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Skisafari 2025 SkiHangRodeler - Frankreich/Italien

Verfasst: 15.06.2025, 21:15
von SkiHangRodeler
Tagwohl allerseits,

Nach kleiner Recherche welches Land wann Ferien hat, habe ich festgestellt, dass Ende März ein kleines Fenster für Skibegeisterte ist, bei dem von minimalem Andrang in Skigebieten auszugehen ist.

Nachdem das «Wann» geklärt war, stellte sich noch die Frage nach dem «Wo». Inspiration hat mir schlussendlich meine Gutschein-pdf des 4V Saisonpasses gegeben, der mir zu 5 gratis Skitagen in Montgenèvre verhilft.

Die Auswahl fiel schlussendlich auf:
Valfréjus
Bardonecchia
Serre Chevalier
Montgenèvre


Valfréjus war meine Spontanentscheidung am Anreisetag, als Alternativen standen noch La Norma und Aussois zur Auswahl. Ausschlaggebend war am Ende meine Ungeduld.

Bei Ankunft um 12h50 in Valfréjus empfahl mir der Mitarbeiter an der Kasse mich direkt zur blauen Jeu zu fahren, da diese am Nachmittag wegen Lawinengefahr schliesst. Es soll wohl eine der längsten blauen Pisten sein, die man so in den Alpen fahren kann und recht pitoreskes Gelände erschliessen. “Solltest du jemanden sehen, der gerade schliesst kannst du noch durch ansonsten Rate ich dir davon ab”. Alright.

Mit der TC hoch, direkt rüber zur TSD Punta Bagna, Abfahrt Combe und: Jeu bereits zu. Nun ja, Pech.

Also Start zur Skigebietserkundung am 6 TS Envers du Col, einem Hackenhäcksler allererster Güteklasse. Sehr unangenehmer Einstieg, wo ich auch nach mehreren Fahrten keine bequeme Technik zum Einstieg gefunden habe.

Die Abfahrten Argentiere und Modanaise an ebenjenem TS sindgut, aber mit ça. 200 hm kurz. Da dort die Sonneneinstrahlung stark ist, habe ich die Abfahrten dort direkt am Anfang gemacht.

Dann Wechsel über Col zu Punta Bagna. Wundervolle Carvingabfahrt! Die parallele Stade war leider für Rennteams gesperrt. Direkt wieder Punta hoch und die Direktabfahrten Crête und Pas du Roc ausprobiert. Die erste wurde in Kombination mit Col meine Lieblingsabfahrt, Pas du Roc ist zu sehr Richtung Sonne ausgerichtet und war viel sulziger als Crête.

Es gab noch mehr zu entdecken, deshalb Traverse zu 4 TS Petit Vallon und die Abfahrten Seuil und Arrondaz, schöne Piste aber doch recht kurz. Dennoch ein guter Start für die Talabfahrt. Ich habe mir der roten Variante Bovenières angefangen, die einen guten Start hat, gefolgt von einem ewig flachen Schiebestück, gaaaanz kurzer cooler Abschnitt im Bereich der Kurven vor Charmasson und dann ist der Name Programm: Escargot. Keine Ahnung wieso diese Abfahrt rot sein soll… Ich habe die Abfahrt für einen Abstecher zur Charmasson genutzt, gute Anfängerpiste aber während meiner Abfahrt viel zu sulzig und der Lift war nicht angenehm. Langsam und keine Fussstützen.

Also wieder hoch und Wiederholungsfahrten an der Punta Bagna! Einfach sehr coole Piste und man macht gut Höhenmeter auch wenn sich das nicht unbedingt so anfühlt mMn. Abgeschlossen habe ich den Tag dann oben von Punta Bagna über Crête, Col und Souches (schwarze Talabfahrt). Richtig geile Kombination mit kurzem Gleit-/Schiebestück im Bereich der TC Bergstation mit etwa 1100 hm. Aber auch hier bin ich mit der Einstufung “schwarz” der Souches nicht einverstanden, ist definitiv rote Piste.

