Nachdem ich heuer erstmals seit vielen Jahren nicht direkt über Ostern Skifahren war, geht es nun für ein verlängertes Wochenende eben nach Ostern noch einmal auf die Bretter.
Am Anreisetag fiel die Wahl wegen der kürzeren Fahrzeit und dem angekündigten "Schlechtwetter" (es war natürlich nicht schlecht, aber die anderen Tage sollen ja besser werden) auf Laax, da ich dann morgens ein paar Minuten mehr schlafen konnte und es nicht so weh tut, wenn man etwas früher vom Berg fährt, da das Angebot in Laax ja freundlich gesagt ausbaufähig ist, vor allem für den Preis von 87CHF, den die aktuell dreisterweise für das kleine Angebot immer noch aufrufen. Zum Glück musste ich das nicht zahlen, denn das wäre es mir definitiv nicht Wert gewesen.
Während im Tal schon der Frühling Einzug genommen hat sind die Verhältnisse am Berg nach wie vor gut. Die Schneelage dort ist ausreichend dick und man hätte ohne großen Aufwand noch viel mehr öffnen können. Das fande ich wirklich sehr schade und m.E. kann man bei dem oben genannten Tageskartenpreis auch einen (weitestgehenden) Vollbetrieb am Berg erwarten. Nicht, dass ganze Sektoren wie Masegn oder Vorab gesperrt waren, auch in den geöffneten Bereichen waren viele erreichbare Pisten geschlossen und machten auch den Anschein, dass sie diese nicht mehr herrichten würden. Namentlich betrifft dies z.B. die 13, 14 oder 25 und einige mehr. Auch das Masegn nicht offen war, ist nur schwerlich nachvollziehbar. Allein die Öffnung der Treis Palas-Sesselbahn würde mit sehr geringem Mehraufwand ein deutliches Plus an Quantität bringen.
Das der Grauberg-Sektor pistenmäßig nicht mehr befahrbar ist, ist angesichts der bereits laufenden Bauarbeiten für die weiteren Sektionen des Flem-Express nachvollziehbar.
Auf den Pisten lag am Morgen ein sehr dünner und bremsiger Schaum Neuschnee bis zu einer Höhe von in etwa Scansinas. Die Pisten waren in den oberen Lagen für die Verhältnisse gut präpariert. Die Zufahrten nach Plaun waren aber sehr schlecht präpariert und wurden somit über den Tag rasch schlechter.
Durch die hohen Temperaturen und die Hangausrichtung vieler Pisten wurden diese natürlich sulzig und zum Nachmittag hin auch sehr bremsig. Dennoch machte mir das durchaus Spaß. Positiv hervor heben möchte ich insbesondere die Pisten am Alp Dado-Sessel sowie die Siala Ost. Nicht überzeugen konnten hingegen Siala West und die 16.
Gerade am frühen Vormittag sowie am späteren Nachmittag war die Sicht teilweise sehr diffus. Das war schade.
Bezüglich des Andrangs fällt es mir schwer, den heutigen Tag einzuordnen. Sicherlich waren heute nicht all zu viele Menschen auf dem Berg. Durch das mickrige Angebot tummelten sich diese aber natürlich auf einer viel kleineren Fläche, als üblich. Am Vormittag war es daher zwar keineswegs voll, aber genauso wenig leer. Am Vormittag musste man z.B. sein Fahrbetriebsmittel stets mit mehreren Menschen teilen.
Am Nachmittag wurde es dann rasch sehr leer, sodass der Skispaß deutlich zunahm, da so die Pisten auch viel leerer wurden und man den vielen schlechten Skifahrern nicht ständig ausweichen oder deren komische Fahrmanöver vorhersagen musste.
Generell war das Publikum am Berg irgendwie schräg heute: Viele Norddeutsche, gar keine Süddeutsche, einige Holländer und Osteuropäer und nur ganz wenige Schweizer sowie das übliche Park-Publikum rund um den Crap Sogn Gion.
Gefallen:
Nicht gefallen:
Daher:
Bilder:
Da ich in Flims Waldhaus an der Bushaltestelle Caumasee (verhältnismäßig günstig) parkte, nahm ich den Bus nach Laax, von wo es dann mit einer gut gefüllten Pendelbahn direkt hoch auf den Crap Sogn Gion ging. Die Aussicht von dort ins Rheintal ist immer wieder schön.
Die völlig überteuerten Bergbahnparkplätze boykottiere ich selbstverständlich.
Die erste Abfahrt führte mich in Richtung Plaun. Die leichte Neuschneeauflage auf der Piste war zwar leicht bremsig, aber immerhin gleichmäßig
Weiter unten auf der Plaun-Abfahrt. Die Präparation war für die aktuellen Gegebenheiten in den oberen Bereichen ganz in Ordnung.
Piste unterhalb von Nagens. So leer sollte es hier immer sein, das wäre schön. Leider blieb das am Vormittag nicht lange so
Pistenstart bei der Mutta-Sesselbahn
Die 16 war im oberen Teil sehr unrund und vermochte nicht zu überzeugen
Unten heraus war sie aber tierisch gut
Auch die 15 war sehr gut. Hier der untere Teil der Abfahrt mit dem Blick auf Nagens
In Richtung Sogn Martin verschlechterte sich die Bodensicht leider zusehens
Blick vom Glarner-Abzweig nach Glarus
Auf der Siala West war im oberen Teil leider Blindflug angesagt
Wahrscheinlich auch bedingt durch die schlechte Sicht bildeten sich hier über den Tag doch größere Haufen, die gepaart mit der relativ schlechten Bodensicht den Spaß hier noch weiter minderten
Weiter unten auf der Siala West. Die Sichtverhältnisse wurden hier dann wieder spürbar besser
Die Rückbringerpiste von Sogn Martin nach Plaun war vor allem im unteren Teil (erwartbarerweise) nicht gerade berauschend
Abfahrt in Richtung Curnius im oberen Teil. Am Vormittag war die Abfahrt noch gut. Am Nachmittag im Prinzip auch, aber dadurch, dass der Schnee sehr bremsig wurde, wurde das Flachstück zu einer größeren Schiebeeinlage.
