17.08.2025 - Von Airolo zum Oberalppass
Verfasst: 23.08.2025, 12:42
Letztes Wochenende ging es für mich für einmal nicht aufs Bike sondern auf eine Wanderung. Das finden einer passenden Strecke erwies sich dabei gar nicht als so einfach. Lange Zeit hat der Wetterbericht für den Sonntag in der gesamten Schweiz ziemlich gutes Wetter vorhergesagt. Am Samstag Morgen schwenkte er dann jedoch plötzlich um und sprach in der Deutschschweiz von einer hochnebelartigen Bewölkung sowie Quellwolken. Das klingt gar nicht so ideal für eine Bergtour (zumindest, falls man etwas Aussicht haben möchte
). Im Tessin sollte das Wetter jedoch deutlich besser sein. Also musste noch eine geeignete Tour gefunden werden, dessen Startpunkt aus dem Raum Zürich in einer halbwegs passablen Zeit mit dem ÖV zu erreichen ist (das Auto ist ja in der Sommerferienzeit keine Option um ins Tessin zu fahren). Letzterer Punkt schränkt die Auswahl praktisch ausschliesslich auf die Leventina ein. Bald fand ich eine entsprechende Wanderung mit Start beim Lago Tremorgio oberhalb von Rodi. Dumm nur, dass die Seilbahn dort hoch aktuell wegen Revisionsarbeiten geschlossen ist. So musste eine Alternative her, welche mit der Region um den Ritom schnell gefunden war. Der ursprüngliche Plan war nun von Airolo zur Capanna Cadlimo aufzusteigen und von dort weiter zur Ritom-Seilbahn zu wandern.
Los geht es wie immer früh morgens, der Wecker klingelt um 5:15. Da die ÖV Verbindungen am Sonntag Morgen nicht ideal sind, geht es zuerst mit dem Auto nach Zug, wo wir auf den IR umsteigen. Hier ist das Wetter tatsächlich grau und tief verhangen. Ab Flüelen lockern die Wolken etwas auf, als wir schliesslich in Airolo aus dem Tunnel kommen, herrscht strahlender Sonnenschein. Zumindest wettertechnisch haben wir schon mal alles richtig gemacht.
Die Wanderung startet dann direkt vom Bahnhof Airolo. Zuerst durchqueren wir das (doch überraschend grosse) Dorf und gehen hinüber nach Madrano.
In Madrano startet dann der Aufstieg zur Capanna Cadlimo. Zuerst geht es eine ganze Weile durch den Wald nach oben. Hier unten im Wald ist es auch um diese Zeit schon schwül-warm, sodass wir beim Aufstieg ziemlich ins Schwitzen kommen. Dennoch sind die knapp 500 Höhenmeter zum Böcc da Ce relativ schnell geschafft.
Beim Böcc da Ce wird der Wald langsam lichter und die Lärchen übernehmen die Überhand, eine durchaus nette Landschaft. Ab dem Laghetto dell'Alpe beginnt der als Panoramaweg ausgeschilderte Weg in Richtung Capanna Cadlimo. Der Weg verläuft hier leicht steigend der Flanke des Val Canaria entlang nach oben. Dabei bieten sich immer wieder prächtige Ausblicke über Airolo ins Val Bedretto, in Richtung Gotthard Massiv sowie in Richtung Cristallina. Auch der Talschluss des Val Canaria ist durchaus hübsch. Hier oben weht ein auffrischender Wind. So ist es an diesem Nordhang angenehm kühl, teilweise fast schon etwas kalt. Für den Aufstieg aber ideal.
Angelangt bei der Wegkreuzung etwas unterhalb der Capanna Cadlimo, sehen wir eine Abzweigung zum Oberalppass. So überlegen wir, ob wir dort hin wandern sollen, anstatt wie geplant zurück zum Ritom zu gehen. Der Übergang auf die Alpennordseite ist schon reizvoller als wieder in die Nähe des Startpunkts zurückzukehren. Zum Glück gibt es hier eine stabile Internet-Verbindung, sodass ich alles relevante kurz prüfen kann. Ein Blick auf die Webcam am Oberalppass bestätigt, dass wie bereits vermutet das Wetter dort deutlich besser ist als vorhergesagt. Die verbleibende Wanderzeit zum Oberalppass beträgt gemäss Swisstopo-App 3h 45 min (den Angaben auf den Wegweisern traue ich eher weniger, da bis hier hin immer wieder widersprüchliche Angaben dabei waren). Da es erst kurz nach 12 ist, bleibt also noch genügend Zeit. Schliesslich checke ich noch die ÖV Verbindungen. Die Rückreise ab dem Oberalppass dauert aber ziemlich genau gleich lang wie ab dem Ritom. So entscheiden wir uns kurzerhand über den Passo Borengo zum Oberalppass zu wandern.
