Val-d'Isère + Tignes | 26.04. - 29.04.2025 | Traumhafte Nachosterzeit bei nahezu Vollbetrieb
Verfasst: 05.05.2025, 00:43
Dieses Jahr beschert uns wieder einmal eine sehr späte Osterfeier. Viele Skigebiete stellen ihren Betrieb am Ostermontag ein. Sogar in Zermatt ist am Rothorn, Gornergrat und Hirli Saisonende. Schade, denn in den Westalpen hatte es in der Woche vor Ostern nochmal kräftig geschneit. Ja, sogar regelrechte Schneechaos. Saas Fee ziehte immerhin bis zum 27. April durch, aber auch das würde unsere Pläne beeinträchtigen. Wo sollte die Reise stattdessen hingehen? Ein Blick über die Grenze: Breuil-Cervinia hat Saison bis zum 4. Mai. Toll! Und sogar erst aus der Schweiz über Zermatt erreichbar. Allerdings nur noch eher teure Hotels Verfügbar und natürlich wäre der Skipas auch von Zermatt aus mit über 100 CHF pro Tag recht saftig. Und Ferien in Cervinia selbst... Naja, da bekommt man doch eher glatt Fernweh nach Zermatt. Also öffnete ich eine Übersicht an (noch) geöffnete Skigebiete. Europaweit. Viele hatten schon ihren Betrieb reduziert, doch dann sprang mir Tignes und Val-d'Isère (Espace Killy) ins Auge. Nahezu Vollbetrieb bis zum 4. Mai!
Wow, daran hatte ich nicht mehr gedacht... Schnell verfügbare Hotels in Val-d'Isère studiert und noch einige nette Unterkünfte für faire Preise finden können. Dazu kommt der sensationell günstige Skipass über «Ski à la Carte» für nur €42,70 pro Tag am Wochenende. Nach kurze Beratung mit meiner Freundin war die Entscheidung gefallen: Es geht nach Val-d'Isère! Darauf freute ich mich besonders, denn das Skigebiet hatte ich nach meine Reise mit Graubündenfan an Ostern 2019 sehr gut in Erinnerung.
Samstag, 26.04.2025
Nach ein reichhaltiges Frühstück vom Buffet, was ich noch nie so reichhaltig und gleichzeitig auf engsten Raum serviert gesehen hab, liefen wir vom Skikeller zum Bus. Man kann zwar auch zu den Skipisten laufen, aber es kommt alle 5-10 min ein Elektrobus, die man per App auch Live tracken kann. Mit dem Bus geht eine Station durch den Ortstunnel direkt zur Piste. Easy. Dort müssen wir zunächst noch unsere «Ski à la Carte» Skipässe abholen. Das dauert ein wenig, das Computersystem wirkte nicht mit, aber am Ende bekamen wir beide unsere personalisierte Pässe ausgehändigt. Wir starten unseren Tag mit der «Télécabine de Solaise». Wie viele Bergbahnen in Val-d'Isère aus dem Hause von Doppelmayr-Garaventa. Untypisch für Frankreich.
Ein Video sagt mehr als 1000 Bilder. Der Cheib ist steil!
Jannis wollte noch gerne rüber in Richtung Tignes fahren, da er nur heute im Skigebiet ist und morgen wieder nach Hause fahren muss. Wir begleiten ihm noch auf der 3S «Olympique», verabschieden uns aber erstmal und fahren nur noch eine Runde am 6-KSB «Fontaine Froide», eine Sesselbahn aus dem Hause Bartholet. Die 3S nebenan wohlgemerkt aus dem Hause Doppelmayr. Ja, Frankreich kann auch auf Qualität aus der Schweiz bzw. Österreich setzen und passt zum «Premium» Image von Val-d'Isère.
Abends trafen wir Jannis erneut um gemeinsam im Fondue Gallery ein leckeres Fondue Bourguignonne zu essen, bzw. für Jannis ein klassisches Käsefondue aus der Savoie. Er hatte sich noch bis zum Gletscher von Tignes vorgearbeitet und anschliessend mit dem letzten Lift wieder zurück nach Val-d'Isère. Neben uns im Restaurant sassen interessante Gäste: Manchmal hatten wir das Gefühl, sie sprechen Deutsch, dann wieder teils Niederländisch, manchmal sogar Schweizerdeutsche Wörter, dann wieder etwas Französisch und dann etwas undefinierbares. Den ganzen Abend waren wir am raten, was für eine Sprache oder Dialekt das sein konnte. Nachdem wir Skandinavische Sprachen oder Deutsche, Niederländische und Friesische Dialekte ausschliessen konnten, viel mir es spontan ein: Luxemburgisch!
