Entwicklung der Skipasspreise - wohin geht‘s?

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3303
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Entwicklung der Skipasspreise - wohin geht‘s?

Beitrag von 3303 »

Gurtner geht davon aus, dass seine Tageskarte in 10 Jahren 200-300 Franken kosten wird.

https://www.srf.ch/news/schweiz/skigebi ... 00-franken

Meiner Meinung nach vielleicht ein punktuell nicht unmögliches Extremszenario, aber sicher nicht flächendeckend zu erwarten, da irgendwann mal die Akzeptanzschwelle der breiten Bevölkerung überschritten sein wird.
Klar ist aber meines Erachtens auch, dass insbesondere der Klimawandel die Kosten immer weiter in die Höhe treiben und für Konzentrationseffekte bei den höheren Destinationen sorgen wird.

Wo geht‘s hin?
skifuzziWi
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Re: Entwicklung der Skipasspreise - wohin geht‘s?

Beitrag von skifuzziWi »

Die Richtung ist klar,leider weiter aufwärts :oops: :twisted:

Wo das Ende sein wird ist völlig offen :?: :shock:

Schauen wir nach Nordamerika, dort sind wir schon fast bei 200$, bei wesentlich schlechterer Infrastruktur (Lifte,usw.) :evil:

Angefangen habe ich 1987, da hat die 1. Tageskarte 31DM (16€ !!! ) gekostet.
Neandertaler
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Re: Entwicklung der Skipasspreise - wohin geht‘s?

Beitrag von Neandertaler »

Sehr weit nach oben.

Wenn der Klimawandel zuschlägt und fast alle Pisten unter 1800 Meter nicht mehr wirtschaftlich betrieben werden können verknappt sich das Angebot extrem.

Sollte dieser Wert auf 2200 Meter ansteigen wird's annähernd vorbei sein.

Sicher kommt jetzt das Argument, die Gletscher werden noch weiter gehen. Das wird sehr wahrscheinlich nicht der Fall sein da die Felslandschaft unter dem Eis selten geeignet ist um eine Schipiste anzulegen, teilweise der Fels so ausgeschliffen ist dass sich dort Seen bilden.

Weiters werden durch Abschmelzen des Permafrost sich Teile der Berge verselbständigen was nicht gerade dazu führen wird, die Sache erschwinglicher zu machen.
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sheridan
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Re: Entwicklung der Skipasspreise - wohin geht‘s?

Beitrag von sheridan »

Von 80€ ausgehend wären wir mit 5% Preissteigerung jedes Jahr bei 130€ in 10 Jahren. In den USA sind die astronomischen Preise auch durch Versicherungskosten getrieben, weil dort gerne jeder jeden verklagt. Das Duopol von Vail und Alterra mit führt auch zu mangelnden Alternativen. Beide haben gleichzeitig die Strategie, Season Passes zu verkaufen, die durch überteuerte Tageskarten attraktiver aussehen. Eine Konsolidierung ist auch in Europa wahrscheinlich, siehe Vail und La Belle Montagne. Aber das >50% der Skigebiete in der Hand von zwei Monopolisten sind, sehe ich in Europa nicht.
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Re: Entwicklung der Skipasspreise - wohin geht‘s?

Beitrag von Skifahrer »

Preise wie in Amerika wird es denke ich nicht geben. Ich kann mir kaum vorstellen, dass die Bevölkerung es dann noch tolerieren würde, dass ein nicht unerheblicher Teil der Landschaft durch Pistenkorrekturen und Seilbahnen bebaut wird, wenn es den meisten viel zu teuer ist. In großen Luxusskigebieten vielleicht, flächendeckend eher nicht.
Der Effekt des Klimawandels dürfte erst eine Rolle spielen, wenn es wirklich zu größeren Stilllegungen kommt. Für mich stellt sich da die Frage, wie es in Zukunft wird. Skifahrgrenze 1.700m? 2.000m? Höher kann ich es mor nur schwer vorstellen. Aber auch heute, wo ja von 1.500m gesprochen wird, geht es ja teilweise noch auf weit unter 1.000m runter. Im Mittelgebirge zeigen manche Skigebiete eindrücklich, dass mit schlagkräftiger Beschneiung schneesicheres Skifahren auch noch viel weiter unten möglich ist. Wie viele Skigebiete in den Alpen eine so starke Beschneiung umsetzen werden, dürfte zwar fraglich sein, aber ich denke, machbar wäre es, besonders bei Gebieten, die größtenteils über der Grenze liegen. Und viele große Skigebiete sind ja eh über 2.000m... ;)
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Re: Entwicklung der Skipasspreise - wohin geht‘s?