Angekommen auf dem Passo Borengo machen wir eine kurze Mittagspause. Wir ziehen kurz in Erwägung zum Piz Alv (wo sich die Kantone Tessin, Uri und Graubünden) treffen aufzusteigen. Schliesslich entscheiden wir uns aber dagegen, eine weitere Verlängerung der Wanderung wäre dann wohl doch etwas zu viel des Guten. So steigen wir ins Val Maighels ab.
Angekommen um Val Maighels machen wir noch einen kurzen Abstecher zur Kantonsgrenze Uri/Graubünden, um doch einen Blick ins Unteralp-Tal zu werfen.
Bei der Maighels-Hütte verlassen wir das gleichnamige Tal und wandern weiter in Richtung Oberalppass. Der Wanderweg geht hier zwischenzeitlich in eine breite Alpstrasse über. Schliesslich kommen wir gegen 16:30 beim Oberalppass an. Zwischenzeitlich hatten wir noch Bedenken, ob wir den Zug um 16:54 erwischen, schliesslich war das dann aber überhaupt kein Problem. Vom Oberalppass geht es schliesslich mit der Bahn via Andermatt und Göschenen zurück nach Zug. Natürlich hat die MGB auch heute Verspätung, wobei es zum Glück nur 5 Minuten sind. Dank grosszügiger Umsteigezeit in Göschenen ist das aber kein Problem.
Fazit: Eine sehr schöne und abwechslungsreiche Wanderung. Die Landschaft und das Panorama konnten durchwegs überzeugen. Auf Tessiner Seite ist insbesondere der Weg zwischen dem Laghetto dell'Alpe und der Kreuzung unterhalb der Capanna Cadlimo hervorzuheben, welcher traumhafte Ausblicke ins Bedrettotal und die umliegenden Berge bietet. Das Val Maighels auf Bündner Seite ist jedoch nicht minder schön. Zwar ist hier das Panorama nicht ganz so spektakulär, dafür überzeugt das Tal mit seiner landschaftlichen Schönheit auf voller Linie.
Zum Schluss noch die Eckdaten:
- Strecke: 23.6 km
- Aufstieg: 1815 m
- Abstieg: 911 m
- Wanderzeit: Gemäss Swisstopo 8h 35 min, wir haben aber nur rund 7.5 h (reine Gehzeit) gebraucht.
Los geht es wie immer früh morgens, der Wecker klingelt um 5:15. Da die ÖV Verbindungen am Sonntag Morgen nicht ideal sind, geht es zuerst mit dem Auto nach Zug, wo wir auf den IR umsteigen. Hier ist das Wetter tatsächlich grau und tief verhangen. Ab Flüelen lockern die Wolken etwas auf, als wir schliesslich in Airolo aus dem Tunnel kommen, herrscht strahlender Sonnenschein. Zumindest wettertechnisch haben wir schon mal alles richtig gemacht.
Die Wanderung startet dann direkt vom Bahnhof Airolo. Zuerst durchqueren wir das (doch überraschend grosse) Dorf und gehen hinüber nach Madrano.
In Madrano startet dann der Aufstieg zur Capanna Cadlimo. Zuerst geht es eine ganze Weile durch den Wald nach oben. Hier unten im Wald ist es auch um diese Zeit schon schwül-warm, sodass wir beim Aufstieg ziemlich ins Schwitzen kommen. Dennoch sind die knapp 500 Höhenmeter zum Böcc da Ce relativ schnell geschafft.
