Nachdem aufgrund der Island-Reise (siehe viewtopic.php?t=3079) die Herbstsaison ausfliel, konnte ich aber immerhin knapp den Monat November in die Skistatistik retten
Die Wahl eines Skigebietes fiel nicht leicht. Aufgrund dessen, dass die Skiwelt einigermaßen auf dem Weg für meine weiteren Ziele liegt, fiel die Wahl darauf. Da ich heute Morgen - wie erwartet - sehr gut durchkam, startete ich den Skitag bereits um 08:00 Uhr in Ellmau (während Scheffau z.B. erst um 08:30 Uhr öffnet) und fuhr ab dort alles in der Skiwelt ab, was geöffnet war.
Die Skiwelt hatte dieses Wochenende einen außerplanmäßigen Frühstart mit einem ordentlichen Angebot am Berg mit allen Verbindungen zwischen den Kernskigebieten hingelegt. Toll, dass sie so flexibel sind, denn da steckt doch einiges dahinter (Beschneiung verteilen & präparieren, Liftbedienstete, Kassen, Pistenrettung, Marketing, etc.).
Ich erwartete heute aufgrund dessen, dass es wettermäßig in dieser Gegend der bessere Tag des Wochenende sein sollte, durchaus großen Andrang. Leider war es (am Vormittag) dann doch noch mehr Andrang, als erwartet. Insgeheim hoffte ich ja, dass nur jeder 2. Einheimische und jeder 4. Münchner kommt, es war dann aber doch jeder Einheimische und jeder 2. Münchner
Auf den Pisten war es am Morgen teilweise kriminell voll und auch an den Bahnen, insbesondere Almbahn, Kummereralmbahn und Aualmbahn sowie Kälbersalvenbahn lange Wartezeiten. Ab dem Mittag legte sich der Andrag aber, wie so oft, wenn viele Einheimische unterwegs sind, rasch und es wurde spürbar sehr viel leerer. Obwohl die Pisten am Nachmittag schon stellenweise deutlich gelitten hatten, machte es so plötzlich mehr Spaß, als am vollen Vormittag.
Das Publikum war generell sehr sonderbar heute. Es hatte zum Einen viele Einheimische mit entsprechend guten Skikenntnissen. Zum Anderen gab es aber auch sehr viele schwächere Skifahrer der "Bruda, was willsch du"-Fraktion. Vor allem auf den Pisten führt das zu unangenehmen Situationen, da man die "stehenden Hindernisse" nicht einfach so umfahren kann, da man parallel auch noch auf zahlreiche zügigere Skifahrer achten muss.
Das Wetter war überwiegend gut. In der Früh war es mehrheitlich sonnig und windstill. Ab den Nachmittag, insbesondere ab ca. 14:30 Uhr zogen leichte Wolken auf. Je nach Hangexposition konnte hier die Bodensicht auch mal etwas diffuser werden. Das war aber alles halb so wild.
Die Pisten waren in Ellmau am Morgen sehr gut präpariert. Das machte richtig Spaß. Dennoch merkte man, insbesondere je weiter man Richtung Westen kam, dass die Pisten - wie üblich am Saisonstart - noch sehr unruhig und von der härteren Seite waren. Über den Tag bildeten sich an einigen steileren Stellen ein paar harmlose Haufen und ein paar harmlose abgerutschtere Stellen.
Negativ hinsichtlich des Pistenzustands fiel - wie eigentlich immer - Söll auf. Die Hexen6er-Abfahrt fand ich, obwohl hart, richtig gut. Die übrigen Pisten im Teilgebiet, insbesondere die Talabfahrt und v.a. am Siller-Keat waren aber unter aller Sau. Der Eindruck, dass Söll es nicht kann oder will, hat sich hier mal wieder verstärkt, v.a. wenn man den direkten Vergleich mit Hopfgarten hat, die bekanntermaßen aufgrund der Hangausrichtung viel schwierigere Verhältnisse haben, und dort doch sehr gute Pisten vorfindet.
