Gestern ging es vermutlich das letzte Mal im Rahmen des „Babyfrei-Programms“ unter der Woche zum Skifahren, denn mit Beginn der kommenden Woche endet dann leider mein erster Abschnitt der Elternzeit.
Als Ziele standen heute Oberjoch und Nesselwang auf dem Programm.
Das Oberjoch ist ja vor allem an den Wochenenden und in den Ferien eine Katastrophe. Unter der Woche war es aber gestern sehr gut.
Die Präparation war gestern sehr gut und hart-griffig. Los war zudem bis 10:00 Uhr gar nichts. Anschließend kamen doch sehr viele schwächere Skifahrer an den Berg. Durch ein Schulskirennen war es in der Früh an der Grenzwiesbahn etwas voller.
Der Pistenzustand war wirklich sehr gut und auch die Präparation war astrein. Das machte sehr viel Spaß, obwohl meine Kanten auch nicht mehr die Frischesten waren.
Auffällig war die extreme Häufung schwacher Skifahrer, die entweder ohne jegliches Können oder mit völlig veralteten Material unterwegs waren. In den Bahnen hörte ich sehr oft, wie eisig die anderen Skifahrer doch die Pisten fänden. Sie waren aber garantiert nicht eisig, sondern nur einfach griffig-hart. Wahrscheinlich waren da viele auch seit Jahrzehnten nicht mehr beim Service.
Auch das Öffnen der Schließbügel war öfters mal ein Thema. Ich bin da ja überhaupt nicht hektisch und öffne selbst auch sehr spät, aber wenn man schon direkt im Ausstieg ist und immer noch nicht blickt, dass der Bügel nur auf geht, wenn man die Füße vom Raster tut, ist das schon bodenlose Blödheit (1:1 so erlebt).
Es wundert mich immer wieder, weswegen das Oberjoch so als Anfängergebiet gehypt wird, denn das ist es nicht. Klar: An der Schwandenbahn und dem Ideallift lässt sich gut das Skifahren üben, aber an den drei Hauptsesselbahnen findet man ausschließlich mittelschwere Pisten vor, die nicht anfängergeeignet sind. Es gäbe da, auch in der näheren Umgebung, so viele geeignetere Gebiete (z.B. Balderschwang, Nesselwang, Söllereck, etc.)
Am Oberjoch präsentierte sich das Wetter während meines Besuchs (Vormittagskarte um 40€ bis 13 Uhr) stets sehr gut. Es war quasi wolkenlos, während in Richtung Wertach und Bad Hindelang Nebel hing. Der Nebel kam aus Bad Hindelang ab und an bis zur Schwandenbahn hinauf, die „richtigen“ Anlagen wurden aber vom Nebel verschont. Es war dazu recht frisch mit deutlichen Minusgraden. Auffällig ist, dass selbst jetzt im Februar die Sonne immer noch kaum ins Gebiet reinkommt.
Nach Ablauf meiner Vormittagskarte wechselte ich dann noch nach Nesselwang zu den Alpspitzbahnen, wo beide Sektionen der Kombibahnen in Betrieb waren. Die obere Sektion war aber nur mit Naturschnee präpariert und somit gab es ab und an mal Gemüse auf der Piste, was aber unkritisch war. Die untere Sektion ist dick eingeschneit mit Maschinenschnee. Hier wurde auch offenbar über Nacht nachbeschneit, was aber nicht störte.
Unverständlich finde ich aber, dass an der oberen Sektion, an der eigentlich eine dichte Beschneiungslinie besteht, überhaupt nicht beschneit wurde und stattdessen an der Talstation Schneeerzeuger nutzlos rumstehen. Mit einer entsprechenden Maschinenschneeunterlage wär die Piste an der 2. Sektion noch besser und würde das Gebiet deutlich aufwerten.
In Nesselwang war es oben und unten neblig. Die Bodensicht blieb aber gut. Es wehte ein frischer Wind, der es noch kälter machte. Los war quasi nichts.
