Skilift Urnäsch | Das Skigebiet mit Tradition
Verfasst: 30.08.2025, 15:12
Januar 2024
Der Skilift Urnäsch gehört zu den traditionsreichsten Anlagen der Ostschweiz. Bereits 1944, mitten im Zweiten Weltkrieg, wurde hier auf Initiative von sechs Urnäscher Pionieren der erste Skilift der Ostschweiz errichtet. Die Gründung der Skilift Urnäsch AG war der Startschuss für ein Projekt, das bis heute Bestand hat. Das historische Werbeplakat "Skilift Urnäsch am Säntis" erinnert noch immer an diesen frühen Pioniergeist. In den folgenden Jahrzehnten entwickelte sich das Gebiet weiter. Der Skilift selbst wurde umgebaut und modernisiert und bereits in den 1970er-Jahren wurde eine Beschneiungsanlage installiert, was überregionale Aufmerksamkeit weckte. 1978 reiste eine Delegation aus Savognin an, um sich über die Technik zu informieren. Neben dem Skilift existierten früher auch eine Sprungschanze und Langlaufloipen, was auf ein einst breites Wintersportangebot im Dorf hinweist. Heute ist davon nur noch der Skibetrieb am Osteregg-Hang übrig geblieben sowie das Bergrestaurant Osteregg, welches zur Skilift AG gehört und ganzjährig betrieben wird.
Das Skigebiet selbst besteht heute aus dem rund 800 Meter langen Schlepplift mit seinen 230 Höhenmetern sowie einem Kinderland für Anfänger. Der Hauptlift ist grösstenteils durch den Wald trassiert, ebenso die einzige rote Skiabfahrt, die sich im unteren Bereich in zwei kurze Varianten aufteilt. Eine zusätzliche Skiroute führt in einem weiteren Bogen zurück zur Talstation. Unterhalb des Skilifts befindet sich der Seillift welcher gleichzeitig als Zubringer vom Parkplatz zur eigentlichen Talstation dient. Wie so oft bei älteren Anlagen liegt diese etwas hangaufwärts.
Der Skibetrieb erfolgt nur noch bei genügender Naturschneelage und in den letzten Jahren zeigte sich deutlich, wie abhängig das Gebiet vom Schnee ist. Von einer einstigen Beschneiungsanlage ist heute nichts mehr zu sehen. Die Saison 2022/23 fiel komplett aus. Im Winter 2023/24 konnte an zwölf Tagen Betrieb angeboten werden. Man nutzt mittlerweile wohl jede Möglichkeit, um bei ausreichend Schnee zu öffnen. Wobei ausreichend ein gutes Stichwort für unseren Besuch war. Zwar präsentierte sich die Osteregg optisch als Winterwunderland, doch die Pistenverhältnisse wurden selbst dem Begriff ausreichend gerade so gerecht. Die Schneedecke war dünn, stellenweise durchzogen von Grasnarben und Schotterinseln. Dies zeigte sich später in Form mehrerer Kratzer im Belag, die wir als Souvenir mit nach Hause nahmen. Wir waren an diesem Vormittag die einzigen Gäste am Skilift und das Personal fragte irgendwann mit etwas verlegenem Ton, ob es denn sehr schlimm sei oder ob man noch ohne Feindkontakt runterkomme. Unsere diplomatische Antwort war, dass ein Kratzer zu verkraften sei und wir dankbar seien, dass sie den Lift überhaupt laufen lassen. Da strahlten die beiden Herren am Skilift über beide Backen.
Trotz der schwierigen Bedingungen ist der Rückhalt im Dorf gross. Rund 500 Aktionäre, etwa 80 Bügelpaten sowie zahlreiche freiwillige Helfer tragen den Betrieb mit. Die technische Infrastruktur wurde laufend angepasst, zuletzt mit einer neuen Videoüberwachung an der Bergstation. Die Betriebserlaubnis für den Skilift wurde sogar bis 2034 verlängert. Für die Zukunft wird ein Sommerbetrieb geprüft. Seit 2021 laufen Vorabklärungen für einen Bike-Trail entlang des Skilifthangs. Erste Tests verliefen erfolgreich und ein Lifttransport mit Bikes ist technisch möglich. Der Verwaltungsrat verfolgt das Projekt trotz möglicher Einsprachen weiter. Rechtliche und planerische Abklärungen sind im Gang aber ein Baugesuch liegt noch nicht vor. Urnäsch bleibt damit ein Beispiel für den Versuch, historische Substanz mit neuen Ideen zu verbinden. Getragen von lokaler Unterstützung und dem Willen, den nostalgischen Skilift auch über den Winter hinaus zu erhalten. Es ist wirklich zu hoffen, dass dieses Schmuckstück in der Ostschweiz uns noch viele Jahren erhalten bleibt.
Pistenplan Skilift Urnäsch
Wer also einmal im Winter durchs Appenzellerland fährt und sieht, dass der Lift läuft, dem sei ein Zwischenstop wärmstens empfohlen. Allenfalls mit dem Zweitmaterial, aber ganz bestimmt mit etwas Zeit und Sinn für das Besondere.