Beim Böcc da Ce wird der Wald langsam lichter und die Lärchen übernehmen die Überhand, eine durchaus nette Landschaft. Ab dem Laghetto dell'Alpe beginnt der als Panoramaweg ausgeschilderte Weg in Richtung Capanna Cadlimo. Der Weg verläuft hier leicht steigend der Flanke des Val Canaria entlang nach oben. Dabei bieten sich immer wieder prächtige Ausblicke über Airolo ins Val Bedretto, in Richtung Gotthard Massiv sowie in Richtung Cristallina. Auch der Talschluss des Val Canaria ist durchaus hübsch. Hier oben weht ein auffrischender Wind. So ist es an diesem Nordhang angenehm kühl, teilweise fast schon etwas kalt. Für den Aufstieg aber ideal.
Angelangt bei der Wegkreuzung etwas unterhalb der Capanna Cadlimo, sehen wir eine Abzweigung zum Oberalppass. So überlegen wir, ob wir dort hin wandern sollen, anstatt wie geplant zurück zum Ritom zu gehen. Der Übergang auf die Alpennordseite ist schon reizvoller als wieder in die Nähe des Startpunkts zurückzukehren. Zum Glück gibt es hier eine stabile Internet-Verbindung, sodass ich alles relevante kurz prüfen kann. Ein Blick auf die Webcam am Oberalppass bestätigt, dass wie bereits vermutet das Wetter dort deutlich besser ist als vorhergesagt. Die verbleibende Wanderzeit zum Oberalppass beträgt gemäss Swisstopo-App 3h 45 min (den Angaben auf den Wegweisern traue ich eher weniger, da bis hier hin immer wieder widersprüchliche Angaben dabei waren). Da es erst kurz nach 12 ist, bleibt also noch genügend Zeit. Schliesslich checke ich noch die ÖV Verbindungen. Die Rückreise ab dem Oberalppass dauert aber ziemlich genau gleich lang wie ab dem Ritom. So entscheiden wir uns kurzerhand über den Passo Borengo zum Oberalppass zu wandern.
Angekommen auf dem Passo Borengo machen wir eine kurze Mittagspause. Wir ziehen kurz in Erwägung zum Piz Alv (wo sich die Kantone Tessin, Uri und Graubünden) treffen aufzusteigen. Schliesslich entscheiden wir uns aber dagegen, eine weitere Verlängerung der Wanderung wäre dann wohl doch etwas zu viel des Guten. So steigen wir ins Val Maighels ab.
Angekommen um Val Maighels machen wir noch einen kurzen Abstecher zur Kantonsgrenze Uri/Graubünden, um doch einen Blick ins Unteralp-Tal zu werfen.
Bei der Maighels-Hütte verlassen wir das gleichnamige Tal und wandern weiter in Richtung Oberalppass. Der Wanderweg geht hier zwischenzeitlich in eine breite Alpstrasse über. Schliesslich kommen wir gegen 16:30 beim Oberalppass an. Zwischenzeitlich hatten wir noch Bedenken, ob wir den Zug um 16:54 erwischen, schliesslich war das dann aber überhaupt kein Problem. Vom Oberalppass geht es schliesslich mit der Bahn via Andermatt und Göschenen zurück nach Zug. Natürlich hat die MGB auch heute Verspätung, wobei es zum Glück nur 5 Minuten sind. Dank grosszügiger Umsteigezeit in Göschenen ist das aber kein Problem.
Fazit: Eine sehr schöne und abwechslungsreiche Wanderung. Die Landschaft und das Panorama konnten durchwegs überzeugen. Auf Tessiner Seite ist insbesondere der Weg zwischen dem Laghetto dell'Alpe und der Kreuzung unterhalb der Capanna Cadlimo hervorzuheben, welcher traumhafte Ausblicke ins Bedrettotal und die umliegenden Berge bietet. Das Val Maighels auf Bündner Seite ist jedoch nicht minder schön. Zwar ist hier das Panorama nicht ganz so spektakulär, dafür überzeugt das Tal mit seiner landschaftlichen Schönheit auf voller Linie.
Zum Schluss noch die Eckdaten:
- Strecke: 23.6 km
- Aufstieg: 1815 m
- Abstieg: 911 m
- Wanderzeit: Gemäss Swisstopo 8h 35 min, wir haben aber nur rund 7.5 h (reine Gehzeit) gebraucht.