Ja, leider ist das, was schon länger im Raum stand, eingetreten. Basierend darauf, wie in den letzten Jahren gewirtschaftet wurde, war es aber tatsächlich mehr als absehbar.
Der Geschäftsführer (und ehemaliger Kärntner Seilbahnobmann) hat bereits zwei andere Skigebiete, den Dobratsch und das Verditz, in den Sand gesetzt. Und auch hier wurde seit dem Bau der 3-KSB nicht mehr großartig investiert. Die 3-KSB, die ja einige Stützen der Vorgänger-DSB verwendet, war auch bereits die Sparvariante, denn es soll damals auch Überlegungen gegeben haben eine 4-KSB zu bauen. Auch beim Stole sollen der jetzige Schlepplift oder eine DSB im Gespräch gewesen sein. Ich habe den Eindruck gehabt, dass aus den Bergbahnen zu viel Kapital herausgezogen wurde, das in den guten Zeiten in den 90ern wieder investiert gehört hätte.
Ich erinnere mich noch vor 15-20 Jahren wurden von den Bergbahnen nicht nur alle (!) Skipisten hergerichtet, sondern auch die ziemlich lange Rodelbahn, als auch die Langlaufloipe im Tal gespurt. In den letzten Jahren wurde das Angebot immer weiter zurückgefahren. Am schwarzen Teil der Talabfahrt wurden die Lanzen abgebaut und präpariert wurde sie auch bei guter Schneelage nur selten und nicht täglich. Für die Loipe und die Rodelbahn hat die Marktgemeinde Arnoldstein im Jahr 2021
extra eine Pistenraupe angeschafft und die Präparation übernommen, sofern genug Schnee vorhanden war. Heuer war das leider nie der Fall, aber 2022/23 hatte es
genug Schnee.
Genau solch ein kleines Skigebiet wie das Dreiländereck sollte aber mit Abwechslung punkten. Es gibt einige Leute, die nicht nur Ski fahren, sondern auch einmal mit der Rodel ins Tal fahren wollen.
Anstelle dessen konnte man heuer aber Folgendes auf deren Website lesen:
Na, da fühlt man sich ja gleich sehr willkommen. Aber statt eine genervte Nachricht zu verfassen, weil vermutlich viele dieselbe Frage hinsichtlich Rodelmöglichkeiten gestellt haben, hätte man sich ja überlegen können, wie man daraus Geld macht. Es gäbe oben ja einige Möglichkeiten, wo man einen kleinen Rodelhügel anbieten könnte.
Dasselbe mit der Langlaufloipe: Als in dieser Saison in den Weihnachtsferien die Talabfahrt noch nicht ging, hat die Gemeinde eine
Höhenloipe gespurt. Finde ich eine gute Idee, um mehr Leute raufzubringen. Diese Loipe geht zwar in einem Stück auch über die Skipiste, aber mit ein wenig gutem Willen hätte man es auch geschafft, eine dauerhafte Loipe hinzubringen. Auf der Turracher Höhe oder am Dachstein Gletscher habe ich bisher auch noch von keinem Unfall zwischen Skifahrern und kreuzenden Langläufern gehört. In Filzmoos kann man auch sehen, wie gut so eine Höhenloipe angenommen werden kann.
Auch PR, Kommunikation und Social Media sind anscheinend nicht deren Stärke.
Auf
bergfex beschwert sich jemand über Steine auf der Talabfahrt an zwei Wochenenden Mitte Januar. Die Bergbahnen antworten folgendermaßen:
dreiländereck hat geschrieben:Die Talabfahrt war zu keinem Zeitpunkt mit Steinen übersät. [...] Daher können wir aus unseren oben genannten Gründen Ihre Kritik widerlegen.
Am zweiten der angesprochenend Wochenenden war ich ja auch
selbst oben und da habe ich meine aktuellen Ski gegen mein älteres Modell getauscht, weil es mir an manchen Stellen zu schottrig war. Anscheinend habe ich dieselbe "Fehlbeobachtung" gemacht wie der User "D.I.".
Außerdem gab es im Oktober 2022 eine Crowdfunding Kampagne
"Dreiländereck-Forever" (naja das "forever" hat ja schon mal nicht geklappt) für das Skigebiet bzw. genauer gesagt für ein neues Pistengerät:
https://pressreader.com/article/282243784518429.
Ich habe mir damals gedacht: Wenn sie mit dem neuen Pistengerät auch so umgehen wie mit den 3-4 alten Geräten, die prominent sichtbar an der Talstation im Freien standen und vor sich hin rosteten, dann ist es schade ums Geld, auch wenn man das Geld in Gutscheinen wieder zurückbekommt (oder nun vielleicht auch nicht mehr).
Auch andere Personen hatten ähnliche Bedenken, wenn man sich die paar Kommentare unter dem
Facebook-Post zur Kampagne ansieht. Ein paar Auszüge aus den Kommentaren:
Mario Schretter (Anm. laut Kommentaren ein ehemaliger Mitarbeiter) hat geschrieben:Alles recht und schön neues Pistengerät der umgang mit der Maschine und die Wartung sollte auch Voraussetzung sein. Was hilft es eine neue Maschine anzuschaffen wenn nicht darauf geschaut wird

