Das Gebiet umfasste eine Zweiersesselbahn und zwei Skilifte. Höhenlage: 600 bis 1315 Meter über Meer. Im unteren Teil durchaus steil, oben sehr, sehr flach. Das Skigebiet Girlen war ein typisches Voralpen-Kleingebiet zwischen 600 und 1315 M.ü.M. Der höchste Punkt hiess Regulastein mit 1315 M.ü.M. und war mit einem Skilift erschlossen. Die Zwischenstation/Bergstation des Sessellifts hiess Girlen. Vor mittlerweile deutlich mehr als zwanzig Jahren wurden die Lifte für den symbolischen Preis von 1 Schweizer Franken zum Verkauf angeboten. Bartholet erhielt den Zuschlag. 1989 ging das Gebiet Konkurs, 1998 beschloss der Gemeinderat den Abbruch bzw. Rückbau des Sessellifts und des oberen Regulastein-Skilifts. Der mittlere Lift blieb vorerst bestehen. Es wurde offeriert, dass dieser bei Bedarf von den Mitgliedern der Skiclubs Ulisbach, Wattwil und Speer weiter benutzt werden könne. Ob dies tatsächlich der Fall war, entzieht sich meiner Kenntnis. Heute, 2024, steht jedenfalls schon lange nichts mehr, das an Ski- und Sessellifte erinnert.
Skirennen hatten auf dem Girlen-Hang eine relativ lange Tradition. Erstmals begann man damit im Jahr 1961. Mit der Durchführung der Verbandsmeisterschaften des Ostschweizer Skiverbandes
(OSSV) 1961 begann die Renngeschichte der Rennen am Girlen-Hang in Ebnat-Kappel. Dann kam der grosse Moment im Jahr 1977: Das erste (von zwei) Weltcup-Rennen in der Geschichte der Girlen-Rennen kam am 2. Januar zur Austragung. 30'000 Besucher reisten an. Ein Schweizer Doppelsieg durch die Gebrüder Heini und Christian Hemmi machten den Erfolg für die Organisatoren komplett. 1993 folgte dann die 19. Auflage und gleichzeitig auch das allerletzte der Girlen-Rennen mit zwei Frauen-Slaloms.
Nicht zu verwechseln ist das LSAP-Gebiet Girlen mit dem Skilift Tanzboden oberhalb von Ebnat-Kappel. Diesen Skilift gibt es nach wie vor - dieser wird von ein paar Enthusiasten betrieben, sofern genügend Schnee liegt. Vor ein paar Jahren drohte allerdings auch hier ein Abbruch der Einzelanlage. Auf dem ersten Pistenplan sieht man zwar schwach den (möglichen) Verbindungsweg zwischen Girlen und Tanzboden - aber der Tanzboden ist nicht eingezeichnet. Der stand zwar schon zu dieser Zeit, aber damals kochte halt jeder Betreiber sein eigenes Süppchen. Da wollte man nicht auf noch der Konkurrenz eine Plattform bieten;-). Auf dem zweiten Pistenplan weiter unten ist etwas besser ersichtlich, dass die beiden Gebiete - Tanzboden und Girlen - zwar am gleichen Hang liegen, aber doch recht weit voneinander entfernt sind - und wohl nur mit erheblichem Aufwand erreicht werden konnten. Möglich war das nur vom Girlen-Gebiet zum Tanzboden, umgekehrt dürfte das ziemlich schwierig bis unmöglich gewesen sein.
Nachfolgend ein Pistenplan und der Anlagenstatus des LSAP-Gebiets Ebnat-Kappel - leider in schlechter Qualität, aber besser als gar nichts:


















