Snowboard-Tobi´s Saison 24/25
Verfasst: 12.05.2025, 21:46
Eine gute Woche nach Saisonende in Hintertux melde ich mich aus der Sommerpause mit einem Nachruf auf die Saison 24/25.
Auf die genauen Details (Schneesituation etc.) möchte ich hier nicht näher eingehen, da ich jeweils aktuell berichtet habe. Vielmehr möchte ich nochmals meine persönlichen positiven und manchmal auch negativen Eindrücke zu den von mir besuchten Skigebieten bzw. Aufenthalten geben. Erstmal ein paar Zahlen:
Insgesamt war ich an 41 Tagen mit meiner Snowcard Tirol unterwegs, einen weiteren Tag war ich ohne Liftnutzung in Kitzbühel bei einer Splitboardtour, an ca. 7 Tagen war ich bei mir im bayerischen Wald mit dem Splitboard unterwegs.
In Tirol war ich nur einmal im Rahmen einer Tagesfahrt, sonst jeweils mit mindestens einer Übernachtung. Dreimal war ich je drei Nächte, das war das Maximale an zusammenhängenden Aufenthalten.
Bei sämtlichen Aufenthalten (bis auf eine Ausnahme) war ich in vier Sterne Hotels, wo bei das nicht explizit so ausgesucht war, sondern sich so ergeben hat.
Von meinen 41 Tagen in Tirol war ich an 25 Tagen alleine unterwegs.
Folgende Skigebiete habe ich besucht:
- 9x Hintertuxer Gletscher: 03.10.-04.10.24 / 09.11.-10.11.24 / 02.02.25 / 26.04.-27.04.25 / 01.05.-02.05.25
- 13x Ischgl: 28.11.-29.11.24 / 06.12.-07.12.24 / 14.01.-17.01.25 / 18.03.-19.03.25 / 31.03.-02.04.25
- 3x Pitztaler Gletscher / Rifflsee: 27.11.24 / 31.12.24-01.01.25
- 1x Kaunertaler Gletscher: 30.11.24
- 1,5x Galtür: 07.12.24-08.12.24
- 1x Hochzillertal: 16.12.24
- 1x Zillertal 3000 / Mayrhofen: 18.12.24
- 2x Zillertalarena: 17.12.24 / 01.02.25
- 2x Skiwelt: 08.02.25 / 15.02. 25
- 2x Stubaier Gletscher: 04.03.-05.03.25
- 1x Schlick 2000: 06.03.25
- 2x Serfaus-Fiss-Ladis: 20.03.25-21.03.25
- 2x Obergurgl-Hochgurgl: 12.04.-13.04.25
- 1x Kitzbühel: 18.01.25
- 5x Großer Arber: 23.11.24 / 24.12.-26.12.24 / 08.03.25
- 1x Pröller Skidreieck: 23.02.25 Prolog:
Gegen Ende des vergangenen Sommers wurde mir eine leitende Position in der Arbeit mit Mitarbeiterverantwortung für 30 Mitarbeitende relativ unerwartet angeboten. Langfristig wollte ich immer dahin, dass es aber doch so schnell geht, habe ich nicht erwartet. Gerade als langsam die Vorfreude auf die kommende Snowboardsaison an Fahrt aufnahm, kam eben das besagte Angebot. Die Entscheidungsfindung brachte doch viele schlaflose Nächte im August und September mit sich. Neben den üblichen Fragen und Unsicherheiten (Bin ich fachlich fit genug / Kann ich das etc. / Passende vertragliche Bedingungen) war tatsächlich auch eine mich umtreibende Frage, ob ich mein liebstes Hobby weiterhin in dem bisherigen Umfang ausüben kann und ob hier noch Zeit und Kraft sein wird. Ich habe mich für die neue Position entschieden und es war in allen Belangen die absolut richtige Entscheidung, die Zahl meiner Snowboardtage konnte ich im Vergleich zur Saison davor sogar noch deutlich steigern. Während ich von September-November meine Ausflüge tatsächlich auf das Wochenende verlagert hatte, war ich dann ab Dezember so richtig in der neuen Aufgabe angekommen und konnte mich auch wieder mehr dem Snowboardfahren wittmen. Etliches habe ich umstrukturiert, so finden große Veranstaltungen / Termine mit viel Vorbereitungszeit ab sofort eher in den Sommermonaten statt
. Angenehm ist auch, dass einem keiner mehr irgendwelche Termine reinlegt, sondern man seine Arbeitszeit relativ selbstbestimmt einteilt. So konnte ich immer das beste Wetter raussuchen und spontan in die Alpen starten.
Ich kann mich kaum an Snowboardtage mit schlechterem Wetter vergangene Saison erinnern, bei diesem Winter und der Wetterlage insgesamt musste man schon ziemlich Pech haben genau Tage mit schlechtem Wetter zu erwischen.
Im September habe ich fast täglich geschaut, ob der Preis der Snowcard schon aktualisiert wurde, als dann der neue deutlich höhere Preis veröffentlicht wurde, habe ich kurz geschluckt. Einige Tage später verschwand der Preis wieder aufgrund der Diskussion über die Einheimischentarife. Als der neue Preis mit unter 1000 Euro angegeben wurde, freute ich mich sehr. Zwar wären mir die 200€ an Mehrpreis am Ende der Saison nicht abgegangen, trotzdem fühlt es sich besser an einen entsprechenden niedrigeren Preis zu zahlen. Wann wurde jemals ein Skiticket wieder günstiger ? Diese ewige Ungleichbehandlung mit den aus meiner Sicht ungerechten Einheimischentarifen war endlich zumindest vorübergehend vorbei. Ich lasse mir gerade noch eingehen, dass es ggf. für echte Bewohner der Täler, die tatsächlich unter der Belastung des Tourismus "leiden", wie z.B. das Zillertal / Ötztal / Anlieger Fernpass eine entsprechende Vergünstigung gibt, aber dass jemand aus Innsbruck oder insgesamt aus Tirol Einheimischentarife bezahlt, kann ich nicht nachvollziehen.
Aber nun fangen wir doch endlich an:
Nach etlichen Blankeisberichten anderer Fans und Horrormeldungen aus dem anderen Forum, dass der Gletscherskilauf in Tux kollabiert sei, ging es am Tag der deutschen Einheit (03.10.-04.10.24) nach Hintertux trotz relativ schlechter Wettervorhersage. Einige andere Alpinfans waren auch bereits am Start. Eigentlich bin ich nur gefahren um mir die vergünstige Snowcard zu kaufen, dass die Tage snowboardtechnisch nicht der Brüller werden, war klar. Beim Kauf des Tickets absolutes Chaos und ewige Wartezeiten. Etliche Kassen waren entweder personell oder manchmal auch technisch überfordert. Am besten gefallen mir dann die Kandidaten, die wenn sie dran sind, die Kassiererinnen noch eine halbe Stunde mit Fragen löchern und das gesamte Ticketangebot abfragen.
Insgesamt waren das eher graue und nass / neblige Tage. Das der Gletscher extrem nachgelassen hatte, konnte man aufgrund des Neuschnee gar nicht so feststellen. Also war wie jeden Herbst wieder alles gut. Nervig und schmal ist mittlerweile der Übergang von der Sesselbahn Lärmstange II zum Olperer.
Parallel fand auch das Park Opening statt. Da ich selbst aus der Szene komme und lange sehr aktiv war, muss ich schon sagen, dass das ganze eine ziemlich traurige Veranstaltung im Vergleich zu vor 15 Jahren geworden ist. Die Szene ist insgesamt deutlich kleiner geworden, es sind immer die selben Leute am Start. Ein paar Locals, die Üblichen aus Innsbruck und noch ein paar internationale Snowboardgrößen. Während früher das ganze Tuxertal im Ausnahmezustand war und der Parkplatz der Gletscherbahn eher einem Festivalgelänge ähnlich schaute, würde man heute nicht mal mehr drauf kommen, dass ein Event stattfindet, wenn nicht das Setup für den Contest abends vor der Tenne stehen würde. Während am Fernerhaus früher eine regelrechte Zeltstadt mit den Testständen der Marken errichtet wurde, sind es jetzt noch einige wenige Zelte. Weiter ging es Mitte November wieder mit zwei Tagen Hintertux. Geschneit hatte es seit dem Schneefall Anfang Oktober wohl nicht mehr. Tatsächlich war es zwar an vielen Stellen ordentlich glatt, es machte dennoch Spaß. Ich bin schon etwas in Sorge bzgl. möglichen Andrangs nach Tux gefahren. Aber diesen höllisch vollen Gletscherskilauf so wie noch vor Jahren jedes Wochenende von Oktober-November gibt es einfach nicht mehr. Das hat insgesamt nachgelassen. Ja es war Wochenende und tolles Wetter und es war auch gut besucht, mit Ausnahme der Olpererlifte allerdings nirgendwo nennenswerte Wartezeiten. Das kenne ich von früher ganz anders. Den Fernerhaushang hätte man auch mit Schlittschuhen befahren können. Eine Pistenraupe fräßte Schnee in die Hänge. Kaserer II hatte seinen ersten Betriebstag und ich war einer der ersten Gäste an dem Lift. Ohne Maschinenschnee im unteren Bereich würde gar nichts gehen. Ich kann einfach nicht verstehen weshalb man insbesondere im Kasererbereich nicht auf das Pitztaler Modell bzgl. Depots und Vermattung setzt. Ende November ging es relativ spontan zum Opening nach Ischgl, der erste Skitag war ein Donnerstag, mein Lieblingshotel in Ischgl öffnete bereits am Mittwoch Abend. Ich war der erste Gast. Da ich den Mittwoch tagsüber noch nutzen wollte, fuhr ich zum ersten Mal auf den Pitztaler Gletscher. Ich hatte hier Bedenken bzgl. Wartezeiten an der Tunnelbahn. Ich war um 8 Uhr am Parkplatz und konnte feststellen, dass es keinen Grund zur Sorge gibt. Das lief völlig entspannt ab und ich konnte mit dem zweiten Zug nach oben fahren. Diese Bahn muss man schon mögen, etwas unwohl fühlte ich mich schon im Hinblick auf den Brand der Bahn in Kaprun. Die Pitztaler Bahn ist mit Sicherheit gut gewartet und es befindet sich kein selbst eingebauter Heizlüfter neben den Hydraulikleitungen, sollte sich aus irgendwelchen Gründen trotzdem ein Brand (der wahrscheinlich sehr unwahrscheinlich ist) ereignen, bin ich mir sicher, dass dieser den selben Verlauf wie in Kaprun nehmen würde. Auf dem Bildschirm im Fahrerstand wurden keine Bilder aus den einzelnen Abteilen des SSB gezeigt, sondern die Situation in der Talstation. Einen Feuerlöscher konnte ich in meiner Reichweite nicht entdecken, der nächste Nothammer war weiter weg. Auch einen Knopf um den Zugbegleiter im Notfall zu alarmieren konnte ich in meiner Nähe nicht sehen. Naja vielleicht sind meine Bedenken auch völlig unbegründet oder ich habe nicht alles gesehen. Trotzdem beschäftigt mich das Thema insbesondere beim Fahren solch einer Bahn, an dem 11.11.2000 war ich als Kind mit meinen Eltern unterwegs in Richtung Kitzsteinhorn und wir waren immer zur ersten oder zweiten Bahn da, das war bis zum Unglück unser regelmäßig besuchter Gletscher aufgrund seiner Erreichbarkeit vom Wohnsitz meiner Eltern. Am besagten Tag haben wir als Kinder dermaßen Terror auf der Rückbank gemacht, dass wir nach Hintertux wegen den Gletscherbussen wollen, so dass mein Vater dem Druck erlegen ist und wutentbrannt an entsprechender Abzweigung die Autobahn Richtung München / Tirol genommen hat. Beim Heimfahren kamen im Radio bereits die Meldungen aus Kaprun.
