitte:
- Die ersten paar Meter nach dem Pass sind sehr steil und etwas rutschig. Hier entscheide ich mich das Bike kurz zu schieben.
- Unterhalb der Ramozhütte wird das Gelände nochmals steiler. Hier bekunden mir die engen und steilen Haarnadelkurven etwas Mühe, sodass ich mangels geeigneter Fahrtechnik jeweils kurz absteigen oder zumindest den Fuss absetzen muss.
Der Rest des Trails geht aber sehr gut zu fahren und ist einfach ein absoluter Traum. Ich lasse da aber wohl am besten die Bilder sprechen:
Gegen 14:15 treffe ich schliesslich in Arosa ein. Hier beschliesse ich noch hoch zum Hörnli zu fahren. So fahre es zuerst durchs Dorf zur Talstation des Hörnli-Express und dann von dort hoch zur Carmennahütte. Bis hier hin komme ich gut voran. Dann wird der Weg aber zunehmend steiler und die Beine müder. Bei der Bergstation der Sesselbahn Plattenhorn kapituliere ich schliesslich und schiebe die verbleibenden knapp 200 Höhenmeter. Mit frischen Beiden wäre das mehr oder weniger problemlos fahrbar, nach über 2000 Höhenmetern fehlt mir nun aber die Kraft in den Beinen für die bis zu 20% steilen Rampen.
Angekommen auf dem Hörnli quere ich rüber zum Urdenfürggli. Die Passage stellt sich dann aber als eher mühsam dar. Der Aufstieg zum Urdenfürggli ist über grosse Teile verblockt und teilweise auch extrem steil, sodass er aufwärts zu grossen Teilen unfahrbar ist. Das scheint mir doch ziemlich dämlich gelöst. Es gibt ja durchaus einige Downhill-Biker, welche von der Lenzerheide z.B. via Älpliseetrail nach Arosa abfahren. Da die Urdenbahn nur in der absoluten Hochsaison fährt, bleibt für die Rückkehr in die Lenzerheide in der übrigen Zeit nur diese mühsame Traverse, sowie der lange Weg via Tschiertschen, Chur, Brambrüesch und Churwalden. Es ist also wenig überraschend, dass ich hier einige Downhill-Biker antreffe, welche etwas genervt das Bike zum Urdenfürggli hoch schieben. Mich stört das weniger, Schiebepassagen kommen bei meinen Runden ja immer wieder mal vor, mein Bike ist wohl aber auch einiges leichter als ein Downhill-Bike, geschweige denn ein E-Bike.
Als ich auf dem Urdenfürggli eintreffe ist es bereits 16:40. Das hat dann doch etwas mehr Zeit gebraucht als gedacht. So muss ich mich nun etwas beeilen, um den Zug in Chur um 18:11 noch zu erwischen. Bis zur Motta-Hütte fahre ich auf dem Bike-Trail ab, welcher durchaus spassig zu fahren ist. Dort wechsle ich aber auf die Kiesstrasse um schneller voran zu kommen. So fahre ich relativ zügig via Strasse runter nach Parpan.
Angekommen in Parpan wechsle ich wieder auf den Trail, um nicht der Hauptstrasse folgen zu müssen. Angesichts der knappen Zeit ist das zwar etwas riskant, als Teil der Runde "Biketicket to Ride Blau" ist der Trail aber zum Glück nicht allzu schwierig, sodass ich ihn relativ zügig fahren kann und so nicht allzu viel Zeil verliere.
Ab Churwalden folge ich weiter der Route 615 (Biketicket to ride Blau). Zuerst geht es über die Hauptstrasse durchs Dorf, am Dorfende zweigt die Route jedoch rechts ab und führt grösstenteils über Kiesstrassen nach Passugg. Das Kiessträsschen hat ein angenehmes, moderates und konstantes Gefälle, sodass man das Bike entspannt rollen lassen kann. Auch landschaftlich ist die Gegend durchaus hübsch.
Kurz vor Passugg zweige ich auf einen kurzen Trail ab, welcher bis an den Dorfrand führt. Von Passugg fahre ich schliesslich über die Nebenstrasse via Äber runter nach Chur. Schliesslich treffe ich ziemlich genau um Punkt 18:00 in Chur ein, sodass ich den Zug um 18:11 gut erwische.