Der Skilift Urnäsch gehört zu den traditionsreichsten Anlagen der Ostschweiz. Bereits 1944, mitten im Zweiten Weltkrieg, wurde hier auf Initiative von sechs Urnäscher Pionieren der erste Skilift der Ostschweiz errichtet. Die Gründung der Skilift Urnäsch AG war der Startschuss für ein Projekt, das bis heute Bestand hat. Das historische Werbeplakat "Skilift Urnäsch am Säntis" erinnert noch immer an diesen frühen Pioniergeist. In den folgenden Jahrzehnten entwickelte sich das Gebiet weiter. Der Skilift selbst wurde umgebaut und modernisiert und bereits in den 1970er-Jahren wurde eine Beschneiungsanlage installiert, was überregionale Aufmerksamkeit weckte. 1978 reiste eine Delegation aus Savognin an, um sich über die Technik zu informieren. Neben dem Skilift existierten früher auch eine Sprungschanze und Langlaufloipen, was auf ein einst breites Wintersportangebot im Dorf hinweist. Heute ist davon nur noch der Skibetrieb am Osteregg-Hang übrig geblieben sowie das Bergrestaurant Osteregg, welches zur Skilift AG gehört und ganzjährig betrieben wird.
Das Skigebiet selbst besteht heute aus dem rund 800 Meter langen Schlepplift mit seinen 230 Höhenmetern sowie einem Kinderland für Anfänger. Der Hauptlift ist grösstenteils durch den Wald trassiert, ebenso die einzige rote Skiabfahrt, die sich im unteren Bereich in zwei kurze Varianten aufteilt. Eine zusätzliche Skiroute führt in einem weiteren Bogen zurück zur Talstation. Unterhalb des Skilifts befindet sich der Seillift welcher gleichzeitig als Zubringer vom Parkplatz zur eigentlichen Talstation dient. Wie so oft bei älteren Anlagen liegt diese etwas hangaufwärts.
Der Skibetrieb erfolgt nur noch bei genügender Naturschneelage und in den letzten Jahren zeigte sich deutlich, wie abhängig das Gebiet vom Schnee ist. Von einer einstigen Beschneiungsanlage ist heute nichts mehr zu sehen. Die Saison 2022/23 fiel komplett aus. Im Winter 2023/24 konnte an zwölf Tagen Betrieb angeboten werden. Man nutzt mittlerweile wohl jede Möglichkeit, um bei ausreichend Schnee zu öffnen. Wobei ausreichend ein gutes Stichwort für unseren Besuch war. Zwar präsentierte sich die Osteregg optisch als Winterwunderland, doch die Pistenverhältnisse wurden selbst dem Begriff ausreichend gerade so gerecht. Die Schneedecke war dünn, stellenweise durchzogen von Grasnarben und Schotterinseln. Dies zeigte sich später in Form mehrerer Kratzer im Belag, die wir als Souvenir mit nach Hause nahmen. Wir waren an diesem Vormittag die einzigen Gäste am Skilift und das Personal fragte irgendwann mit etwas verlegenem Ton, ob es denn sehr schlimm sei oder ob man noch ohne Feindkontakt runterkomme. Unsere diplomatische Antwort war, dass ein Kratzer zu verkraften sei und wir dankbar seien, dass sie den Lift überhaupt laufen lassen. Da strahlten die beiden Herren am Skilift über beide Backen.
Trotz der schwierigen Bedingungen ist der Rückhalt im Dorf gross. Rund 500 Aktionäre, etwa 80 Bügelpaten sowie zahlreiche freiwillige Helfer tragen den Betrieb mit. Die technische Infrastruktur wurde laufend angepasst, zuletzt mit einer neuen Videoüberwachung an der Bergstation. Die Betriebserlaubnis für den Skilift wurde sogar bis 2034 verlängert. Für die Zukunft wird ein Sommerbetrieb geprüft. Seit 2021 laufen Vorabklärungen für einen Bike-Trail entlang des Skilifthangs. Erste Tests verliefen erfolgreich und ein Lifttransport mit Bikes ist technisch möglich. Der Verwaltungsrat verfolgt das Projekt trotz möglicher Einsprachen weiter. Rechtliche und planerische Abklärungen sind im Gang aber ein Baugesuch liegt noch nicht vor. Urnäsch bleibt damit ein Beispiel für den Versuch, historische Substanz mit neuen Ideen zu verbinden. Getragen von lokaler Unterstützung und dem Willen, den nostalgischen Skilift auch über den Winter hinaus zu erhalten. Es ist wirklich zu hoffen, dass dieses Schmuckstück in der Ostschweiz uns noch viele Jahren erhalten bleibt.
Pistenplan Skilift Urnäsch
Wer also einmal im Winter durchs Appenzellerland fährt und sieht, dass der Lift läuft, dem sei ein Zwischenstop wärmstens empfohlen. Allenfalls mit dem Zweitmaterial, aber ganz bestimmt mit etwas Zeit und Sinn für das Besondere.