Das Skigebiet Pitztaler Gletscher hat mir so richtig gut gefallen. Insbesondere die Schwarze an der Wildspitzbahn hat für mich die Piste am Kaserer I in Tux als "die" Gletscherpiste abgelöst. Das was am Pitztaler vorhanden ist, passt einfach und ist stimmig. Schade war die Einfahrt zur Mittelbergpiste die voller Steine aufgrund des Felsrutsches war. Dort kam man kaum ohne erheblichen Feindkontakt durch. Auch unten an der ersten Sektion war die Piste sehr steinig. Mir gefällt das Gebiet sehr gut, auch das Panorama sowie die Anlagen. Nach Hintertux derzeit meine Nummer zwei der Tiroler Gletscher. Nun ging es weiter nach Ischgl, wo am morgigen Tag der erste Skitag (28.11.24) auf dem Programm stand. Die Wochen zuvor sahen wahrlich nicht gut aus und ich machte mir Sorgen, ob es Ischgl diesmal schaffen würde. Ein entsprechendes Schneifenster ergab sich erst wenige Tage vor dem Opening. Das Angebot war zum Saisonstart wie immer sehr gut, wenn auch deutlich schlechter als im Jahr davor. Alles Wesentliche jedoch offen. Man durfte sich allerdings nicht täuschen lassen, es lag wirklich kein Schnee außer etwas kosmetischem Zeug, die Grashalme spitzten überall raus. Es waren reine Maschinenschneeabfahrten, die Greitspitze war komplett schneefrei und abgeblasen. Das ganze war schon eine ziemliche Mondlandschaft, viele Steine, wenig Schnee. Gerade der erste Tag machte trotz teils strömenden Regen, Schnee oben und Orkan im oberen Bereich echt Spaß und ich blieb bis zum Schluss. Tatsächlich musste die Verbindung in die Schweiz gegen Mittag kapitulieren, die Gäste aus der Schweiz wurden mit Pistenbullys zurück gefahren. Einen Alpinfan hatte es auch erwischt. Der nächste Tag (29.11.24) war super sonnig und es schien ein guter Opening Freitag zu werden. Bis ca. 10.30 Uhr war es super entspannt, auch wenn es teils glatt war. Und dann auf einmal fielen die scheinbar erst angereisten Gäste förmlich wie die Heuschrecken ein. Ab Mittag war es super voll, die Pisten völlig abgerutscht und insgesamt eine irgendwie gefährliche Stimmung. Eher weniger "Ziener-Gruppen" sondern lauter Hein Blöds mit Boxen im Rucksack.
Im Tal unten bereits richtig viel Trubel und unruhiges Treiben. Am Hotel war bereits der ganze Parkplatz voll. Irgendwie erleichtert hier nicht länger bleiben zu müssen, reiste ich ab. Der Hotelier fragte noch, weshalb ich nicht bis zum Konzert bleiben würde. TSC zähle nicht, ich war fast froh um die Ausrede. Ich gab ihm noch den Auftrag sich bei der nächsten Gesellschaftersitzung sich für eine Abschaffung dieser Praxis einzusetzen. Ich fuhr direkt weiter ins Kaunertal, wo ich schon Jahre nicht mehr war. Während im Radio bereits von einer Überlastung der Paznauntalstraße berichtet wurde, hier eine ganz andere Welt. Das hier der Hund so dermaßen verreckt ist, war mir nicht mehr so präsent in Erinnerung. Das Adblue im Auto neigte sich dem Ende. Die einzige Tankstelle im Tal war bereits zu. Mit etwas Bauchweh hoffte ich diesbezüglich auf das Beste, dass ich am nächsten Tag noch auf den Gletscher komme und beim Rückweg dann AdBlue auffüllen kann. Das vier Sterne Hotel war wirklich nicht gut. Ich hätte die negativen Bewertungen auf Booking ernster nehmen sollen. Im ganzen Haus ein unangenehmer Geruch nach Moder und irgendwie nach Schimmel und schlechtem Raumduft. Das Zimmer war auch eklig, das Bad uralt und die fast schon brennende Heizung war nicht abzudrehen. Das Kopfteil des Bettes war völlig von den heißen Nächten anderer Gäste zerkratzt. Mir hat insgesamt richtig gegraust, länger als eine Nacht wäre ich hier nicht geblieben. Der Saunabereich hats noch etwas gerettet, wenn auch hier eine ungute Luft war und Schimmel in den Ecken provisorisch übermalt wurde.
Am Gletscher war alles in Betrieb außer OA I. Wirklich super hergerichtet waren sämtliche Pisten. Kein einziger Absatz. Auch das Funifor funktioniert wirklich gut von der Taktung und den Wartezeiten. Einen wirklich großen Mehrwert hat auch die neue Weißseejochbahn. Das war insgesamt Snowboardfahren vom Feinsten, bei sehr wenig Leuten. Aus dem Paznauntal kam nun die Meldung, dass alle Parkplätze rund um Ischgl voll seien und die Leute in Kappl und See parken müssten. Da ist man hier ja meilenweit entfernt von.
Wenn der Gletscher für mich nicht so weit wäre und mir die Straße einfach nicht so lästig wäre, würde ich hier öfter vorbei kommen. Rein von den Pisten und deren Pflege wäre Kaunertal bei mir Nummer 1 oder 2 in Tirol, unter den Gegebenheiten landet er auf Platz 3. Auch der Ort Feichten ist mir dann doch etwas zu ruhig und ausgestorben. Als nächstes ging es für drei Tage wieder ins Paznauntal, diesmal zusammen mit Freundin und einem befreundeten Paar. Aus Preis- und kapazitätsgründen wurde entgegen meiner Empfehlung ein drei Sterne Hotel in Galtür gebucht. Ich hätte lieber in Ischgl gebucht, trotz höherer Preise. Im Raum stand, dass auch in Galtür gefahren werden sollte, da hier der Skipass doch günstiger sei. Den ersten Tag (Freitag, 06.12.24) fuhr ich nur mit meiner Freundin in Ischgl. Für mich ungewohnt war das Parken in der Parkgarage an der 3S Bahn. Normalerweise parke ich immer direkt vor meinem Lieblingshotel, an dem ich dann sehr wehmütig vorbei laufen musste. Bereits an der Kasse (Freundin hat keine Saisonkarte) kam der Hinweis, dass es sehr windig sei und mit der Einstellung etlicher Anlagen gerechnet werden müsse. Bereits bei der Auffahrt mit der 3S wehte es ordentlich, die meisten Anlagen waren laut Ischgl-App noch auf grün. Oben angekommen schauten wir auf die große Tafel als genau in dem Moment sämtliche Anlagen mit Ausnahme der 3S, der Silvrettabahn und der Höllbodenbahn auf rot geschaltet wurden. Ein paar Abfahrten gingen sich Richtung Tal aus, dann wurden die Wartezeiten einfach zu lange. Der Wind war so heftig, dass selbst das Funitel ständig stehen blieb. An der flachen Stelle der Talabfahrt direkt nach der Idalp hatte man so starken Gegenwind, dass man nicht mehr voran kam. Wir beschlossen den Tag gegen Mittag zu beenden, leider haben wir erst nach dem Kauf des Tagesskipasses gemerkt, dass dieser nicht auch in Galtür zählen würde. Erst ab zwei Tagen. Das befreundete Paar war mittlerweile in Galtür angekommen und dort auf der Piste. Die Anlagen seien in Betrieb. Wir fuhren nach Galtür und ich fuhr noch hoch ins Gebiet. Dort war es der erste Betriebstag. Das Hotel war direkt neben der Bahn. Die Sicht war insgesamt sehr schlecht und man stocherte im zusammengeschobenen Neuschnee rum. Auch der erste Eindruck des Gebietes überzeugte mich nicht. Kaum Höhenmeter und alles kurz und relativ gleich. Auch das Hotel haute mich nicht vom Hocker, es war sauber und der Betreiber war nett, das Haus war mir irgendwie zu steril. Irgendwie nicht gemütlich, auch von der Auswahl am Frühstücksbuffet war ich ganz anderes gewohnt. Am zweiten Tag sollte es mit der ganzen Gruppe nach Ischgl gehen. Da das Frühstück natürlich erst um 07.30 Uhr startet
und noch Trödelei dazu kam, waren wir um kurz vor 9 in der Parkgarage in Ischgl. An der Bahn viel los, bis wir oben waren, war es halb 10. Da ich insgesamt etwas angefressen war entschied ich relativ rücksichtlos direkt mit der schwarzen Pardatsch-Nord zu starten und das ganze mit dem Steilhang 4a zur Vellileckbahn zu garnieren, im Wissen, dass die anderen eher Freizeitskifahrer waren und dann entsprechend zu kämpfen hatten. Bereits bei der ersten Liftfahrt wurde der Pistenzustand durch meine Begleitungen bemängelt, dieser sei nicht mehr so gut. Kein Wunder, es war mittlerweile 10 Uhr und die Hölle los. Der ganze Tag war für mich relativ anstrengend und ich war durchgängig von allem genervt. Die eine Piste war zu eisig, die nächste zu steil, dann zu viele Leute, dann war die Sicht schlecht
, bei jeder Liftfahrt wurde zudem über Schmerzen in allen möglichen Gliedmaßen gejammert. Ja, die Bedingungen waren nicht leicht und es wahr teils sehr abgerutscht und viele Leute, aber an statt das Beste daraus zu machen, wurde viel gejammert. Man merkte mir meine schlechte Laune durchaus an. Die schönste Abfahrt des Tages war die Talabfahrt am Ende des Tages, der Rest der Gruppe entschied mit der Gondel runter zu fahren, ich hatte noch eine Abfahrt alleine.