Gefallen:
Nicht gefallen:
Daher:
Bilder:
Oberjoch:
Den Tag begann ich an der Grenzwiesbahn. Da ich ohnehin früh genug dran war und das Parken dort im Gegensatz zur Iseler- und Wiedhangbahn kostenlos ist, passt das gut. Die Bahn ging auch bereits um ca. 08:25 Uhr in Betrieb
Die Kühgrund-Abfahrt war - mit Ausnahme der Geländekuppen - sehr gut in Schuss und sehr griffig. Im Flachland hielt sich der Nebel ganztägig
Blick von der Bergstation der Wiedhangbahn in Richtung Oberallgäu
Auch der Hang auf der Verbindungspiste von der Wiedhangbahn zur Iselerbahn ging sehr gut und war sehr griffig. Leider ist es im gesamten Gebiet sehr lange sehr schattig, da der Iseler die Sonne regelrecht verschluckt
Blick aus der Iselerbahn. Bis 10:00 Uhr war es hier wirklich gespenstisch leer
Start der ebenfalls sehr guten Standard-Abfahrt
Herrlich war ebenso die Waldschneise
Weiter unten auf der Waldschneise
Blick auf das Anfängergelände an der Schwandenbahn. Hier ist Oberjoch für Anfänger ideal, aber an allen anderen Bahnen sind sie fehl am Platz
Der Ideallift erschließt eine gleichmäßig geneigte, flache Piste
Ausblick von der Bergstation der Wiedhangbahn
Der Osthang war ebenfalls gut in Schuss
Auf der unbeschneiten Grenzwiesen-Abfahrt war die Schneelage etwas knapp. Es kam aber nur harmloses Gemüse und keine Steine durch
Gegen Mittag auf der tollen Standard-Abfahrt. Von Bad Hindelang kommend drückte der Nebel bis zur Schwandenbahn empor
Das Wolkenspiel war auch von der Waldschneisen-Abfahrt eindrücklich
Nesselwang:
Kurz nach 13:30 Uhr setzte ich dann nach einer kurzen Autofahrt den Skitag in Nesselwang fort und löste dort eine 2h-Karte. In Nesselwang war es bereits den ganzen Tag trüb, was aber hinsichtlich der Bodensicht gar nicht störte. Gemäß Webcam zog es aber auch am Oberjoch dann rasch zu.
Oberer Teil der "Außenrum-Abfahrt" an der 2. Sektion.
Die Abfahrt dort an der 2. Sektion führt eigentlich sehr schön durch den Wald und macht auch ein paar Höhenmeter. Völlig unverständlich, warum man hier nicht beschneit hat. Die Naturschneelage ist natürlich sehr mau, aber die Beschneiung hätte genügend Zeitfenster gehabt.
Schlusshang zur Mittelstation. Es kam aufgrund der unterlassenen Beschneiung natürlich einiges an Untergrund durch. Auch hier war es aber "nur" Gemüse und somit harmlos. Der Naturschnee war aber trotz der geringen Höhe herrlich zu fahren.
Die Abfahrt an der ersten Sektion war dick eingeschneit. Hier wird täglich Nachtskilauf angeboten. Die Piste ist an sich recht flach, lässt sich aber gemütlich carven, trotz dessen, dass offenbar in der Nacht beschneit wurde. Der Maschinenpowder war aber guter Qualität und pulvrig.
Blick auf die Talstation in Nesselwang mit den kostenpflichtigen Parkplätzen (4€). Ohne Maschinenschnee würde hier nichts gehen, aber es liegt ja genügend Maschinenschnee in guter Qualität.
Blick aus der unteren Sektion der Kombibahn. Die untere Sektion wird durch einen SL gedoppelt. Mangels Andrang war ein Betrieb natürlich nicht nötig. Ferner gibt es hier auch noch eine Sommerrodelbahn.
Fazit:
Etwas überraschend war das gestern in beiden Skigebieten ein sehr guter Skitag. Das Wetter spielte gut mit und, vor allem am Oberjoch, war der Andrang viel weniger arg, als befürchtet.
Generell herrschen dort im Allgäu zur Zeit gute Skibedingungen, bei denen man sehr viel Spaß haben kann.
