Die Idee dieses Themas ist es, über die ehemaligen Sommerskigebiete in der Schweiz zu sprechen. Es gab natürlich viele bekannte Sommerskigebiete, wie Engelberg, Laax, St. Moritz oder Crans-Montana, Saas-Fee und Zermatt sind im Sommer noch in Betrieb, aber es gab auch andere, weniger bekannte und manchmal nur für eine sehr kurze Zeit.
Teilen Sie uns Ihre Anekdoten, Fotos, Infos etc. mit.
Bereits eine Liste, die ergänzt werden kann :
Andermatt, Gemstock
Engelberg, Titlis
Crans-Montana, Plaine Morte
Flims, Vorab 3000
Grand St-Bernard, Chenalette (Sesselbahn und zerlegbarer Skilift, offen von mitte Juni bis Anfang August, 196?-198?)
Grindelwald, Jungfraujoch
Les Diablerets, Glacier 3000
Macugnaga, Passo Moro (Ski auf der schweizerseite)
Mürren, Schilthorn
Ovronnaz, Tsantonnaire (Skilift geöffnet in Juli 1980)
Saas-Fee, Egginerjoch
Saas-Fee, Mittelallalin (ab 1984, noch in Betrieb)
Saas-Grund, Triftgletscher
Säntis
St. Moritz, Diavolezza
St. Moritz, Corvatsch
Super St-Bernard (Gondelbahn Menouve und zerlegbarer Skilift, offen bis mitte Juni, 1963 - 198?)
Sustenpass, Sustenloch
Sustenpass, Steinlimigletscher
Verbier/Nendaz, Mont Fort
Zermatt, Plateau Rosa (noch in Betrieb)
Zermatt, Triftji/Rote Nase
Re: Ehemalige Schweizer Sommerskigebiete
Verfasst: 25.05.2025, 21:25
von Skifahrer
Spannende Liste, bei manchen Gebieten hätte ich nie gedacht, dass es da mal Sommerski gab!
Streng genommen kann Macugnaga noch in die Liste- Es scheint es da mal Lifte auf dem Tällibodengletscher und somit auf schweizer Boden gegeben zu haben, welche aber nur von Italien aus erreichbar waren.
Re: Ehemalige Schweizer Sommerskigebiete
Verfasst: 25.05.2025, 21:33
von Nico05
Ich beginne bereits mit zwei unbekannten Sommerskigebieten.
Das erste ist der Grand St. Bernard :
Es gab zwei verschiedene Sektoren, nämlich Super St-Bernard und La Chenalette (Col du Grand Saint Bernard).
Der Super Saint Bernard öffnete im November (manchmal in Oktober) und schloss im Juni. Dank der guten Schneeverhältnisse in der Region dauerte das Skifahren lange. Es wurde sogar ein zerlegbarer Skilift in der Nähe des Bergstation der Menouve-Gondelbahn installiert, um die Skisaison zu verlängern.
Mitte Juni, wenn der Super St-Bernard schloss, übernahm der Chenalette-Sesselbahn die Aufgabe. Er bot Skifahren von Mitte Juni bis Ende Juli an und hatte auch einen oder zwei demontierbare Skilifte. Die Walliser Skimannschaft kam regelmäßig zum Training hierher. Der 1954 erbaute 1-SBF von La Chenalette schloss 1986, so dass der Sommerskibetrieb spätestens zur gleichen Zeit eingestellt wurde. Am Super St-Bernard schloss die Gondel 2010, aber der Skibetrieb im Mai/Juni war bereits eingestellt, ich weiß nicht, wann der Frühjahrsskibetrieb eingestellt wurde.
Feuille d'Avis du Valais, 22.05.1963
Le Nouvelliste, 30.05.1969
Le Nouvelliste, 10.07.1971 - La Chenalette
Le Nouvelliste, 05.07.1978 - La Chenalette
Le Nouvelliste, 18.04.1979
Gazette de Martigny, 26.04.1979
Le Nouvelliste, 30.07.1981
Der zweite ist Ovronnaz :
Hier viel anekdotischer als am Super St. Bernhard. Es kam wahrscheinlich nur in einem oder zwei Sommern vor. Ich habe nicht viele Informationen gefunden, außer einem Artikel vom Juli 1980. Der Skilift von Tsantonnaire war ab dem 19. Juli 1980 morgens von 08:30 bis 12:00 Uhr geöffnet. Ich weiß nicht, wie der Zugang erfolgte, aber ich denke mit einem Jeep oder Kleinbus. es muss etwas Besonderes gewesen sein, im Sommer in Tsantonnaire Ski zu fahren!