Einer der schlechtesten Tage der Saison war das. Klar, die Gruppe setzte dem ganzen noch die Krone auf, allerdings war wirklich viel los und ich hatte erste Zweifel, ob die Begeisterung für Ischgl vielleicht nachlässt und es mir insgesamt vielleicht nicht mehr gefällt. Wie sich beim nächsten Besuch im Januar bei Vollbetrieb herausstellte, war dem nicht so. Ich habe nur ganz klar gemerkt, dass in Ischgl nicht die Zahl der offenen Bahnen ausschlaggebend ist, sondern die Zahl der geöffneten Pisten. Es muss einfach alles offen sein, insbesondere der etwas abgelegenen Pisten, ansonsten wird es viel zu schnell zu voll.
Der letzte Tag wurde in Galtür verbracht. Nein, gefällt mir einfach nicht. Zu klein und zu wenig Höhenmeter. Es gibt für mich keinen Grund an Ischgl vorbei zu fahren und hierher zu fahren. Kappl und See lass ich mir eingehen, aber extra nach Galtür zu fahren macht für mich keinen Sinn. Nettes Panorama am Staussee, das wars dann aber auch. Mit Familie und kleinen Kindern würde der Besuch des Gebiets schon eher Sinn machen.
Was ich auch nicht empfehlen kann, ist bzgl. vermeintlich günstigere Preise in Galtür zu schlafen und in Ischgl Ski zu fahren. Da bleibt einfach zu viel Zeit auf der Strecke und mir persönlich wird das dann zu stressig bis ich wirklich oben bin. Da zahl ich lieber 25 % mehr und habe eine entspannte Zeit und kann zu Fuß zur Gondel in Ischgl. Auch wurde mir bei dem Aufenthalt selbstkritisch bewusst, dass ich meinen eigenen fahrerischen Maßstab nicht an andere, die unregelmäßig Ski fahren, ansetzen kann. Und ich das ganze entspannter angehen muss mit entsprechender Begleitung. Auch wurde mir klar, dass der typische Freizeit Skifahrer / Snowboarder, der dreimal pro Saison fährt, sowas wie das Angebot eines Großraumskigebiets gar nicht so wahrnimmt und dieses nicht so wertgeschätzt wird. Gut war an beiden Abenden allerdings die Gastronomie einmal in Mathon und einmal in Galtür. Trotz hoher Auslastung und ohne Reservierung voll auf Zack und freundlich. Dass das keine Selbstverständlichkeit ist sieht man an einem Wirt mit Ziegenbart in Kitzbühel Nähe Fleckalmbahn
Nach den insgesamt ernüchternden Tagen im Paznauntal verbrachte ich vor Weihnachten noch drei Tage im Zillertal. Plan war, alle drei großen Skigebiet des Zillertals zu besuchen. Angefangen mit einem Erstbesuch in Kaltenbach und Hochfügen. Eigentlich wollte ich hier nicht her, allerdings war ich so früh dran, dass der frühe Betriebsbeginn in Kaltenbach zu verlockend war. Ich habe den Besuch nicht bereut, allerdings ist das Skigebiet subjektiv nicht Meines. Die Talstation und das Ambiente etc. ist mir einfach zu industriell und man lebt das "Industrielle" hier einfach so wirklich. Der Parkplatzbereich sieht unserem lokalen Baumarkt- und Möbelmarktzentrum sehr ähnlich. Oben ist der ganze Berg eine einzige Piste mit unzähligen Kreuzungen wo die Menschen von allen Seiten kommen. An meinem Besuchstag war nichts los, was für ein Himmelfahrtskommando muss das Skifahren hier an vollen Tagen sein. Dazu fehlen mir hier separate Geländekammern, man hat auch immer das selbe Panorama in das grüne eher industrielle vordere Zillertal. Das Teilgebiet Hochfügen hat mir gut gefallen, sowohl von den Pisten als auch landschaftlich. Insgesamt nicht schlecht, mir persönlich gefällt es mir hier einfach nicht so gut wie bei den Mitbewerbern im Tal.
Zweiter Tag Zillertalarena. Umso öfter ich hierher komme, desto mehr gefällt mir das Gebiet. Insbesondere die Pisten in Zell. Ich fahre trotzdem immer die ganze Tour bis ins letzte Eck. Von den Pisten ist mir aufgefallen: Desto weiter weg von Zell desto schlechter präpariert mit wenigen Ausnahmen. Bis heute bin ich mir nicht ganz klar ob es einen richtigen Rückweg von den hinteren Pisten auf der Gerlosplatte überhaupt gibt oder ob man selber schauen soll ob man irgendwie wieder retour kommt.
Der letzte Tag im Zillertal spielte sich in Mayrhofen ab. Ich mag Zillertal 3000 einfach. Für mich alles stimmig und abwechslungsreich. Insbesondere auf der Eggalm und an der Möslbahn ist einfach nie was los, während es mir im Bereich Rastkogel stets zu voll ist. Deutlich wurde in Zillertal 3000 der Schneemangel, etliche Varianten waren zu oder steinig.
Danach folgten um Weihnachten einige Splitboardtouren daheim am großen Arber bei tollem Wetter und Schneelage. Der große Arber kommt bei Diskussionen um Skifahren in deutschen Mittelgebirgen irgendwie selten zur Sprache obwohl er nach Winterberg zu den erfolgreichsten und schneesicheren Skigebieten gehört. Man fuhr hier trotz fehlendem Naturschnee übrigens eine der besten Saisonen überhaupt ein.
Danach standen zum Jahreswechsel zwei Tage Pitztaler Gletscher an. Wir buchten wenige Tage vorher einen Rest in einem tollen Hotel leider ohne Möglichkeit des Abendessens, also wurde Pfannkuchensuppe etc. zuhause vorbereitet und im Hotelzimmer als Silvestermenü gereicht.
Am zweiten Tag besuchten wir ab Nachmittag das Teilgebiet Rifflsee, das mir gut gefallen hat, wenn es denn nicht so steinig gewesen wäre. So was wie auf dem Grubenkopf hatte ich selten oder eigentlich noch nie erlebt. Die Piste war ein einziger Schotterweg. Es war unmöglich ohne Steine runter zu kommen, man konnte höchstens die Körnung wählen. Anschließend ging es Mitte Januar wieder nach Ischgl bei bestem Wetter und ehrlichem Vollbetrieb, auch was die Pisten angeht. Nachdem ich schon Angst hatte mich an Ischgl etwas abgearbeitet zu haben und die Begeisterung zu verlieren, war sie nun wieder da: Das Ischgl-Feeling und die Begeisterung. Endlich alles offen und alles mit Allem verknüpfen ohne Zeitdruck weil man noch irgendwo hin retour muss, das mag ich hier. Mich zwischen Greitspitze-Palinkopf und Pardatschgrat und Tal abzuarbeiten, hiervon bekomme ich nie genug, es wird mir hier nie langweilig. Es kann durchaus passieren, wie auch in diesem Aufenthalt, dass ich keine einzige Abfahrt auf Samnauner Seite mache. An Ischgl kommt einfach in Tirol nichts ran, dabei ist die Zahl der Besucher / Auslastung unerheblich. Wichtig ist die Zahl der geöffneten Pisten. Wartezeiten gibt es ohnehin bei geschickter Wahl der Route nie. Es gibt kein Nadelöhr. Am Weg nach Hause legte ich bei einem Freund noch einen Zwischenstopp für eine Splitboardtour ein. Da die Schneelage einfach schlecht war, entschieden wir uns für eine Pistentour im Skigebiet von Kitzbühel, genauer am Pass Thurn. Danach folgten mit Partnerin zwei Tage Zillertal in der absoluten Hochsaison. Der erste Tag Zillertalarena war super und entgegen der Erwartung war relativ wenig los. Typischer Bettenwechsel-Tag. Wir fuhren abends weiter nach Hintertux. Eigentlich wollten wir Zillertal 3000 fahren, allerdings fürchtete ich den Ansturm. Wir fuhren am Gletscher. Absolut die richtige Wahl. Ein anderer Alpinfan berichtete von vollen Pisten in Mayrhofen, hier am Gletscher absolut tote Hose bei richtig feinen Verhältnissen. Dass hier so wenig los ist während sie sich in den anderen Gebieten förmlich auf den Ski stehen, hätte ich nicht erwartet. Das werde ich für die kommende Saison stärker berücksichtigen. Am 08.02.25 ging es für mich zum ersten Mal in die Skiwelt. Hier war ich zuvor noch nie, obwohl es das am schnellsten erreichbare Skigebiet in Tirol für mich wäre. Bisher zog es mich nie hierher, vor allem auf Grund der Schneelage. Ich kenne die Skiwelt seit Jahren nur vom vorbei fahren nach Kitzbühel oder von der A12 aus, sooft ich dort vorbei fahre sind nur weiße Bänder in relativ grüner Landschaft zu sehen. Der Pistenplan sah trotzdem interessant aus. Also startete ich sehr früh in Itter. Ziel war es, das gesamte Gebiet der Skiwelt inklusive Westendorf und Ki-West abzufahren. Das habe ich tatsächlich gerade so gut geschafft. Wobei hier am Schluss etwas Zeitdruck mitfuhr. Insgesamt ist das Gebiet schon sehr weitläufig