Eigentlich war der Plan ein anderer. Die Weihnachtsfeiertage zu Hause verbringen, einmal verzichten, die Ski stehen lassen. Die Berichte im Forum machen wenig Hoffnung auf echte Winterwundertage. Und doch, wie es halt ist als Alpinfan. Wenn es ums Skifahren geht, setzt bald dieses innere Reissen ein, und Vernunft sowie Verzicht rutschen langsam in den Hintergrund. Also doch, auf Richtung Flumserberge. Mal schauen, wie schlimm es wirklich wird.
Die Anfahrt verläuft erstaunlich entspannt, nichts deutet auf einen Grosskampftag hin. Ein kleiner Funken Hoffnung keimt auf. In Unterterzen stehe ich zu Betriebsbeginn auf dem Parkplatz, zweite Reihe, was fast schon ungewöhnlich wirkt. Von dort geht es direkt weiter, mit einer eigenen Gondel hinauf ins Skigebiet. Ruhig, fast schon irritierend ruhig.
Oben angekommen folgt dann der Realitätscheck. Vieles ist noch geschlossen. Panuöl nur für Fussgänger, Leist zu, auch die Talabfahrt nach Tannenboden bleibt geschlossen. Unten auf der Tannenbodenalp stehen alle Kindskilifte still. Links und rechts der offenen Pisten zeigt sich deutlich, wie angespannt die Lage ist. Abseits der Präparierung ist vom Winter nicht viel übrig.
Und trotzdem. Die Pisten, die offen sind, präsentieren sich in erstaunlich gutem Zustand. Weitgehend steinfrei, sauber präpariert. Aber sie sind schmal, teils bandartig und ganz klar nicht für jene Massen gedacht, die man an einem Weihnachtstag erwarten könnte. Eine fragile Situation, die im Moment noch funktioniert. Mal schauen, wie lange.
Edit 10:15 Uhr: Während die Piste am sonnigen Achtersessel voller wird, wird es dort auch etwas ungemütlicher. Am Sessel selbst muss man inzwischen zwei bis drei Sessel warten.
Gleichzeitig drehen im restlichen Gebiet die Anlagen weitestgehend leer ihre Runden und es läuft alles erstaunlich entspannt. Die Ängste vor Dichtestress und Menschenmassen bestätigen sich damit noch nicht. Deshalb macht es weiterhin viel Spass.
Edit 12.15 Uhr: An der einzigen Talabfahrt herrscht inzwischen ein ziemliches Gewusel, wahrlich kein Genuss. Ansonsten ist es aber nicht mehr voller geworden, im Gegenteil, es beruhigt sich schon fast wieder. Offenbar gibt es hier doch einige Vormittagsfahrer.
Auf den Pisten zeigen sich nun die Spuren des Tages. Sie sind deutlich abgerutscht, mit leichter Haufenbildung und einzelnen eisigen Stellen. Ich werde den Skitag wohl auch etwas früher beenden und mich danach den familiären Verpflichtungen widmen. Aber schön war es und es hat sich gelohnt.