Beitrag von Martin_D »

Der Klimawandel hat bereits jetzt zumindest in manchen Regionen einen Einfluss auf den Skisport und wird das auch in Zukunft haben, keine Frage.

Das ganze aber ausschließlich an der Höhe festzumachen, ist eindeutig zu unterkomplex. Es gibt weit mehr Einflussfaktoren auf die Frage, ob die Bedingungen an einem bestimmten Ort geeignet sind fürs Skifahren oder nicht.
Neben der Höhe sind dies Exposition und lokales Klima. Mehr Probleme bekommen (bzw. haben jetzt schon) jene Regionen, wo im Winter feuchtes und warmes Wetter häufiger zusammentreffen. Dazu gehört beispielwese das Allgäu oder generell der nördliche Alpenrand (weiter östlich in abgeschwächter Form).
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sheridan
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Re: Entwicklung der Skipasspreise - wohin geht‘s?

Beitrag von sheridan »

Das Angebot wird sicher schrumpfen, aber mit jeder Preiserhöhung springen auch immer Leute ab. Ich würde hier vermuten, dass sich das die Waage hält.

Der Vergleich von Gurtner mit einem 1000er fürs Golfen hinkt übrigens. Glaube nicht, dass es Golfplätze mit > 10.000 Ersteintritten pro Tag gibt. Skifahren ist immer noch eine Massenaktivität und die Masse ist sicher nicht bereit, 200-300 pro Tag rauszuhauen. Das wäre auch ein Abwehrpreis gegen alle ohne Saisonabo. Ob man in Laax auf diese Einnahmen verzichten will, wage ich zu bezweifeln.
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Re: Entwicklung der Skipasspreise - wohin geht‘s?

Beitrag von mic »

Ich kann mich sheridan nur anschließen.
Für die „Sommerkarten“ ist es ja auch nicht anders.
Hier noch ein netter Artikel zum Dynamic Pricing. Da werden bei der Zitrone auch noch die Schalen mit ausgepresst.
https://orf.at/stories/3372216/
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Re: Entwicklung der Skipasspreise - wohin geht‘s?

Beitrag von ChristianK »

Wenn man nur das Produkt Skifahren anschaut ist die Preisentwicklung vielleicht gar nicht so unwahrscheinlich. In vielen Skigebieten stehen mittelfristig hohe Investitionen bei den Anlagen an um sie „as is“ weiter betreiben zu können. Beispiel weisse Arena - Fuorcla muss ja nun doch komplett neu gebaut, Sessellift Falera, Curnius und Masegn ersetzt oder modernisiert werden (Infos sind von einem Arbeitskollegen der auf der Weisse Arena GV war). Rechnet man den FlemXpress mit ein sind das Investitionen im 3-stelligen Millionberereich. Dann kommt noch das Thema Overtourismus hinzu (dazu gab es gestern einen interessanten Themenabend im ORF), wo eine Zugangsbeschränkung zumindest für Tagesgäste bereits jetzt offen diskutiert und aus meiner Sicht auch kommen wird (die dynamischen Preise zielen ja schon darauf ab). Die Anzahl der Skigebiete wird sich aufgrund des Klimawandels deutlich reduzieren. Da brauche ich nur 1 und 1 zusammen zählen, dass Skifahren zu einem exklusiven Luxus wird der ein entsprechenden Preis haben wird. Für mich stellte sich nicht mehr die Frage ob sondern nur noch wann.
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Re: Entwicklung der Skipasspreise - wohin geht‘s?

Beitrag von Snowboard-Tobi »

Neandertaler hat geschrieben: 09.10.2024, 12:36
Sicher kommt jetzt das Argument, die Gletscher werden noch weiter gehen. Das wird sehr wahrscheinlich nicht der Fall sein da die Felslandschaft unter dem Eis selten geeignet ist um eine Schipiste anzulegen, teilweise der Fels so ausgeschliffen ist dass sich dort Seen bilden.

Weiters werden durch Abschmelzen des Permafrost sich Teile der Berge verselbständigen was nicht gerade dazu führen wird, die Sache erschwinglicher zu machen.
Dein Argument mit den Gletschern und dem Felsgelände darunter entspricht meiner Meinung nach nicht der Realität. Zumindest an den Tiroler Gletschern sieht man ganz klar, dass die meisten Geländebereiche die die Gletscher in der letzten Zeit freigegeben haben eben doch Skifahrtauglich sind. Natürlich braucht es hier und da Geländekorrekturen mal mehr, mal weniger mit Bagger und Dynamit. Den ein oder anderen Lift wird man versetzen müssen.
Siehe Sölden auf beiden Gletschern, siehe den Kaunertaler "Gletscher" insbesondere um das Karlesjoch, oder auch Stubai. Bisher gibt es keine Anzeichen dafür, dass ganze relavante Sektoren oder GletscherGebiete aufgegeben werden müssten. Das man nicht jeden Gletscherlift halten können wird ist auch klar.... Die Zukunft des "Gletscher"skilaufs liegt in Geländekorrekturen und Schneedepots sowie beispielsweise am Rettenbachgletscher. Wenn der Gletscher dann mal weg ist und das Gelände mal entsprechend hergerichtet ist, hat man die Kosten für die Instandsetzung einmal und nicht jedes Jahr sowie derzeit.