und modern, die Pisten insgesamt überzeugten mich nicht. Eher ist die Tour und die Weitläufigkeit interessant, pistentechnisch größtenteils Einheitsbrei, insbesondere die Almwiesen im Kerngebiet. Landschaftlich ist das eher nicht so mein Fall, ich bin einfach eher der Typ Hochgebirge. Von der Schneelage war es schon etwas befremdlich und trotzdem Skiwelt klassisch: Auf der Südseite Anfang Februar keine Spur von natürlichem Schnee. Insgesamt kommt man viel rum und das macht auch den Reiz aus, ich fand für mich allerdings keine Piste wo ich sagen kann, dass ich dort Wiederholungen machen möchte. Vielleicht noch die schwarze Abfahrt Richtung Ellmau. Mitte Februar stand am Weg zu einem befreundeten Paar nochmal Skiwelt auf dem Plan zusammen mit meiner Freundin. Der Tag begann bereits mit einer furchtbaren Anfahrt. Stau überall und Überlastung von München bis nach Kufstein. Und insgesamt lag eine komische Stimmung in der Luft. Wir starteten wieder in Itter und sind Richtung Hopfgarten als erste Abfahrt runter. Es ging so mittelmäßig und war sehr unruhig präpariert. An der Mittelstation Hopfgarten überlegte ich kurz ob wir bis ins Tal fahren sollten, was wir dann (leider) machten. Kurz nach der ersten Kurve stand ein Warnschild bzgl. der kommenden Beschneiungshaufen aus der vergangenen Nacht. Es wurde massiv auf die präparierte Piste beschneit. Die einzelnen Haufen waren nicht gekennzeichnet. Die Abfahrt machte so gar keinen Spaß und bei der ersten Straßenkreuzung drehte ich mich um und sah meine Freundin auf dem Boden liegen. Sie krümmte sich vor Schmerz, das sah überhaupt nicht gut aus. Ich dachte kurz an deutlich Schlimmeres. Ich eilte zur Unfallstelle. Sie krümmte sich vor Schmerzen im Knie, sonst schien alles in Ordnung. Sie habe den großen Haufen wegen der Licht-Schatten-Verhältnisse nicht gesehen und sei deshalb abgehoben und bei der Landung sei das Bein nach innen eingeknickt. Nach längerer Zeit konnte sie mit meiner Hilfe aufstehen. Wir wussten beide, dass der Skitag gelaufen ist und ich eigentlich auch schon, dass für sie die Saison durch ist. Sie versuchte nochmal kurz auf die Ski zu steigen um ein paar Meter abzurutschen, was kaum funktionierte. Da hier auch eine Straße rauf geht, überlegte ich kurz, ob ich umkehre und das Auto hole und sie hier abhole. Die Schmerzen und auch die Gefahr, dass doch irgendwas sein könnte, waren uns zu hoch, so dass wir die Bergrettung alarmierten bzw. ein freundlicher anderer Skifahrer übernahm das. Die Bergwacht war gleich da und brachte meine Freundin mit dem Akia ins Tal, von dort aus ging es zu einer bestens ausgestatteten Hausarztpraxis. Die Erstversorgung wie auch die Diagnostik waren außergewöhnlich gut. Die Diagnose des Arztes auch ohne MRT bewahrheitete sich genau: Riss des vorderen Kreuzband sowie Einriss des Meniskus sowie Prellung des Knochens. Die OP erfolgte ca. 1 1/2 Wochen nach dem Unfall in dem Krankenhaus in dem meine Freundin selbst Ärztin ist. Das mit der gerade abgeschlossenen DSV-Versicherung funktionierte sehr gut, sämtliche Kosten wurden (nicht auf einmal) erstattet. Die Bergung durch die Bergwacht wurde mit nur 400€ berechnet, da hätten wir mit mehr gerechnet. Wir bekamen eine CD mit den Röntgenaufnahmen mit, zum Glück hatte ich noch einen uralten Laptop zuhause mit CD-Laufwerk. Auf den Röntgenbildern war bis auf Bluterguss nichts zu sehen, das war aber klar. Insgesamt stellt man sich nach dem Unfall dann doch viele Fragen.... z.B. hätte ein entsprechendes Aufwärmen die Verletzung verhindert ?
Ich habe mir tatsächlich vorgenommen (ich komme über die A12 aus Norden) nicht mehr vor der Ausfahrt Achensee / Zillertal abzufahren. Mit dem Thema Skiwelt bin ich irgendwie nicht wegen des Unfalls sondern insgesamt durch. Die halbe Stunde längere Anfahrt ins Zillertal sind bei knappen 3 Stunden dann auch schon egal und die Berge sind ab Zillertal dann doch andere als in der Skiwelt. Mir fehlt hier einfach das alpine Gefühl. Mein Hausberg Großer Arber im bayrischen Wald hat mehr an Felsen und alpinem Gefühl zu bieten als die Skiwelt. In Kitzbühel nervt mich die Arroganz der Gäste und Betreiber, das bei einem höchstens mittelmäßigem Skigebiet.
Danach war auch für mich erstmal Pause, bevor es dann Mitten in den Faschingsferien für drei Tage ins Stubaital gehen sollte. Das Wetter war einfach zu gut und die Abstinenz schon zu lange, ansonsten hätte ich die Ferien gemieden. Die ersten beiden Tage war ich am Stubaier Gletscher. Insgesamt waren die beiden Tage am Gletscher eher mäßig. Ich hatte das Gebiet weitläufiger in Erinnerung, es war natürlich sehr viel los, aber das war zu erwarten. Bereits am ersten Tag gegen 10.30 Uhr war ich alles gefahren und fragte mich was ich eigentlich den Rest des Tages noch machen soll bzw. wie ich die verbleibende Zeit totschlagen soll. Die Abfahrten (Daunferner) die mir gefallen würden, waren furchtbar unruhig präpariert, die Wilde Grube war unpräpariert und voller Steine, furchtbar. Einzig die direkte Abfahrt ins Tal unter den Gondeln sorgte für etwas Abwechslung, Fernau mit einer Abfahrt war auch eher langweilig und unten raus war viel zu viel los. Insgesamt fehlt mir einfach die Abwechslung hier, die vorhandenen Pisten treffen meinen Geschmack einfach nicht. Auch der Gletscherschwund trägt hierzu natürlich bei. Das Gebiet ist einfach nicht mehr stimmig. Die Schaufeljochbahn ohne eigene Abfahrt sei hier nur als Beispiel genannt. Der Gaisskarferner ist auch nur noch ein Witz. Eine schmale Abfahrt zwischen den Felsen. Am zweiten Tag fuhr ich völlig ambitionslos zum Gletscher. Auch das Angebot und die Preise der Restaurants sind mir negativ in Erinnerung geblieben. Ein Einheimischer stritt mit dem osteuropäischen Koch über die Portion des "großen" Kaiserschmarrns lautstark
. Der Stubaier belegt bei meinem Gletscher "Ranking" in Tirol den verdient letzten Platz.
Am dritten Tag musste was anderes her: Ich schwankte zwischen Schlick 2000 und Patscherkofel. Ersteres wurde es und die Entscheidung war sehr richtig. Das doch eher kleine Gebiet erfüllte meine hohen Erwartungen in allen Belangen. Tolle Pisten und Anlagen, tolle Landschaft und doch eher nur mäßiger Andrang. Eines der schönsten kleineren Skigebiete in denen ich war. Alleine schon die zweite Sektion der Zubringerbahn und ihr Panorama sind der Wahnsinn. Hier wurde es mir den ganzen Tag über nicht langweilig, was ich vom Stubaier Gletscher nicht behaupten könnte.
Mitte März ging es dann nochmal für zwei Tage nach Ischgl und im Anschluss direkt weiter nochmal für zwei Tage nach Serfaus-Fiss-Ladis. Ischgl war sehr gut und hat geliefert. Ich bin dann nach Ried im Oberinntal in ein vier Sterne Hotel weitergefahren, da die Übernachtungspreise am Hochplateau SFL aus meiner Sicht jeden Rahmen sprengen. Dagegen ist Ischgl in weiten Teilen ja noch direkt günstig. Das Hotel in Ried war super uns preislich eher günstig mit toller Wellnessanlage. Das mit dem Auto in der Früh funktionierte hier gut, da das Frühstück schon um 7 Uhr startete und der Weg hoch zur Waldbahn in Fiss nicht weit ist. Ich war immer zu Betriebsbeginn an der Gondel. Insgesamt kommt SFL bei mir mit etwas Abstand im Skigebietsranking nach Ischgl. Einige infrastrukturelle Defizite bei den Bahnen geben Punktabzug. Mir fehlt einfach eine eigene Bahn die z.B. die schwarzen Pisten am Lazid erschließt. Das mit der Laustalbahn und der Lazidbahn kostet mir zu viel Zeit. Insgesamt hat man die schlechte Schneelage in SFL nicht so gemerkt, es war eigentlich alles offen, selbst die schwarzen Pisten auf der Fisser Südseite. Diese gingen sehr gut. Allgemein ist SFL eigentlich ein Eldorado in Sachen richtig steiler Abfahrten. Die schwarzen Pisten haben es wirklich in sich. Ich kenne in Tirol kein anderes Gebiet, das in Sachen Steilheit der schwarzen Pisten mithalten könnte.