Schade um das Ski Gebiet das sehr viel Potential hätte
Steven Shea (Anm. laut Kommentaren Mitarbeiter der Bergbahnen Gerlitzen und Einheimischer) hat geschrieben:Alles schön und gut aber ein neues Pistengerät ist das Letzte was das Dreiländereck braucht! Und Geld zu sammeln für ein Gerät welches in rund 5-6 Jahren nurnoch einen Bruchteil vom Kaufpreis wert ist, entspricht genau dem Gegenteil von Nachhaltigkeit und einer sinnvollen Investition. Abgesehen davon, dass es nicht mal eine Windenmaschine ist. Viel dringender wäre ein ordentliches Konzept und der erste Punkt sollte der Neubau bzw. dringend notwendige Ausbau der Beschneiungsanlage sein ! Gerade in Zeiten wie diesen, wo die Energie so teuer ist sollte man nicht mit Schneekanonen aus vergangen Zeiten, die teilweise das 2-3 fache an Strom verbrauchen(Arnoldstein die Klima e5 Gemeinde

) als modernere Geräte, herumspritzen

[...]
Ich bin ein absoluter Dreiländereck- Befürworter nur bin ich eben der Meinung, das Investitionen in anderen Bereichen sinnvoller und notwendiger wären.
Der
Betriebsleiter am Dreiländereck antwortete darauf:
Alfred Schitti (Anm. Nachname lautet Schittenkopf) hat geschrieben:Steven Shea das (sic!) unsere Beschneiungsanlage dem Stand der Technik entspricht ist wohl selbstsprechend.
Leider hat sich gezeigt, dass dieser "Stand der Technik" für diesen Winter nicht ausreichend war.
All diese Punkte, als auch die in
meinem Bericht angesprochenen Wartungsprobleme, erwecken bei mir den Eindruck, dass das Hauptproblem die Geschäftsführung und die Betriebsleitung war und ist.
Pläne für Downhill-Strecken für den Sommer sind, was ich so gehört habe, an den Grundbesitzern gescheitert. Aber ich denke, da könnte man dennoch das Thema "Dreiländereck" wesentlich besser ausschlachten.
Bereits in den letzten Jahren haben die Gemeinden durch Ankauf von Kinderskikarten für die Kinder ihrer Gemeinden den Betrieb unterstützt. Und anscheinend sind sie auch seit 2 Jahren auf der Suche nach Investoren. Das Bergrestaurant wurde bereits
modernisiert. Anscheinend dürfte da auch die im Tal ansässige Firma "Web-Stapler" involviert gewesen sein, denn deren Facebookseite wurde auch in ein paar Posts zum Dreiländereck erwähnt, wie
bspw. hier. Letztes Jahr dürfte die Investorengruppe aber wieder
abgesprungen sein.
Zum Schluss fasse ich kurz zusammen was in der
Kleinen Zeitung zur Zukunft geschrieben wird:
Wie es weitergeht ist unklar. Gespräche mit Investoren laufen, sind aber bisher erfolglos. Die Geschäftsführung war für eine Stellungnahme nicht erreichbar.