Um 8:38 bin ich dann in Landquart angekommen. Von dort ging es zuerst gemütlich durchs Rheintal nach Untervaz, ideal um die Muskeln schonend aufzuwärmen und den Kreislauf in Schwung zu bringen. In Untervaz angekommen bin ich dann zuerst der Route 90 folgend Richtung St. Margrethenberg gefahren. Der Aufstieg hat es jedoch in sich. Die Strasse schlängelt sich mit ordentlich Steigung (11-12 %) über etliche Kilometer den Berg hinauf. Mit frischen Beinen gewinne ich jedoch schnell an Höhe. Nach einer knappen Stunde und rund 600 zurückgelegten Höhenmetern lichtet sich der Wald und es öffnet sich der Blick übers Rheintal: Noch ist der Aufstieg aber nicht geschafft. Die verbleibenden gut 300 Höhenmeter sind teilweise auf einem unebenen Schotterweg zurückzulegen und zehren dann doch an den Käften. Gegen 10:30 erreiche ich dann aber endlich den St. Margrethenberg. Ich entscheide ich mich bereits jetzt für eine verfrühte Mittagspause (mit Sandwich aus dem Rucksack) um mich für den bevorstehenden zweiten Anstieg des Tages zu stärken. Danach geht es runter ins Taminatal, wo ich davor noch nie war. Ich bin jedoch sofort ob der landschafttliche Schönheit des Tals begeistert. Am Mapraggsee startet der zweite Aufstieg des Tages. Via Vättis geht es durchs sehr reizvolle Tal in gemächlicher Steigung nach Kunkels. Ab Kunkels wird die Strasse dann wieder deutlich steiler, und führt in einigen wenigen Kehren hoch zum Kunkelspass. Hier beginnt nun die richtige Herausforderung der Runde. Der Aufstieg zur Ringelspitzhütte ist ab hier noch ordentlich lang und insbesondere zu Beginn sehr steil (16-17 % sind keine Seltenheit). Dass ich zu diesem Zeipunkt bereits ca. 1400 Höhenmeter in den Beinen habe, hilft da natürlich auch nicht gerade. Die Höhenmeter bis zur Grossalp auf 1825 m sind dann aufgrund der Steilheit doch relativ rasch geschafft (langsamer zu fahren war schlicht nicht sinnvoll möglich
Kurz bevor ich wieder losfahren möchte donnert im Tal Richtung Ringelspitz eine Lawine ins Tal. Nicht ganz ungefährlich. Ich versichere mich, dass oberhalb meines Abstieges keine grösseren Schneefelder liegen und mache mich dann auf den Weg. Für den Abstieg habe ich mich für den Trail durchs Lavoitobel entschieden. Landschaftlich ist dieses Tal äusserst schön, der Trail ist für mich aber zu grossen Teilen nicht sinnvoll fahrbar. Ich habe mich im Vorherein etwas informiert und mich auf einige Schiebepassagen eingestellt, es sind dann aber doch als gedacht. Da ich alleine unterwegs bin und weit und breit keine Menschenseele zu sehen ist, bin ich nochmals etwas vorsichtiger unterwegs. Eine Sturz möche ich in dieser Situation um jeden Preis vermeiden. Naja, landschaftlich hat es sich dennoch allemal gelohnt. Nach einigen Kilometern geht der Trail in eine Kiesstrasse über, auf der es dann rassig nach Tamins runter geht. Von dort radle ich dann noch bis nach Chur, von wo ich wieder mit dem Zug nach Hause fahre. Fazit:
Strecke: 62.7 km
Aufstieg: 2110 m (+ 300 m vom Bahnhof zurück nach Hause)
Fahrzeit: 5 h 25 min
Es war eine traumhaft schöne, wenn auch sehr anstrengende Runde. Insbesondere jetzt nach der Winterpause habe ich es sehr geschätzt wieder mit dem Bike richtig in den Bergen unterwegs zu sein. Da kamen schon erste Sommergefühle auf.
Die Abfahrt ins Lavoitobel ist zwar landschaftlich sehr schön, ein nächstes Mal würde ich aber ob der vielen Schiebepassagen wahrscheinlich doch via Kunkelspass abfahren.
