Trotz des nervigen Gottard-Verkehrs sprach die Wetterprognose für einen Trip in den Süden. Nach dem Vormittag in Ascona ging es ins Tessiner "Outback" zu einer Seilbahn, die ich bisher noch nie besucht hatte: die Funivia Alpe Salei. Von Ascona geht es erstmal ein Stück durchs Onsernone-Tal, bevor ein Abzweiger nördlich ins Vergeletto-Tal führt. Die Straßen sind teilweise ziemlich schmal, ich musste 2x zurücksetzen. Aber recht spektakulär in die Hänge gezimmert. Mit dem Postauto kommt man auch zur Talstation:
Die Bahn ist eine typische Kleinbahn von Niederberger mit zwei pendelnden 4er-Kabinen aus dem Jahr 2000.
Die alte Dame an der Kasse wollte mich noch als fünften in eine vollbesetzte 4er-Kabine reinstecken, das war mir aber zu sketchy.
Blick hinab ins Tal:
Die Bergstation befindet sich auf einem Grat auf 1770m, die Bahn überwindet ca 800m Höhendifferenz.
Von der Bergstation sind es noch ein paar Minuten zur Alpwirtschaft Capanna Salei:
Ich bin weiter zum Salei-See aufgestiegen, der mich etwas an den Hahnensee erinnert hat.
Dahinter liegt auf ca 2000m ein Pass mit einem markanten "Steinmännli":
Der Pass heisst wohl "Bandita di Caccia"
Blick Richtung Norden, der Berg im Hintergrund müsste das Wandfluhhorn sein, das bei Bosco Gurin steht.
Zum Lago Maggiore und Locarno hat man eigentlich auch freie Sicht, allerdings war heute wegen der diesigen Luft leider nicht wirklich viel zu sehen.
Ich bin dann Richtung Norden abgestiegen und habe eine Umrundung des Bergs "I Crest" gemacht. Auf der anderen Talseite ist ein Steinbruch, das Ende des Talkessels links ist auch die Grenze zu Italien.
Ein kleines Schneefeld musste ich queren, ansonsten war es eher schon sommerlich.
Wieder hinab mit der Bahn, die Bergstation ist nur videoüberwacht.
Talstation und Parkplatz:
Landschaftlich ist die Ecke wirklich schön. Unten ist es auch reizvoll mit dem Birkenwald am Fluss.
Ein Trip lohnt sich definiv, es verirren sich auch nur wenig Leute in dieses abgelegene Tal.