Ende März ging es nochmal für drei Tage nach Ischgl. Zum ersten Mal war auch meine Freundin nach dem Skiunfall wieder dabei, allerdings nur im Hotel und langsamen spazieren gehen. Am letzten Tag fuhr sie auch auf den Pardatschgrat zum Mittagessen hoch. Der erste Tag begann mit Stau am Fernpass. Es schneite sehr stark. In Ischgl kamen wir gegen 10 Uhr an. Es stellte sich heraus, dass die Anlagen ohnehin jetzt erst öffneten. Das war tatsächlich der einzige Tag mit Powder und ein paar guten Fahrten im Gelände. Und das erstmals diese Saison an einem 31.03.25
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Die drei Tage waren super, vor allem war hier sehr wenig los und der Schnee war toll. Mehr gibt es nicht zu sagen. Mitte April ging es für zwei Tage mit einem Freund nach Obergurgl-Hochgurgl in ein durch eine Standseilbahn verbundenes Hotel an der Skipiste. Der erste Tag war von bestem Wetter und wenig Andrang geprägt. Vor allem in Hochgurgl war die Schneelage teils schon sehr dürftig, in Obergurgl deutlich besser. Ich mag das Gebiet sehr gerne, gefühlt ist es hier nie so richtig voll. Auch die Abgelegenheit macht hier den Reiz aus. Das Hotel hat mich überzeugt, ich staunte allerdings nicht schlecht, als die Chefin sagte, dass es kein Wlan gibt und das auch so gewollt ist. Bis auf diese Tatsache war der Rest wirklich gut. Der zweite Tag war von schlechtem Wetter geprägt: Es regnete stark und es hatte eine entsprechende Endzeitstimmung. Los war nichts. Ab Mittag besserte sich das Wetter. Insgesamt ein toller Aufenthalt. Mehr als zwei Tage müsste ich in Obergurgl-Hochgurgl aber auch nicht bleiben. An Sölden bin ich mal wieder nur vorbei gefahren: Ich schaffe es in meinen beiden bisherigen Snowcard-Saisonen einfach nicht hierher. Aber Sölden-Fan bin ich ohnehin nicht. Ich halte Sölden für überbewertet. Vor allem die vielen Nadelöhre gehen mir hier auf die Nerven, ich war aber auch meistens zur Hochsaison hier. Ende April ging es für zwei Tage nochmal mit der Freundin nach Hintertux. Am Tag zuvor gab es etwas Neuschnee, was die Pisten ziemlich ruinierte. Oberhalb Fernerhaus teils unruhig und unterhalb nasser Neuschnee auf furchtbar präparierter Unterlage. Im Laufe des Tages wurde dies aber immer besser. Allgemein bin ich kein Fan von Neuschnee im späten Frühjahr. Positiv war auch, dass der Schlegeislift in Betrieb war. Insgesamt war an den beiden Tagen sehr wenig los. Gefühlt das ganze Tal hatte mit wenigen Ausnahmen an Hotels bereits geschlossen. Auch unser Hotel schloss am Abreisetag. Zum Saisonabschluss ging es über den 01.05.25 nochmal für zwei Tage nach Hintertux. Diesmal ein ganz anderes Bild: Das Skigebiet war bestens besucht. Ab Mittag wurde es natürlich deutlich ruhiger. Die beiden letzten Tage waren nochmal richtig stark. In Hintertux hatte es die besten Pistenverhältnisse der ganzen Saison dort. Schön sulzig und teils noch nicht zu tief und ab Mittag sehr wenig Leute, die Abfahrt zum Sommerberg wurde von den meisten gemieden. Der Abschied bis zur nächsten Saison fiel schon sehr schwer. Insgesamt bin ich mit der Saison mehr als zufrieden und meine Erwartungen wurden deutlich übertroffen. Der Winter war bzgl. der gefallenen Schneemenge schon erbärmlich, insbesondere im Frühjahr wurde dies deutlich ersichtlich. Die Bilder des Closings in Ischgl waren ja befremdlich. Jedes mal dachte ich wieder nach entsprechenden Wetterprognosen und der Meinung von "Experten", dass nun der Schneefall kommt, wenige Tage vor dem prognostizierten Schneefall wurde dieser dann wieder auf niedrige Niederschlagsmengen runtergerechnet. Hoffen wir das der nächste Winter wieder mehr Niederschlag bringt, schlechter diesbezüglich geht es eigentlich nicht mehr, deswegen bin ich positiv gestimmt.
Für meine 41 Skitage in Tirol habe ich mit allen Kosten (Snowcard, Abendessen, Mittagessen, Hotels, Sprit, Maut, sonstige Gebühren) ungefähr 5000€ gebraucht. Letzte Saison habe ich genau abgerechnet, diesmal habe ich keine Lust auf den Euro genau abzurechnen, das Geld ist ja so oder so weg
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Jetzt ist mein Bericht doch etwas länger geworden, es hat einfach Spaß gemacht sich die ganzen Erinnerungen nochmal hervorzurufen und zu verschriftlichen.
Ein großes Lob nochmal an Forum insgesamt und dessen Betreiber. Tolles Forum und tolle Aktionen wie z.B. mit dem Adventskalender, auch wenn ich leider nichts gewonnen habe.
Obwohl ich keinen einzigen Alpinfan persönlich kenne, kommt man sich beim berichten aus den Gebieten trotzdem als Teil einer Gemeinschaft vor. Lustig ist auch, dass es immer wieder Tage gibt, an denen Alpinfans gesammelt als "Cluster" in verschiedenen Gebieten auftauchen.
Ich wünsche Euch einen schönen Sommer,
man hört sich Anfang Oktober wieder aus Hintertux
Viele Grüße
Auf die genauen Details (Schneesituation etc.) möchte ich hier nicht näher eingehen, da ich jeweils aktuell berichtet habe. Vielmehr möchte ich nochmals meine persönlichen positiven und manchmal auch negativen Eindrücke zu den von mir besuchten Skigebieten bzw. Aufenthalten geben. Erstmal ein paar Zahlen:
Insgesamt war ich an 41 Tagen mit meiner Snowcard Tirol unterwegs, einen weiteren Tag war ich ohne Liftnutzung in Kitzbühel bei einer Splitboardtour, an ca. 7 Tagen war ich bei mir im bayerischen Wald mit dem Splitboard unterwegs.
In Tirol war ich nur einmal im Rahmen einer Tagesfahrt, sonst jeweils mit mindestens einer Übernachtung. Dreimal war ich je drei Nächte, das war das Maximale an zusammenhängenden Aufenthalten.
Bei sämtlichen Aufenthalten (bis auf eine Ausnahme) war ich in vier Sterne Hotels, wo bei das nicht explizit so ausgesucht war, sondern sich so ergeben hat.
Von meinen 41 Tagen in Tirol war ich an 25 Tagen alleine unterwegs.
Folgende Skigebiete habe ich besucht:
- 9x Hintertuxer Gletscher: 03.10.-04.10.24 / 09.11.-10.11.24 / 02.02.25 / 26.04.-27.04.25 / 01.05.-02.05.25
- 13x Ischgl: 28.11.-29.11.24 / 06.12.-07.12.24 / 14.01.-17.01.25 / 18.03.-19.03.25 / 31.03.-02.04.25
- 3x Pitztaler Gletscher / Rifflsee: 27.11.24 / 31.12.24-01.01.25
- 1x Kaunertaler Gletscher: 30.11.24
- 1,5x Galtür: 07.12.24-08.12.24
- 1x Hochzillertal: 16.12.24
- 1x Zillertal 3000 / Mayrhofen: 18.12.24
- 2x Zillertalarena: 17.12.24 / 01.02.25
- 2x Skiwelt: 08.02.25 / 15.02. 25
- 2x Stubaier Gletscher: 04.03.-05.03.25
- 1x Schlick 2000: 06.03.25
- 2x Serfaus-Fiss-Ladis: 20.03.25-21.03.25
- 2x Obergurgl-Hochgurgl: 12.04.-13.04.25
- 1x Kitzbühel: 18.01.25
- 5x Großer Arber: 23.11.24 / 24.12.-26.12.24 / 08.03.25
- 1x Pröller Skidreieck: 23.02.25 Prolog:
Gegen Ende des vergangenen Sommers wurde mir eine leitende Position in der Arbeit mit Mitarbeiterverantwortung für 30 Mitarbeitende relativ unerwartet angeboten. Langfristig wollte ich immer dahin, dass es aber doch so schnell geht, habe ich nicht erwartet. Gerade als langsam die Vorfreude auf die kommende Snowboardsaison an Fahrt aufnahm, kam eben das besagte Angebot. Die Entscheidungsfindung brachte doch viele schlaflose Nächte im August und September mit sich. Neben den üblichen Fragen und Unsicherheiten (Bin ich fachlich fit genug / Kann ich das etc. / Passende vertragliche Bedingungen) war tatsächlich auch eine mich umtreibende Frage, ob ich mein liebstes Hobby weiterhin in dem bisherigen Umfang ausüben kann und ob hier noch Zeit und Kraft sein wird. Ich habe mich für die neue Position entschieden und es war in allen Belangen die absolut richtige Entscheidung, die Zahl meiner Snowboardtage konnte ich im Vergleich zur Saison davor sogar noch deutlich steigern. Während ich von September-November meine Ausflüge tatsächlich auf das Wochenende verlagert hatte, war ich dann ab Dezember so richtig in der neuen Aufgabe angekommen und konnte mich auch wieder mehr dem Snowboardfahren wittmen. Etliches habe ich umstrukturiert, so finden große Veranstaltungen / Termine mit viel Vorbereitungszeit ab sofort eher in den Sommermonaten statt
Ich kann mich kaum an Snowboardtage mit schlechterem Wetter vergangene Saison erinnern, bei diesem Winter und der Wetterlage insgesamt musste man schon ziemlich Pech haben genau Tage mit schlechtem Wetter zu erwischen.
Im September habe ich fast täglich geschaut, ob der Preis der Snowcard schon aktualisiert wurde, als dann der neue deutlich höhere Preis veröffentlicht wurde, habe ich kurz geschluckt. Einige Tage später verschwand der Preis wieder aufgrund der Diskussion über die Einheimischentarife. Als der neue Preis mit unter 1000 Euro angegeben wurde, freute ich mich sehr. Zwar wären mir die 200€ an Mehrpreis am Ende der Saison nicht abgegangen, trotzdem fühlt es sich besser an einen entsprechenden niedrigeren Preis zu zahlen. Wann wurde jemals ein Skiticket wieder günstiger ? Diese ewige Ungleichbehandlung mit den aus meiner Sicht ungerechten Einheimischentarifen war endlich zumindest vorübergehend vorbei. Ich lasse mir gerade noch eingehen, dass es ggf. für echte Bewohner der Täler, die tatsächlich unter der Belastung des Tourismus "leiden", wie z.B. das Zillertal / Ötztal / Anlieger Fernpass eine entsprechende Vergünstigung gibt, aber dass jemand aus Innsbruck oder insgesamt aus Tirol Einheimischentarife bezahlt, kann ich nicht nachvollziehen.
Aber nun fangen wir doch endlich an:
Nach etlichen Blankeisberichten anderer Fans und Horrormeldungen aus dem anderen Forum, dass der Gletscherskilauf in Tux kollabiert sei, ging es am Tag der deutschen Einheit (03.10.-04.10.24) nach Hintertux trotz relativ schlechter Wettervorhersage. Einige andere Alpinfans waren auch bereits am Start. Eigentlich bin ich nur gefahren um mir die vergünstige Snowcard zu kaufen, dass die Tage snowboardtechnisch nicht der Brüller werden, war klar. Beim Kauf des Tickets absolutes Chaos und ewige Wartezeiten. Etliche Kassen waren entweder personell oder manchmal auch technisch überfordert. Am besten gefallen mir dann die Kandidaten, die wenn sie dran sind, die Kassiererinnen noch eine halbe Stunde mit Fragen löchern und das gesamte Ticketangebot abfragen.