Hört man aucht nicht alle Tage... aber sehr interessant mal so eine Sprache zu hören. Wenn sie etwas langsam reden, kann man sehr viel verstehen.
Sonntag, 27.04.2025
Heute verspricht das Wetter nicht viel gutes. Viel Bewölkung, teils Nebel und Niederschlag. Wir lassen heute zum skifahren aus, und erkunden stattdessen den Ort. Kann Val-d'Isère sein Image gerecht werden?
Montag, 28.04.2025
Schönes Wetter mit etwas Wolken wurde vorher gesagt. Stattdessen bekommen wir eine nahezu durchgehend bedeckte und dunkele Himmel. Die Wetterprognose hat uns ein wenig in die Irre geführt. Machen wir das beste daraus. Mit der 3S «Olympique» starten wir in den Tag. Geplant ist im Skigebietsteil von Tignes zu fahren.
Zunächst fahren wir falsch mit der «Tufs» 6-KSB hoch, also quasi wieder zurück in Richtung Val-d'Isère, während wir eigentlich zum Gletscher von Tignes wollten. Aber wir wollten wieder aus der Schneematsche entkommen. Obwohl der Fresse 6-KSB nicht lief, war der Abfahrt geöffnet. Über der 4-KSB Borsat konnten wir die Fresse Piste finden, da nochmal am Tufs herunterfahren keinen Spass machte.
Hatte ich schon erwähnt, dass bis auf dem DSB hier auch wieder alles von Doppelmayr ist? Von wegen Frankreich bietet nur Poma Krücken! Dienstag, 29.04.2025
Heimreisetag. Doch als ich um 7 Uhr aufstehe und die Gardinen öffne, sehe ich ein blauer Himmel. Das verspricht ein genialer Skitag! Und da uns beiden der Seite von Val-d'Isère am Samstag so gut gefallen hat mit viel weniger Sulzschnee als auf der Seite von Tignes, fahren wir wieder in Richtung vom Gletscher Pisaillas am Col de l'Iseran.
Vor dem Frühstück können wir grad auschecken und unsere Sachen wieder ins Auto bringen. Die Hoteleigene Garage ist ein spuckhaft dunkeles Loch. Anschliessend fahren wir wieder mit dem Bus zur 10-EUB Solaise.
Fazit
Unseren Plan in den Osterferien unser gemeinsamen Skiurlaub durchzuführen, meine Freundin ist aufgrund ihr Beruf natürlich an den Schulferien gebunden, ist mit unser Wahl für Val-d'Isère hervorragend aufgegangen. Besonders der Samstag und Dienstag waren einfach Traumhaft und zählen zu den besten Skitagen der Saison, mit sonnigen Wetter und Top-präparierte und leere Pisten. Genau wie es wir uns erträumt hatten. Damit hat sich wiedermal das Image bzw. Vorurteil von Frankreich als Nation mit schlechte Pistenpräparierung komplett entkräftigt. Leider war der Sonntag Wetterbedingt nicht schön, aber als Schönwetterfahrer macht man halt Alternativprogramm. Dank dem «Ski à la carte» Angebot von Compagnie des Alpes (Skiliftbetreiber der grössten Französischen Skigebieten), konnten wir für Schnäppchenpreise an den Tagen fahren die wir genutzt haben. Jeden Abend kam jeweils gegen 19:00 Uhr die Belastung auf unsere Kreditkarte zum speziellen Aktionspreis. Ein anderes Jahr werden wir dieses Skigebiet in der Nachsaison sicherlich wieder überlegen, denn es bietet einfach viel für den Preis, auch wenn der Sektor von Tignes 1800 bereits komplett geschlossen war. Dafür war Ostern dieses Jahr auch extrem spät, das wird in den nächsten Jahren sicherlich wieder anders sein.
Mein Eindruck von 2019 hat sich jedoch bestätigt: Die Seite von Val-d'Isère ist ruhiger und schöner als die von Tignes. Dazu halten die Pisten viel besser und sind zu diese Jahreszeit deutlich weniger schnell sulzig. Deshalb auch unsere Wahl am Dienstag nochmals auf der Seite von Val-d'Isère zu fahren. In Tignes waren am Montag viele Niederländer unterwegs, in Val-d'Isère hörten wir vorallem Französisch, teils Italienisch und teils Englisch. Deutsch und besonders Schweizerdeutsch haben wir nirgendwo aufgeschnappt. Das höchste der Gefühle blieb Luxemburgisch am Samstagabend beim Fondue essen.
