Neues am Jenner
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Neues am Jenner
Nachdem zur letzten Wintersaison ja ein Großteil des Skigebiets stillgelegt wurde und nur noch die Jennerwiesenbahn und EUB Sektion 1 mit Piste sowie Sektion 2 mit Route geöffnet wurde (Pistenplan siehe hier), scheint es nun wohl eine erneute Kehrtwende zu geben: Im jetzigen Pistenplan, den ich bisher nur auf skiresort finden kann, ist wieder die Mitterkaserbahn eingezeichnet, welche aber nun eine Rodelbahn und nur noch eine Skiroute hat. Gut finde ich, dass man sich nun auf den oberen Gebietsteil konzentriert. Schade hingegen, dass es an der Mitterkaserbahn keine richtige Piste und zur Mittelstation keine Route gibt. Und, dass die Krautkaserbahn nicht für die Öffentlichkeit zugänglich ist...
- Dachstein
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Re: Neues am Jenner
Eine der beiden 6 KSB/B (aufgrund der genannten Kapazität müsste es sich um die Mitterkaserbahn handeln) könnte, wenn alles klappt, in Dachstein West (Angerlift) ein zweites Zuhause finden. die BBDW haben die Anlage sich reservieren lassen. Entscheidung in den nächsten Wochen zu erwarten.
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Re: Neues am Jenner
Gemäß Aussage des GF der BBDW ist die Anlage, die gekauft werden soll, um etwa 100m länger als der Angerlift. Die Jennerwiesen ist aber kürzer, während die Aussage genau auf die Mitterkaserbahn passt.
Was dann wirklich abgebaut wird, werden wir sehen, es wäre ja nicht das erste Mal, dass Dinge in den Medien sich nachträglich als anders herausstellen.
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Re: Neues am Jenner
Im ORF ist nun wiederum von der Jennerwiese wiederum die Rede. Auch das nun genannte Baujahr passt zur Jennerwiese.
https://salzburg.orf.at/stories/3299799/
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Re: Neues am Jenner
Auf den beiden Webcams an der Mittelstation kann man erkennen, dass das Seil der Jennerwiesenbahn entspannt wurde. Damit dürfte geklärt sein, welche Bahn abgebaut wird.
https://www.jennerbahn.de/webcam/webcam ... 3239020987
https://www.jennerbahn.de/webcam/webcam ... 7683231514
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- Dachstein
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Re: Neues am Jenner
Ja, ich habs ihm Thread zu den neuen Bahnen 2025 bereits korrigiert. Aber nett zu sehen, wie eine Seilbahn de facto vor laufender Webcam demontiert wird. 7
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Re: Neues am Jenner
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Re: Neues am Jenner
Wahnsinn. So ne nigelnagelneue Bahn abzubauen
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Re: Neues am Jenner
Kann da mal jemand kurz Zusammenfassen? Wäre ja im Topic weiter zurückgegangen, aber da steht noch nichts 
Das Skigebiet wurde geschlossen, wiedereröffnet, wieder geschlossen und jetzt ein neuer Lift abgebaut?
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Re: Neues am Jenner
Das Skigebiet wurde ja vor ein paar Jahren komplett modernisiert. Mangels Andrang etwas später dann erst einen Winter nur im unteren Teil (1. Sektion EUB und Jennerwiesenbahn) betrieben, an der 2. Sektion der EUB gab es eine Skiroute. Nun hat man zu diesem Winter das präparierte Skifahren und die Jennerwiesenbahn komplett eingestellt, dafür die Mitterkaserbahn zum Schlitteln und Skifahren auf einer Skiroute wiedereröffnet, die Jennerwiesenbahn (Baujahr 2018) reißt man nun ab und verkauft sie. Am größten war das Skigebiet übringens bis 2019 oder 2020, als es noch den Mitterkaser-SL gab.Schneegott hat geschrieben: 15.05.2025, 15:22 Kann da mal jemand kurz Zusammenfassen? Wäre ja im Topic weiter zurückgegangen, aber da steht noch nichts
Das Skigebiet wurde geschlossen, wiedereröffnet, wieder geschlossen und jetzt ein neuer Lift abgebaut?