Das Skigebiet hat mir gefallen, aber unbedingt nochmal muss ich in den nächsten Jahren nicht hin.

Die weiteren Berichte folgen...

Re: Skisafari 2025 SkiHangRodeler - Frankreich/Italien

Verfasst: 06.07.2025, 17:34
von SkiHangRodeler
Da Montgenèvre als Ziel feststand, war klar, dass es nach Valfréjus für mich an Bardonecchia vorbeigehen würde. Meine opensnowmap-basierte Einschätzung machte mich glauben, dass ein halber Tag hier reichen würde und man dann weiter nach Montgenèvre könnte. Das ging nicht ganz auf…

Bei Ankunft direkt gute Neuigkeiten: Es ist Nebensaison und es gibt ein Sonderangebot! 30 € für den Tagespass und 1 Café + 1 Croissant in einer von drei teilnehmenden Bars im Skigebiet. Cool! Schlechte Nachricht: Nicht alle Liftanlagen liefen, z.B. waren alle TKs und die TS Bosco aus.

Da es viele Pisten im Wald gibt, die auf den Bildern sehr ähnlich aussehen, halte ich mich hier kurz :D.

Das Skigebiet ist sehr sportlich geprägt, auch wenn die Liftanlagen langsam sind. Und die Trassierung der Pisten ist bombastisch gut! Schön dem Gelände folgend schlängeln sich die Pisten durch oder am Wald entlang. Langsam geniessen oder sportlich brausend, alles machte Spass.

Da ich noch ins Teilgebiet Jafferau wollte, musste ich mich überreden Schluss zu machen. Nach sehr kurzer Fahrt ging es in komplett anderes Gelände! Während im “Hauptgebiet” der höchste Punkt bereits unter 2200 m erreicht war, bietet Jafferau die Möglichkeit bis 2700 m aufzusteigen!
Auch die Anlagen erschienen auf den ersten Blick viel moderner, TC zum Aufstieg ins Gebiet, dann eine 6er TSD aber dann doch: 2 TS und ein nicht laufender TK. Doch nicht alles moderner.

Abgefahren bin ich das Skigebiet dann von Norden nach Süden bzw. von links nach rechts aus dem TS schauend. (Piste 31, 32 und 33) Welch schöne Abwechslung! Kein Sulz :D Aber auch hier eine sehr natürliche Pistenführung, die zum sportlichen Fahren einlädt und mehr Varianten als auf dem Pistenplan ersichtlich.
Da die Talabfahrten geschlossen waren (und es fehlte deutlich Schnee), gingen die tiefsten Abfahrten nur bis 6 TSD Gigante, aber auch hier gab es verschiedene Varianten, sodass auch das schön abwechslungsreich war. Am besten hat mir die Kombination Gialla (35) und Primavera gefallen, bei der ersten Durchfahrt dachte ich erst, das Primavera ein lahmer Ziehweg werden wird, aber es war ein zügiger und nett trassierter Ziehweg :D und das auch nicht zu lang, da doch grosse Abschnitte “normalen Pistencharakter” gehabt haben.

Die Zeit ging etwas vergessen und als der 2 TS Ban dann stillstand, habe ich realisiert, dass es Zeit wurde mit der TC zum Auto abzufahren und weiter nach Briançon zu fahren, wo sich meine nächste Unterkunft befindete.

Bardonecchia hat mir sehr gut gefallen, die genial trassierten Pisten in den Wäldern oder im hochalpinen Gelände waren einfach sehr spassig. Gerne komme ich wieder!