Insgesamt waren das eher graue und nass / neblige Tage. Das der Gletscher extrem nachgelassen hatte, konnte man aufgrund des Neuschnee gar nicht so feststellen. Also war wie jeden Herbst wieder alles gut. Nervig und schmal ist mittlerweile der Übergang von der Sesselbahn Lärmstange II zum Olperer.
Parallel fand auch das Park Opening statt. Da ich selbst aus der Szene komme und lange sehr aktiv war, muss ich schon sagen, dass das ganze eine ziemlich traurige Veranstaltung im Vergleich zu vor 15 Jahren geworden ist. Die Szene ist insgesamt deutlich kleiner geworden, es sind immer die selben Leute am Start. Ein paar Locals, die Üblichen aus Innsbruck und noch ein paar internationale Snowboardgrößen. Während früher das ganze Tuxertal im Ausnahmezustand war und der Parkplatz der Gletscherbahn eher einem Festivalgelänge ähnlich schaute, würde man heute nicht mal mehr drauf kommen, dass ein Event stattfindet, wenn nicht das Setup für den Contest abends vor der Tenne stehen würde. Während am Fernerhaus früher eine regelrechte Zeltstadt mit den Testständen der Marken errichtet wurde, sind es jetzt noch einige wenige Zelte. Weiter ging es Mitte November wieder mit zwei Tagen Hintertux. Geschneit hatte es seit dem Schneefall Anfang Oktober wohl nicht mehr. Tatsächlich war es zwar an vielen Stellen ordentlich glatt, es machte dennoch Spaß. Ich bin schon etwas in Sorge bzgl. möglichen Andrangs nach Tux gefahren. Aber diesen höllisch vollen Gletscherskilauf so wie noch vor Jahren jedes Wochenende von Oktober-November gibt es einfach nicht mehr. Das hat insgesamt nachgelassen. Ja es war Wochenende und tolles Wetter und es war auch gut besucht, mit Ausnahme der Olpererlifte allerdings nirgendwo nennenswerte Wartezeiten. Das kenne ich von früher ganz anders. Den Fernerhaushang hätte man auch mit Schlittschuhen befahren können. Eine Pistenraupe fräßte Schnee in die Hänge. Kaserer II hatte seinen ersten Betriebstag und ich war einer der ersten Gäste an dem Lift. Ohne Maschinenschnee im unteren Bereich würde gar nichts gehen. Ich kann einfach nicht verstehen weshalb man insbesondere im Kasererbereich nicht auf das Pitztaler Modell bzgl. Depots und Vermattung setzt. Ende November ging es relativ spontan zum Opening nach Ischgl, der erste Skitag war ein Donnerstag, mein Lieblingshotel in Ischgl öffnete bereits am Mittwoch Abend. Ich war der erste Gast. Da ich den Mittwoch tagsüber noch nutzen wollte, fuhr ich zum ersten Mal auf den Pitztaler Gletscher. Ich hatte hier Bedenken bzgl. Wartezeiten an der Tunnelbahn. Ich war um 8 Uhr am Parkplatz und konnte feststellen, dass es keinen Grund zur Sorge gibt. Das lief völlig entspannt ab und ich konnte mit dem zweiten Zug nach oben fahren. Diese Bahn muss man schon mögen, etwas unwohl fühlte ich mich schon im Hinblick auf den Brand der Bahn in Kaprun. Die Pitztaler Bahn ist mit Sicherheit gut gewartet und es befindet sich kein selbst eingebauter Heizlüfter neben den Hydraulikleitungen, sollte sich aus irgendwelchen Gründen trotzdem ein Brand (der wahrscheinlich sehr unwahrscheinlich ist) ereignen, bin ich mir sicher, dass dieser den selben Verlauf wie in Kaprun nehmen würde. Auf dem Bildschirm im Fahrerstand wurden keine Bilder aus den einzelnen Abteilen des SSB gezeigt, sondern die Situation in der Talstation. Einen Feuerlöscher konnte ich in meiner Reichweite nicht entdecken, der nächste Nothammer war weiter weg. Auch einen Knopf um den Zugbegleiter im Notfall zu alarmieren konnte ich in meiner Nähe nicht sehen. Naja vielleicht sind meine Bedenken auch völlig unbegründet oder ich habe nicht alles gesehen. Trotzdem beschäftigt mich das Thema insbesondere beim Fahren solch einer Bahn, an dem 11.11.2000 war ich als Kind mit meinen Eltern unterwegs in Richtung Kitzsteinhorn und wir waren immer zur ersten oder zweiten Bahn da, das war bis zum Unglück unser regelmäßig besuchter Gletscher aufgrund seiner Erreichbarkeit vom Wohnsitz meiner Eltern. Am besagten Tag haben wir als Kinder dermaßen Terror auf der Rückbank gemacht, dass wir nach Hintertux wegen den Gletscherbussen wollen, so dass mein Vater dem Druck erlegen ist und wutentbrannt an entsprechender Abzweigung die Autobahn Richtung München / Tirol genommen hat. Beim Heimfahren kamen im Radio bereits die Meldungen aus Kaprun.
Das Skigebiet Pitztaler Gletscher hat mir so richtig gut gefallen. Insbesondere die Schwarze an der Wildspitzbahn hat für mich die Piste am Kaserer I in Tux als "die" Gletscherpiste abgelöst. Das was am Pitztaler vorhanden ist, passt einfach und ist stimmig. Schade war die Einfahrt zur Mittelbergpiste die voller Steine aufgrund des Felsrutsches war. Dort kam man kaum ohne erheblichen Feindkontakt durch. Auch unten an der ersten Sektion war die Piste sehr steinig. Mir gefällt das Gebiet sehr gut, auch das Panorama sowie die Anlagen. Nach Hintertux derzeit meine Nummer zwei der Tiroler Gletscher. Nun ging es weiter nach Ischgl, wo am morgigen Tag der erste Skitag (28.11.24) auf dem Programm stand. Die Wochen zuvor sahen wahrlich nicht gut aus und ich machte mir Sorgen, ob es Ischgl diesmal schaffen würde. Ein entsprechendes Schneifenster ergab sich erst wenige Tage vor dem Opening. Das Angebot war zum Saisonstart wie immer sehr gut, wenn auch deutlich schlechter als im Jahr davor. Alles Wesentliche jedoch offen. Man durfte sich allerdings nicht täuschen lassen, es lag wirklich kein Schnee außer etwas kosmetischem Zeug, die Grashalme spitzten überall raus. Es waren reine Maschinenschneeabfahrten, die Greitspitze war komplett schneefrei und abgeblasen. Das ganze war schon eine ziemliche Mondlandschaft, viele Steine, wenig Schnee. Gerade der erste Tag machte trotz teils strömenden Regen, Schnee oben und Orkan im oberen Bereich echt Spaß und ich blieb bis zum Schluss. Tatsächlich musste die Verbindung in die Schweiz gegen Mittag kapitulieren, die Gäste aus der Schweiz wurden mit Pistenbullys zurück gefahren. Einen Alpinfan hatte es auch erwischt. Der nächste Tag (29.11.24) war super sonnig und es schien ein guter Opening Freitag zu werden. Bis ca. 10.30 Uhr war es super entspannt, auch wenn es teils glatt war. Und dann auf einmal fielen die scheinbar erst angereisten Gäste förmlich wie die Heuschrecken ein. Ab Mittag war es super voll, die Pisten völlig abgerutscht und insgesamt eine irgendwie gefährliche Stimmung. Eher weniger "Ziener-Gruppen" sondern lauter Hein Blöds mit Boxen im Rucksack.
Im Tal unten bereits richtig viel Trubel und unruhiges Treiben. Am Hotel war bereits der ganze Parkplatz voll. Irgendwie erleichtert hier nicht länger bleiben zu müssen, reiste ich ab. Der Hotelier fragte noch, weshalb ich nicht bis zum Konzert bleiben würde. TSC zähle nicht, ich war fast froh um die Ausrede. Ich gab ihm noch den Auftrag sich bei der nächsten Gesellschaftersitzung sich für eine Abschaffung dieser Praxis einzusetzen. Ich fuhr direkt weiter ins Kaunertal, wo ich schon Jahre nicht mehr war. Während im Radio bereits von einer Überlastung der Paznauntalstraße berichtet wurde, hier eine ganz andere Welt. Das hier der Hund so dermaßen verreckt ist, war mir nicht mehr so präsent in Erinnerung. Das Adblue im Auto neigte sich dem Ende. Die einzige Tankstelle im Tal war bereits zu. Mit etwas Bauchweh hoffte ich diesbezüglich auf das Beste, dass ich am nächsten Tag noch auf den Gletscher komme und beim Rückweg dann AdBlue auffüllen kann. Das vier Sterne Hotel war wirklich nicht gut. Ich hätte die negativen Bewertungen auf Booking ernster nehmen sollen. Im ganzen Haus ein unangenehmer Geruch nach Moder und irgendwie nach Schimmel und schlechtem Raumduft. Das Zimmer war auch eklig, das Bad uralt und die fast schon brennende Heizung war nicht abzudrehen. Das Kopfteil des Bettes war völlig von den heißen Nächten anderer Gäste zerkratzt. Mir hat insgesamt richtig gegraust, länger als eine Nacht wäre ich hier nicht geblieben. Der Saunabereich hats noch etwas gerettet, wenn auch hier eine ungute Luft war und Schimmel in den Ecken provisorisch übermalt wurde.
Am Gletscher war alles in Betrieb außer OA I. Wirklich super hergerichtet waren sämtliche Pisten. Kein einziger Absatz. Auch das Funifor funktioniert wirklich gut von der Taktung und den Wartezeiten. Einen wirklich großen Mehrwert hat auch die neue Weißseejochbahn. Das war insgesamt Snowboardfahren vom Feinsten, bei sehr wenig Leuten. Aus dem Paznauntal kam nun die Meldung, dass alle Parkplätze rund um Ischgl voll seien und die Leute in Kappl und See parken müssten. Da ist man hier ja meilenweit entfernt von.
