Simmerberg | Wie viel Schnee braucht es wirklich?
Verfasst: 21.10.2025, 22:04
Februar 2025
Was braucht es eigentlich für einen Skitag? Einen Pistenplan? Beschneiung? Oder reicht vielleicht doch einfach eine Handbreit Neuschnee? An den Oberberglifte in Simmerberg hat man sich diese Frage offenbar selbst gestellt und beantwortet. Das Resultat ist Skibetrieb mit gerade einmal 10 Zentimetern Schnee. Und nein, es handelt sich hier nicht um zusammengeschobene Reste oder weisse Kunstschneestreifen. Hier wurde ausschliesslich das, was der Himmel gebracht hat, vorsichtig gewalzt und mit viel Fingerspitzengefühl in zwei fahrbare Abfahrten verwandelt. Und weil die Bedingungen es hergaben, wurde einer der beiden Schlepplifte kurzerhand in Betrieb genommen.
Das kleine Skigebiet am Ortsrand von Simmerberg besteht aus zwei Schleppliften, die an einem überschaubaren Nordhang mehrere Abfahrten erschliessen. Der längere der beiden Lifte stammt aus dem Hause Leitner und bringt es auf rund 420 Meter Länge bei 115 Höhenmetern. Seine Trasse führt im oberen Teil durch ein kleines Waldstück, was dem Lift einen eigenen Charakter verleiht. Doch weit interessanter ist die Tatsache, dass die Anlage mit einem Liftomat ausgestattet ist – einem mittlerweile raren Helferlein, das beim Anbügeln mechanisch unterstützt. Ein seltenes Überbleibsel aus einer Ära, in der selbst die Technik noch Charme hatte.
Daneben steht ein etwas kürzerer Schlepplift von Doppelmayr, der eine etwas kleinere offene Anhöhe bedient. Er misst etwa 390 Meter und überwindet dabei 80 Höhenmeter. Eine mittlerweile auf Langbügel umgerüstete Redundanz zum längeren Skilift daneben. An jenem Februarwochenende war ausschliesslich der kürzere der beiden Lifte in Betrieb. Verständlich, denn in das Waldstück der längeren Trasse war der Schnee erst gar nicht gefallen. So blieb der kultige Lift mit dem Liftomat an diesem Tag leider still. Schade, denn gerade diese Anlage ist nicht nur wegen ihrer spannenderen Trasse, sondern auch aus technikhistorischer Sicht eigentlich das Highlight des kleinen Gebiets. Aber man will ja nicht klagen, schliesslich ist es bemerkenswert genug, dass hier überhaupt Skibetrieb angeboten wurde. Wer bei so dünner Schneelage eine fahrbare Piste hinzaubert, verdient ausschliesslich Dank und Respekt.
An der Talstation sorgt ein Kiosk für das leibliche Wohl und ein kleiner Seillift komplettiert das Liftangebot für die jüngsten Wintersportler. Insgesamt ist Simmerberg ein Skigebiet für Familien aus der Umgebung. Ideal, um den Jüngsten den Skisport quasi vor der Haustüre näherzubringen. Für alle anderen lohnt sich ein Besuch eigentlich nur dann, wenn auch der lange Lift mit dem Liftomat läuft. Ein Blick in die Chronik des Skigebietes zeigt zudem, dass es in den letzten zwei Jahrzehnten bereits einige Winter ohne Betrieb gegeben hat. So ist es nicht verwunderlich, ist man hier geübt, mit dem wenigen klarzukommen und das Beste draus zu machen. In Simmerberg reichen eben schon zehn Zentimeter und ein bisschen Idealismus.
Pistenplan Simmerberg
Ich hoffe dieser kleine Bericht aus dem Allgäu gefällt!
Was braucht es eigentlich für einen Skitag? Einen Pistenplan? Beschneiung? Oder reicht vielleicht doch einfach eine Handbreit Neuschnee? An den Oberberglifte in Simmerberg hat man sich diese Frage offenbar selbst gestellt und beantwortet. Das Resultat ist Skibetrieb mit gerade einmal 10 Zentimetern Schnee. Und nein, es handelt sich hier nicht um zusammengeschobene Reste oder weisse Kunstschneestreifen. Hier wurde ausschliesslich das, was der Himmel gebracht hat, vorsichtig gewalzt und mit viel Fingerspitzengefühl in zwei fahrbare Abfahrten verwandelt. Und weil die Bedingungen es hergaben, wurde einer der beiden Schlepplifte kurzerhand in Betrieb genommen.
Das kleine Skigebiet am Ortsrand von Simmerberg besteht aus zwei Schleppliften, die an einem überschaubaren Nordhang mehrere Abfahrten erschliessen. Der längere der beiden Lifte stammt aus dem Hause Leitner und bringt es auf rund 420 Meter Länge bei 115 Höhenmetern. Seine Trasse führt im oberen Teil durch ein kleines Waldstück, was dem Lift einen eigenen Charakter verleiht. Doch weit interessanter ist die Tatsache, dass die Anlage mit einem Liftomat ausgestattet ist – einem mittlerweile raren Helferlein, das beim Anbügeln mechanisch unterstützt. Ein seltenes Überbleibsel aus einer Ära, in der selbst die Technik noch Charme hatte.
Daneben steht ein etwas kürzerer Schlepplift von Doppelmayr, der eine etwas kleinere offene Anhöhe bedient. Er misst etwa 390 Meter und überwindet dabei 80 Höhenmeter. Eine mittlerweile auf Langbügel umgerüstete Redundanz zum längeren Skilift daneben. An jenem Februarwochenende war ausschliesslich der kürzere der beiden Lifte in Betrieb. Verständlich, denn in das Waldstück der längeren Trasse war der Schnee erst gar nicht gefallen. So blieb der kultige Lift mit dem Liftomat an diesem Tag leider still. Schade, denn gerade diese Anlage ist nicht nur wegen ihrer spannenderen Trasse, sondern auch aus technikhistorischer Sicht eigentlich das Highlight des kleinen Gebiets. Aber man will ja nicht klagen, schliesslich ist es bemerkenswert genug, dass hier überhaupt Skibetrieb angeboten wurde. Wer bei so dünner Schneelage eine fahrbare Piste hinzaubert, verdient ausschliesslich Dank und Respekt.
An der Talstation sorgt ein Kiosk für das leibliche Wohl und ein kleiner Seillift komplettiert das Liftangebot für die jüngsten Wintersportler. Insgesamt ist Simmerberg ein Skigebiet für Familien aus der Umgebung. Ideal, um den Jüngsten den Skisport quasi vor der Haustüre näherzubringen. Für alle anderen lohnt sich ein Besuch eigentlich nur dann, wenn auch der lange Lift mit dem Liftomat läuft. Ein Blick in die Chronik des Skigebietes zeigt zudem, dass es in den letzten zwei Jahrzehnten bereits einige Winter ohne Betrieb gegeben hat. So ist es nicht verwunderlich, ist man hier geübt, mit dem wenigen klarzukommen und das Beste draus zu machen. In Simmerberg reichen eben schon zehn Zentimeter und ein bisschen Idealismus.
Pistenplan Simmerberg
Ich hoffe dieser kleine Bericht aus dem Allgäu gefällt!