Fazit: Mal wieder eine traumhafte Runde. Insbesondere der Abschnitt von der Furcletta durchs Welschtobel nach Arosa sticht natürlich heraus, aber auch der Rest der Strecke kann überzeugen. Für einen Tagesausflug ist die Runde aber arg an der oberen Grenze, sodass ich konstant zufahren musste, und darauf achten musste nicht zu viel Zeit zu verlieren. Anstatt von Arosa noch auf die Lenzerheide zu queren könnte man natürlich auch via Litzirüti oder die Ochsenalp nach Tschiertschen und von dort nach Chur fahren. Das verkürzt die Runde dann doch erheblich und entspannt den Zeitplan deutlich. Da ich aber bereits im Juni von Arosa via Ochsenalp nach Tschiertschen gefahren bin (https://alpinfans.com/viewtopic.php?t=2652), und ohnehin einmal die Traverse von Arosa in die Lenzerheide fahren wollte, war für mich diese Option an diesem Tag einfach attraktiver.
Zum Schluss noch die Eckdaten:
- Strecke: 63.4 km
- Höhenmeter: 2600 m
- Tiefenmeter: 3090 m
- Fahr- und Schiebezeit: 6h 30 min
24.08.2025 - Mit dem Bike durchs Welschtobel bei Arosa und weiter auf die Lenzerheide
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Dave
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24.08.2025 - Mit dem Bike durchs Welschtobel bei Arosa und weiter auf die Lenzerheide
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Re: 24.08.2025 - Mit dem Bike durchs Welschtobel bei Arosa und weiter auf die Lenzerheide
Normalerweise fährt die Bahn in der Zwischensaison an den Wochenenden, in der Hauptsaison täglich. Zur Zeit werden aber die Laufwerke der Gondeln komplett auseinander gebaut und revidiert, wie ich in der Lokalzeitung "Novitats" gelesen habe.Dave hat geschrieben: 26.08.2025, 22:10
Das scheint mir doch ziemlich dämlich gelöst. Es gibt ja durchaus einige Downhill-Biker, welche von der Lenzerheide z.B. via Älpliseetrail nach Arosa abfahren. Da die Urdenbahn nur in der absoluten Hochsaison fährt, bleibt für die Rückkehr in die Lenzerheide in der übrigen Zeit nur diese mühsame Traverse, sowie der lange Weg via Tschiertschen, Chur, Brambrüesch und Churwalden.
Ansonsten: Sehr coole Tour! Das Welschtobel würde ich sehr gerne auch einmal fahren. Aus verschiedenen Gründen ist dies für mich aktuell aber leider nicht möglich. Umso mehr schätze ich die schönen Bilder von dort.
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Re: 24.08.2025 - Mit dem Bike durchs Welschtobel bei Arosa und weiter auf die Lenzerheide
Es freut mich, dass ich dich immerhin mit meinem Bericht ins Welschtobel mit nehmen konnte. Bei der Fahrt durchs Welschtobel musste ich tatsächlich an dich denken, da die Abfahrt sicherlich auch etwas für dich wäre und ja praktisch bei dir um die Ecke liegt. Ich hatte aber bereits befürchtet, dass die Aufstiege zur Furcletta (auch bei Start vom Rothorn) wohl zu lang sind für dich. Ich hatte bei deinem Bericht gelesen, dass du aktuell leider aus gesundheitlichen Gründen keine längeren Aufstiege bewältigen kannst, was mir sehr leid tut für dich. So kann ich dir nur alles Gute für die Gesundheit wünschen, und dass du vielleicht eines Tages doch noch diese wunderschöne Tal selbst erleben kannst.easyrider hat geschrieben: 10.09.2025, 16:10Normalerweise fährt die Bahn in der Zwischensaison an den Wochenenden, in der Hauptsaison täglich. Zur Zeit werden aber die Laufwerke der Gondeln komplett auseinander gebaut und revidiert, wie ich in der Lokalzeitung "Novitats" gelesen habe.Dave hat geschrieben: 26.08.2025, 22:10
Das scheint mir doch ziemlich dämlich gelöst. Es gibt ja durchaus einige Downhill-Biker, welche von der Lenzerheide z.B. via Älpliseetrail nach Arosa abfahren. Da die Urdenbahn nur in der absoluten Hochsaison fährt, bleibt für die Rückkehr in die Lenzerheide in der übrigen Zeit nur diese mühsame Traverse, sowie der lange Weg via Tschiertschen, Chur, Brambrüesch und Churwalden.
Ansonsten: Sehr coole Tour! Das Welschtobel würde ich sehr gerne auch einmal fahren. Aus verschiedenen Gründen ist dies für mich aktuell aber leider nicht möglich. Umso mehr schätze ich die schönen Bilder von dort.