Gefallen:
Nicht gefallen:
Daher:
Bilder:
Herrliche Stimmung am Morgen ab der Bergstation der Hartkaiserbahn. Es juckt in den Füßen, wieder Ski zu fahren.
Die Pisten in Ellmau waren sehr gut präpariert und machten Spaß. Schön ist hier auch, dass die Bahn bereits vor 08:00 Uhr fuhr. Ich bin laut Skiline um 07:59 Uhr durch Drehkreuz und war bei weitem nicht der Erste.
Es war zwar "nur" die blaue Talabfahrt geöffnet, aber zu einem außerplanmäßigen Saisonstart ist allein das schon ein tolles Angebot. Die Talabfahrt war übrigens auch zum Betriebsschluss noch gut beieinander.
Herrlich auch die Landschaft mit den verschneiten Bäumen und dem Wilden Kaiser im Hintergrund
Weiter unten auf der Ellmauer Talabfahrt
Die direkte Abfahrt unter der Almbahn ist bereits grundpräpariert und dürfte nächste Woche öffnen. Die beiden bereits heute geöffneten Varianten waren in der Früh ebenfalls sehr gut.
In Richtung Ellmis6er war es natürlich schattiger. Die Bodensicht war aber stets gut
Blick zur Talstation des Ellmis6er
Schön finde ich in der Skiwelt auch stets die Abfahrt zum Kaiser"express". Wäre sie doch nur länger oder zumindest der Lift tatsächlich ein Express...
Ab ca. 09:00 Uhr wurde es rasch voller. Hier an der Almbahn kann man das Gewusel erahnen, wo unten die blaue auf die rote Piste trifft.
Blick vom Hartkaiser Richtung Eiberg
Die Abfahrt zur Köglbahn war sehr unruhig und lohnte nicht
Blick in den Talkessel Eiberg-/Osthangbahn. Von Scheffau (rechts) kamen ohne Unterlass Menschenmassen
Ausblick vom Eiberg in Richtung St. Johann i.T.
Nach einer miserablen Abfahrt zur Kummereralmbahn kam ich dort in eine verrückte Warteschlange. Unverständlich, dass die Bahn mit 3,5m/s vor sich hin kroch und die Liftler in ihrer Bude zusahen, wie oftmals Kapazität verschenkt wurde. Ich finde, das darf man schon erwarten, dass bei Wartezeiten die Liftler versuchen, die Plätze so gut es geht zu füllen.
Die schwarze Variante der Scheffauer Talabfahrt machte gegen ca. 10:00 Uhr Spaß. Entgegen dem interaktiven Pistenplan war die Talabfahrt aber nur bis zur Mittelstation geöffnet. Gut, dass ich bis Ellmau gefahren bin, denn ins Tal gondeln, wäre ja blöd gewesen.
Viel los auf der Osthangabfahrt
Abfahrt in Richtung Aualmbahn, wo es sich ebenfalls staute. Der untere Teil der Piste, wo alle drüber müssen, lies rasch nach. Der obere Teil der Piste, den man bei Wiederholungsfahrten befährt, blieb aber bis zu später Stunde hervorragend.
Während die Massen zur Kummereralmbahn strömten und dort dann offenbar die Hütte leerfrasen, lief die Muldenbahn (rechts) weitestgehend leer
Blick zum Zinsberg mit der Bergstation der recht neuen Kombibahn
Auf der Zinsbergabfahrt wuselte es wieder heftig. Die Kombibahn war heute "nur" als KSB unterwegs. Die EUB blieben in den Stationen. Bei dem Wetter würde eh niemand freiwillig EUB fahren
Ausblick über die Bergstation der Foischingbahn in Hopfgarten
Die Abfahrt dort war zwar recht gut, am Vormittag aber noch sehr (zu) voll.
Wesentlich besser war es schon am Morgen in Richtung Scherthannbahn. Die 24a war gut. kam aber an die 21c bei Weitem nicht ran.
Ausblick Bergstation Scherthannbahn
Oberaffengeil war der Hang der 21c oberhalb der Mittelstation Hopfgarten. Schön präpariert und leer lud dieser Hang zum Carven ein. Ich möchte an dieser Stelle die Hopfgartener Bergbahnen mal wieder loben. Für die Gegebenheiten, die die haben (pralle Südhänge) machen die einen bombastischen Job - ganz im Gegensatz zu den Söllern.