Kann man gut auf den Pistenplänen der letzten Jahre sehen: https://skimap.org/skiareas/view/975
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Re: Neues am Jenner
Schade, war doch das grösste und an der Höhe an vom „Höhenskigebiet“ 1500-1800 Schneesicherste Gebiet der Gegend?
Komplette Modernisierung und trotzdem kein Andrang, wei kommt das.
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Re: Neues am Jenner
Mein Gefühl: Nicht wollen und mit dem Sommer dort sehr gut leben könnenSchneegott hat geschrieben: 15.05.2025, 16:27 Schade, war doch das grösste und an der Höhe an vom „Höhenskigebiet“ 1500-1800 Schneesicherste Gebiet der Gegend?
Komplette Modernisierung und trotzdem kein Andrang, wei kommt das.
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Re: Neues am Jenner
Zu diesem Thema ein kurzer Abriss meiner Gedanken:
Es ist unausweichlich, dass die Zukunft des Wintersports im Alpenraum und die Investition in selbigen zu großen Diskussionen führt. Kaum ein Projekt kann ohne die Beteiligung der üblichen Gegenpole umgesetzt werden. Die eine Seite redet von einer unabdingbaren Investition im Sinne des Tourismus, welche Arbeitsplätze und Wohlstand sichert. Die andere Seite redet von Umweltzerstörung und mangelnder Weitsicht hinsichtlich der Auswirkungen des Klimawandels. Ob lokaler oder überregionaler Politiker, Vertreter aus dem Gastgewerbe, Umweltschützer, Tourismusbeauftragter oder sonstige Prominenz. Jeder will sich in diesem Zuge profilieren und "gschaftelt" bei den Entscheidungen mit. Oft liegt die Wahrheit - wie bei so vielen heiß diskutierten Themen - irgendwo in der Mitte. Daher möchte ich zur Entscheidung für den Skigebietsausbau keine Stellung beziehen. Das würde den Rahmen sprengen.
Sehe ich mir die Causa "Jenner" an, dann lasse ich mich gerne eines Besseren belehren. Aber ich behaupte: Es ist der größte Skandal um die Zukunftsplanung eines Skigebiets in Deutschland. Man muss sich die Fakten nochmals vor Augen führen. Es wurden ab 2017 50 Millionen EUR (Quelle: BR, Zahl teilweise leicht abweichend) in die neue Jennerbahn, zwei 6er-Sessellifte sowie eine Modernisierung der Beschneiungsanlage gesteckt. In etwa 20% davon wurden aus Steuermitteln vom Freistaat Bayern beigesteuert. Zudem verfügt das Gebiet über eine weitere, erst 2013 errichtete kuppelbare 4er-Sesselbahn. Die Pisten befinden sich in weitesten Teilen in Nordwest-Ausrichtung und einer Höhenlage von 1.200m (Mittelstation) bis 1.800m (Bergstation). Unter diesen Voraussetzungen 2023 zu entscheiden, das Skigebiet in weitesten Teilen stillzulegen und teilweise rückzubauen, ist für mich unverständlich.
Natürlich kann man leidenschaftlich über die Zukunft eines Skigebietes in dieser Höhenlage diskutieren, doch zumindest eine Sache ist offensichtlich: Es gibt diverse Gebiete mit deutlich ungünstigeren Hanglagen, veralteteren Infrastrukturen oder Beschneiungsanlagen, welche dennoch einen durchgängigen Skibetrieb in der Wintersaison ermöglichen können. Die Vermutung liegt daher sehr nahe, dass der Jenner noch zahlreiche Winter erfolgreichen Wintersport hätte anbieten können. Der Grund für die mangelnde Nachfrage ist meiner Meinung nach an mehreren Stellen zu suchen:
Erstens der mangelnden Ambition im Winterbetrieb. Über mehrere Jahre habe ich die Öffnungszustände der Pisten dort beobachtet, doch die Zeiten, in denen Vollbetrieb herrschte, waren minimal im Vergleich zum Angebot vergleichbarer Destinationen. Klar, dass sich der Kunde dann eher für andere Gebiete entscheidet. Hinzu kamen Qualitätsmängel bei der Pistenpräparierung sowie der Hütteninfrastruktur. Dass der Skitourismus nur halbherzig in den Fokus genommen wurde, sah man auch daran, dass die Destination nur ganz punktuell als Wintersportort bei den Zielgruppen platziert wurde. Ich komme zu dem Schluss, dass der Jenner insbesondere ein Marketing- und Strategieproblem hatte. Man handelte nach dem Motto "Die Lifte werden es schon richten". Anstatt dessen hätte man die neue Infrastruktur lediglich als Türöffner sehen sollen.
