Vail Resorts schreibt erstmals schwarze Zahlen und äussert sich zu Übernahmeplänen
Verfasst: 12.04.2025, 05:58
Heute im Bündner Tagblatt.
Eine Zusammenfassung:
Vail Resorts mit erstem Gewinn in Andermatt – Expansion in Europa geplant
Vail Resorts, der weltweit grösste Betreiber von Skigebieten mit Sitz in den USA, schreibt in der Schweiz erstmals schwarze Zahlen. Das 2022 übernommene Skigebiet Andermatt-Sedrun verzeichnet in der aktuellen Wintersaison positive Geschäftszahlen, wie COO Mike Goar im Gespräch mitteilt. Auch die Besucherzahlen steigen deutlich – besonders bei Gästen aus Nordamerika, deren Anteil sich von drei auf elf Prozent erhöht hat.
Die Übernahme von Andermatt-Sedrun war ein Meilenstein für Vail Resorts: Mit 149 Millionen Franken sicherte sich das Unternehmen 55 % der Anteile. Der bisherige Haupteigentümer Andermatt Swiss Alps behielt 40 % und bleibt damit ein wichtiger Partner. Vail Resorts kontrolliert jedoch das operative Geschäft und sämtliche Investitionen. Im Gegensatz zum US-Markt setzt das börsennotierte Unternehmen in Europa auf Modelle mit lokalen Minderheitspartnern. Das Ziel: stabile Partnerschaften und regionale Verankerung.
Zwei Jahre nach dem Einstieg in Andermatt folgte 2024 die Expansion nach Crans-Montana. Weitere Übernahmen sind derzeit laut Goar nicht spruchreif, doch Gerüchte über mögliche Zukäufe – etwa in Graubünden – halten sich hartnäckig. Bestätigt ist: Vail Resorts plant, in Europa ein Netzwerk von Skigebieten aufzubauen, das an das erfolgreiche Epic-Pass-Modell angeschlossen wird. Der Epic Pass erlaubt Skifahren in allen zum Unternehmen gehörenden Gebieten – aktuell für unter 1000 Franken pro Saison.
Trotz der Investitionen verspricht Goar, dass Preise in der Schweiz nicht im US-Stil explodieren werden. In den Vereinigten Staaten kostet eine Tageskarte teils bis zu 300 Franken – in der Schweiz liegen die Preise meist unter 100 Franken. Auch in Andermatt-Sedrun blieben die Erhöhungen moderat und orientierten sich lediglich an der Teuerung.
Ein weiteres zentrales Thema für Vail Resorts ist der Klimawandel. Goar betont, dass erhebliche Mittel in technische Beschneiung und Effizienzsteigerung investiert werden. Der Klimawandel bedeute nicht das Ende der Branche, sondern erfordere ein Umdenken. Auch der Sommertourismus wird zunehmend berücksichtigt – etwa durch den Ausbau des Angebots in Andermatt – obwohl dieser im Geschäftsmodell von Vail Resorts bisher nur eine Nebenrolle spielt.
Vail Resorts zeigt sich langfristig engagiert: Das Unternehmen habe weltweit noch nie ein Skigebiet wieder verkauft. Für COO Mike Goar ist klar, dass der europäische Markt enormes Potenzial bietet – nicht nur wirtschaftlich, sondern auch als strategisches Gegengewicht zum US-Geschäft.
Zum Abschluss teilt Goar eine persönliche Anekdote: Als seine Frau Heidi das erste Mal vom "Heidiland" in der Schweiz hörte, nahm sie es als Zeichen. Heute leben sie beide in Andermatt – mitten in jenem Teil der Alpen, der für Vail Resorts zum Schlüsselmarkt Europas werden könnte.
Eine Zusammenfassung:
Vail Resorts mit erstem Gewinn in Andermatt – Expansion in Europa geplant
Vail Resorts, der weltweit grösste Betreiber von Skigebieten mit Sitz in den USA, schreibt in der Schweiz erstmals schwarze Zahlen. Das 2022 übernommene Skigebiet Andermatt-Sedrun verzeichnet in der aktuellen Wintersaison positive Geschäftszahlen, wie COO Mike Goar im Gespräch mitteilt. Auch die Besucherzahlen steigen deutlich – besonders bei Gästen aus Nordamerika, deren Anteil sich von drei auf elf Prozent erhöht hat.
Die Übernahme von Andermatt-Sedrun war ein Meilenstein für Vail Resorts: Mit 149 Millionen Franken sicherte sich das Unternehmen 55 % der Anteile. Der bisherige Haupteigentümer Andermatt Swiss Alps behielt 40 % und bleibt damit ein wichtiger Partner. Vail Resorts kontrolliert jedoch das operative Geschäft und sämtliche Investitionen. Im Gegensatz zum US-Markt setzt das börsennotierte Unternehmen in Europa auf Modelle mit lokalen Minderheitspartnern. Das Ziel: stabile Partnerschaften und regionale Verankerung.
Zwei Jahre nach dem Einstieg in Andermatt folgte 2024 die Expansion nach Crans-Montana. Weitere Übernahmen sind derzeit laut Goar nicht spruchreif, doch Gerüchte über mögliche Zukäufe – etwa in Graubünden – halten sich hartnäckig. Bestätigt ist: Vail Resorts plant, in Europa ein Netzwerk von Skigebieten aufzubauen, das an das erfolgreiche Epic-Pass-Modell angeschlossen wird. Der Epic Pass erlaubt Skifahren in allen zum Unternehmen gehörenden Gebieten – aktuell für unter 1000 Franken pro Saison.
Trotz der Investitionen verspricht Goar, dass Preise in der Schweiz nicht im US-Stil explodieren werden. In den Vereinigten Staaten kostet eine Tageskarte teils bis zu 300 Franken – in der Schweiz liegen die Preise meist unter 100 Franken. Auch in Andermatt-Sedrun blieben die Erhöhungen moderat und orientierten sich lediglich an der Teuerung.
Ein weiteres zentrales Thema für Vail Resorts ist der Klimawandel. Goar betont, dass erhebliche Mittel in technische Beschneiung und Effizienzsteigerung investiert werden. Der Klimawandel bedeute nicht das Ende der Branche, sondern erfordere ein Umdenken. Auch der Sommertourismus wird zunehmend berücksichtigt – etwa durch den Ausbau des Angebots in Andermatt – obwohl dieser im Geschäftsmodell von Vail Resorts bisher nur eine Nebenrolle spielt.
Vail Resorts zeigt sich langfristig engagiert: Das Unternehmen habe weltweit noch nie ein Skigebiet wieder verkauft. Für COO Mike Goar ist klar, dass der europäische Markt enormes Potenzial bietet – nicht nur wirtschaftlich, sondern auch als strategisches Gegengewicht zum US-Geschäft.
Zum Abschluss teilt Goar eine persönliche Anekdote: Als seine Frau Heidi das erste Mal vom "Heidiland" in der Schweiz hörte, nahm sie es als Zeichen. Heute leben sie beide in Andermatt – mitten in jenem Teil der Alpen, der für Vail Resorts zum Schlüsselmarkt Europas werden könnte.