17.08.2025 - Von Airolo zum Oberalppass

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Dave
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17.08.2025 - Von Airolo zum Oberalppass

Beitrag von Dave »

Letztes Wochenende ging es für mich für einmal nicht aufs Bike sondern auf eine Wanderung. Das finden einer passenden Strecke erwies sich dabei gar nicht als so einfach. Lange Zeit hat der Wetterbericht für den Sonntag in der gesamten Schweiz ziemlich gutes Wetter vorhergesagt. Am Samstag Morgen schwenkte er dann jedoch plötzlich um und sprach in der Deutschschweiz von einer hochnebelartigen Bewölkung sowie Quellwolken. Das klingt gar nicht so ideal für eine Bergtour (zumindest, falls man etwas Aussicht haben möchte ;) ). Im Tessin sollte das Wetter jedoch deutlich besser sein. Also musste noch eine geeignete Tour gefunden werden, dessen Startpunkt aus dem Raum Zürich in einer halbwegs passablen Zeit mit dem ÖV zu erreichen ist (das Auto ist ja in der Sommerferienzeit keine Option um ins Tessin zu fahren). Letzterer Punkt schränkt die Auswahl praktisch ausschliesslich auf die Leventina ein. Bald fand ich eine entsprechende Wanderung mit Start beim Lago Tremorgio oberhalb von Rodi. Dumm nur, dass die Seilbahn dort hoch aktuell wegen Revisionsarbeiten geschlossen ist. So musste eine Alternative her, welche mit der Region um den Ritom schnell gefunden war. Der ursprüngliche Plan war nun von Airolo zur Capanna Cadlimo aufzusteigen und von dort weiter zur Ritom-Seilbahn zu wandern.

Los geht es wie immer früh morgens, der Wecker klingelt um 5:15. Da die ÖV Verbindungen am Sonntag Morgen nicht ideal sind, geht es zuerst mit dem Auto nach Zug, wo wir auf den IR umsteigen. Hier ist das Wetter tatsächlich grau und tief verhangen. Ab Flüelen lockern die Wolken etwas auf, als wir schliesslich in Airolo aus dem Tunnel kommen, herrscht strahlender Sonnenschein. Zumindest wettertechnisch haben wir schon mal alles richtig gemacht.