Auch wenn man die Coronazeit sowie die Kostenspiralen der letzten Jahre nie außer Acht lassen darf. Es hätte im Marketing und dem qualitativen Tagesgeschäft mehr Engagement gebraucht, um aus dem Jenner eine attraktive Wintersportdestination zu machen. Es stellt sich also die Frage, warum die Verantwortlichen aus diesen Möglichkeiten nicht mehr gemacht haben. Die vergleichsweise hohe Bedeutung des Sommergeschäfts am Jenner dürfte bei der Beantwortung eine nicht unwesentliche Rolle spielen. Für mich lässt das den Schluss zu, dass von Vornherein die strategischen Überlegungen hinsichtlich Engagement, Priorität und Bedeutung des Ganzjahresgeschäfts nicht ausgereift genug waren.
Unabhängig von allen strategischen, operativen und kaufmännischen Fehlern beginnt für mich der Skandal bei der Kommunikation und bei dem Umgang mit Steuergeldern. Dass das Verschwenden von über 10 Millionen Euro Steuergeld, der Verkauf der Jennerwiesenbahn, das Stilllegen der Beschneiungsanlage und alle weiteren Maßnahmen öffentlich nahezu unbescholten bleibt, ist indiskutabel. Keiner der Verantwortlichen hat sich selbstkritisch mit dem Fall auseinandergesetzt. Thomas Mühltaler (Vorstand Jennerbahn) spricht allenfalls davon, dass man "auf mehr Skifahrer gehofft habe" (Zitat Münchner Merkur vom 13.12.2024). Vom Freistaat sind bis heute keine Maßnahmen in die Wege geleitet worden. Einzig ein Statement des Landwirtschafts- und Tourismusministerium ist veröffentlicht "Die angekündigte Veränderung des Betriebskonzeptes kann jedoch förderrechtliche Konsequenzen nach sich ziehen. Soweit einzelne geförderte Einrichtungen künftig nicht mehr betrieben werden, wäre seitens der zuständigen Regierung von Oberbayern eine Rückforderung zu prüfen." (Quelle Münchner Merkur vom 13.12.2024).
Und um die offensichtlich fehlende Aufarbeitung des Falls zu untermalen: Im Jahr 2025 fördert der Freistaat Bayern den Neubau eines 4er-Sessellifts sowie einer kuppelbaren 6er-Sesselbahn inkl. Modernisierung der Beschneiungsanlage am Skizentrum Mitterdorf mit 6,6 Millionen EUR (Quelle: Landratsamt Freyung Grafenau). Höhenlage beider Bergstationen: 1.139 Meter über dem Meer. Zitat des Bayerischen Wirtschaftsministeriums vom 11. Februar 2022: „Seilbahnanlagen tragen entscheidend zur Attraktivität einer Tourismusregion bei. Sie erhalten regionale Wertschöpfungsketten und sichern Arbeitsplätze im ländlichen Raum."
Es ist unausweichlich, dass die Zukunft des Wintersports im Alpenraum und die Investition in selbigen zu großen Diskussionen führt. Kaum ein Projekt kann ohne die Beteiligung der üblichen Gegenpole umgesetzt werden. Die eine Seite redet von einer unabdingbaren Investition im Sinne des Tourismus, welche Arbeitsplätze und Wohlstand sichert. Die andere Seite redet von Umweltzerstörung und mangelnder Weitsicht hinsichtlich der Auswirkungen des Klimawandels. Ob lokaler oder überregionaler Politiker, Vertreter aus dem Gastgewerbe, Umweltschützer, Tourismusbeauftragter oder sonstige Prominenz. Jeder will sich in diesem Zuge profilieren und "gschaftelt" bei den Entscheidungen mit. Oft liegt die Wahrheit - wie bei so vielen heiß diskutierten Themen - irgendwo in der Mitte. Daher möchte ich zur Entscheidung für den Skigebietsausbau keine Stellung beziehen. Das würde den Rahmen sprengen.