Re: Skisafari 2025 SkiHangRodeler - Frankreich/Italien

Verfasst: 28.08.2025, 22:03
von SkiHangRodeler
Der Höhepunkt der Reise: Serre Chevalier

Bevor es ins Hotel ging noch ein kurzer Stopp bei Sport 2000 um zwei Paar meiner Skier (man möchte ja auf jeden Schnee vorbereitet sein :D) in den Service zu geben und da sah ich direkt neben dem Skigeschäft eine “Rückgabestation” für Skipässe. Dort konnte man seine genutzte Karte hineinlegen, sodass jemand anderes sie nimmt und sein Skiticket drauf lädt. Nice, keine Kartengebühr!
Am nächsten Morgen verschenkte ich 4 Minuten und befand mich somit um 09h04 in der TC, um mit dieser 1100 hm auf den Berg zu fahren. Das ist schon genial so direkt aus der Stadt (ein bisschen Pila-Feeling). Die deutliche Ostausrichtung ist für die Pisten allerdings schwierig, gerade jetzt vor der Zeitumstellung knallte bereits die Sonne auf die Pisten und ich war froh mich für eine direkte Abfahrt über die Grand Gargouille/Remparts zur Mittelstation entschieden zu haben. Die vierte Spur und das bereits im Sulz! Ich wurde etwas nervös, da ich hoffte, dass das restliche Skigebiet nicht auch dermassen schnell sulzig/verfahren sein wird.

Also direkt queren nach Chantenmerle!
Dazu braucht man den 4 TS Rocher Blanc und landet in einer der so vielen Nord-orientierten Kammern von Serre Chevalier. Die direkte Abfahrt zu Prorel (6 TSD) über war so gut, dass auch die Myrtilles direkt probiert werden musste. Auch Hammer! Wunderbar carvbar. Aber ich muss weiter, also 6 TSD Combe bis zur Crête, kurze Abfahrt nach 6 TSD Grand Serre. Die Piste sah cooler aus als sie war, ich habe nicht auf die Farbe der Pistenmarkierung geachtet (grün). Egal nicht schlimm…

Querung über Echaillon / Rocher de l’enfer, die nicht gut waren. Wohl noch zu sehr im Schatten aufgrund der westlichen Ausrichtung. Kurzer Zwischenstopp im 6 TSD Clot Gauthier, um dann über Sellettes (abermals Carvingtraum), Trafleche, Lacets und Bez ins Tal abzufahren, bevor es reinstes Wasserski wird.

Wieder hoch mit der neuen 10er TC Pontillas (macht 864 hm) und im Anschluss TK Méa, um mit Schwung zur TSD Vallons zu fahren.

Die zur TSD Vallons gehörende Piste Cucumelle sah von der TC wunderbar aus, auch noch von der TSD selbst, aber man konnte schon ahnen, dass es eine Piste für den Morgen ist. Perfekt zur Sonne ausgerichtet befürchtete ich bereits schlimmes und ich entschied mich die Piste direkt zu fahren und nicht auf meine Rückkehr zu warten, um noch die bestmöglichen Konditionen zu haben. Der Start auf der Piste war grandios und ich bin fast schon erschrocken wie verdammt breit die Piste im ersten Drittel ist. Das hat fast Gletscherpistenfeeling! Hier hat der weiche Schnee auch nicht sonderlich gestört, da massivst Platz war. Sobald sich die Piste dann verjüngte wurde es ruppiger und Buckel hatten sich auch bereits gebildet. Nunja… Mal schauen wie das später aussehen wird. Nichts wie wieder hoch um nach le Monêtier zu fahren.

Bis jetzt war der Skitag sehr gut, aber dieser Abschnitt des Skigebiets hat das Erlebnis nochmal deutlich auf ein anderes Niveau gehoben. Hauptsächlich bin ich die Pisten an der TSD Bachas bzw. am TK Etoile gefahren, aber meine Gute. Kaum Leute, oben guter Schnee, unten durchaus nasser aber gut zu fahrender Schnee und die Anlagen waren auch gemütlich/schnell genug + es gibt verschiedene Varianten zu fahren. Ein Traum!