Die Wanderung startet dann direkt vom Bahnhof Airolo. Zuerst durchqueren wir das (doch überraschend grosse) Dorf und gehen hinüber nach Madrano.
Wenig ausserhalb von Airolo. Blick zurück Richtung Dorf mit der Baustelle für die zweite Gotthard-Röhre.
Wenig ausserhalb von Airolo. Blick zurück Richtung Dorf mit der Baustelle für die zweite Gotthard-Röhre.
In Madrano startet dann der Aufstieg zur Capanna Cadlimo. Zuerst geht es eine ganze Weile durch den Wald nach oben. Hier unten im Wald ist es auch um diese Zeit schon schwül-warm, sodass wir beim Aufstieg ziemlich ins Schwitzen kommen. Dennoch sind die knapp 500 Höhenmeter zum Böcc da Ce relativ schnell geschafft.
Der Aufstieg im Wald ist zeitweise durchaus steil.
Der Aufstieg im Wald ist zeitweise durchaus steil.
Weiter oben ergeben sich dann immer wieder Ausblicke ins Tal nach Airolo
Weiter oben ergeben sich dann immer wieder Ausblicke ins Tal nach Airolo
Sowie auf die andere Talseite, wo sich das Skigebiet von Airolo befindet.
Sowie auf die andere Talseite, wo sich das Skigebiet von Airolo befindet.
Angekommen beim Böcc da Ce
Angekommen beim Böcc da Ce
Beim Böcc da Ce wird der Wald langsam lichter und die Lärchen übernehmen die Überhand, eine durchaus nette Landschaft.
Unterwegs im lichten Lärchenwald oberhalb vom Böcc da Ce
Unterwegs im lichten Lärchenwald oberhalb vom Böcc da Ce
Nach einer Weile erreichen wir die Waldgrenze...
Nach einer Weile erreichen wir die Waldgrenze...
... und kurz darauf den Laghetto dell'Alpe
... und kurz darauf den Laghetto dell'Alpe
Ab dem Laghetto dell'Alpe beginnt der als Panoramaweg ausgeschilderte Weg in Richtung Capanna Cadlimo. Der Weg verläuft hier leicht steigend der Flanke des Val Canaria entlang nach oben. Dabei bieten sich immer wieder prächtige Ausblicke über Airolo ins Val Bedretto, in Richtung Gotthard Massiv sowie in Richtung Cristallina. Auch der Talschluss des Val Canaria ist durchaus hübsch. Hier oben weht ein auffrischender Wind. So ist es an diesem Nordhang angenehm kühl, teilweise fast schon etwas kalt. Für den Aufstieg aber ideal.
Der Weg wird seiner Bezeichnung als Panoramaweg gerecht.
Der Weg wird seiner Bezeichnung als Panoramaweg gerecht.
Blick zurück zur Alpe di Lago mit Laghetto dell'Alpe
Blick zurück zur Alpe di Lago mit Laghetto dell'Alpe
Val Canaria, die Capanna Cadlimo befindet sich am Ende dieses Tales.
Val Canaria, die Capanna Cadlimo befindet sich am Ende dieses Tales.
Unterwegs kommen wir am Lago Stabiello vorbei.
Unterwegs kommen wir am Lago Stabiello vorbei.
Weiterer Wegverlauf. Es geht immer der Talflanke entlang mit meist sanfter Steigung nach oben.
Weiterer Wegverlauf. Es geht immer der Talflanke entlang mit meist sanfter Steigung nach oben.
Bereits ein gutes Stück weiter oben. Blick zurück durchs Val Canaria in Richtung Airolo
Bereits ein gutes Stück weiter oben. Blick zurück durchs Val Canaria in Richtung Airolo
In der Ferne ist das Blinnenhorn im Goms zu sehen.
In der Ferne ist das Blinnenhorn im Goms zu sehen.
Auch der Basodino im Val Bavona an der Grenze zu Italien ist von hier zu sehen.
Auch der Basodino im Val Bavona an der Grenze zu Italien ist von hier zu sehen.
Angelangt bei der Wegkreuzung etwas unterhalb der Capanna Cadlimo, sehen wir eine Abzweigung zum Oberalppass. So überlegen wir, ob wir dort hin wandern sollen, anstatt wie geplant zurück zum Ritom zu gehen. Der Übergang auf die Alpennordseite ist schon reizvoller als wieder in die Nähe des Startpunkts zurückzukehren. Zum Glück gibt es hier eine stabile Internet-Verbindung, sodass ich alles relevante kurz prüfen kann. Ein Blick auf die Webcam am Oberalppass bestätigt, dass wie bereits vermutet das Wetter dort deutlich besser ist als vorhergesagt. Die verbleibende Wanderzeit zum Oberalppass beträgt gemäss Swisstopo-App 3h 45 min (den Angaben auf den Wegweisern traue ich eher weniger, da bis hier hin immer wieder widersprüchliche Angaben dabei waren). Da es erst kurz nach 12 ist, bleibt also noch genügend Zeit. Schliesslich checke ich noch die ÖV Verbindungen. Die Rückreise ab dem Oberalppass dauert aber ziemlich genau gleich lang wie ab dem Ritom. So entscheiden wir uns kurzerhand über den Passo Borengo zum Oberalppass zu wandern.