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Natürlich kann man leidenschaftlich über die Zukunft eines Skigebietes in dieser Höhenlage diskutieren, doch zumindest eine Sache ist offensichtlich: Es gibt diverse Gebiete mit deutlich ungünstigeren Hanglagen, veralteteren Infrastrukturen oder Beschneiungsanlagen, welche dennoch einen durchgängigen Skibetrieb in der Wintersaison ermöglichen können. Die Vermutung liegt daher sehr nahe, dass der Jenner noch zahlreiche Winter erfolgreichen Wintersport hätte anbieten können. Der Grund für die mangelnde Nachfrage ist meiner Meinung nach an mehreren Stellen zu suchen:
Erstens der mangelnden Ambition im Winterbetrieb. Über mehrere Jahre habe ich die Öffnungszustände der Pisten dort beobachtet, doch die Zeiten, in denen Vollbetrieb herrschte, waren minimal im Vergleich zum Angebot vergleichbarer Destinationen. Klar, dass sich der Kunde dann eher für andere Gebiete entscheidet. Hinzu kamen Qualitätsmängel bei der Pistenpräparierung sowie der Hütteninfrastruktur. Dass der Skitourismus nur halbherzig in den Fokus genommen wurde, sah man auch daran, dass die Destination nur ganz punktuell als Wintersportort bei den Zielgruppen platziert wurde. Ich komme zu dem Schluss, dass der Jenner insbesondere ein Marketing- und Strategieproblem hatte. Man handelte nach dem Motto "Die Lifte werden es schon richten". Anstatt dessen hätte man die neue Infrastruktur lediglich als Türöffner sehen sollen.
Auch wenn man die Coronazeit sowie die Kostenspiralen der letzten Jahre nie außer Acht lassen darf. Es hätte im Marketing und dem qualitativen Tagesgeschäft mehr Engagement gebraucht, um aus dem Jenner eine attraktive Wintersportdestination zu machen. Es stellt sich also die Frage, warum die Verantwortlichen aus diesen Möglichkeiten nicht mehr gemacht haben. Die vergleichsweise hohe Bedeutung des Sommergeschäfts am Jenner dürfte bei der Beantwortung eine nicht unwesentliche Rolle spielen. Für mich lässt das den Schluss zu, dass von Vornherein die strategischen Überlegungen hinsichtlich Engagement, Priorität und Bedeutung des Ganzjahresgeschäfts nicht ausgereift genug waren.
Unabhängig von allen strategischen, operativen und kaufmännischen Fehlern beginnt für mich der Skandal bei der Kommunikation und bei dem Umgang mit Steuergeldern. Dass das Verschwenden von über 10 Millionen Euro Steuergeld, der Verkauf der Jennerwiesenbahn, das Stilllegen der Beschneiungsanlage und alle weiteren Maßnahmen öffentlich nahezu unbescholten bleibt, ist indiskutabel. Keiner der Verantwortlichen hat sich selbstkritisch mit dem Fall auseinandergesetzt. Thomas Mühltaler (Vorstand Jennerbahn) spricht allenfalls davon, dass man "auf mehr Skifahrer gehofft habe" (Zitat Münchner Merkur vom 13.12.2024). Vom Freistaat sind bis heute keine Maßnahmen in die Wege geleitet worden. Einzig ein Statement des Landwirtschafts- und Tourismusministerium ist veröffentlicht "Die angekündigte Veränderung des Betriebskonzeptes kann jedoch förderrechtliche Konsequenzen nach sich ziehen. Soweit einzelne geförderte Einrichtungen künftig nicht mehr betrieben werden, wäre seitens der zuständigen Regierung von Oberbayern eine Rückforderung zu prüfen." (Quelle Münchner Merkur vom 13.12.2024).