Die Kälbersalvenabfahrt hätte richtig gut getaugt, wenn sie nicht so voll gewesen wäre. Ab dem Abzweig zum Siller-Keat wurde es aber deutlich leerer.
Schlusshang der Kälbersalvenbahn mit Blick auf Hochbrixen.
Die Abfahrten am Sillerkeat waren allesamt und durch und durch miserabel. Hart, schlagig, unruhig - bäh. Die nostalgische Beschneiungsanlage in diesem Teil verstärkt den Unwillen oder die Unfähigkeit der Söller wahrscheinlich noch zusätzlich.
Hochsöll
Wider Erwarten war die Hexen6er-Abfahrt in Söll für meinen Geschmack aber gut, wenngleich sie doch sehr hart war. Mit frischen Kanten machte das aber viel Spaß.
Auch die Hans-im-Glück-Bahn fuhr ich heute mal
Die Talabfahrt nach Söll war aber wieder eine Zumutung. Die Talabfahrt Ellmau war selbst nach Betriebsschluss noch um Welten besser, als die Talabfahrt nach Söll am Mittag.
Blick über die Bergstation des Hexen6er in Richtung Wörgl
Die direkte Abfahrt an der Keatbahn war auch bestenfalls durchwachsen
Cool und spaßig war hingegen die Variante über die Stöckl-Sesselbahn
Blick auf Hochsöll
Wieder am Siller-Keat, den man aktuell ja leider in beide Richtungen zur Verbindung nutzen muss. Augen zu und durch...
Abfahrt zur Filzbodenbahn
Wieder am Zinsberg. Von Westen drückten Wolken, was aber erstmals nur für schöne Stimmungen sorgte
Nachdem es am Nachmittag auch auf der Zinsbergabfahrt leerer wurde, wurde es auch hier gleich spürbar besser
Blick aus der Scherthann-Bahn
Blick zur Talstation der Foischingbahn
Und vis-a-vis
Die Pisten im oberen Bereich der Skiwelt sind halt doch - so wie es diese Topografie hergibt - eher von kurzer Natur, aber durchaus nicht schlecht.
Schön in der Skiwelt ist ja auch stets die Gegenwart des Wilden Kaisers
Finale Abfahrt zur Almbahn.
Um kurz vor 16:00 Uhr war es dann im Gebiet sehr leer.
Fazit:
Heute war sicherlich kein herausragender, aber auch kein schlechter Tag. Grundsätzlich war das Angebot, das die Skiwelt aufgeboten hat sehr, sehr gut. Die Pisten waren für Vorsaison-Verhältnisse auch weitestgehend sehr in Ordnung und v.a. in Ellmau und in Hopfgarten gab es auch Pisten, die deutlich über der Durchschnittsqualität zu dieser Saisonzeit liegen.
Der größte Wehmutstropfen war aber natürlich der extreme Andrang am Vormittag. Das minderte den Spaß zu dieser Zeit enorm. Immer wieder finde ich es für mich spannend, wie sehr der Andrang auf die Qualität des Skitages schlägt, denn obwohl die Pisten am Nachmittag natürlich nachgelassen hatten, waren sie da dann deutlich besser, da leerer. Andererseits ist es ja auch schön, dass Engagement von Bergbahnen, früher und mit einem großen Angebot zu öffnen, offenbar von der Kundschaft wertgeschätzt und wahrgenommen wird (ich bin ja auch einer von denen).
Ungewohnt war natürlich für mich bei diesem Saisonstart auch, dass die üblichen Vorsaison-Tage, bei denen man mal nicht den ganzen Tag auf Gletschern rumrutscht ausfielen und es gleich richtig los ging, denn mit einer Dauer von 08:00 Uhr bis ca. 16:15 Uhr, 54 Liftfahrten und für Skiwelt-Verhältnisse immerhin 16.369hm war das dann doch gleich ein vollwertiger Skitag.