Wo ich dir folgen kann ist die Sorge bzgl. des Permafrostes. Viele Seilbahnanlagen stehen schon sehr exponiert, da wird sich sicherlich manches verabschieden.
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Re: Entwicklung der Skipasspreise - wohin geht‘s?

Beitrag von Neandertaler »

Sicher wird es auch Bereiche geben bei denen der Verlust des Gletschers nicht dazu führt das gar nichts mehr möglich ist.
Ein Beispiel bei der die Gletscherschmelze die Qualität des Schigebiet negativ beeinflusst ist z.B. das Stilfserjoch. Die Gletscherfläche am Funifour sinkt immer weiter zwischen den Felswänden ab so das es immer aufwendiger wird hier noch eine Piste zur Mittelstation möglich zu machen.
Ein anderes Beispiel ist Tux. Am Ausgang des Gletscherbus III befindet sich im Eis die begehbare Spalte/Höhle. Wenn dort das Eis weg ist sollte dort eine senkrechte wand stehen.
Im Schnalstal ist das Problem am Ausstieg vom Grawandlift. Irgendwann ist es dort so steil das kein normaler Schifahrer mehr dort hinunter kommt.
Weiters haben wir das allseits beliebte Schigebiet Titlis bei dem irgendwann die Talstation vom Eis Flyer noch cht mehr erreicht werden kann. Unter dem Gletscherlift soll sich eine senke im Fels befinden die dort zu einem See werden soll.
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Re: Entwicklung der Skipasspreise - wohin geht‘s?

Beitrag von benjamin »

Tendenziell geht man wieder weg von dynamischen Preisen. In der aktuellen Ausgabe der Luzener Zeitung heisst es dazu:

Von diesem System kommen immer mehr Skigebiete weg. Was die Bergbahnen Sörenberg für die kommende Saison entschieden hat, wurde im Skigebiet Andermatt-Sedrun-Disentis bereits im Winter 2020/21 beschlossen: die Abschaffung des Dynamic Pricings für die Tageskarten. Mittlerweile zeige sich nämlich: Was gut klingt, hat einen Haken. Das schreiben die Verantwortlichen von Andermatt-Sedrun-Disentis in einer Medienmitteilung. Es stimme zwar, dass im Voraus gekaufte Tageskarten günstiger sind. «Der Gast kauft in diesem Fall aber auch die Katze im Sack, weil er nicht weiss, was ihn am Skitag für Wetter erwartet», schreibt Andermatt Sedrun Disentis Marketing AG dazu. «Herrscht dichtes Schneetreiben, macht auch der günstigste Skitag keinen Spass.» Hinzu komme, dass nicht transparent sei, wie viele Tageskarten zu welchem Zeitpunkt zu welchem Preis erhältlich sind. Für die Verantwortlichen von Andermatt-Sedrun-Disentis ist darum klar: Um die Kundenzufriedenheit zu erhöhen, braucht es Transparenz.

Bezüglich Wetter und dynamische Preise: Das hätte man auch vorher merken können...

Dynamische Preise sollen ja u.a. erreichen, dass Skipässe möglichst früh gekauft werden, was die Liquidität der Skigebiete verbessert. Andermatt hat neu ein dreistufiges System:
- Kauf Tageskarte online: Preis ganzes Jahr CHF 89
- Kauf Tageskarte am Schalter Höchstsaison: CHF 99 (über Weihnachten und ab 25.01 am Weekend)
- Kauf Tageskarte am Schalter Neben- und Hochsaison: CHF 94.
- Hallbpreisabo kann nur noch bis 20.12 gekauft werden, nur online.
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Re: Entwicklung der Skipasspreise - wohin geht‘s?

Beitrag von skifuzziWi »

Hier noch ein netter Artikel zum Dynamic Pricing. Da werden bei der Zitrone auch noch die Schalen mit ausgepresst.
https://orf.at/stories/3372216/
[/quote]



Cooler Spruch,aber leider wahr :twisted: :twisted:
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Re: Entwicklung der Skipasspreise - wohin geht‘s?

Beitrag von benjamin »

Interview aus der Skiarena Andermatt-Sedrun und weshalb dynamische Preise nicht funktionieren:

https://www.suedostschweiz.ch/sendungen ... s-14-10-24
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