Abgeschlossen habe ich den Skigebietsteil dann mit 1x TS Cibouit und 1x TS Yret (erschliesst den höchten Punkt des Skigebietes), aber die Lifte waren mir für Wiederholungen zu langsam, zumal Cibouit nicht so viele Höhenmeter macht (310 hm) und Yret sehr lange dauert (aber 610 hm). Die Abfahrt von Yret war überraschenderweise zerfahren, als ob es die Nacht vorher Neuschnee gab?! Aber konnte eigentlich nicht sein. Nunja, prinzipiell kann man hier aber von 2780 m auf 1465 m abfahren, was eine ordentliche Talabfahrt ist.
Also dann wieder rüber, irgendwann muss ich ja wieder in Briançon sein und einige Bereiche hatte ich vorher ausgelassen. Nun war die Cucumelle schon kriminell zu fahren und einige nicht so sichere Skifahrer mühten sich durch die hohen Buckel.

Nächster Lift war 6 TSD Côte Chevalier, wo ich wieder die Fangeas wieder zum gleichen Lift gefahren bin. Auch eine gute Piste, aber es gibt einen kleinen Ziehweg im Mittelteil. Dann gab es zwei Fahrten an der Eftanis bis 6TSD Grand Serre, da ich nicht die Abfahrt zu Forêt gefunden habe. In diesem Sektor ist der Skiplan etwas überladen :D (das ist zumindest meine Ausrede) und Forêt wollte ich nur aufgrund des Namen fahren (als Erinnerung an St. Luc in der Heimat).

Lustigerweise stieg da mein Tracker kurz aus, womit ich keinen Beweis für meine Abfahrt am Forêt habe. Nungut… nächste Abfahrt, die echt noch gut in Schuss war - bis auf den Schlussgang -, über Draye zu 4TSD Orée du bois. Das nächste Ziel fand ich aufgrund Orientierungslosigkeit wieder nicht und so kam ich zu einer Fahrt im Replat TK bevor ich in den Ziel-TK Bois des coqs einstieg. Die Lifte liefen immer sehr leer, was vermutlich der Bequemlichkeit der Leute geschuldet ist. Denn die Lifte selbst sind schnell und machen fast 400 hm und die erschlossenen Pisten sahen cool aus. Ich selbst habe aber nur die gleichnamige Piste gemacht, da die Piste Petite Alpe bereits im Schatten lag.

Dann gab es noch 2x Prorel und ich hatte sogar noch Zeit, um einmal den TS Aiguillette zu fahren. An beiden Anlagen waren die Pisten noch gut beisammen, aber das Problem war eher die Zeit und nicht die Motivation. Also rüber Chauvet und TS Croix Nore und ich war wieder am Ausgangspunkt meines Skitages: Bergstation TC Prorel.

Aber ein Haar gab es dann doch in der Suppe… Ich wollte zum Tagesabschluss noch einmal (potentiell zweimal) die Abfahrt bis zur Mittelstation machen, aber meine Güte war die Piste grausam. Gefrorene Eisbuckel, wohin das Auge reichte. Anders als am Morgen bin ich nicht über Remparts, sondern über die Yeti abgefahren, da es weiter südlich noch etwas mehr Sonne gab und nicht alles komplett im Schatten lag. Nach dem (einmaligen) Kampf ging es dann mit der Kabine ins Tal.

Serre Chevalier ist ein geniales Skigebiet und ich werde definitiv wiederkommen. Seien es die abwechslungsreichen Abfahrten, die Weitläufigkeit oder auch nur die Möglichkeit viele Höhenmeter zu machen (und das an unterschiedlichen Anlagen!)...es hat echt sehr viel Spass gemacht. Und wenn ich jetzt noch miteinbeziehe, dass das nur 63€ gekostet hat (Das Kleinwalsertal ist teurer!). Ich kann mir aber vorstellen, dass im Dezember und/oder Januar nicht überall Sonne hinkommt, in der Spätsaison wird das aber dann ein Vorteil. Au cœur des géants!