Abfahrt in Richtung Curnius
Am Hang oberhalb Curnius blieb wider Erwarten die große Haufenbildung aus
Blick vom Crap Sogn Gion in Richtung Alp Dado. Hier war (wie eigentlich immer) mit Abstand am meisten los.
Blick zur Alp Dado-Talstation. Auch hier blieb die rote Variante verblüffenderweise über den ganzen Tag hinweg in einem verhältnismäßig gutem Zustand. Die meisten Gäste nahmen aber auch die blaue Umfahrung.
Blick in Richtung Crap Sogn Gion mit seinen "wunderhübschen" Aufbauten.
Sehr, sehr gut waren die Pisten 50 und 51 am Alp Dado-Sessel
Ebenfalls gut war die Abfahrt von der Alp Dado in Richtung Curnius
Blick von der Alp Dado-Bergstation in die Weiße Arena
Die Pulverpiste erwischte ich leider bei meinen beiden Fahrten dort jeweils in einer Phase der schlechten Bodensicht. Deshalb kann ich hierfür kein völlig objektives Urteil bilden. Bei meinen beiden Fahrten war es aber (natürlich auch sichtbedingt) eher durchwachsen
Weiter unten auf der Pulverpiste
Gegen 11:30 Uhr war es dann im Bereich Nagens wie gewohnt furchtbar voll. Schade, dass das Skigebiet nur so eingeschränkt geöffnet ist, denn so können sich die sicherlich nicht all zu vielen Gäste nicht sehr gut verteilen.
Die Siala Ost war trotz schlechter Bodensicht sehr gut. Die Piste war hier sogar noch etwas pulvrig
Weiter unten auf der Siala Ost
Und noch weiter unten auf der Siala Ost. Links sieht man die leider abgängige Bergstation der Graubergbahn. Hoffen wir, dass die Bergbahnen den Flemexpress in der kommenden Saison auch an normal frequentierten Tagen einigermaßen im Griff haben und nicht nur an Tagen, an denen eh nix los ist, denn da braucht man die Bahn dann ja eh nicht...
Blick aus dem Alp Dado-Sessel zum leider unverständlicherweise geschlossenen Masegn-Sektor. Alleine die dortige KSB hätte das Gebiet mit den damit erschlossenen Varianten massiv aufgewertet. Leider sind die Bergbahnen hier aber eher wenig kundenorientiert und schröpfen diese viel lieber mit völlig überzogenen Ticketpreisen. Leider klappt das ja aber, denn die Leute - und ja, auch ich - kommen ja trotzdem. Ich persönlich gehe aber davon aus, das meine zukünftigen Besuche noch mehr abnehmen werden, denn eigentlich hat Laax unter der derzeitigen Führung keinen einzigen Rappen von mir verdient.
Am Nachmittag wurde es dann selbst im Alp Dado-Sektor spürbar leerer, fast gar schon tatsächlich leer
Herrliche Leere am Nachmittag in Richtung Plaun
Und auch in Richtung Curnius herrschte Leere. Auch die Winter-Frühling-Kontraste sind immer wieder schön
Um ca. 15:40 Uhr wagte ich mich dann in die Stretg. Am Einstieg warnte ein Schild vor sehr erschwerten Verhältnissen
Im oberen Teil ist sie aber natürlich top und tatsächlich noch nur wenig befahren
Und auch die üblichen Tragödienhänge sind heute keine
Lediglich die letzten Meter werden etwas schmaler. Der Reststreifen ist aber noch ausreichend breit und man kommt locker ohne Bodenkontakt durch. Die Abfahrt war somit viel besser, als befürchtet.
Ärgerlich ist aber, dass vom Pistenende ein paar Meter oberhalb der Talstation keine Matten in den befestigten Bereich ausgelegt wurden. So habe ich nun völlig verdreckte Skischuhe, aber irgendwie passt das auch zum Low-performer Laax.
Fazit:
Ja, auch heute werde ich mit Laax nicht war, auch wenn das hinsichtlich der Qualität der geöffneten Pisten durchaus ein guter Tag war, was ich an dieser Stelle durchaus lobend erwähnen möchte. Dennoch sind für mich in diesem Skigebiet mit riesigem Potential so viele Dinge unerklärlich schlecht. Die aktuelle Öffnungspolitik ist wirklich nicht gerade der Burner. Das Engadin hat (mit Ausnahme Zuoz) kompletten Vollbetrieb, in Davos herrscht in den beiden Hauptgebieten noch Vollbetrieb und auch in Andermatt ist mit Ausnahme der 30 noch alles offen. Hier fällt Laax schon deutlich ab, was dann den enorm hohen regulären Tageskartenpreis in keinster Weise rechtfertigt. Statt sich ständig sinnlose Schick-schnack-Investitionen auszudenken, wäre Dienst am Kunde sicherlich für die langfristige Kundenbindung sehr viel sinnvoller.
Aber lassen wir diese Grundsatzdiskussionen. Skitechnisch war das kleine Angebot grundsätzlich ganz gut, dennoch hätte Laax - wie eigentlich immer - sehr viel mehr aus sich machen können.