Le Nouvelliste, 24.07.1980
Re: Ehemalige Schweizer Sommerskigebiete
Verfasst: 26.05.2025, 10:01
von intermezzo
Dass man im Juli 1980 an vielen Orten in der Schweiz noch weit runter skifahren konnte, überrascht mich in keinster Weise. Der damalige Sommer war nämlich: keiner! Eher fühlt es sich wie Spät-Herbst an.
Ich war damals mit meinen Eltern in den ersten drei Juli-Wochen 1980 in Zermatt, das Wetter war miserabel, teilweise schneite es bis Zermatt runter, es war kühl bis kalt - so etwa lag bis nach Furgg runter eine durchgängige Schneedecke. Und gefühlt regnete es im Dorf die ganze Zeit.
Aber interessant, dass Ovronnaz den Tsantonnaire im Juli in Betrieb nahm.
Re: Ehemalige Schweizer Sommerskigebiete
Verfasst: 26.05.2025, 10:03
von intermezzo
Übrigens apropos Sommerski gibt es bereits ziemlich vollständige Listen:
intermezzo hat geschrieben: 26.05.2025, 10:01
Dass man im Juli 1980 an vielen Orten in der Schweiz noch weit runter skifahren konnte, überrascht mich in keinster Weise. Der damalige Sommer war nämlich: keiner! Eher fühlt es sich wie Spät-Herbst an.
Ich war damals mit meinen Eltern in den ersten drei Juli-Wochen 1980 in Zermatt, das Wetter war miserabel, teilweise schneite es bis Zermatt runter, es war kühl bis kalt - so etwa lag bis nach Furgg runter eine durchgängige Schneedecke. Und gefühlt regnete es im Dorf die ganze Zeit.
Aber interessant, dass Ovronnaz den Tsantonnaire im Juli in Betrieb nahm.
Das gabs damals eben, genauso wie miese Winter in den 80igern...
Damals hat man dann darüber Lieder gesungen und damit Geld verdient:
Re: Ehemalige Schweizer Sommerskigebiete
Verfasst: 26.05.2025, 19:33
von ski-chrigel
Der Steilimi-Skilift fehlt mir noch auf der Liste.
Re: Ehemalige Schweizer Sommerskigebiete
Verfasst: 26.05.2025, 19:44
von mafikS
War das nicht der Sapporo Trainingshang der Schweizer?
Re: Ehemalige Schweizer Sommerskigebiete
Verfasst: 26.05.2025, 21:38
von Nico05
ski-chrigel hat geschrieben: 26.05.2025, 19:33
Der Steilimi-Skilift fehlt mir noch auf der Liste.
Sowohl Bernhard Russi, der 1972 in Sapporo die olympische Goldmedaille in der Abfahrt gewann, als auch Silbergewinnerin Marie-Theres Nadig, trainierten mit der übrigen Skinationalmannschaft bereits im Sommer 1971 auf dem Steinlimigletscher – damals noch mit einer kleinen, mobilen Liftanlage. Mitte Oktober desselben Jahres traf die Baubewilligung des Kantons beim Initianten Heinz Jossi im Hotel Steingletscher ein. Wie schon der «Bund» vor 20 Jahren berichtete, soll die 1971 von Jossi gegründete Sommerski Susten AG aber auf widersprüchliche Weise zu einer Konzession gekommen sein. Das damalige kantonale Raumplanungsamt konnte der Anlage mitten im unerschlosse-nen Gletschergebiet grundsätzlich nicht zustimmen.
Jedoch konnte die Führungsspitze des Schweizerischen Skiverbandes um Adolf Ogi nachweisen, dass das Skikader dringend Sommertrainingsmöglichkeiten brauche. So sprach das Raumplanungsamt eine Ausnahmebewilligung aus.