Blick hoch zum Passo Borengo.
Blick hoch zum Passo Borengo.
Druchaus eine nette Landschaft hier.
Druchaus eine nette Landschaft hier.
Der Aufstieg zum Pass ist dann (wie erwartet) sehr steil.
Der Aufstieg zum Pass ist dann (wie erwartet) sehr steil.
Ein letzter Blick zurück, bevor es über den Pass geht.
Ein letzter Blick zurück, bevor es über den Pass geht.
Angekommen auf dem Pass, öffnet sich der Blick auf die Bündner Seide ins Val Maighels.
Angekommen auf dem Pass, öffnet sich der Blick auf die Bündner Seide ins Val Maighels.
Angekommen auf dem Passo Borengo machen wir eine kurze Mittagspause. Wir ziehen kurz in Erwägung zum Piz Alv (wo sich die Kantone Tessin, Uri und Graubünden) treffen aufzusteigen. Schliesslich entscheiden wir uns aber dagegen, eine weitere Verlängerung der Wanderung wäre dann wohl doch etwas zu viel des Guten. So steigen wir ins Val Maighels ab.
Namenloser See im Val Maighels.
Namenloser See im Val Maighels.
Angekommen um Val Maighels machen wir noch einen kurzen Abstecher zur Kantonsgrenze Uri/Graubünden, um doch einen Blick ins Unteralp-Tal zu werfen.
Blick ins Unteralp-Tal. Darüber thront der Gemsstock. Die Seilbahnstation kann ich jedoch nicht erkennen.
Blick ins Unteralp-Tal. Darüber thront der Gemsstock. Die Seilbahnstation kann ich jedoch nicht erkennen.
Blick in Richtung Andermatt. Während hier bei uns bestes Wetter herrscht, werden die Wolken ab Andermatt deutlich dichter und hängen teilweise tief in den Bergtälern. Es war also die absolut richtige Entscheidung in Richtung Süden zu fahren.
Blick in Richtung Andermatt. Während hier bei uns bestes Wetter herrscht, werden die Wolken ab Andermatt deutlich dichter und hängen teilweise tief in den Bergtälern. Es war also die absolut richtige Entscheidung in Richtung Süden zu fahren.
Ein weiterer namenloser See im Val Maighels.
Ein weiterer namenloser See im Val Maighels.
Nochmals ein See. Wir sind wir ab der landschaftlichen Schönheit des Val Maighels richtiggehend begeistert. Im Hintergrund ist der Passo Borengo zu sehen, wo wir hergekommen sind.
Nochmals ein See. Wir sind wir ab der landschaftlichen Schönheit des Val Maighels richtiggehend begeistert. Im Hintergrund ist der Passo Borengo zu sehen, wo wir hergekommen sind.
Weiter unten gibt es dann keine Seen mehr, dafür weitläufige Schwemmebenen, welche durchaus auch ihren Reiz haben.
Weiter unten gibt es dann keine Seen mehr, dafür weitläufige Schwemmebenen, welche durchaus auch ihren Reiz haben.
Eine weitere Schwemmebene im Val Maighels.
Eine weitere Schwemmebene im Val Maighels.
Blick zurück. Im Hintergrund sind die Überreste des Maighels-Gletschers zu sehen.
Blick zurück. Im Hintergrund sind die Überreste des Maighels-Gletschers zu sehen.
Das Wetter meint es heute gut mit uns. Als wir in etwa auf Höhe der Maighels-Hütte sind, ziehen tiefe Wolcken in den oberen Teil des Tals und zum Passo Borengo. Als wir dort oben waren herrschten hingegen noch beste Wetterverhältnisse.
Das Wetter meint es heute gut mit uns. Als wir in etwa auf Höhe der Maighels-Hütte sind, ziehen tiefe Wolcken in den oberen Teil des Tals und zum Passo Borengo. Als wir dort oben waren herrschten hingegen noch beste Wetterverhältnisse.
Bei der Maighels-Hütte verlassen wir das gleichnamige Tal und wandern weiter in Richtung Oberalppass. Der Wanderweg geht hier zwischenzeitlich in eine breite Alpstrasse über.
Namenloser See etwas unterhalb der Maighels-Hütte
Namenloser See etwas unterhalb der Maighels-Hütte
Bald darauf kommt die Oberalp-Passstrasse sowie der darüberliegende Calmut in Sicht.
Bald darauf kommt die Oberalp-Passstrasse sowie der darüberliegende Calmut in Sicht.
Blick hinunter nach Sedrun.
Blick hinunter nach Sedrun.
Schliesslich kommen wir gegen 16:30 beim Oberalppass an. Zwischenzeitlich hatten wir noch Bedenken, ob wir den Zug um 16:54 erwischen, schliesslich war das dann aber überhaupt kein Problem.
Angekommen auf dem Oberalppass.
Angekommen auf dem Oberalppass.
Vom Oberalppass geht es schliesslich mit der Bahn via Andermatt und Göschenen zurück nach Zug. Natürlich hat die MGB auch heute Verspätung, wobei es zum Glück nur 5 Minuten sind. Dank grosszügiger Umsteigezeit in Göschenen ist das aber kein Problem.