Obwohl Val-d'Isère ein schöner und sehr authentisch gepflegter Ort ist, sind die Strassen teilweise in dramatisch schlechten Zustand. Da merkt man, neben ein paar wenige Bausünden, doch in Frankreich zu sein. Allerdings sind die Preise in Val-d'Isère ggü. von Tignes auch deutlich gehobener, sowohl von Hotels als Restaurants. Das essen ist auf Schweizer Preisniveau. Allerdings war die Qualität auch jeweils gut, das kenne ich in Frankreich teilweise auch deutlich anders. Somit eignet sich Val-d'Isère sogar für Frankreich-Skeptiker ideal, sogar auf Doppelmayr/Garaventa Lifte muss man nicht verzichten.
Danke für eure Aufmerksamkeit bis hierhin! Ich hab unterwegs die Zeit im Lift mit meine Freundin genossen und deshalb auf Live-Berichte schreiben verzichtet. Inzwischen ist auch die Saison seit heutabend in Val-d'Isère und Tignes vorbei. Ab dem 14. Juni geht es dann am Gletscher von Pisaillas wieder weiter mit Sommerski, bzw. ab dem 21. Juni am Grande Motte Gletscher.
Samstag, 26.04.2025
Nach ein reichhaltiges Frühstück vom Buffet, was ich noch nie so reichhaltig und gleichzeitig auf engsten Raum serviert gesehen hab, liefen wir vom Skikeller zum Bus. Man kann zwar auch zu den Skipisten laufen, aber es kommt alle 5-10 min ein Elektrobus, die man per App auch Live tracken kann. Mit dem Bus geht eine Station durch den Ortstunnel direkt zur Piste. Easy. Dort müssen wir zunächst noch unsere «Ski à la Carte» Skipässe abholen. Das dauert ein wenig, das Computersystem wirkte nicht mit, aber am Ende bekamen wir beide unsere personalisierte Pässe ausgehändigt. Wir starten unseren Tag mit der «Télécabine de Solaise». Wie viele Bergbahnen in Val-d'Isère aus dem Hause von Doppelmayr-Garaventa. Untypisch für Frankreich.
Ein Video sagt mehr als 1000 Bilder. Der Cheib ist steil!
Jannis wollte noch gerne rüber in Richtung Tignes fahren, da er nur heute im Skigebiet ist und morgen wieder nach Hause fahren muss. Wir begleiten ihm noch auf der 3S «Olympique», verabschieden uns aber erstmal und fahren nur noch eine Runde am 6-KSB «Fontaine Froide», eine Sesselbahn aus dem Hause Bartholet. Die 3S nebenan wohlgemerkt aus dem Hause Doppelmayr. Ja, Frankreich kann auch auf Qualität aus der Schweiz bzw. Österreich setzen und passt zum «Premium» Image von Val-d'Isère.
Abends trafen wir Jannis erneut um gemeinsam im Fondue Gallery ein leckeres Fondue Bourguignonne zu essen, bzw. für Jannis ein klassisches Käsefondue aus der Savoie. Er hatte sich noch bis zum Gletscher von Tignes vorgearbeitet und anschliessend mit dem letzten Lift wieder zurück nach Val-d'Isère. Neben uns im Restaurant sassen interessante Gäste: Manchmal hatten wir das Gefühl, sie sprechen Deutsch, dann wieder teils Niederländisch, manchmal sogar Schweizerdeutsche Wörter, dann wieder etwas Französisch und dann etwas undefinierbares. Den ganzen Abend waren wir am raten, was für eine Sprache oder Dialekt das sein konnte. Nachdem wir Skandinavische Sprachen oder Deutsche, Niederländische und Friesische Dialekte ausschliessen konnten, viel mir es spontan ein: Luxemburgisch!
Sonntag, 27.04.2025
Heute verspricht das Wetter nicht viel gutes. Viel Bewölkung, teils Nebel und Niederschlag. Wir lassen heute zum skifahren aus, und erkunden stattdessen den Ort. Kann Val-d'Isère sein Image gerecht werden?
Montag, 28.04.2025
Schönes Wetter mit etwas Wolken wurde vorher gesagt. Stattdessen bekommen wir eine nahezu durchgehend bedeckte und dunkele Himmel. Die Wetterprognose hat uns ein wenig in die Irre geführt. Machen wir das beste daraus. Mit der 3S «Olympique» starten wir in den Tag. Geplant ist im Skigebietsteil von Tignes zu fahren.