Und um die offensichtlich fehlende Aufarbeitung des Falls zu untermalen: Im Jahr 2025 fördert der Freistaat Bayern den Neubau eines 4er-Sessellifts sowie einer kuppelbaren 6er-Sesselbahn inkl. Modernisierung der Beschneiungsanlage am Skizentrum Mitterdorf mit 6,6 Millionen EUR (Quelle: Landratsamt Freyung Grafenau). Höhenlage beider Bergstationen: 1.139 Meter über dem Meer. Zitat des Bayerischen Wirtschaftsministeriums vom 11. Februar 2022: „Seilbahnanlagen tragen entscheidend zur Attraktivität einer Tourismusregion bei. Sie erhalten regionale Wertschöpfungsketten und sichern Arbeitsplätze im ländlichen Raum."
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Re: Neues am Jenner
Irgendwie wirkt es auf mich, als hätte man dort im Bezug auf Skitourismus nie einen Businessplan gehabt. Und die nun entfallende 6 KSB/B war ja trassentechnisch auch so ein Ding - ich kenne kein Skigebiet dieser Größe, welches sich eine kurze, parallelführende Anlage zur eigentlichen Hauptseilbahn leistet.
Unterm Strich freut sich Dachstein West über diese Bahn.
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Winter210
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Re: Neues am Jenner
Es wäre doch so einfach. Analog dem Patscherkofel wäre auch hier die 8-EUB ausreichend, um nahezu alle Pisten bedienen zu können. Hangneigung ist super, Hüttenagebot mittlerweile auch reichlich, Höhenlage absolut ausreichend und mit Salzburg/Hallein/Reichenhall/Freilassing ein großes Einzugsgebiet vor der Haustür.
Problem: Selbst in Salzburg/Hallein kennt keiner den Jenner (O-Ton: Da kann man Skifahren?!)
Letztendlich ein Armutszeugnis, dass man unter solchen Gegebenheiten sich nicht in der Lage sieht, adäquaten Skibetrieb anzubieten.
Ich lasse seitdem jedenfalls kein Geld (mehr) auf und bei dem Jenner.
Problem: Selbst in Salzburg/Hallein kennt keiner den Jenner (O-Ton: Da kann man Skifahren?!)
Letztendlich ein Armutszeugnis, dass man unter solchen Gegebenheiten sich nicht in der Lage sieht, adäquaten Skibetrieb anzubieten.
Ich lasse seitdem jedenfalls kein Geld (mehr) auf und bei dem Jenner.
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Re: Neues am Jenner
Zusätzlich zu allem schon Geschriebenen:
Wenn ich mich recht erinnere hatten sie auch eine ungünstige Preisstruktur: Man nahm an keiner der nahegelegenen Saisonkarten teil (SSSC, TSC, 4-Berge) und rief Preise auf, die sich von Großskigebieten (Leogang ist grad um die Ecke) zu wenig unterscheiden. So bekommt man weder Vielfahrer noch die Wenigfahrer aus der Umgebung (Salzburg-Stadt!) ins Gebiet. Und für einen klassischen Skiurlaub für Touristen von weiter weg ist das Skigebiet einfach zu klein.
Wenn ich mich recht erinnere hatten sie auch eine ungünstige Preisstruktur: Man nahm an keiner der nahegelegenen Saisonkarten teil (SSSC, TSC, 4-Berge) und rief Preise auf, die sich von Großskigebieten (Leogang ist grad um die Ecke) zu wenig unterscheiden. So bekommt man weder Vielfahrer noch die Wenigfahrer aus der Umgebung (Salzburg-Stadt!) ins Gebiet. Und für einen klassischen Skiurlaub für Touristen von weiter weg ist das Skigebiet einfach zu klein.
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- icedtea
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Re: Neues am Jenner
Die letzten Beiträge begründen ausführlich meine Kurzzusammenfassung finde ich 
Edit: Explizit SkiPenguin hat es aus meiner Sicht sehr fundiert und treffend beschrieben
Edit: Explizit SkiPenguin hat es aus meiner Sicht sehr fundiert und treffend beschrieben