Wenn der Gletscher für mich nicht so weit wäre und mir die Straße einfach nicht so lästig wäre, würde ich hier öfter vorbei kommen. Rein von den Pisten und deren Pflege wäre Kaunertal bei mir Nummer 1 oder 2 in Tirol, unter den Gegebenheiten landet er auf Platz 3. Auch der Ort Feichten ist mir dann doch etwas zu ruhig und ausgestorben. Als nächstes ging es für drei Tage wieder ins Paznauntal, diesmal zusammen mit Freundin und einem befreundeten Paar. Aus Preis- und kapazitätsgründen wurde entgegen meiner Empfehlung ein drei Sterne Hotel in Galtür gebucht. Ich hätte lieber in Ischgl gebucht, trotz höherer Preise. Im Raum stand, dass auch in Galtür gefahren werden sollte, da hier der Skipass doch günstiger sei. Den ersten Tag (Freitag, 06.12.24) fuhr ich nur mit meiner Freundin in Ischgl. Für mich ungewohnt war das Parken in der Parkgarage an der 3S Bahn. Normalerweise parke ich immer direkt vor meinem Lieblingshotel, an dem ich dann sehr wehmütig vorbei laufen musste. Bereits an der Kasse (Freundin hat keine Saisonkarte) kam der Hinweis, dass es sehr windig sei und mit der Einstellung etlicher Anlagen gerechnet werden müsse. Bereits bei der Auffahrt mit der 3S wehte es ordentlich, die meisten Anlagen waren laut Ischgl-App noch auf grün. Oben angekommen schauten wir auf die große Tafel als genau in dem Moment sämtliche Anlagen mit Ausnahme der 3S, der Silvrettabahn und der Höllbodenbahn auf rot geschaltet wurden. Ein paar Abfahrten gingen sich Richtung Tal aus, dann wurden die Wartezeiten einfach zu lange. Der Wind war so heftig, dass selbst das Funitel ständig stehen blieb. An der flachen Stelle der Talabfahrt direkt nach der Idalp hatte man so starken Gegenwind, dass man nicht mehr voran kam. Wir beschlossen den Tag gegen Mittag zu beenden, leider haben wir erst nach dem Kauf des Tagesskipasses gemerkt, dass dieser nicht auch in Galtür zählen würde. Erst ab zwei Tagen. Das befreundete Paar war mittlerweile in Galtür angekommen und dort auf der Piste. Die Anlagen seien in Betrieb. Wir fuhren nach Galtür und ich fuhr noch hoch ins Gebiet. Dort war es der erste Betriebstag. Das Hotel war direkt neben der Bahn. Die Sicht war insgesamt sehr schlecht und man stocherte im zusammengeschobenen Neuschnee rum. Auch der erste Eindruck des Gebietes überzeugte mich nicht. Kaum Höhenmeter und alles kurz und relativ gleich. Auch das Hotel haute mich nicht vom Hocker, es war sauber und der Betreiber war nett, das Haus war mir irgendwie zu steril. Irgendwie nicht gemütlich, auch von der Auswahl am Frühstücksbuffet war ich ganz anderes gewohnt. Am zweiten Tag sollte es mit der ganzen Gruppe nach Ischgl gehen. Da das Frühstück natürlich erst um 07.30 Uhr startet
Einer der schlechtesten Tage der Saison war das. Klar, die Gruppe setzte dem ganzen noch die Krone auf, allerdings war wirklich viel los und ich hatte erste Zweifel, ob die Begeisterung für Ischgl vielleicht nachlässt und es mir insgesamt vielleicht nicht mehr gefällt. Wie sich beim nächsten Besuch im Januar bei Vollbetrieb herausstellte, war dem nicht so. Ich habe nur ganz klar gemerkt, dass in Ischgl nicht die Zahl der offenen Bahnen ausschlaggebend ist, sondern die Zahl der geöffneten Pisten. Es muss einfach alles offen sein, insbesondere der etwas abgelegenen Pisten, ansonsten wird es viel zu schnell zu voll.
Der letzte Tag wurde in Galtür verbracht. Nein, gefällt mir einfach nicht. Zu klein und zu wenig Höhenmeter. Es gibt für mich keinen Grund an Ischgl vorbei zu fahren und hierher zu fahren. Kappl und See lass ich mir eingehen, aber extra nach Galtür zu fahren macht für mich keinen Sinn. Nettes Panorama am Staussee, das wars dann aber auch. Mit Familie und kleinen Kindern würde der Besuch des Gebiets schon eher Sinn machen.
Was ich auch nicht empfehlen kann, ist bzgl. vermeintlich günstigere Preise in Galtür zu schlafen und in Ischgl Ski zu fahren. Da bleibt einfach zu viel Zeit auf der Strecke und mir persönlich wird das dann zu stressig bis ich wirklich oben bin. Da zahl ich lieber 25 % mehr und habe eine entspannte Zeit und kann zu Fuß zur Gondel in Ischgl. Auch wurde mir bei dem Aufenthalt selbstkritisch bewusst, dass ich meinen eigenen fahrerischen Maßstab nicht an andere, die unregelmäßig Ski fahren, ansetzen kann. Und ich das ganze entspannter angehen muss mit entsprechender Begleitung. Auch wurde mir klar, dass der typische Freizeit Skifahrer / Snowboarder, der dreimal pro Saison fährt, sowas wie das Angebot eines Großraumskigebiets gar nicht so wahrnimmt und dieses nicht so wertgeschätzt wird. Gut war an beiden Abenden allerdings die Gastronomie einmal in Mathon und einmal in Galtür. Trotz hoher Auslastung und ohne Reservierung voll auf Zack und freundlich. Dass das keine Selbstverständlichkeit ist sieht man an einem Wirt mit Ziegenbart in Kitzbühel Nähe Fleckalmbahn
Am zweiten Tag besuchten wir ab Nachmittag das Teilgebiet Rifflsee, das mir gut gefallen hat, wenn es denn nicht so steinig gewesen wäre. So was wie auf dem Grubenkopf hatte ich selten oder eigentlich noch nie erlebt. Die Piste war ein einziger Schotterweg. Es war unmöglich ohne Steine runter zu kommen, man konnte höchstens die Körnung wählen. Anschließend ging es Mitte Januar wieder nach Ischgl bei bestem Wetter und ehrlichem Vollbetrieb, auch was die Pisten angeht. Nachdem ich schon Angst hatte mich an Ischgl etwas abgearbeitet zu haben und die Begeisterung zu verlieren, war sie nun wieder da: Das Ischgl-Feeling und die Begeisterung. Endlich alles offen und alles mit Allem verknüpfen ohne Zeitdruck weil man noch irgendwo hin retour muss, das mag ich hier. Mich zwischen Greitspitze-Palinkopf und Pardatschgrat und Tal abzuarbeiten, hiervon bekomme ich nie genug, es wird mir hier nie langweilig. Es kann durchaus passieren, wie auch in diesem Aufenthalt, dass ich keine einzige Abfahrt auf Samnauner Seite mache. An Ischgl kommt einfach in Tirol nichts ran, dabei ist die Zahl der Besucher / Auslastung unerheblich. Wichtig ist die Zahl der geöffneten Pisten. Wartezeiten gibt es ohnehin bei geschickter Wahl der Route nie. Es gibt kein Nadelöhr. Am Weg nach Hause legte ich bei einem Freund noch einen Zwischenstopp für eine Splitboardtour ein. Da die Schneelage einfach schlecht war, entschieden wir uns für eine Pistentour im Skigebiet von Kitzbühel, genauer am Pass Thurn. Danach folgten mit Partnerin zwei Tage Zillertal in der absoluten Hochsaison. Der erste Tag Zillertalarena war super und entgegen der Erwartung war relativ wenig los. Typischer Bettenwechsel-Tag. Wir fuhren abends weiter nach Hintertux. Eigentlich wollten wir Zillertal 3000 fahren, allerdings fürchtete ich den Ansturm. Wir fuhren am Gletscher. Absolut die richtige Wahl. Ein anderer Alpinfan berichtete von vollen Pisten in Mayrhofen, hier am Gletscher absolut tote Hose bei richtig feinen Verhältnissen. Dass hier so wenig los ist während sie sich in den anderen Gebieten förmlich auf den Ski stehen, hätte ich nicht erwartet. Das werde ich für die kommende Saison stärker berücksichtigen. Am 08.02.25 ging es für mich zum ersten Mal in die Skiwelt. Hier war ich zuvor noch nie, obwohl es das am schnellsten erreichbare Skigebiet in Tirol für mich wäre. Bisher zog es mich nie hierher, vor allem auf Grund der Schneelage. Ich kenne die Skiwelt seit Jahren nur vom vorbei fahren nach Kitzbühel oder von der A12 aus, sooft ich dort vorbei fahre sind nur weiße Bänder in relativ grüner Landschaft zu sehen. Der Pistenplan sah trotzdem interessant aus. Also startete ich sehr früh in Itter. Ziel war es, das gesamte Gebiet der Skiwelt inklusive Westendorf und Ki-West abzufahren. Das habe ich tatsächlich gerade so gut geschafft. Wobei hier am Schluss etwas Zeitdruck mitfuhr. Insgesamt ist das Gebiet schon sehr weitläufig und modern, die Pisten insgesamt überzeugten mich nicht. Eher ist die Tour und die Weitläufigkeit interessant, pistentechnisch größtenteils Einheitsbrei, insbesondere die Almwiesen im Kerngebiet. Landschaftlich ist das eher nicht so mein Fall, ich bin einfach eher der Typ Hochgebirge. Von der Schneelage war es schon etwas befremdlich und trotzdem Skiwelt klassisch: Auf der Südseite Anfang Februar keine Spur von natürlichem Schnee. Insgesamt kommt man viel rum und das macht auch den Reiz aus, ich fand für mich allerdings keine Piste wo ich sagen kann, dass ich dort Wiederholungen machen möchte. Vielleicht noch die schwarze Abfahrt Richtung Ellmau. Mitte Februar stand am Weg zu einem befreundeten Paar nochmal Skiwelt auf dem Plan zusammen mit meiner Freundin. Der Tag begann bereits mit einer furchtbaren Anfahrt. Stau überall und Überlastung von München bis nach Kufstein. Und insgesamt lag eine komische Stimmung in der Luft. Wir starteten wieder in Itter und sind Richtung Hopfgarten als erste Abfahrt runter. Es ging so mittelmäßig und war sehr unruhig präpariert. An der Mittelstation Hopfgarten überlegte ich kurz ob wir bis ins Tal fahren sollten, was wir dann (leider) machten. Kurz nach der ersten Kurve stand ein Warnschild bzgl. der kommenden Beschneiungshaufen aus der vergangenen Nacht. Es wurde massiv auf die präparierte Piste beschneit. Die einzelnen Haufen waren nicht gekennzeichnet. Die Abfahrt machte so gar keinen Spaß und bei der ersten Straßenkreuzung drehte ich mich um und sah meine Freundin auf dem Boden liegen. Sie krümmte sich vor Schmerz, das sah überhaupt nicht gut aus. Ich dachte kurz an deutlich Schlimmeres. Ich eilte zur Unfallstelle. Sie krümmte sich vor Schmerzen im Knie, sonst schien alles in Ordnung. Sie habe den großen Haufen wegen der Licht-Schatten-Verhältnisse nicht gesehen und sei deshalb abgehoben und bei der Landung sei das Bein nach innen eingeknickt. Nach längerer Zeit konnte sie mit meiner Hilfe aufstehen. Wir wussten beide, dass der Skitag gelaufen ist und ich eigentlich auch schon, dass für sie die Saison durch ist. Sie versuchte nochmal kurz auf die Ski zu steigen um ein paar Meter abzurutschen, was kaum funktionierte. Da hier auch eine Straße rauf geht, überlegte ich kurz, ob ich umkehre und das Auto hole und sie hier abhole. Die Schmerzen und auch die Gefahr, dass doch irgendwas sein könnte, waren uns zu hoch, so dass wir die Bergrettung alarmierten bzw. ein freundlicher anderer Skifahrer übernahm das. Die Bergwacht war gleich da und brachte meine Freundin mit dem Akia ins Tal, von dort aus ging es zu einer bestens ausgestatteten Hausarztpraxis. Die Erstversorgung wie auch die Diagnostik waren außergewöhnlich gut. Die Diagnose des Arztes auch ohne MRT bewahrheitete sich genau: Riss des vorderen Kreuzband sowie Einriss des Meniskus sowie Prellung des Knochens. Die OP erfolgte ca. 1 1/2 Wochen nach dem Unfall in dem Krankenhaus in dem meine Freundin selbst Ärztin ist. Das mit der gerade abgeschlossenen DSV-Versicherung funktionierte sehr gut, sämtliche Kosten wurden (nicht auf einmal) erstattet. Die Bergung durch die Bergwacht wurde mit nur 400€ berechnet, da hätten wir mit mehr gerechnet. Wir bekamen eine CD mit den Röntgenaufnahmen mit, zum Glück hatte ich noch einen uralten Laptop zuhause mit CD-Laufwerk. Auf den Röntgenbildern war bis auf Bluterguss nichts zu sehen, das war aber klar. Insgesamt stellt man sich nach dem Unfall dann doch viele Fragen.... z.B. hätte ein entsprechendes Aufwärmen die Verletzung verhindert ?