Zunächst fahren wir falsch mit der «Tufs» 6-KSB hoch, also quasi wieder zurück in Richtung Val-d'Isère, während wir eigentlich zum Gletscher von Tignes wollten. Aber wir wollten wieder aus der Schneematsche entkommen. Obwohl der Fresse 6-KSB nicht lief, war der Abfahrt geöffnet. Über der 4-KSB Borsat konnten wir die Fresse Piste finden, da nochmal am Tufs herunterfahren keinen Spass machte.
Hatte ich schon erwähnt, dass bis auf dem DSB hier auch wieder alles von Doppelmayr ist? Von wegen Frankreich bietet nur Poma Krücken! Dienstag, 29.04.2025
Heimreisetag. Doch als ich um 7 Uhr aufstehe und die Gardinen öffne, sehe ich ein blauer Himmel. Das verspricht ein genialer Skitag! Und da uns beiden der Seite von Val-d'Isère am Samstag so gut gefallen hat mit viel weniger Sulzschnee als auf der Seite von Tignes, fahren wir wieder in Richtung vom Gletscher Pisaillas am Col de l'Iseran.
Vor dem Frühstück können wir grad auschecken und unsere Sachen wieder ins Auto bringen. Die Hoteleigene Garage ist ein spuckhaft dunkeles Loch. Anschliessend fahren wir wieder mit dem Bus zur 10-EUB Solaise.
Fazit
Unseren Plan in den Osterferien unser gemeinsamen Skiurlaub durchzuführen, meine Freundin ist aufgrund ihr Beruf natürlich an den Schulferien gebunden, ist mit unser Wahl für Val-d'Isère hervorragend aufgegangen. Besonders der Samstag und Dienstag waren einfach Traumhaft und zählen zu den besten Skitagen der Saison, mit sonnigen Wetter und Top-präparierte und leere Pisten. Genau wie es wir uns erträumt hatten. Damit hat sich wiedermal das Image bzw. Vorurteil von Frankreich als Nation mit schlechte Pistenpräparierung komplett entkräftigt. Leider war der Sonntag Wetterbedingt nicht schön, aber als Schönwetterfahrer macht man halt Alternativprogramm. Dank dem «Ski à la carte» Angebot von Compagnie des Alpes (Skiliftbetreiber der grössten Französischen Skigebieten), konnten wir für Schnäppchenpreise an den Tagen fahren die wir genutzt haben. Jeden Abend kam jeweils gegen 19:00 Uhr die Belastung auf unsere Kreditkarte zum speziellen Aktionspreis. Ein anderes Jahr werden wir dieses Skigebiet in der Nachsaison sicherlich wieder überlegen, denn es bietet einfach viel für den Preis, auch wenn der Sektor von Tignes 1800 bereits komplett geschlossen war. Dafür war Ostern dieses Jahr auch extrem spät, das wird in den nächsten Jahren sicherlich wieder anders sein.
Mein Eindruck von 2019 hat sich jedoch bestätigt: Die Seite von Val-d'Isère ist ruhiger und schöner als die von Tignes. Dazu halten die Pisten viel besser und sind zu diese Jahreszeit deutlich weniger schnell sulzig. Deshalb auch unsere Wahl am Dienstag nochmals auf der Seite von Val-d'Isère zu fahren. In Tignes waren am Montag viele Niederländer unterwegs, in Val-d'Isère hörten wir vorallem Französisch, teils Italienisch und teils Englisch. Deutsch und besonders Schweizerdeutsch haben wir nirgendwo aufgeschnappt. Das höchste der Gefühle blieb Luxemburgisch am Samstagabend beim Fondue essen.
Obwohl Val-d'Isère ein schöner und sehr authentisch gepflegter Ort ist, sind die Strassen teilweise in dramatisch schlechten Zustand. Da merkt man, neben ein paar wenige Bausünden, doch in Frankreich zu sein. Allerdings sind die Preise in Val-d'Isère ggü. von Tignes auch deutlich gehobener, sowohl von Hotels als Restaurants. Das essen ist auf Schweizer Preisniveau. Allerdings war die Qualität auch jeweils gut, das kenne ich in Frankreich teilweise auch deutlich anders. Somit eignet sich Val-d'Isère sogar für Frankreich-Skeptiker ideal, sogar auf Doppelmayr/Garaventa Lifte muss man nicht verzichten.
Danke für eure Aufmerksamkeit bis hierhin! Ich hab unterwegs die Zeit im Lift mit meine Freundin genossen und deshalb auf Live-Berichte schreiben verzichtet. Inzwischen ist auch die Saison seit heutabend in Val-d'Isère und Tignes vorbei. Ab dem 14. Juni geht es dann am Gletscher von Pisaillas wieder weiter mit Sommerski, bzw. ab dem 21. Juni am Grande Motte Gletscher.