🇷🇴Transfăgărășan: Bären, Schnee und viele Kurven
Verfasst: 06.10.2025, 15:06
Ich war in den letzten 2 Wochen gemeinsam mit meiner Freundin in Rumänien unterwegs.
Eigentlich hatten wir Sonne, 25 Grad, ein bisschen Meer und ein bisschen Berge erwartet, als wir uns nach Rumänien auf den Weg gemacht haben, doch anstelle unseres typischen gemeinsamen Sommerurlaubs bekamen wir Schneefall unter 1000 Metern und einen Winterurlaub mitten im September. An einem Ort lag aber besonders viel Schnee, nämlich an der Transfăgărășan. Jeder, der einmal in Rumänien Urlaub gemacht hat, dürfte diese Straße ein Begriff sein, denn sie ist bei einem längeren Aufenthalt in Rumänien, genauso ein Must-Visit, wie das Dracula Schloss (Schloss Bran) oder das Peleș Castle. Sie dürfte wahrscheinlich auch die einzige Passstraße in Europa sein, auf welcher man eine Garantie auf Bärensichtung hat, jedoch auch die Natur rund um die Passstraße kann sich mehr als sehen lassen. Dies und der Fakt, dass Rumänien nicht sehr präsent in diesem Forum ist, überzeugt mich, dass mein Bericht ein Mehrwert darstellen wird.
Zur Straße selbst:
Die Transfăgărășan quert die Karpaten von Süden nach Norden im höchsten Abschnitt des Gebirgszugs. Die Passhöhe liegt auf 2042m und an der Passhöhe liegt der Karsee Lac Balea. Die Straße ist zwischen 90-120km lang, da ist es einfach Definitionssache, wo man den Beginn der Straße ansetzt. Für mich fängt sie am ersten Schild in Argisch in der Walachei an und endet in Oberkerz (Cârțișoara) in Siebenbürgen, das macht dann 115km. Also eine sehr beachtliche Länge, welche man in den Alpen nur selten antrifft. Von Süden aus zieht sich die Straße zuerst durch einige Dörfer und lange entlang des Stausees Vidraru, der südliche Abschnitt wird dann nur auf den letzten paar km wirklich steil. Die nördliche Seite ist im Allgemeinen deutlich steiler und von der Länge daher erheblich kürzer.
Bericht:
Wir haben uns am Dienstag, 30.09 auf den Weg zur Transfăgărășan gemacht, der Wetterbericht für die Woche war eher durchwachsen, tatsächlich sollte aber genau an diesem Dienstag das Wetter noch am besten werden. Wir haben die Nacht in Câmpulung verbracht und uns gegen kurz vor 9 auf den Weg nach Argisch gemacht. Die Straße zwischen den beiden Orten war wahrscheinlich die schlechteste im ganzen Urlaub und daher waren wir sehr froh, als wir Argisch erreicht haben. Doch eine Sache verursachte uns schon den ganzen Tag Bauchschmerzen, denn ursprünglich sollte es in den Morgenstunden aufhören zu schneien und das Wetter wechseln, jedoch war es auf der Webcam nebelig und es schneite und schneite… Alle 20 min. checkten wir die Webcam und es wurde nicht besser. Es kamen uns immer mehr Zweifel, ob die Straße heute überhaupt befahrbar ist. Wir hatten zwar Winterreifen, doch wir wussten nicht, ob die Straße überhaupt geräumt ist, da sie eigentlich ausschließlich eine Touristenattraktion ist und für den Transit irrelevant ist.