Fazit: Eine sehr schöne und abwechslungsreiche Wanderung. Die Landschaft und das Panorama konnten durchwegs überzeugen. Auf Tessiner Seite ist insbesondere der Weg zwischen dem Laghetto dell'Alpe und der Kreuzung unterhalb der Capanna Cadlimo hervorzuheben, welcher traumhafte Ausblicke ins Bedrettotal und die umliegenden Berge bietet. Das Val Maighels auf Bündner Seite ist jedoch nicht minder schön. Zwar ist hier das Panorama nicht ganz so spektakulär, dafür überzeugt das Tal mit seiner landschaftlichen Schönheit auf voller Linie.

Zum Schluss noch die Eckdaten:
- Strecke: 23.6 km
- Aufstieg: 1815 m
- Abstieg: 911 m
- Wanderzeit: Gemäss Swisstopo 8h 35 min, wir haben aber nur rund 7.5 h (reine Gehzeit) gebraucht.
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Re: 17.08.2025 - Von Airolo zum Oberalppass

Beitrag von Schneegott »

👍🏻schöne Wanderung, macht ihr eigentlich auch mal Pause oder Mittagshalt? Das geht ja Zeitlich gerade so auf, wenn ihr um ca. 8Uhr gestartet seid?
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sheridan
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Re: 17.08.2025 - Von Airolo zum Oberalppass

Beitrag von sheridan »

Stramme Tour, ich wäre schon bei "Wecker klingelt um 5:15" ausgestiegen 😉 Die Zeiten der Swisstopo-App passen bei mir auch ganz gut. Allenfalls aktualisiert sich die Prognose laufend, wenn man eine Tour aktiv hält.
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Re: 17.08.2025 - Von Airolo zum Oberalppass

Beitrag von Dave »

Schneegott hat geschrieben: 24.08.2025, 08:28 👍🏻schöne Wanderung, macht ihr eigentlich auch mal Pause oder Mittagshalt? Das geht ja Zeitlich gerade so auf, wenn ihr um ca. 8Uhr gestartet seid?
Wir hatten nur rund 7 h 30 min reine Wanderzeit (und waren somit rund 1h schneller als die Angabe von Swisstopo). Somit blieb schon noch etwas Zeit für Pausen. Wir machten eine (kurze) Pause am Lago Stabiello sowie einen ca. 30 minütigen Mittagshalt am Passo Borengo (irgendwann wurde es dort oben aufgrund des auffrischenden Windes ohnehin ungemütlich).
Auf dieser Wanderung hielten wir die Pausen aber schon ziemlich beim Minimum, um trotz der Länge der Runde noch halbwegs bei Zeiten zurück zu Hause zu sein. Falls es die Zeit (und Temperaturen) erlauben, machen wir sonst aber schon auch gerne deutlich mehr und längere Pausen.
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Re: 17.08.2025 - Von Airolo zum Oberalppass

Beitrag von Dave »

sheridan hat geschrieben: 24.08.2025, 18:38 Stramme Tour, ich wäre schon bei "Wecker klingelt um 5:15" ausgestiegen 😉 Die Zeiten der Swisstopo-App passen bei mir auch ganz gut. Allenfalls aktualisiert sich die Prognose laufend, wenn man eine Tour aktiv hält.
Wir sind meist im Aufstieg oft etwas schneller als Swisstopo, sonst passen die Zeiten aber auch bei uns ganz gut.
Die Aktualisierung der Prognose habe ich bei dieser Tour auch genutzt, um ab dem Passo Borengo zu prüfen, wie gut wir noch im Zeitplan für den anvisierten Zug sind. Interessanterweise blieben die Reserven gemäss Swisstopo lange Zeit ziemlich stabil bei wenigen Mintuen. Kurz vor der Maighels-Hütte begann die prognostizierte Ankunftszzeit sich plötzlich deutlich nach vorne zu verschieben, sodass wir bis zum Oberalppass dann knapp 20 Minuten gegenüber der ursprünglichen Prognose herausgeholt haben. So ganz erschliesst sich mir das bis heute nicht, denn so schnell waren wir dort auch nicht unterwegs.
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Re: 17.08.2025 - Von Airolo zum Oberalppass

Beitrag von seilreiter »

Tolle Tour. Es scheinen sich nur wenige Wanderer in diese Gegend zu irren? Wenn man bedenkt wie voll es andernorts ist.
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Re: 17.08.2025 - Von Airolo zum Oberalppass

Beitrag von Dave »

Für eine Sonntag mit gutem Wetter hatte es relativ wenig Leute unterwegs, gerade verglichen mit andernorts. Trotzdem war es auch nicht gerade einsam, von Madagno bis zur Maighels-Hütte sind wir sicherlich 30 anderen Wanderern begegnet. Ich hätte erhlicherweise gerade um den Passo Borengo mit noch weniger Leuten gerechnet, da die Wanderungen bis dort hin doch alle ordentlich lang sind. Vor dem Oberalppass war der Weg dann rege begangen, so nahe an der Passstrasse aber auch nicht weiter verwunderlich.
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Re: 17.08.2025 - Von Airolo zum Oberalppass

Beitrag von sheridan »

Der Tomasee als Rheinquelle ist natürlich dort ein beliebtes Ziel.
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