Ich habe mir tatsächlich vorgenommen (ich komme über die A12 aus Norden) nicht mehr vor der Ausfahrt Achensee / Zillertal abzufahren. Mit dem Thema Skiwelt bin ich irgendwie nicht wegen des Unfalls sondern insgesamt durch. Die halbe Stunde längere Anfahrt ins Zillertal sind bei knappen 3 Stunden dann auch schon egal und die Berge sind ab Zillertal dann doch andere als in der Skiwelt. Mir fehlt hier einfach das alpine Gefühl. Mein Hausberg Großer Arber im bayrischen Wald hat mehr an Felsen und alpinem Gefühl zu bieten als die Skiwelt. In Kitzbühel nervt mich die Arroganz der Gäste und Betreiber, das bei einem höchstens mittelmäßigem Skigebiet.
Danach war auch für mich erstmal Pause, bevor es dann Mitten in den Faschingsferien für drei Tage ins Stubaital gehen sollte. Das Wetter war einfach zu gut und die Abstinenz schon zu lange, ansonsten hätte ich die Ferien gemieden. Die ersten beiden Tage war ich am Stubaier Gletscher. Insgesamt waren die beiden Tage am Gletscher eher mäßig. Ich hatte das Gebiet weitläufiger in Erinnerung, es war natürlich sehr viel los, aber das war zu erwarten. Bereits am ersten Tag gegen 10.30 Uhr war ich alles gefahren und fragte mich was ich eigentlich den Rest des Tages noch machen soll bzw. wie ich die verbleibende Zeit totschlagen soll. Die Abfahrten (Daunferner) die mir gefallen würden, waren furchtbar unruhig präpariert, die Wilde Grube war unpräpariert und voller Steine, furchtbar. Einzig die direkte Abfahrt ins Tal unter den Gondeln sorgte für etwas Abwechslung, Fernau mit einer Abfahrt war auch eher langweilig und unten raus war viel zu viel los. Insgesamt fehlt mir einfach die Abwechslung hier, die vorhandenen Pisten treffen meinen Geschmack einfach nicht. Auch der Gletscherschwund trägt hierzu natürlich bei. Das Gebiet ist einfach nicht mehr stimmig. Die Schaufeljochbahn ohne eigene Abfahrt sei hier nur als Beispiel genannt. Der Gaisskarferner ist auch nur noch ein Witz. Eine schmale Abfahrt zwischen den Felsen. Am zweiten Tag fuhr ich völlig ambitionslos zum Gletscher. Auch das Angebot und die Preise der Restaurants sind mir negativ in Erinnerung geblieben. Ein Einheimischer stritt mit dem osteuropäischen Koch über die Portion des "großen" Kaiserschmarrns lautstark
Die drei Tage waren super, vor allem war hier sehr wenig los und der Schnee war toll. Mehr gibt es nicht zu sagen. Mitte April ging es für zwei Tage mit einem Freund nach Obergurgl-Hochgurgl in ein durch eine Standseilbahn verbundenes Hotel an der Skipiste. Der erste Tag war von bestem Wetter und wenig Andrang geprägt. Vor allem in Hochgurgl war die Schneelage teils schon sehr dürftig, in Obergurgl deutlich besser. Ich mag das Gebiet sehr gerne, gefühlt ist es hier nie so richtig voll. Auch die Abgelegenheit macht hier den Reiz aus. Das Hotel hat mich überzeugt, ich staunte allerdings nicht schlecht, als die Chefin sagte, dass es kein Wlan gibt und das auch so gewollt ist. Bis auf diese Tatsache war der Rest wirklich gut. Der zweite Tag war von schlechtem Wetter geprägt: Es regnete stark und es hatte eine entsprechende Endzeitstimmung. Los war nichts. Ab Mittag besserte sich das Wetter. Insgesamt ein toller Aufenthalt. Mehr als zwei Tage müsste ich in Obergurgl-Hochgurgl aber auch nicht bleiben. An Sölden bin ich mal wieder nur vorbei gefahren: Ich schaffe es in meinen beiden bisherigen Snowcard-Saisonen einfach nicht hierher. Aber Sölden-Fan bin ich ohnehin nicht. Ich halte Sölden für überbewertet. Vor allem die vielen Nadelöhre gehen mir hier auf die Nerven, ich war aber auch meistens zur Hochsaison hier. Ende April ging es für zwei Tage nochmal mit der Freundin nach Hintertux. Am Tag zuvor gab es etwas Neuschnee, was die Pisten ziemlich ruinierte. Oberhalb Fernerhaus teils unruhig und unterhalb nasser Neuschnee auf furchtbar präparierter Unterlage. Im Laufe des Tages wurde dies aber immer besser. Allgemein bin ich kein Fan von Neuschnee im späten Frühjahr. Positiv war auch, dass der Schlegeislift in Betrieb war. Insgesamt war an den beiden Tagen sehr wenig los. Gefühlt das ganze Tal hatte mit wenigen Ausnahmen an Hotels bereits geschlossen. Auch unser Hotel schloss am Abreisetag. Zum Saisonabschluss ging es über den 01.05.25 nochmal für zwei Tage nach Hintertux. Diesmal ein ganz anderes Bild: Das Skigebiet war bestens besucht. Ab Mittag wurde es natürlich deutlich ruhiger. Die beiden letzten Tage waren nochmal richtig stark. In Hintertux hatte es die besten Pistenverhältnisse der ganzen Saison dort. Schön sulzig und teils noch nicht zu tief und ab Mittag sehr wenig Leute, die Abfahrt zum Sommerberg wurde von den meisten gemieden. Der Abschied bis zur nächsten Saison fiel schon sehr schwer. Insgesamt bin ich mit der Saison mehr als zufrieden und meine Erwartungen wurden deutlich übertroffen. Der Winter war bzgl. der gefallenen Schneemenge schon erbärmlich, insbesondere im Frühjahr wurde dies deutlich ersichtlich. Die Bilder des Closings in Ischgl waren ja befremdlich. Jedes mal dachte ich wieder nach entsprechenden Wetterprognosen und der Meinung von "Experten", dass nun der Schneefall kommt, wenige Tage vor dem prognostizierten Schneefall wurde dieser dann wieder auf niedrige Niederschlagsmengen runtergerechnet. Hoffen wir das der nächste Winter wieder mehr Niederschlag bringt, schlechter diesbezüglich geht es eigentlich nicht mehr, deswegen bin ich positiv gestimmt.
Für meine 41 Skitage in Tirol habe ich mit allen Kosten (Snowcard, Abendessen, Mittagessen, Hotels, Sprit, Maut, sonstige Gebühren) ungefähr 5000€ gebraucht. Letzte Saison habe ich genau abgerechnet, diesmal habe ich keine Lust auf den Euro genau abzurechnen, das Geld ist ja so oder so weg
Jetzt ist mein Bericht doch etwas länger geworden, es hat einfach Spaß gemacht sich die ganzen Erinnerungen nochmal hervorzurufen und zu verschriftlichen.
Ein großes Lob nochmal an Forum insgesamt und dessen Betreiber. Tolles Forum und tolle Aktionen wie z.B. mit dem Adventskalender, auch wenn ich leider nichts gewonnen habe.
Obwohl ich keinen einzigen Alpinfan persönlich kenne, kommt man sich beim berichten aus den Gebieten trotzdem als Teil einer Gemeinschaft vor. Lustig ist auch, dass es immer wieder Tage gibt, an denen Alpinfans gesammelt als "Cluster" in verschiedenen Gebieten auftauchen.
Ich wünsche Euch einen schönen Sommer,
man hört sich Anfang Oktober wieder aus Hintertux
Viele Grüße