Nach einer Krisensitzung um 11 Uhr in Argisch entschieden wir uns dann dennoch dafür, einfach mal draufloszufahren. Schnell passierten wir die ersten Schilder, welche alle besagten, dass die Straße geöffnet ist. Dies gab uns immer mehr Hoffnung, dass es heute doch klappen könnte. Das Wetter in Argisch war perfekt. Kaum zu glauben, dass es dort oben schneien sollte. Direkt, nachdem wir die Dörfer hinter uns gelassen haben, fängt die Straße an steil zu werden und Schilder, die vor Bären warnen, stehen plötzlich überall. Das erste Highlight der Straße ist dann die Staumauer Vidraru. Oberhalb der Staumauer gibt es auch eine Aussichtsplattform, welche durch einen Metallzaun und einen weiteren Elektrozaun vor Bären geschützt ist. Bei diesen ganzen Sicherheitsmaßnahmen und den wirklich hunderten Schildern hatten wir große Hoffnung heute noch Bären sehen zu können, doch wir fuhren weiter und weiter den See entlang und obwohl wir akribisch Ausschau nach unseren braunen Freunden hielten, konnten wir keinen finden.
Als die Frustration auf ihrem Höhepunkt war saß dann plötzlich der erste Urs (Bär auf rumänisch, finde ich einen großartigen Namen) hinter der Leitplanke. Dank der rumänischen Fahrkultur kann man fast jederzeit mitten auf der Straße anhalten, solange man den Warnblinker betätigt. Nach gerade mal 500 m wartete dann schon der nächste, etwas kleinere Urs auf uns. Dieser hatte sich nicht hinter einer Leitplanke versteckt und so konnten wir nun auch einen Urs in seiner vollen Pracht erleben. Nur einige Minuten später stießen wir auf Urs Nummer 3, ich glaube bei ihm reicht es, wenn ich die Bilder sprechen lasse.
Die weitere Fahrt und der weitere Urlaub waren dann Ursi frei und so schlängelten wir uns langsam, aber sicher der Schneefallgrenze und der Passhöhe entgegen. Auf der Passhöhe werden Nord und Südseite per Tunnel verbunden. Nach einer langen und beeindruckenden Fahrt haben wir nun also die Passhöhe erreicht. Oben lagen 15-20 Zentimeter Schnee auf den Parkplätzen doch zu unserem Glück wurde die Straße geräumt. Da die Parkplätze nicht geräumt werden, mussten wir uns dann einfach irgendwo hinstellen, aber da es jedem so ging war das kein Problem. Oben schneite es ab und zu nochmal leicht und es war recht nebelig aber dennoch deutlich besser als wir es vor einigen Stunden noch erwartet hatten. Wir aßen noch einen Mais, was in Rumänien einfach dazugehört, schlugen uns durch die Weihnachtsmarktartigen Touriläden und machten einige Bilder. Dann ging es für uns schon wieder nach unten in Richtung Sibiu. Die Rückfahrt war bis auf das spektakuläre Panorama recht ereignislos, also keine Ursi-Sichtung mehr.
Ich hoffe, du hattest Spaß beim Lesen und vielleicht konnte ich dich ermutigen Rumänien auf die Liste deiner nächsten Reiseziele zu setzen. Die Straße zwischen Câmpulung und Argisch. Es ist wirklich ein Wunder, dass nicht alle Rumänen in der Gegend gebrochene Achsen haben Landschaftlich aber durchaus ganz nett. Tiere auf der Straße dürfen bei einem Bericht aus Rumänien auch nicht fehlen. So sah es den ganzen Vormittag auf der Webcam aus. Ungemütlich Blick von einem Dorf kurz hinter Argisch in Richtung Transfăgărășan Bei unserer Pause erblickte ich plötzlich das im Garten.... Warum auch immer das da liegt... Es war der Garten eines Privathauses Ein Dracula Schloss darf natürlich auch nicht fehlen. Dies ist aber nur ein billiger Neubau um ein paar Touristen anzuziehen, da hätte man sich etwas mehr Mühe geben können. Blick vom Staudamm in Richtung Süden Statue? Urs Nummer 1 Urs Nummer 2 Urs Nummer 3 Jagt auf Problembären, aufgrund von Fütterung von Touristen. Langsam wird es kälter Blick in Richtung Süden (Walachei) Das letzte Stück des südlichen Teils der Straße. Im Bild kann man den Tunnel Eingang erahnen. Lac Balea Blick in Richtung Siebenbürgen In Sibiu haben wir den Tag ausklingen lassen
Eigentlich hatten wir Sonne, 25 Grad, ein bisschen Meer und ein bisschen Berge erwartet, als wir uns nach Rumänien auf den Weg gemacht haben, doch anstelle unseres typischen gemeinsamen Sommerurlaubs bekamen wir Schneefall unter 1000 Metern und einen Winterurlaub mitten im September. An einem Ort lag aber besonders viel Schnee, nämlich an der Transfăgărășan. Jeder, der einmal in Rumänien Urlaub gemacht hat, dürfte diese Straße ein Begriff sein, denn sie ist bei einem längeren Aufenthalt in Rumänien, genauso ein Must-Visit, wie das Dracula Schloss (Schloss Bran) oder das Peleș Castle. Sie dürfte wahrscheinlich auch die einzige Passstraße in Europa sein, auf welcher man eine Garantie auf Bärensichtung hat, jedoch auch die Natur rund um die Passstraße kann sich mehr als sehen lassen. Dies und der Fakt, dass Rumänien nicht sehr präsent in diesem Forum ist, überzeugt mich, dass mein Bericht ein Mehrwert darstellen wird.
Zur Straße selbst:
Die Transfăgărășan quert die Karpaten von Süden nach Norden im höchsten Abschnitt des Gebirgszugs. Die Passhöhe liegt auf 2042m und an der Passhöhe liegt der Karsee Lac Balea. Die Straße ist zwischen 90-120km lang, da ist es einfach Definitionssache, wo man den Beginn der Straße ansetzt. Für mich fängt sie am ersten Schild in Argisch in der Walachei an und endet in Oberkerz (Cârțișoara) in Siebenbürgen, das macht dann 115km. Also eine sehr beachtliche Länge, welche man in den Alpen nur selten antrifft. Von Süden aus zieht sich die Straße zuerst durch einige Dörfer und lange entlang des Stausees Vidraru, der südliche Abschnitt wird dann nur auf den letzten paar km wirklich steil. Die nördliche Seite ist im Allgemeinen deutlich steiler und von der Länge daher erheblich kürzer.
Bericht:
Wir haben uns am Dienstag, 30.09 auf den Weg zur Transfăgărășan gemacht, der Wetterbericht für die Woche war eher durchwachsen, tatsächlich sollte aber genau an diesem Dienstag das Wetter noch am besten werden. Wir haben die Nacht in Câmpulung verbracht und uns gegen kurz vor 9 auf den Weg nach Argisch gemacht. Die Straße zwischen den beiden Orten war wahrscheinlich die schlechteste im ganzen Urlaub und daher waren wir sehr froh, als wir Argisch erreicht haben. Doch eine Sache verursachte uns schon den ganzen Tag Bauchschmerzen, denn ursprünglich sollte es in den Morgenstunden aufhören zu schneien und das Wetter wechseln, jedoch war es auf der Webcam nebelig und es schneite und schneite… Alle 20 min. checkten wir die Webcam und es wurde nicht besser. Es kamen uns immer mehr Zweifel, ob die Straße heute überhaupt befahrbar ist. Wir hatten zwar Winterreifen, doch wir wussten nicht, ob die Straße überhaupt geräumt ist, da sie eigentlich ausschließlich eine Touristenattraktion ist und für den Transit irrelevant ist.
Nach einer Krisensitzung um 11 Uhr in Argisch entschieden wir uns dann dennoch dafür, einfach mal draufloszufahren. Schnell passierten wir die ersten Schilder, welche alle besagten, dass die Straße geöffnet ist. Dies gab uns immer mehr Hoffnung, dass es heute doch klappen könnte. Das Wetter in Argisch war perfekt. Kaum zu glauben, dass es dort oben schneien sollte. Direkt, nachdem wir die Dörfer hinter uns gelassen haben, fängt die Straße an steil zu werden und Schilder, die vor Bären warnen, stehen plötzlich überall. Das erste Highlight der Straße ist dann die Staumauer Vidraru. Oberhalb der Staumauer gibt es auch eine Aussichtsplattform, welche durch einen Metallzaun und einen weiteren Elektrozaun vor Bären geschützt ist. Bei diesen ganzen Sicherheitsmaßnahmen und den wirklich hunderten Schildern hatten wir große Hoffnung heute noch Bären sehen zu können, doch wir fuhren weiter und weiter den See entlang und obwohl wir akribisch Ausschau nach unseren braunen Freunden hielten, konnten wir keinen finden.
Als die Frustration auf ihrem Höhepunkt war saß dann plötzlich der erste Urs (Bär auf rumänisch, finde ich einen großartigen Namen) hinter der Leitplanke. Dank der rumänischen Fahrkultur kann man fast jederzeit mitten auf der Straße anhalten, solange man den Warnblinker betätigt. Nach gerade mal 500 m wartete dann schon der nächste, etwas kleinere Urs auf uns. Dieser hatte sich nicht hinter einer Leitplanke versteckt und so konnten wir nun auch einen Urs in seiner vollen Pracht erleben. Nur einige Minuten später stießen wir auf Urs Nummer 3, ich glaube bei ihm reicht es, wenn ich die Bilder sprechen lasse.
Die weitere Fahrt und der weitere Urlaub waren dann Ursi frei und so schlängelten wir uns langsam, aber sicher der Schneefallgrenze und der Passhöhe entgegen. Auf der Passhöhe werden Nord und Südseite per Tunnel verbunden. Nach einer langen und beeindruckenden Fahrt haben wir nun also die Passhöhe erreicht. Oben lagen 15-20 Zentimeter Schnee auf den Parkplätzen doch zu unserem Glück wurde die Straße geräumt. Da die Parkplätze nicht geräumt werden, mussten wir uns dann einfach irgendwo hinstellen, aber da es jedem so ging war das kein Problem. Oben schneite es ab und zu nochmal leicht und es war recht nebelig aber dennoch deutlich besser als wir es vor einigen Stunden noch erwartet hatten. Wir aßen noch einen Mais, was in Rumänien einfach dazugehört, schlugen uns durch die Weihnachtsmarktartigen Touriläden und machten einige Bilder. Dann ging es für uns schon wieder nach unten in Richtung Sibiu. Die Rückfahrt war bis auf das spektakuläre Panorama recht ereignislos, also keine Ursi-Sichtung mehr.
Ich hoffe, du hattest Spaß beim Lesen und vielleicht konnte ich dich ermutigen Rumänien auf die Liste deiner nächsten Reiseziele zu setzen. Die Straße zwischen Câmpulung und Argisch. Es ist wirklich ein Wunder, dass nicht alle Rumänen in der Gegend gebrochene Achsen haben Landschaftlich aber durchaus ganz nett. Tiere auf der Straße dürfen bei einem Bericht aus Rumänien auch nicht fehlen. So sah es den ganzen Vormittag auf der Webcam aus. Ungemütlich Blick von einem Dorf kurz hinter Argisch in Richtung Transfăgărășan Bei unserer Pause erblickte ich plötzlich das im Garten.... Warum auch immer das da liegt... Es war der Garten eines Privathauses Ein Dracula Schloss darf natürlich auch nicht fehlen. Dies ist aber nur ein billiger Neubau um ein paar Touristen anzuziehen, da hätte man sich etwas mehr Mühe geben können. Blick vom Staudamm in Richtung Süden Statue? Urs Nummer 1 Urs Nummer 2 Urs Nummer 3 Jagt auf Problembären, aufgrund von Fütterung von Touristen. Langsam wird es kälter Blick in Richtung Süden (Walachei) Das letzte Stück des südlichen Teils der Straße. Im Bild kann man den Tunnel Eingang erahnen. Lac Balea Blick in Richtung Siebenbürgen In Sibiu haben wir den Tag ausklingen lassen